Mercedes-Benz SLK 250 cdi – Der Diesel-Roadster

Mercedes-Benz SLK 250 cdi – Der Diesel-Roadster

In diesem Fahrbericht sind gleich 2 Premieren enthalten. Zum einen enthält der Fahrbericht eine Bewertung per „High-Score“ Methodik, und zum anderen geht es um den ersten Diesel-Roadster aus dem Haus von Mercedes-Benz. High-Score? Diesel-Roadster? Keine Sorge – beides hat irgendwie einen Sinn.

Tausche Dach gegen Drehmoment.

Sexy Eisdielen-Rockstar sucht sparsamen Diesel? So richtig sinnvoll erscheint die Kombination eines sexy Roadsters und einem Antrieb aus landwirtschaftlichen Nutzfahrzeugen nicht. Weder auf den ersten, noch auf den zweiten Blick. Aber mal ehrlich… Das Bällchen Eis ist teurer geworden und Sonnencrème kostet auch Geld. Warum also nicht einfach am Kraftstoff für den sportlichen, zweisitzigen Begleiter sparen? Im Falles des SLK 250cdi muss man noch nicht einmal auf die sportlichen Verdachtsmomente verzichten – mit 204PS und über 500Nm kann man, wenn man will, auch flott unterwegs sein. Will man?

Gerade im Kaltstart erinnert sich das Langzeit-Hirn des Fahrers jedoch viel zu schnell  und beängstigend  automatisch  an die Vielzahl der zurückgelegten Taxi-Kilometer. Zu typisch ist die Verbindung von Daimler-Stern und nagelndem Dieselmotor in den Synapsen des Fahrers.

Die Schuld hieran trägt nicht der Dieselmotor, sondern schlicht die Erwartungshaltung des Fahrers bezüglich der Klangkulisse eines sportlich gezeichneten Zweisitzer. Ist es also nur eine Frage der Umgewöhnung? Oder ist es schlicht ein Ding der Unmöglichkeit,  einen Roadster mit Dieselmotor zu fahren? Diese Frage steht im Mittelpunkt und am Ende dann hoffentlich auch eine Antwort.

Fakten zum Testwagen:

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  • Modellbezeichnung: Mercedes-Benz SLK 250 CDI BlueEFFICIENCY Roadster
  • Ausstattung: Memory-Paket, Spiegel-Paket, Sport-Paket AMG
  • Testwagenpreis: 62.463,10€
  • Grundpreis Baureihe: 39.400,90€

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  • Hubraum: 2.143 ccm³
  • Leistung: 204PS
  • Höchstgeschwindigkeit: 243km/h
  • Beschleunigung: 0-100: 6,7 Sekunden

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204PS und 500Nm - genug Argumente
204PS und 500Nm – genug Argumente

[one_fourth last=“no“]Das sagt „spiegel-online“ über das Fahrzeug: Das ist nicht schlecht. Aber für die Sparsamkeit muss ein hoher Preis gezahlt werden. Und das gar nicht mal für das Auto selbst, das auf den Cent genauso viel kostet…  –  Zitat-Auszug [/one_fourth][one_fourth last=“no“]Das sagt „Die Autozeitung“  über das Fahrzeug: Vollends verblüfft der Mercedes dann an der Tanke: Im Test begnügt er sich mit 6,0 Liter Diesel auf 100 km – fabulös für einen Roadster, der in gemessenen 6,8 Sekunden Tempo 100 ... – Zitat-Auszug[/one_fourth][one_fourth last=“no“]Das sagt „auto-news.de“ über das Fahrzeug: Aber am schönsten ist es ohnehin auf Landstraßen. Lkws werden plötzlich zum willkommenen Anlass, mit Vollgas vorbeizuziehen. Der CDI reagiert mit einer Brutalität… – Zitat-Auszug[/one_fourth][one_fourth last=“yes“]Das sagt „auto, motor und sport“  über das Fahrzeug: Doch wenige hundert Meter Fahrt später bleibt nur noch ein dumpf-kerniger Klangteppich übrig, den die neue Abgasanlage ausrollt ... – Zitat-Auszug[/one_fourth]

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Design außen: „Eisdielen Besucher sind beeindruckt.“

Mit der dritten Generation des kleinen Roadsters hat Mercedes-Benz zurückgefunden zu einer eigenen Formensprache mit klarem Layout, einer prägnanten Front und einer geradezu nach  maskuliner Aufmerksamkeit flehenden Abkehr vom Kindchen-Gesicht der ersten Klasse und der peinlichen Formel 1 Anspielung der zweiten Generation.  Die Proportionen stimmen, wenn auch in der Seitenansicht die Keilform unter den Crash-Anforderungen und der Berücksichtigung des Fußgängerschutzes und der damit einhergehenden hohen Nase gelitten hat.  Volle Aufmerksamkeit erhält der Hintern des sexy Roadsters.  Mit zwei kraftvoll ausgeformten Endrohren links und rechts, einer Abrisskante nach Münchner-Vorbild im Heckdeckel und den elegant eingeformten Rückleuchten, besticht die Rückansicht durch stimmige Proportionen.

Bewertung: 7  von 10 Punkten | Eisdielen-Besucher hätten 10 von 10 Punkten vergeben!

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Design innen: „Willkommen im Land der Düsenwürmer“

Im Testfahrzeug war der Glanz nicht künstlich. Was nach Aluminium aussieht, war Aluminium – oder perfekt kaschiert. Das sportliche, straff sitzende schwarze Leder mit der aufpreispflichtigen roten Doppelnaht gehört zur Klasse der Fingerkuppenschmeichler. Im AMG-Paket enthalten: Ein wunderbares 4-Speichen Lenkrad mit viel Aluminium und einem wulstig dicken Lederlenkradkranz. Einzig die Schaltwippen an der Rückseite aus popeligem Kunststoff dürfen als Fehltritt der Innenraumgestaltung gewertet werden. Stimmig im sportlichen Design-Mix aus Aluminium und Leder wurde der gesamte, eher übersichtliche Innenraum ausstaffiert. Wobei Mercedes-Neulinge mit der Vielzahl von Schaltern, Hebelchen und Tastern zu Beginn der Eisdielen-Tour überfordert sein dürften. Besonders geil: Die Lüftungsdüsen im Düsen-Design.

Bewertung: 9 von 10 Punkten | Captain Kirk wäre stolz auf die Schalter-Vielfalt!

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Fahrleistungen & Fahrgefühl: „Traktor auf Amphetaminen.“

Der kleine Dieselmotor bringt eine gehörige Portion Drehmoment in den übersichtlichen Roadster. Wichtiger als die 204PS Leistung sind die jederzeit gut einsetzbaren 500Nm Drehmoment. Auf der Drehmoment-Welle in der Größenordnung eines V8-Benziners lässt es sich betont lässig cruisen. Wer das Diesel-Potentiometer nur sanft durch die Sommerlatschen streichelt, der wird nicht zum Verkehrshindernis – grummelt aber locker unter der 2.000 Drehzahlmarke durch die Gänge. Es ist die Kraft eines modernen Dieselmotors, die in unerwarteter Perfektion zum Antrieb eines handlichen Zweisitzers geeignet ist. Vermisst wird nur die auditive Bestätigung des Oben-Ohne-Drivestyle durch einen gewohnten Viertakt-Verbrennungsmotor, gerne mit Hubraum größer als 5 Liter.

Ebenso wenig zum cremigen Drehmoment-Wellenreiten geeignet: Das ungehörig straffe – zum Glück – aufpreispflichtige AMG-Sportfahrwerk schüttelt auf schlechten Landstraßen den letzten Rest an Coolness aus dem Eisdielen-Cruiser.  Perfekt hingegen das High-Speed Fahrverhalten. Mit Tempo 245 durch die Kasseler Berge oder über die 3-Spuren der Autobahn zwischen Nürnberg und München. Ganz egal ob offen oder geschlossen – der Diesel dreht alle 7 Gangstufen mit echter Leidenschaft durch und lässt den vom straffen Fahrwerk auf der topfebenen Autobahn beruhigend ruhig liegenden, großen Stern im Kühlergrill mit immer mehr Macht durch den Wind schneiden.

Die Vorderachse besticht durch eine unerwartete Sensibilität, frei vom vermutet hohen Gewicht des Dieselmotors auf ihr. Derart feinfühlig lassen sich Landstraßen räubern und Kurven im Scheitelpunkt anvisieren. Die Lenkung ist eine Wucht. Eine Wucht ist auch die Kraft des Motors, die in niedrigen Gängen und auf Straßen mit geringem Reibwert, gerne Mal für rauchige Momente sorgt, trotz Diesel-Partikelfilter. Es ist teurer Gummi, der mit der Leistung und dem geringen Gewicht auf der Hinterachse nicht fertig wird und  durch kleine Momente der Haltlosigkeit auffällt.

Bewertung: 8 von 10 Punkten | Nie war ein Traktor-Motor sexy verpackt.

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Alltagsfaktor: „Die Diva vor dem Supermarkt.“

Der Alltag könnte so schön sein, wäre man immer ohne Zeitdruck und bei Sonnenschein und milden Temperaturen unterwegs. Hierfür wäre der SLK auch als Diesel ein feiner Kollege, doch mit dem begrenzten Platzangebot und der Tatsache, nicht jeden Tag offen fahren zu können, darf man realistischerweise sagen: Die Zielgruppe derer, die sowohl vor der Eisdiele als auch vor dem Supermarkt parken und jeden Tag im SLK unterwegs sein werden, ist eher übersichtlich.

Bewertung: 2 von 10 Punkten | Gewöhnungsbedürftige Mischung.

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Serien-Ausstattung: „Schwäbischer Geiz“

Kein Xenon. Eine einfache Klimaanlage. Nur ein simples Radio und geschaltet wird mit einem manuellen 6-Gang Getriebe. Die Ähnlichkeiten mit dem Testwagen sind da verschwindend gering – eine Beurteilung der Basis-Version ist daher kaum möglich.

Eine klare Aussage hingegen: Unser Testwagen hat es geschafft, den Basispreis von 39.400,90 Euro auf über 62.000 Euro zu treiben. Wer sagte, ein Daimler wäre ein Schnäppchen?

Bewertung: 2 von 10 Punkten | Jeder Euro zählt!

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Beeindruckendes Schauspiel, das Klappdach bei der Arbeit.
Beeindruckendes Schauspiel, das Klappdach bei der Arbeit.

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Motor: „Drehmoment-Protzer“

Daimlers aktuellste selbstzündende Allzweckwaffe hört auf den Namen OM651 und wird im SLK als 2.1 Liter großer Doppel-Turbo Diesel verwendet. Aber ebenso in den Baureihen ML, E, C, S, GLK und CLS verbaut. Mit 204PS und 500Nm wird auch im SLK250CDI die stärkste Entwicklungsstufe dieser Dieselmotor-Baureihe verbaut.  Mit der EU-5 Norm alleine hält sich der Diesel in diesem Fall nicht auf, Mercedes hat im stärksten Vierzylinder Diesel bereits die EU6- Norm (kommend) erfüllt.

Klanglich bleibt auch der aufwendigste Diesel ein Diesel. Schade.  Bringt der Motor doch Leistungswerte zustande, die vor einigen Jahren noch 3 Liter-großen Sechszylindern vorbehalten waren.

"Drehoment-Protz inside"
Drehoment-Protz inside

Bewertung: 9 von 10 Punkten | Dampf ja, Rauch nein.

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Getriebe: „Automatisch, besser.“

Bonanza ist eingestellt. Nicht nur im TV-Programm, auch bei Mercedes-Benz. Was früher einmal für Seekrankheit sorgte – die weiche Abstimmung der Hardware hinter dem manuellen Getriebe – ist zum Glück bereits ebenso Geschichte wie die Zeit der lahmen Getriebe-Automaten. Auch wenn Mercedes für den kleinen Roadster SLK kein 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe im Programm hat, so ist der 7-Gang-Wandlerautomat immer noch die zweitbeste Getriebelösung.

Schnell schaltend im Bedarfsfall – mit leichter Gedenksekunde, wenn ein Gang übersprungen wird – aber in der adaptiven Steuerung durchaus auch für das Reiten der Drehmoment-Welle geeignet. Am Lenkrad versteckt Mercedes 2 Schaltpaddels, deren Hartplastik-Herkunft für kurzes Zucken in den Fingerkuppen sorgt.  Hier dürfte sich Aluminium breit machen. Bitte. Bleibt zu erwähnen: Selbst schalten ist überflüssig. Die Automatik macht alles besser als der Fahrer – nur bei sehr engagierten Berg-Etappen mag es zeitweise von Sinn sein, die Gänge selbst zu wählen. Leider hält der Automat die Gänge nicht, sondern schaltet selbst nach oben durch. Das ist doof. Passt aber zum Gesamtpaket besser, als das Fahrwerk…

Bewertung: 8 von 10 Punkten | Verwalten statt verschalten.

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7 gute Gründe, das Automatik-Getriebe zu wählen.
7 gute Gründe, das Automatik-Getriebe zu wählen.

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Multimedia & Audio: „Wir brauchen Bass!“

Im Testmobil war das COMAND Online System mit DVD-Wechsler und dem Harman Kardon Logic7 Surround-System verbaut. Vermutlich die beste Lösung im Zusammenspiel von Roadster und Diesel-Motor. Dank saftiger Bässe mit knackigem Druck und glasklaren Höhen rund um die Fahrer-Ohren, lässt sich die Taxi-Akustik per Knopfdruck übertönen. Das vollständige COMAND-System lässt sich über den Alu-Dreh-Drücksteller, platziert vor der Armlehne, bedienen. Auch hier benötigt man ein wenig Zeit, um sich an die Bedienmuster zu gewöhnen. Nach 700km hat man das gesamte System jedoch im Griff und arbeitet aus dem Handgelenk am Multi-Talent aus Navi, Medien-Server, Internet-Zugang und Bordcomputer.

Comand Online-System
Comand Online-System

Bewertung: 7 von 10 Punkten | Dorfdisko-Schreck.

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Spielereien: „Gadget-Night“

Wird es dunkel im Roadster, verliebt man sich als LED-Liebhaber in das Innenraum-Lichtkonzept. Rote Ziernähte, die in der Nacht durch Leuchtstreifen betont werden. Knackige kleine LEDs im Windschutzscheiben-Rahmen beleuchten bei Bedarf den Innenraum und dank adaptiven Bi-Xenon-Kurvenlicht steht man auch in der Nacht und bei voller Fahrt durch die heiße City nicht im Dunklen.

Spannend die Distronic und die Zusammenarbeit mit dem Tempomaten. Vorbei die Zeiten, in den der Stop&Go-Verkehr vor der örtlichen Eisdiele für geplagte Nerven sorgte, und auch, wer nur noch Augen für die Damenwelt in kurzen Röcken hat, wird dankbar sein für die Sicherheitsfeatures des Abstandsradars.  Ernsthaft: Gäbe es nicht bereits Tempomat-Lösungen, die in der Zusammenarbeit mit einem Abstandsradar für die Einhaltung des Abstandes zum Vordermann sorgen und dabei das Tempo selbstständig anpassen, man müsste es nun endlich erfinden. Die Mercedes-Benz Lösung funktioniert bis zum Stillstand im Stau und fährt per Befehl auch wieder los. Hierbei wird der Sicherheitsabstand dynamisch der Geschwindigkeit angepasst. Perfekt umgesetzt.

Bewertung: 8 von 10 Punkten | Wir können alles, außer langweilig.

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Der Kostenfaktor: „Premium kostet Extra.“

Mit dem Basispreis von 39.400,90 Euro ist die Welt noch völlig in Ordnung. Ein fast schon faires Angebot für die exclusive Mischung aus antriebsstarken Diesel und knackigem Roadster. Wenn jedoch, wie im Falle des Testwagens, die Option „Volle Hütte“ gewählt wird, dann kann die Aufpreispolitik der deutschen Automobil-Hersteller für echte Magenschmerzen sorgen.

Das fast schon notwendige „Iridiumsilber metallic“ kostet 725,90€ Aufpreis. Noch zu verkraften.  Deutlich heftiger: Das Sport-Paket AMG für 3.689€ -, jedoch notwendig, um den Roadster die scharfe Optik zu verpassen.  Wiederum eher unnötig: Der warme Luftschal im Nacken aus dem „Airscarf“ getauften Fön-System in der Kopfstütze. Die hierfür aufgerufenen 487,90€ kann man sich locker sparen.

Absolut notwendig: Das 7-Gang Automatikgetriebe für 2.427,60 Euro. Und so geht es weiter. Comand Online für 3.474,80 Euro,  Harman Kardon Logic7 für 833,€, Bi-Xenon Scheinwerfer mit adaptiver Lichtsteuerung für 1.309€.

Ganz schön selbstbewusst – aber irgendwie typisch für die Stuttgarter: Selbst das kleine Windschott in der Stoffausführung kostet 166,60€ und der obligatorische Regensensor 130,90€. Am Ende bleibt ein „gut“ für den Grundpreis und ein „ungenügend“ für die Aufpreispolitik.

Bewertung: 3 von 10 Punkten | Die Rechnung. Bitte. Nicht!

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Mängel am Testfahrzeug:

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  • Lenkrad stand schief. Fahrzeug fuhr jedoch tadellos gerade aus.
  • Fahrer-Kopfstütze (mit Airscarfe) blieb selten länger als wenige Minuten in der oberen Stellung. Die Arretierung scheint defekt.
  • Am letzten Tag forderte der SLK zum Kühlwasser-Check auf.

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Bewertung:

Ein schief stehendes Lenkrad, im Testwagen eine Bagatelle. Im eigenen Fahrzeug ein guter Grund die nächste Werkstatt zum Prüfen der Achseinstellung anzufahren.  Der Kühlwasser-Check indes verwirrt. Bei etwas über 10.000km durchaus merkwürdig. Die Kopfstütze ist eine Banalität. Zusammengefasst: Unüblicher Zustand eines Presse-Fahrzeuges.

Punktabzug:

Muss sein. Punkt 1 und 2 werden mit je einem Punktabzug  gewertet, der Kühlwasser-Check jedoch mit 5. Abzug daher „7 Punkte„.

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Zwei Sätze zu:

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..dem Design:

Vorbei das verkrampft wirkende Frontdesign. Vorbei aber auch die Roadstertypische Keilform. Und doch, mit dem SLK Roadster kann man sich auch als Autofahrer unter 40 bereits identifizieren.

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..dem Image:

Mercedes-Benz will zurück zu seiner alten Stärke und arbeitet mit viel Werbedruck am Wiederaufbau des, durch Kantenrost und Co., lädierten Images.  Jetzt muss es nur noch gelingen, auch Männer zurück zum Käufermix des SLK zu holen.
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.. der Effizienz:

Grandios. Unter 6 Liter sind problemlos möglich und mehr als 8 Liter auf 100km verlangen einen wirklich schweren Gasfuß.
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..dem Fahrwerk:

Schlichtweg zu sportlich für einen Diesel-Roadster. Hier wäre eine Lösung aus adaptiv arbeitenden Dämpfern die wesentlich sinnvollere und auch dem Preisrahmen angepasstere Lösung gewesen!

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Fazit: „Diesel-Roadster geht, irgendwie.“

Es ist eine mutige Mischung, die Mercedes-Benz als Testwagen zur Verfügung gestellt hatte. Anfänglich waren die Bedenken groß – doch das Talent des 204 PS starken Dieselmotors überzeugt. Dennoch: Ein Diesel-Roadster, zudem mit einem Sportfahrwerk, wird eine Nischenlösung bleiben.  Um einen wirtschaftlichen Sinn in der Wahl des Diesel-Motors sehen zu können, bedarf es der Wahl als Alltagsauto. Hierfür wiederum ist der Fahrkomfort auf vielen Straßen nicht „Mercedes-like“ genug.

Für eine Tour an die französische Südküste – schnell, geschlossen und mit lauter Musik an die Küste und später offen und mit niedrigen Touren am Meer entlang. So nah, dass das Kreischen der Möwen und die Brandung der Wellen den Diesel übertönt. Fantastisch diese Vorstellung. Und wenn ich dabei an die Sonne und das „Relax-Potential“ des Diesel-Roadsters denke, dann macht das alles doch plötzlich Sinn.

Ranking: 56 von 100 Punkten.

Da gibt es keinen Spielraum  für Diskussionen:  Die Punkte ergeben ein Gesamt-Ranking und sind über alle Fahrzeugklassen vergleichbar – da direkt objektiv auf Modellklasse und Zielgruppe eingerichtet. Je mehr Punkte, desto besser ist das Fahrzeug. Ein Sportwagen kann keine 100 Punkte erreichen, weil der Alltagsnutzen gering ausfällt. Ein Familien-Van fällt eventuell in der „Straight-Performance“ durch. Das Ranking ist natürlich ein völlig subjektives – es ist das „mein-auto-blog Ranking“. . Mecker? Kritik? Oder gar Lob? Schreib es doch einfach in den Kommentarbereich. Merci! 

Links:  

Facebook-Galerie |  Hersteller-Webseite  |  Wiki-Knows  |  Fahrbericht von Kollegen  |  Euro-NCAP  |  Flickr-Fotos  |  Google-Ergebnisse 

[toggle title=“Disclosure:“]Das Fahrzeug wurde zur Verfügung gestellt durch die Daimler AG.  Mein Testurteil ist jedoch unverkäuflich und wurde daher ohne Einfluss und Kontrolle des Herstellers erstellt!
Dennoch: Danke an die Daimler AG für die Teststellung.[/toggle]

Text/Foto: Bjoern Habegger | auto-bloggerei.de | 2012 |  by-nc-nd

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Bjoern
Autos und Motorsport - meine Leidenschaft seit über 20 Jahren. Für mich müssen Autos einfach Spaß machen und wenn ich heute Neuwagen teste, dann habe ich meine eigenen Kriterien die ein Fahrzeug erfüllen muss. Ob mich ein Auto so richtig begeistert hat, könnt ihr hier im Blog herausfinden. Dazu kommen Nachrichten aus der Welt des Automobils und des Motorsports. http://about.me/bhabegger

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Quelle: http://www.auto-motor-und-sport.de/news/gewinnspiel-fit-in-den-winter-10-2017-12772518.html

Eine neue Welt – Mercedes-Benz X-Klasse

Entdecker leben mit der Überraschung

Mit dem ersten Pick-Up, der einen Stern am Kühlergrill trägt, betreten die Stuttgarter endgültig ein völlig neues Segment. Nachdem man dem Coupé vier Türen gab, den SUVs die Coupé-Form und das auch alles durch alle Fahrzeugklassen durchmischte, ist nun das Pick-Up Segment an der Reihe. Willkommen bei der X-Klasse.

Mercedes-Benz ist stolz auf den ersten Pick-Up mit Stern. Sehr stolz. Und weil der deutsche Autojournalist mit dem Segment an sich nicht ganz soviel anfangen kann, hat man mit uns eine Reise unternommen. Dorthin, wo die Pick-Ups zu Hause sind. Weltpremiere in Süd-Afrika, die ersten Testfahrten nun in Süd-Amerika. Das klingt nach einem Abenteuer, nicht nur für Mercedes, auch für uns.

Dabei ist der erste Aufschlag, ja, es ist der erste Pick-Up der Stuttgarter, auch wenn man bei jedem passenden X-Klasse Termin gerne einen Mercedes Strich-Acht der Siebziger zeigt. Der wiederum nur in kleiner Dosis und nur in Argentinien produziert wurde. Es ist also „de facto“ der erste Pick-Up mit Stern und dennoch wirkt er so vertraut. Das ist ein Verdienst der Designer bei Mercedes-Benz, die eben auch einem Pick-Up ein Blechkleid überstülpen, das keine Zweifel an der Familienzugehörigkeit zulässt.

Hat hier jemand Nissan gesagt?
Als die Strategen von Mercedes-Benz erkannten, die Welt lebt nicht nur von Shooting-Brakes und SUVs, suchte man auch beim Kooperationspartner Nissan/Renault nach einer möglichen Plattform. Will man das Segment des Pick-Ups ernsthaft mit einem frischen Angebot beglücken und dabei ebenso ernst genommen werden, muss ein Leiterrahmen her. Ein simpler Schnitt durch das Karosseriekleid eines GLE oder GLS schied demnach aus. Sollten doch auch 1.1 Tonnen Nutzlast ermöglicht werden. Und noch bevor man bei Nissan den Navara fertig gestellt hatte, klinkten sich die Stuttgarter in das Projekt ein. Von einem puren Badge-Engineering musste man sich distanzieren, wie sonst sollte man dem Kunden gegenüber die Positionierung und das schwäbische Selbstverständnis in Euro darstellen? War der CITAN noch ein Schnellschuss, so sollte die X-Klasse mehr Daimler als Nissan werden. Schwierig, wenn man bedenkt, was man für den Start der X-Klasse nun alles vom Kooperationspartner übernimmt.

Mercedes-Benz hat und das darf man anerkennen, der X-Klasse ein eindeutiges Mercedes-Familiengesicht verpasst und auch bei den Seitenblechen nur wenig übernommen. Natürlich bleibt, gerade in der Seitenlinie, ein Navara sichtbar – was vor allem daran liegt, dass dieser deutlich früher am Markt war. So ist die Nummer zwei immer dem Eindruck unterlegen, eine Kopie zu sein. Während man zum Start nun zwei Diesel-Varianten, ein manuelles (6-Gänge) und ein automatisches Getriebe (7-Gänge) anbietet, die vollständig vom Kooperationspartner kommen – so wird die Ende 2018 kommende Top-Variante einen V6-Diesel aus Stuttgart unter der Haube tragen und den Antriebsstrang mit einem 7-Gang Automaten von Daimler vervollständigen. Dabei bleiben Lenkung und Achsgetriebe Teile vom Kooperationspartner, ebenso wie die Hinterachse und das  optional erhältliche, sperrbare Differential. Einzig das Verteiler-Differential mit einer 40 zu 60-Verteilung wird der 350d aus eigenem Hause erhalten.

Während der Auto-Journalist, geprägt vom täglichen Umgang mit unterschiedlichen Automobil-Marken, beim Einstieg in die X-Klasse sofort Schalter, Taster und andere Baugruppen als „Nicht-Daimler’isch“ identifiziert, stellt sich wieder einmal die Frage; „Welche Rolle spielt dies für den Autokäufer?“ Ist ein Renault-Diesel aus einem Nissan-Pick-Up Truck, kombiniert mit der japanischen Aisin-Automatik, gleich so übel, dass man dies kritisieren muss? Ist es gar ein eindeutiges „No-Go“? Oder ist das eh nur ein Detail, das nur dem ewig meckernden und selbst ernannten Automobil-Experten auffällt? Es pochen für diese Antwort zwei Herzen in der Brust des Autors. Und es gibt vermutlich mehr als nur eine Antwort auf diese Frage.

Zeit für ein wenig Klarheit – das sollte sich doch alles klären, wenn man dafür einmal um die halbe Welt jettet, oder?

Der Mercedes unter den Pick-Up Trucks?

Es ist ein vollmundiges Versprechen und allen Eindrücken voraus geeilt sei der folgende Hinweis: Den Nissan Navara hat der Autor zuletzt vor mehr als 12 Monaten bewegt und der war damals schon eine echt positive Überraschung. Satt, solide, mit genug Druck für die Autobahn. (Immer mit Bezug zum 190 PS Diesel.) Was macht nun den Mercedes unter den Pick-Ups aus?
Zuerst einmal die mächtige Präsenz auf der Straße. Mercedes-Benz hat zwar bewusst das Light Truck Segment gewählt und einen US-Markteintritt erst einmal nicht geplant – und dennoch steht die X-Klasse mit eindrucksvoller Gestalt auf der Straße. Allerdings sind zufällig im Stadtverkehr von Santiago de Chile vorbeifahrende Ford F-150 dann doch einfach noch einmal eine Nummer größer. Um den Mercedes-Look zu bekommen, also die Wahrnehmung so zu gestalten, dass man nicht im Allerlei der 1-Tonnen Trucks untergeht, hat das Design-Team vom Mercedes-Benz die Nissan-Grenzen sprengen dürfen. Eine bis zu 6 Zentimeter breitere Spur ist nicht nur auf der Straße und im Fahrverhalten nützlich, sie lässt auch im Erscheinungsbild einfach ein Plus an Wahrnehmung zu. Und auch wenn man es schlicht nicht erkennen kann, so sind doch viele Baugruppen im Bereich der Achsen neu konstruiert. Die breitere Hinterachse sieht in der Kinematik aus wie die von Nissan und ist dennoch anders. Einmal neu berechnet, verbreitert, neu abgestimmt und damit für mehr Dynamik ausgelegt worden. (Spurbreite ist wie Hubraum, irgendwann macht es zwar keinen Sinn mehr, aber es hilft ;))

Mit dem (ich spare mir an dieser Stelle den erneuten Hinweis auf die Herkunft) 2.3 Liter Dieselmotor hält sich die Fahrdynamik noch in Grenzen. Mehr als ausreichend. Druckvoll. Überzeugend. Alltagsgerecht. Doch die erste „Mitfahrt“ im 258 PS starken V6-Diesel demonstriert dann verständlicher, worauf es den Mercedes-Mannen ankam. Die beiden 2.3 Liter Dieselmotoren sind vom Kooperationspartner (Mist, jetzt habe ich es doch wieder geschrieben) und leisten als X220d 163 PS oder als X250d mit Bi-Turbo-Aufladung 190 PS. Nein, beide Triebwerke sind nicht übel – aber eben keine Mercedes-Triebwerke! Das muss festgehalten sein. Immer und immer wieder.

Power, die Mercedes-Sprache
Es sollte die Power-Ausstattung sein. Denn nicht nur beim kommenden Top-Diesel steht dann am ehesten Mercedes in deutlichen Lettern auf der X-Klasse, auch bei den Ausstattungslinien wählt der erwartungshungrige Sternkunde am sinnvollsten direkt die höchste Ausstattungslinie. Während die ebenso angebotenen Pure und Progressive-Varianten den geneigten PKW-Automobil-Journalisten aufgrund ihrer simplen Materialanmutung ein wenig ratlos wirken lassen, darf die Power-Version mit beledertem Armaturenträger die Kastanien der hohen Erwartung aus dem Feuer der kritischen Journalisten-Sicht holen. Die PURE-Variante spielt die Rolle des Arbeitspferdes. Dann allerdings ist der Preisunterschied zum Marktbegleiter und Kooperationspartner – so als Arbeitswerkzeug – eben nicht mehr unerheblich im Kaufprozess. Aber, wer schon CITAN und Sprinter beim örtlichen Mercedes-Händler wählt, der kann nun eben auch einen Pick-Up ordern und diesen als klassischen Arbeiter begreifen und dem Finanzamt gegenüber argumentieren.

Es ist ein sehr anstrengender Spagat, den man mit der X-Klasse leisten will. Denn natürlich wirft das Marketing sofort auch den Begriff des „Lifestyle-Pick Up’s“ in das große Rennen um die Käufergunst. Also – Pure für den ernsthaften Arbeitseinsatz, Progressive, wenn man sich nicht entscheiden kann und Power für den, der den Mercedes-Benz unter den Midsize-Pick-Ups sucht und am Ende doch mehr den privaten Spaß bei den Pick-Ups sucht.

LED-Scheinwerfer, Rückfahrkamera oder auch gleich eine 360°-Kamera – alles ist möglich und damit auf dem Niveau von modernen PKWs.

Wichtig ist eine deutliche Einordnung des Fahrverhaltens: Mercedes hat eine mehr als überzeugende Abstimmung auf die Straße gestellt. Alles, was man verändert hat, darunter auch die Schall-Isolierung zwischen Fahrgastzelle und Motorraum, gezielte Verstärkungen in der Blech-Struktur, ein neu gedämmter Kardantunnel, spezielle Dichtungselemente und auch die Wahl des richtigen Reifens führen zu einem überzeugenden Fahrkomfort auf einem beeindruckenden geringen Geräuschniveau. Bei der hydraulischen Lenkung des Kooperationspartners bleiben kaum Parameter zur Optimierung, aber wenn eine breitere Spur, eine neue Kinematik und angepasste Feder-Dämpferelemente für eine Veränderung sorgen sollten, so ist es primär der spürbare Fahrkomfort. Den spürt der Beifahrer sogar noch einmal deutlich. Bei geschlossenen Augen ist die X-Klasse in allen Komfortbelangen den großen SUVs aus eigenem Hause fast ebenbürtig. Vor allem beim Abrollkomfort. Dass die X-Klasse zudem bei der Geräuschdämmung und der Verarbeitung keine Fehler macht, führt im Ergebnis zu einem extrem komfortablen Reisebegleiter. Und das ganz ohne 1.1 Tonnen Nutzlast auf die Pritsche zu packen. Da sind andere Pick-Ups tatsächlich deutlich hemdsärmeliger zu fahren. Allerdings sind die für den deutschen Markt ausgerichteten Pick-Ups auch mit einer anderen Feder-Dämpferabstimmung ausgerüstet und besitzen 20.2 Zentimeter Bodenfreiheit, wohingegen in Märkten, in denen die X-Klasse viel mehr in Richtung Arbeitstier tendieren wird (nicht Europa), 2 Zentimeter mehr Bodenfreiheit und eine geänderte Abstimmung verbaut werden.

Vernetzt dich
Dass man einen Pick-Up durchaus auch in modern bekommt, demonstriert Mercedes-Benz dann bei den erhältlichen Features. Das gesamte Cockpit-Layout lehnt sich stark an der V-Klasse an und die hatte sich ja bereits deutlich an den Limousinen orientiert. Die Brücke zum PKW haben die Stuttgarter damit erfolgreich geschlagen. Zumindest im Innenraum fühlt sich nichts mehr nach „Workhorse“ an. Vom 8-Zoll Multimedia Display bis zum Touch-Controller und den PKW-typischen Instrumenten, die X-Klasse macht einen auf „alten Bekannten“. Dass sich die Form der Kopfstützen dabei am Kooperationspartner orientiert und auch die Sitzheizung an einem für Stuttgarter Verhältnisse ungewöhnlichen Ort sitzt? Wieder so ein Ding, das vor allem den geneigten Automobil-Journalisten auffällt. Die X-Klasse ist zugleich der erste „Light-Truck“, der die digitale Karte voll ausspielen will. Mit einer wie immer optional erhältlichen SIM-Karte steht die X-Klasse dann auch via Internet immer in Kontakt mit ihrem Fahrer. Dank Mercedes.me App lässt sich auch von der Couch aus der Kontakt zum Pick-Up halten und auch der nächste Service-Intervall ablesen.

Und Chile?
Wenig gesehen hat der Autor viel. Aus irgendeinem Grund hat man die geneigten Journalisten in die Kernmärkte der X-Klasse bringen wollen, doch eine Tour in das raue Leben in den Anden wollte man entweder uns oder der frischen X-Klasse nicht zumuten. So bleiben die Fahreindrücke von kurzen Schotter-Strecken, ein wenig Offroad-Parcours und vielen Landstraßen-Kilometern. Chile, das Land der Kondore, des Weins und der Gauchos. Hat man gelesen, im Reise-Führer. Aber es ging ja auch um die X-Klasse und am Ende nur um die Frage: Ist es ein Mercedes? Es ist vermutlich der Pick-Up, der dem Gedanken eines Mercedes, der Marken-Idee, dem Kern der Stuttgarter am nächsten kommt. Und er wird sich verkaufen. Einfach, weil es einen Markt dafür gibt. Eventuell nicht zwischen Stuttgart-Hauptbahnhof und Breuniger-Land, aber eben in all den Märkten, die wir als schlicht und simpel fokussierte Auto-Journalisten aus Deutschland gerne verdrängen.

Ja aber, wie fährt er sich denn nun?

Es mag frustrierend klingen, aber der 190 PS Diesel von Renault, die Nissan Siebenstufenautomatik und das von Mercedes-Benz überarbeitete Fahrwerks-Setup der X-Klasse arbeiten gnadenlos gut zusammen. Es fühlt sich so richtig an. Die Aisin-Automatik hält üblicherweise unaufgeregt die Gänge, schaltet ansonsten weich und zum richtigen Zeitpunkt und profitiert vom satten Drehmoment des 190 PS Turbodiesels. Dazu passend die Dämpfer-Abstimmung der X-Klasse. Nein, das X schaukelt nicht, und dennoch rumpelt auch nichts. Es ist ein funktionierendes Zusammenspiel zwischen Reifenflanken und der Starrachse mit der Multilenker-Aufhängung. Für die Gauchos, unterwegs in Chile, Architekten auf dem Weg zur nächsten Baustelle in der Stadtmitte von Sydney, Weinbauern in Südafrika und einfach für alle, die ein Zugfahrzeug (bis 3.5t) für ihre schweren Freizeit-Spielsachen brauchen – überall dort erfüllt die X-Klasse das Versprechen eines neuen Fahrzeug-Segments.

Und genau dort wird die X-Klasse punkten. Sie wird funktionieren.

Einfach, weil der Stern im Doppel-Lamellenkühlergrill genau diese Art von Prestige bringt, die man in diesem Segment bislang nicht fand. Zwischen Süd-Amerika, Süd-Afrika und Australien wird man mit dem schnellen Markteintritt, den eben diese Form der Kooperation ermöglicht, mehr punkten, als der Öl-Büffel beim Kriechen zwischen den Lieferanten-Baugruppen als Minuspunkte definiert. Dass man sich auf der Technik-Seite für den Start des Pick-Ups auf den Partner Renault-Nissan verlässt, spart nicht nur reichlich Pesetos, sondern, nach internen Aussagen der Mercedes-Experten, locker Entwicklungszeiten von gut 2 Jahren. Und damit will man genau das Momentum mitnehmen, das Markt-Experten für diese Fahrzeug-Gruppe identifiziert haben. Frei übersetzt: Wenn du das Segment schon nicht erfindest, dann verliere wenigstens keine Zeit, bis du am Markt bist. Für die Produktion der neuen X-Klasse nutzt man die Kapazitäten der Werke des Kooperationspartners. Die X-Klasse wird im Nissan-Werk in Barcelona gefertigt und ab 2019 auch in Argentinien.

Die X-Klasse startet in Deutschland ab 37.294 Euro (inkl. MwSt.). Die Markteinführung beginnt im November 2017 in Europa. Folgt neben dem Mercedes-V6 noch ein originärer Mercedes-Vierzylindermotor? Man sollte nie nie sagen und auch eine AMG-Line wird man vorbereiten. Und spätestens dann wird man sich fragen: Warum hat es eigentlich so lange gedauert, bis der erste Pick-Up mit Stern auf dem Markt kam?