Mit dem Citigo durch Hamburg

Mit dem Citigo durch Hamburg

„Kleinstwagen und ich – Na das passt ja.“

Dachte ich mir als die Einladung von Škoda ins elektronische Postfach flatterte.

Auf der anderen Seite sind Blogger und kleine unbedeutende Motor-Journalisten-Frischlinge wie ich, immer froh wenn man von den großen Marken wahrgenommen wird und die Chance bekommt das Produkt zu „er-fahren“.

Der ehemalige Tschechoslowakische Automobil-Hersteller wurde 1990 im Rahmen der Privatisierung und dem  Zerfall  des Ostblocks der Perestroika in den ehemaligen Ostblockstaaten von der Regierung an den Volkswagen-Konzern verkauft. Seit dieser Zeit entwickelt sich das Unternehmen ähnlich prächtig wie zur Blütezeit in den Dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts.

Volkswagen führte bei den Tschechen konsequent die Plattform-Techniken ein und anders als Seat, konnte sich Škoda am Markt mit günstigen, aber sehr soliden und praktischen Fahrzeugen aus dem Konzern-Baukasten etablieren.

Der Superb zum Bsp. ist als Passat-Ableger geboren und ein Geheimtipp unter den stillen Genießern von großen, aber unscheinbaren Reise-Limousinen. Als Kombi schlägt der Superb sogar die Ladefähigkeiten der Mercedes-Benz E-Klasse. Dank exzessiver Qualitäts-Sicherung ist ein „günstiger“ Škoda im Innenraum bei geschlossenen Augen, kaum von einem Volkswagen oder Audi zu unterscheiden.

Mir persönlich ein Wunder – aber die Idee des Volkswagen-Konzerns, aus dem Baukasten heraus, aber unter mehreren Labels mit eigener Marken- (oder besser Marketing-) Identität ein eigenständiges Produkt zu entwickeln und am Endkunden-Markt damit erfolgreich zu sein, funktioniert.   Für die Konzerntöchter Seat und Škoda ist die große Volkswagen-Mutter ein Quell der stetigen Produkt-Neuheiten. Mit vollen Hosen lässt es sich eben gut stinken.

Nach dem eher „glücklosen“ ersten Versuch eines günstigen und urbanen Stadtfloh mit dem Namen VW Fox, hat es sich nun ausgefuchst und der Konzern aus Wolfsburg macht ernst mit der Idee eines „Volks-Wagens“ im untersten Preissegment und mit der ideellen Heimat: „Stadt-Verkehr“.

Die  mit nur leicht  verändertem „Make-Up“ (Achtung Wortwitz!) versehenen Seat und Škoda-Zwillinge des neuen Kleinstwagens aus Wolfsburg, dem Up!, haben den Namen Mii (Seat) und Citigo (Škoda) bekommen.

Gestern von mir gefahren:

Der Škoda Citigo 3-Türer mit dem „Bigblock“ und 75PS und der 5-Türer mit dem gleichgroßen Motor, aber nur 60PS.

Einen „fachlichen“ Fahrbericht werde ich auf autofahrer-zeitung.de veröffentlichen.

Hier gibt es heute nur ein paar Gedanken zum „Urban-Individualverkehr“.

Den Namen hat Škoda gut getroffen: „Citigo“. Impliziert er doch sofort worum es geht bei diesem Fahrzeug. Die Stadt soll seine Heimat werden. Parkhäuser, Parkbuchten, Parken in zweiter Reihe. Vom Kino, zum Einkaufscenter, von der Haustür bis  auf die Arbeit. Die Wegstrecken des Citigo dürfte für die zukünftigen Besitzer, des mit preußischer Geradlinigkeit gezeichneten Citigo, überschaubar bleiben. Geradezu im Widerspruch hierzu: Die sehr bequemen Sitze mit integrierten Kopfstützen.

Denkt man über die Bedürfnisse der Stadtmenschen im Bezug auf den Individualverkehr nach, so erkennt man in der Tat eine Übereinstimmung mit den Stärken des kleinen Tscheschen und seiner Patchwork-Familie.  Parken ist dank steil stehender Scheiben, einer guten Übersichtlichkeit über die kurze Stummelhaube vorne und den optional möglichen Parksensoren hinten eine Kinderübung.  Zugleich ist der Citigo nicht viel teurer als eine Jahreskarte der Bahn. (Glaube ich.) Der Citigo kostet in seiner günstigsten Version 9.450€ .

Nachdem ich selbst ein absoluter ÖPNV-Hasser bin, wäre mir der geringe Aufpreis des Citigo im Vergleich mit den Jahresfahrkarten der Stadtwerke, kein weiterer Gedanke wert. Mein Auto, meine Fahrstrecke. Meine Musik.

Apropo Musik und Medien: Der Citigo lässt sich (wie seine Konzern-Verwandten) mit einem pfiffigen Navigations-System ausrüsten, dessen portable Ausführung nicht nur dafür sorgt, dass man damit auch im Stadt-Dschungel zurück zum geparkten Auto findet, sondern auch Freisprecheinrichtung,  Multimedia-Zentrale  und Bordcomputer darstellt. Blutooth-Streaming der auf dem Handy gespeicherten Musik ist damit ein Kinderspiel.

Kleine Autos sind zwar praktisch zum parken, aber meine alte S-Klasse ist mir lieber, damit fahre ich sicherer und im Falle eines Unfalles bin ich darin besser aufgehoben. Solche Sprüche hört man oft. Da werden alte Schleudern mit Mühe durch den Großstadt-Dschungel manövriert, nur weil man denkt, im Falle eines Falles wäre man in einem 20 Jahre alten „Hobel“ besser aufgehoben.

Bullshit. 

Skoda Citigo in Hamburg

Der Citigo ist zwar nicht einmal 4 Meter lang, aber seine 3,56m sind derart gut gebaut, das er im Euro-NCAP Crashtest 5 von 5 Sterne bekommen hat.  Damit es erst gar nicht soweit kommt, hat der Citigo jedoch etwas an Board, was man bei den vermeintlich sicheren „alten Schlitten“ vergeblich suchen wird: Einen „City Safe“ Assistenten. Dieser Notbrems-Assistent kann Unfälle im typischen Stadtverkehr vermeiden helfen. Zwischen 5 und 30 km/h misst ein Lasersensor in der Frontscheibe den Abstand und die Geschwindigkeit zum vorausfahrenden Fahrzeug.  Erkennt das System eine Gefahr, kann der Citigo vollständig bis zum Stillstand abbremsen.

Auf einem abgesperrten Platz vor den Deichtorhallen konnte ich das System selbst testen. Es kostet ein wenig Überwindung um mit knapp 30 km/h auf ein Hindernis zu zu fahren und dann die Füße von den Pedalen zu nehmen, anstelle ordentlich auf die Bremse zu treten. Aber – was soll ich sagen? Es funktioniert.

Er bremst selbst mit einer Verzögerung von bis zu 10m/s² ab und kommt vor dem Hindernis (im Test war es eine Papp-Wand) zum stehen.

Geile Sache. Dürfte bei einigen „Unkonzentrierten“ Smartphone-Usern für eine Entlastung der KFZ-Versicherung sorgen.    Diese Technik ist in Luxuslimousinen nichts ganz neues mehr, im Segment der Kleinstwagen jedoch völlig neu.

Zum 60PS und 75PS Motor, dem Fahrverhalten und meiner Einschätzung über die Qualitäten des kleinen Škoda werde ich im dezidierten Fahrbericht auf autofahrer-zeitung.de noch eingehen.

 

An dieser Stelle ist dann erst einmal genug gesagt.

Nein. Halt ;).

Merci an Škoda für die Einladung nach Hamburg.

 

 

Aktuelle Suchanfragen:
Previous ArticleNext Article
Bjoern
Autos und Motorsport - meine Leidenschaft seit über 20 Jahren. Für mich müssen Autos einfach Spaß machen und wenn ich heute Neuwagen teste, dann habe ich meine eigenen Kriterien die ein Fahrzeug erfüllen muss. Ob mich ein Auto so richtig begeistert hat, könnt ihr hier im Blog herausfinden. Dazu kommen Nachrichten aus der Welt des Automobils und des Motorsports. http://about.me/bhabegger

10 Comments

Lotus Elise Cup 260 — Absolut limitierter Rennableger

Der britische Sportwagenbauer Lotus legt mit der Elise Cup 260 eine auf weltweit 30 Fahrzeuge limitierte Sonderserie auf, die ganz dicht am Rennfahrzeug Elise Race 250 bleibt.

Lotus setzt weiter auf Diversifizierung seiner Baureihen und bringt mit der Elise Cup 260 eine neue Modellvariante des leichten Zweisitzers. Diese ist zwar für die Straße zugelassen, soll aber technisch ganz nah am Rennwagen Elise Race 250 liegen. Von der extremsten Elise aller Zeiten sollen nur 30 Exemplare für den gesamten Weltmarkt gebaut werden.

Im Lotus Elise Cup 260 kommt der 1,8-Liter-Kompressormotor auf 253 PS und stellt ab 4.000 Touren ein maximales Drehmoment von 255 Nm bereit. Damit soll der Zweisitzer in 4,2 Sekunden von Null auf 100 km/h beschleunigen können und maximal 243 km/h schnell werden. Geschaltet wird per manuellem Sechsgang-Sportgetriebe, die Traktion optimiert ein elektronisches Sperrdifferenzial.

Neue Aeroparts für deutlich mehr Abtrieb

Zur Ausstattung des Lotus Elise Cup 260 zählen Vorderradkotflügel mit Entlüftungsöffnungen, die den Abtrieb weiter erhöhen, ein Frontsplitter aus Carbon sowie Carbon-Hauben vorne und hinten und ein großer Heckspoiler – ebenfalls aus Kohlefaserlaminat gefertigt. Alle neue Aerobauteile zusammen sollen den Abtrieb bei Topspeed um 180 kg erhöhen. In den Radläufen drehen sich an einer um 10 mm verbreiterten Spur extrem leichte Schmiedefelgen mit schwarzem Finish in den Dimensionen 16 und 17 Zoll. Vorne sind 205/45er Pneus aufgezogen, hinten drehen sich 235/40er Reifen. Hinter den Felgen lugen rot lackierte Bremssättel hervor. Alle Leichtbauteile zusammen senken das Gewicht der Elise um 15 kg auf trocken 862 kg. Neu sind auch die einstellbaren Federbeine

Den Innenraum haben die Briten mit schwarzem Alcantara mit gelben Kontrastnähten ausgeschlagen. Die beiden Passagiere sitzen in Carbonschalen, der Fahrer greift in ein mit Alcantara bezogenes Sportlenkrad, während sich die Augen an Carbonapplikationen ergötzen können. Die sechs Gänge werden mit einem polierten Schaltknauf angesteuert, kommt die elise zum Stillstand so arretiert ein Lederhandbremshebel die Stopper.

In Deutschland ist die neue Lotus Elise Cup 260 ab sofort ab 76.000 Euro bestellbar.

Quelle: http://www.auto-motor-und-sport.de/news/lotus-elise-cup-260-daten-infos-marktstart-preis-8563182.html

Alpina XD3 Erlkönig (2018) — SUV mit über 350-PS-Diesel

BMW hat den SUV X3 gerade aktualisiert. Jetzt steht Kleinserienhersteller Alpina in den Startlöchern mit dem ebenfalls renovrierten Alpina XD3 Biturbo.

Mit dem X3 hat Alpina nur einen einzigen SUV im Angebot und der ist auch nur als Diesel zu haben. BMW hat jetzt das Basismodell für den Alpina XD3 renoviert, Zeit für Alpina auch den XD3 zu modernisieren.

Mehr Power mit Diesel aus D5 S

Der neue Alpina XD3 baut wieder auf dem X3 mit Reihensechszylinder-Turbodiesel und drei Liter Hubraum auf. Im noch aktuellen Alpina XD3 leistet der Biturbo-Selbstzünder 350 PS und kommt auf ein maximales Drehmoment von 700 Nm. Damit spurtet der SUV in 4,9 Sekunden auf Tempo 100 und erreicht maximal 251 km/h.

Im neuen XD3 könnte Alpina die Chance nutzen und den Power-SUV noch kräftiger zu machen. Im Alpina D5 S stünde dazu der Biturbodiesel in einer Leistungsvariante mit 388 PS und 800 Nm bereit. Zur Modellpflege gehören selbstverständlich wieder eine neue Frontschürze, eine Vierrohrabgasanlage sowie ein speziell abgestimmtes Fahrwerk und Alpina-Leichtmetallräder.

Sein Debüt dürfte der neue Alpina XD3 auf dem Genfer Autosalon 2018 geben. Die Preise dürften bei rund 70.000 Euro starten.

Quelle: http://www.auto-motor-und-sport.de/news/alpina-xd3-erlkoenig-2018-daten-infos-marktstart-preis-8876619.html