Mit dem Mazda MX-5 RF unterwegs in Lissabon — Japanischer Roadster in Europas San Francisco

Mit dem Mazda MX-5 RF unterwegs in Lissabon — Japanischer Roadster in Europas San Francisco

Was tun, wenn die Sehnsucht nach schmalen, hügeligen Altstadtstraßen mit versteckten Cafés und Zauberstränden ins Unermessliche wächst? Wir hätten da einen Plan. Unterwegs mit dem Mazda MX-5 RF in Lissabon.

Als sich die Sonne in den Wandfliesen spiegelt, funkeln vier große Buchstaben: LOVE. Es ist sicher kein Zufall, dass der innere Zustand mit der Botschaft übereinstimmt. Aber wer könnte dem San Francisco Europas am Steuer eines Roadsters schon widerstehen? Wo wir sind? Und wie es dazu kam?

Die Idee keimte an einem besonders grauen Tag, irgendwo auf dem 50. Breitengrad. Draußen taumelten Regentropfen umher, die wie ein wehender Vorhang den Blick zum Horizont versperrten. Der Himmel erinnerte an die Jahreshauptversammlung der Grautöne. Was ein Glück, dass ein gewisser Kowalski an jenem farblosen Tag in seinen schneeweißen Dodge Challenger R/T stieg und nach San Francisco jagte. Auch wenn es nur in der Glotze war – seine Wette, die rund 2.000 Kilometer lange Tour in unter fünfzehn Stunden abspulen zu können, faszinierte.

Dass der 7,2-Liter-V8 des Challenger dabei nicht sein einziges Aufputschmittel bleiben sollte, lag auf der Hand. Kowalski rettete mit seinem Race nicht nur den trüben Tag, er platzierte auch eine Botschaft: Wenn es dir möglich ist, fahr nach San Francisco!

Das Problem aus europäischer Sicht: Die hügelige Stadt in Kalifornien ist nicht auf dem Landweg erreichbar – und schon gar nicht in 2.000 Kilometern.

Auf der Suche nach Alternativen?

Okay, was müsste eine Alternativ-Stadt bieten? Eine Brücke im Golden-Gate-Style! Antiquierte Straßenbahnen! Und natürlich ein Meer vor den Stadtmauern. Etwas Hippie-Flair wäre auch ganz schön. Und natürlich Straßen, auf denen mindestens das Herz hüpfen kann. Wer mit den Fingern über die Karte Europas kreist, bleibt bei Lissabon hängen. Die Hauptstadt Portugals bringt schon auf den ersten Blick viele der gefragten Zutaten mit – auf den zweiten gleicht sie San Francisco verblüffend.

Aus dem Grund sind wir hier. Und das nicht allein: Ein Mazda MX-5 RF spielt den Reisebegleiter. Oder besser gesagt: den Sinnesverstärker. Denn wenn der Roadster eins kann, dann die Produktion der Glückshormone steigern. Auf geht’s.

Als der erste Café Galão auf dem runden kleinen Marmortisch landet, quält sich die alte Straßenbahn wiederholt den Berg hinauf. Auf ihrem Weg ächzt und wankt sie verdächtig. Vielleicht sollten ihre Passagiere aussteigen und schieben, damit sie es die Steigung hoch schafft? Der Kellner winkt ab, das wäre völlig normal für die alte Dame. Seit 20 Jahren läuft das so.

Die Langsamkeit der Carros eléctricos de Lisboa hat eine lange Tradition: Seit 1873 durchkreuzen sie – anfangs noch als Pferdestraßenbahnen – die portugiesische Hauptstadt mit 900 Millimeter schmaler Spurbreite. Nachdem auch der zweite Milchkaffee sein Ziel nicht verfehlt hat, springen wir auf die nächste Bahn und zuckeln mit ihr durch verwinkelte Gassen, wandern steile Berge hinauf, um uns kurz von traumhaften Aussichten berauschen zu lassen. Bevor es auf der anderen Seite wieder hinabgeht. Egal wie und wie schnell man es nach Lissabon schafft, eine entschleunigende Fahrt mit der Straßenbahn ist Pflicht.

Ein Fastback in San Francisco!

Nach einer guten Stunde hat uns der MX-5 wieder. Dass er als RF ein festes Dach trägt, fällt auch hier in Lissabon auf. Die Roadster-Freunde spaltet es dabei in zwei Lager. Die einen sehen die heilige Stoffmützen-Kultur und das grenzenlose Oben-ohne-Vergnügen verletzt. Die anderen loben die gestiegene Sicherheit und bringen die niedrige Geräuschkulisse bei geschlossenem Dach an.

Die letzte Aussage können wir nicht unterschreiben. Stattdessen fällt uns ein ganz anderer Vorteil auf – der im Hinblick auf das europäische San Francisco eine Hauptrolle spielen kann. Die Rede ist vom Fastback-Look, den der kleine Mazda draufhat wie nur ganz wenige. So, dass Steve McQueen seine Freude daran gehabt hätte und sicher gern mal mit ihm durch die hügeligen Sträßchen gedriftet wäre. Und wer weiß, vielleicht hätte er als Frank Bullitt damit effizienter zuschlagen können. Denn die Straßen in Lissabon sind doch schmaler und verwinkelter als die in San Francisco – wo er mit einem ausgewachsenen Mustang Gangster jagte. In Lissabon werden – wenn überhaupt – nur zwei Dinge gejagt: gutes Essen und hohe Wellen. Letztere findet man an vielen Stränden, Ersteres an jeder Ecke, aber ganz delikat in einem entlegenen Restaurant auf der anderen Seite der Stadt. Dort, wo die Christus-Statue Cristo Rei in luftiger Höhe die Arme ausbreitet. Zu ihm gelangt der Mazda, indem er einmal quer durch die Altstadt wuselt, über rund gelutschtes Kopfsteinpflaster und rissigen Asphalt, verfolgt von hundert wilden Tuk-Tuks, die seit ein paar Jahren die Stadt belagern und Touristenfahrten anbieten.

Als die riesigen Pfeiler der Ponte 25 de Abril in Sichtweite kommen, drehen sie ab. Die 3,2 km lange Hängebrücke (die drittlängste der Welt) ist eine Nummer zu groß für sie. Dabei geht es auf dem Rücken des roten Riesen weitaus gemütlicher zu als gedacht – vermutlich weil die meisten hier die Aussicht genießen. Und das Golden-Gate-Flair spüren. Beide Brücken sind sich tatsächlich sehr ähnlich. Nur dass hier am anderen Ende die Stadt Almada wartet. An deren unterem Ende laden verlassene Fischereigebäude zu Erkundungen ein. Inmitten des Industrie-Charmes blüht ein wunderbarer Park – wer ihn durchquert, kommt am Ende zu einem unscheinbaren Pier, der wiederum schnurstracks zu einem Fischrestaurant führt. Das braucht keine Hinweisschilder, um ständig ausgebucht zu sein. Nicht nur wegen der unbeschreiblichen Aussicht auf die große Brücke und das funkelnde Lissabon.

Die Essenz dieser Stadt?

Später am Abend schlendert der MX-5 wieder gen Altstadt, klettert mühelos die Hügel hoch, hüpft durch die Gassen und findet schließlich einen guten Schlafplatz im Stadtteil Bairro Alto. Gleich daneben serviert eine hübsche Portugiesin leckere Absacker im Lokal La Marias. Der Name sei eine Verbeugung vor den Frauen des Landes, erzählt die dunkelhaarige Schönheit. Und lässt dabei ihre Sommersprossen auf der Nase tanzen. Fast in jedem weiblichen Vornamenkonstrukt käme der Name Maria vor. So hat irgendwie jeder eine Maria in der Familie, die er schätzt. Ob wir auch so etwas hätten in unserer Heimat?

Wir schmunzeln über die Frage. Und freuen uns, dass diese Kultur zu Europa gehört. Genau wie unsere. Dieser Reichtum macht am Ende den Reiz der Vereinigung aus. Und je mehr wir darüber erfahren, umso bedeutender wird Europa für uns alle sein. Dann ist Lissabon unser Fluchtpunkt, unser San Francisco.

Quelle: http://www.auto-motor-und-sport.de/news/reportage-mazda-mx-5-rf-durch-lissabon-12421763.html

Previous ArticleNext Article

McLaren F1 zu verkaufen — Unberührter Supersportwagen im Angebot

Der McLaren F1 gehört bis heute du den begehrtesten Supersportwagen. Jetzt steht einer zum Verkauf – im Auslieferungszustand von 1997 mit nur 239 km auf der Uhr.

Im Mai 2017 hatte McLaren selbst einen McLaren F1 offeriert, der knapp 12 Millionen Euro gebracht haben soll. Allerdings hatte der Superspiortwagen mit der Chassisnummer 69 schon 2.800 Meilen (4.506 Kilometer) auf der Uhr. Die Sonderabteilung MSO hatte den Dreisitzer aber komplett überholt und in den Neuzustand versetzt.

20 Jahre alt, dennoch Neuzustand

Den Neuzustand quasi nie verlassen hat das jetzt in Großbritannien angebotene McLaren-F1-Modell. Beim Nobelautohaus Tom Hartley Jnr steht die Chassisnummer 60 zum Verkauf – und zwar im Auslieferungszustand von 1997. Der in Dandelion Yellow lackierte F1 dürfte das McLaren F1-Modell sein, das weltweit den geringsten Kilometerstand aufweist. Auf dem Digitaldisplay stehen lediglich 239 Kilometer – das entspricht genau der Distanz, die jeder McLaren F1 als Testfahrt vor der Auslieferung an den Kunden absolvieren musste. darüber hinaus hat der gelbe Renner in den 20 Jahren seit seiner Auslieferung keinen einzigen Kilometer mehr gesammelt, auch wurde er nie zum Straßenverkehr zugelassen. Er wanderte direkt in die Aservatenkammer eines betuchten japanischen Sammlers.

Entsprechend finden sich im weitestgehend dunkelgrau gehaltenen Innenraum auch noch alle ab Werk angebrachten Schutzfolien. Armaturenbrett, Beifahrersitze, Konsolen – alle Flächen sind unter schützenden Folien und Klebebändern verborgen. Lenkrad und Schalthebel sowie Pedalerie präsentieren sich im jungfräulichen Gewand. Unter jeder Haube und Abdeckung entweicht Neuwagenduft.

Alles Werkszubehör originalverpackt dabei

Doch nicht nur der McLaren selbst ist absolut neuwertig, auch das dazu offerierte Zubehörpaket ist einzigartig. Es ist alles da, was den McLaren F1 einst zu seinem ersten Besitzer begleitet hat. Da wären die Handbücher im Ledereinband mit handschriftlich ausgefüllten Daten und Unterschrift von McLaren-F1-Designchef Gordon Murray, ein kompletter Werkstattwagen, die Bordwerkzeugrolle mit Werkzeug aus Titan, ein ebenfalls noch originalverpacktes Gepäckset, der Ersatzschlüssel sowie die limitierte TAG-Heuer-Uhr mit eingravierter Chassisnummer.

Des Weiteren hatte der Erstbesitzer noch ein mit Wildleder bezogenes Ersatzlenkrad, eine Sportabgasanlage, Sonderfußmatten und eine Tönungsfolie für die Windschutzscheibe geordert – alles liegt dem F1 bei – originalverpackt. Zu den weiteren Sonderausstattungen zählen noch eine Carbonsitzschale mit gelber Mittelbahn sowie eine Original-Unterschrift von Gordon Murray auf der rechte Flanke.

Ein McLaren F1 in diesem Zustand dürfte einzigartig sein. Eine Preis nennt Händler Tom Hartley nicht. Aber unter 12 Millionen Euro wird der McLaren F1 wohl kaum den Besitzer wechseln.

Vom McLaren F1 wurden zwischen 1993 und 1998 nur 64 Straßenmodelle (71 Modelle insgesamt) gefertigt. Der F1 gilt mit seiner Höchstgeschwindigkeit von 390 km/h noch heute als schnellster Sportwagen mit Saugmotor.

Quelle: http://www.auto-motor-und-sport.de/news/mclaren-f1-zu-verkaufen-unberuehrter-supersportwagen-2017-6462681.html

Toyota Brennstoffzellenbus Tokyo Motor Show 2017 — Neuer Bus für Tokyo und Olympia

Toyota zeigt auf der Tokyo Motor Show 2017 einen Bus, der mit Wasserstoff fährt und 2020 abgasfrei bei den Olympischen Spielen fahren soll.

Toyota will 2018 den Brennstoffzellen-Bus Sora auf den Markt bringen. Bis zu den Olympischen Spielen 2020 sollen im Großraum Tokio schon 100 Busse mit Wasserstoff fahren. Der „Fuel Cell Bus“ hat auf der 45. Tokyo Motor Show Premiere und fährt mit einer ähnlichen Antriebstechnik wie der Toyota Mirai. Eine Brennstoffzelle erzeugt aus Wasserstoff elektrische Energie. Das Abgas besteht aus Wasserdampf, der Bus fährt also lokal emissionsfrei. Zehn Tanks speichern unter einem Druck von 700 bar insgesamt 600 Liter Wasserstoff. Der Festpolymer-Elektrolyt-Stack erzeugt Wechselstrom für zwei Elektromotoren, die jeweils 113 kW und 335 Newtonmeter leisten.

Platz für 78 Passagiere und 1 Fahrer

Der Bus ist 10,5 Meter lang und 2,49 Meter breit sowie 3,34 Meter hoch. Er bietet neben 22 Sitz- und 56 Stehplätzen ein Novum für Japan: quer zur Fahrtrichtung angeordnete Sitze gab es dort laut Toyota bisher nicht. Die Sitzgelegenheiten klappen hoch, wenn niemand draufsitzt und schaffen so Platz für Kinderwagen oder Rollstühle.

Beschleunigungs- und Haltekontrolle

Der Bus beobachtet mit acht hochauflösenden Kameras seine Umgebung: Damit kann der Fahrer vor Fahrrädern oder Fußgängern gewarnt werden – autonom fährt der Brennstoffzellenbus nicht. Eine Beschleunigungskontrolle verhindert unsanfte Starts und eine Anfahrtskontrolle hilft über Leitlinien in der Fahrbahn, den Bus korrekt an der Haltestelle zu positionieren. Außerdem verfügt der Bus über ein System mit dem Namen IST Connect, das es möglich macht, Buspulks zu bilden und dem Bus Vorfahrt an Ampeln einräumt.

Quelle: http://www.auto-motor-und-sport.de/news/toyota-brennstoffzellenbus-sora-tokyo-motor-show-2018-olympia-2020-wasserstoff-12756556.html