Neue CO2-Grenzwerte für 2030 — Aktuelles zu den Abgaszielen der EU-Kommission

Neue CO2-Grenzwerte für 2030 — Aktuelles zu den Abgaszielen der EU-Kommission

Die EU-Kommission legt neue CO2-Grenzwerte für 2030 fest. Eine Quote für Elektroautos soll es nicht geben, aber ein Anreizsystem für alternative Antriebe. Alle aktuellen Entwicklungen zum Thema finden Sie hier.

Worum geht es?

Die EU-Kommission legt Grenzwerte für den CO2-Ausstoß von Neufahrzeugen fest, die ab 2030 in der Europäischen Union zugelassen werden. Wieviel CO2 ein Auto ausstößt, hängt direkt vom Verbrauch ab, weil Benzin und Diesel Kohlenstoff enthalten, der beim Verbrennen freigesetzt wird. CO2 gilt als klimaschädlich, die Europäische Kommission hat sich 2002 im Kyoto-Protokoll dazu verpflichtet, die CO2-Emissionen bis 2012 gegenüber dem Vergleichsjahr 1990 um 8 % zu senken. Dieses Ziel wurde erreicht. Bis 2020 soll der Treibhausgas-Ausstoß um 20 % sinken. Dieses Ziel haben die 28 EU-Staaten schon 2015 erreicht: Die CO2-Emissionen sanken von 1990 bis 2015 um 23,7%. In Deutschland sank der Wert um 27,9%. Das Reduktionsziel gilt laut Umweltbundesamt auch für Methan, Distickstoffoxid, Fluorkohlenwasserstoffe und Schwefelhexafkluorid. Weiter hat der Europäische Rat im Oktober 2014 beschlossen, den Treibhausgas-Ausstoß in der Europäischen Union bis 2030 um mindestens 40 % im Vergleich zu 1990 zu senken.

Wie viel trägt der Verkehr überhaupt zum CO2-Ausstoß Europas bei? Retten wir mit CO2-ärmeren Autos wirklich das Klima?

Emissionsfreie Mobilität gibt es nicht. Selbst wenn ein Elektroauto mit dem Strom eines eigens dafür gebauten Windrades betrieben wird, ist schon längst CO2 bei der Produktion des Autos, der Batterie und des Windrades entstanden. Jedoch können Elektroautos tatsächlich den CO2-Ausstoß reduzieren – wenn sie nicht zu große Akkus haben, deren Produktion enorm viel Energie verschlingt. Studien gehen von Werten zwischen 110 und 200 Kilogramm CO2 pro Kilowattstunde Speicherkapazität aus. Das führt dazu, dass zum Beispiel die Produktion eines neuen VW e-Golf neun Tonnen CO2 freisetzt, während ein neuer Golf mit Verbrennungsmotor vier Tonnen CO2 verursacht. Jede Kilowattstunde Strom verursacht in Deutschland laut Umweltbundesamt 527 Gramm CO2. Damit kommt ein E-Golf rechnerisch in die Nähe des CO2-Ausstoßes eines sparsamen Verbrenners. Ungeachtet der Technologie hilft jedes vermiedene Gramm CO2 dem Klima. Allerdings ist der Verkehr nicht der einzige Verursacher von CO2. Auch Fliegen, Bahn fahren oder Fleisch essen führt zu einem Ausstoß von CO2 – oder des viel wirksameren Klimagases Methan.

Fortschritte bei der Motorentechnologie und strengere Grenzwerte führten dazu, dass heute der einzelne gefahrene Kilometer weniger CO2 verursacht als 1995. Gleichzeitig nimmt der Verkehr jedoch zu. Insgesamt sind in 22 Jahren die CO2-Emissionen des Pkw-Verkehrs um 2,6% gesunken. Alle Quellen zusammen senkten ihren Treibhausgas-Ausstoß laut Umweltbundesamt im selben Zeitraum um 27,7%. Laut dem Institut der Deutschen Wirtschaft Köln entfallen 13,7% der EU-weiten CO2-Emisionen auf den Verkehr. Der Pkw-Verkehr hatte daran 2012 einen Anteil von 41%.

Was ist der Status Quo der aktuellen Regelungen?

Bisher steht für 2020 das Ziel von 95 Gramm CO2 je Kilometer fest, bis 2030 soll der Grenzwert weiter sinken. Erfüllen Autohersteller diese Grenzwerte nicht, müssen sie Strafen bezahlen.

Welche neuen Regeln liegen in der Luft?

Laut Medienberichten soll der CO2-Ausstoß von Neuwagen bis 2025 um 15 Prozent sinken – im Vergleich mit 2021. Statt einer Quote „soll es ein Anreizsystem geben“, schreibt die Süddeutsche Zeitung. Hersteller sollen belohnt werden, „wenn sie viele Fahrzeuge herstellen, die weniger als 50 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer ausstoßen. Enthält ihre Flotte bis 2025 mindestens 15 Prozent und bis 2030 mindestens 30 Prozent solcher Fahrzeuge, müssen sie insgesamt niedrigere CO₂-Ziele erreichen. Emissionsfreie Autos mit Elektro- oder Wasserstoffantrieb werden stärker angerechnet als Hybridmodelle“, so der Bericht weiter. Die Werte könnten sich allerdings noch ändern. Wie die Zeitung berichtet, sollen Lobbyisten – und darunter vor allem Vertreter von VW – versucht haben, Einfluss auf die Entscheidungen zu nehmen. So soll VW unter anderem angeboten haben, mit Kommissaren aus jenen Ländern zu sprechen, in denen VW Werke hat. Das sind zum Beispiel neben Deutschland (Oettinger) auch Tschechien, Ungarn oder Spanien.

Quelle: http://www.auto-motor-und-sport.de/news/co2-grenzwert-eu-kommission-2030-12793028.html

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Uniti Elektro-Stadtauto — Mit Siemens zur Serienproduktion

Das schwedische Elektro-Auto-Startup Uniti hat für die Serienfertigung seines Elektro-Stadtautos jetzt Siemens als Produktionspartner gewonnen. 50.000 Autos sollen gebaut, die ersten 2019 ausgeliefert werden.

Der Uniti ist ein rein elektrisch angetriebenes Stadtauto mit zwei oder drei Sitzen und Flügeltüren. Gefertigt wird es aus Kohlefaser und Materialien aus Bioverbundwerkstoffen. Pedale und ein Lenkrad gibt es nicht an Bord, gesteuert wird per Steuerruder wie in einem Flugzeug, und zwar ohne mechanische Verbindung zwischen Steuerruder und Rädern. Auch ein klassisches Armaturenbrett gibt es nicht. Alle relevanten Informationen werden über ein Head-up-Display auf die Frontscheibe projiziert. Zudem soll der Uniti autonome Fahreigenschaften mitbringen.

Angetrieben wird der Uniti von einem Radnabenmotor, der je nach Konfiguration zwischen 15 und 40 kW leistet. Als Energiespeicher stehen wahlweise Lithium-Ionen-Batterien mit 11 oder 20 kWh Kapazität zur Verfügung. Die Höchstgeschwindigkeit wird modellabhängig mit 90 bis 120 km/h angegeben, die Reichweite liegt entsprechend bei 150 bis 300 km. Der Spurt von Null auf 80 km/h soll der nur knapp 400 kg schwere Uniti in 3,5 Sekunden schaffen. Geladen werden können die Batterien per Induktion oder an der Steckdose.

Ab 2019 ab 20.000 Euro

Um den Uniti auch in Produktion zu bringen, hatten die Schweden per Crowdfunding schon rund 1,2 Millionen Euro bei 600 Investoren aus 45 verschiedenen Ländern eingesammelt. Jetzt steigt Siemens als Produktionspartner ein. Die Zusammenarbeit soll die vollautomatisierte Serienfertigung des Elektroautos möglich machen. Bereits ab dem kommenden Jahr sollen jährlich 50.000 Exemplare produziert und ab Anfang 2019 ausgeliefert werden.Gebaut wird der Uniti im schwedischen Landskrona.

Der Preis für den Uniti soll bei rund 20.000 Euro liegen. Bislang soll es 200 Vorbestellungen geben.

Das Startup Uniti ist im Sommer 2015 aus einem Universitäts-Projekt hervorgegangen.

Quelle: http://www.auto-motor-und-sport.de/news/uniti-elektro-stadtauto-mit-siemens-zur-serienproduktion-3233959.html

Selbstfahrende Autos auf Englands Straßen — Großbritannien will autonom voranfahren

Autofahren in England findet auf der linken Straßenseite statt. Das dürfte Touristen und Geschäftsleute bald nicht mehr kümmern, wenn es nach den Plänen der Regierung geht.

Die britische Regierung möchte unter anderem die chronisch verstopften Straßen der Hauptstadt London möglichst schnell mit autonom fahrenden Autos bevölkern. Dafür sollen Unternehmen, die an künstlicher Intelligenz arbeiten, mit 75 Millionen Pfund (aktuell ca. 84,4 Millionen Euro) gefördert werden. 160 Millionen Pfund (180 Millionen Euro) sollen in den Ausbau des Mobilfunknetzes mit 5G-Standard fließen.

Regierung fördert Autodrive-Projekt

Natürlich möchte Großbritannien hiermit die eigene Wirtschaft nach dem Brexit im internationalen Wettbewerb nach vorne bringen. Der englische Autobauer Jaguar Land Rover spielt hierbei eine wichtige Rolle. Das Unternehmen ist Teil des mit öffentlichen Geldern geförderten „UK Autodrive“ Projektes, dem außerdem Unternehmen wie Ford, AXA und andere angehören.

In Coventry nahe Birmingham und damit vor der eigenen Haustüre hat Jaguar Land Rover nun mit der Erprobung von selbstfahrenden Autos begonnen. Mit den Testfahrten soll nicht nur die Kommunikation unter den Autos, sondern auch zwischen Fahrzeug und der Verkehrsinfrastruktur, z.B. Ampeln und Verkehrszeichen, perfektioniert werden.

Touristen und Geschäftsreisenden in England dürfte die schnelle Durchsetzung der autonomen Autos sehr recht sein. Anstatt sich auf dem Weg zum nächsten Termin an den Linksverkehr gewöhnen zu müssen, lässt man das Auto selber fahren.

Quelle: http://www.auto-motor-und-sport.de/news/feldversuch-mit-autonomen-autos-in-england-12802960.html