News: Exotische Autos auf dem Genfer Salon – Ein bisschen Großserie

News: Exotische Autos auf dem Genfer Salon – Ein bisschen Großserie

Die Automobilgeschichte hat schon viele Marken hervorgebracht – doch die meisten sind wieder verschwunden. Mit der Massenproduktion wurden die Autos billiger und mit der immer komplexer werdenden Technik müssen auch immer teurere Hürden bei der Entwicklung genommen werden. Alleine um leistungsstarke Motoren an die Abgasvorschriften anzupassen, bedarf es jeder Menge Geld für die aufwendige Reinigung der Emissionen. Von komplexen Sicherheitsfeatures ganz zu schweigen. Geld, das nur Großserien-Hersteller verdienen und entsprechend reinvestieren können. Doch wo stünde unsere Automobil-Landschaft ohne die reizvollen Nischen-Hersteller? Sie sind quasi die Würze in der Suppe des sonst häufig etwas langweiligen Modellgeschehens. Damit aber kleine Fahrzeugschmieden überhaupt in der Lage sind, attraktive Produkte herzustellen, müssen sie auf die Komponenten der Großserie zurückgreifen, denn alles selbst entwickeln wäre zu teuer.

Wer einem raren Lotus Exige unter die Haube schaut, entdeckt ein Stück automobile Normalität. Unter der Haube steckt ein V6, der auch in einem fast bürgerlich-braven Lexus GS 350 arbeitet.
Wer einem raren Lotus Exige unter die Haube schaut, entdeckt ein Stück automobile Normalität. Unter der Haube steckt ein V6, der auch in einem fast bürgerlich-braven Lexus GS 350 arbeitet.

Wer beispielsweise auf dem derzeitigen Genfer Automobilsalon (bis 13.3) auf den quietschgelben Arash AF8 stößt und sich die angedeuteten Ansaugrohre des Achtzylinders anschaut, könnte eine Verdacht bekommen. Exakt 7.011 Kubikzentimeter, Volltreffer. Es ist das gleiche Sauger-Triebwerk aus dem Hause General Motors (LS7), das auch in der alten Corvette Z06 Dienst tut. Der Ami ist natürlich ebenso ein Hingucker, aber von der Aufmerksamkeit eines AF8 kann er nur träumen. Und wenn 412 kW/560 PS auf 1,2 Tonnen (rund 400 kg leichter als die Corvette) treffen, ist leicht auszumalen, was bei einem beherzten Tritt auf das rechte Pedal passiert. Bekommen die 345er-Walzen an der Hinterachse Feuer, sollen bei freier Bahn bereits nach 27 Sekunden 300 Sachen stehen. Die einschlägigen Fachblätter werden das wohl niemals messen, und so genau will es der Kunde vielleicht auch gar nicht wissen. Ein Auto aus den Händen des Tüftlers Arash (so heißt der Firmengründer tatsächlich) ist exklusiver als jedes Tuning – nur zwei Stück sollen angeblich bisher verkauft worden sein. Mit etwas mehr als 200.000 Euro ist der handgeschaltete Power-Sportler auch nicht teurer als ein Elfer Turbo von der Stange. Und ein gebrandetes T-Shirt aus dem Merchandise-Shop gibt es bestimmt noch gratis dazu.

Der quietschgelben Arash AF8 hat das gleiche Sauger-Triebwerk aus dem Hause General Motors (LS7), das auch in der alten Corvette Z06 Dienst tut.
Der quietschgelben Arash AF8 hat das gleiche Sauger-Triebwerk aus dem Hause General Motors (LS7), das auch in der alten Corvette Z06 Dienst tut.

Gegen Morgan ist Arash natürlich die reinste Bastelbude. Der Traditionalist ist der einzig verbliebene englische Hersteller, der noch heute in britischer Hand ist. Die Firma wurde im Jahr 1909 von Harry Morgan gegründet und wird mehr als einhundert Jahre später von Charles Morgan geleitet. Und die Familienschmiede versteht es, Retro-Autos modern erscheinen zu lassen – ein Blick auf den Aero 8 klärt auf. Dessen Fahrgestell basiert übrigens auch anno 2016 noch auf einem Holzschemel. Und auch für Morgen gilt: Finger weg vom Motorenbau. Waren früher Triumph-Aggregate verbaut, bedient man sich heute aus dem BMW-Regal. Der 4,8 Liter große V8 wird beim Topmodell auf Wunsch gleich zusammen mit der ZF-Sechsgang-Wandlerautomatik verpflanzt. Damit lassen sich ziemlich stramme Fahrwerte erzielen, die Höchstgeschwindigkeit des Aero 8 liegt bei 249 km/h. Mit mechanischem Sechsgang-Getriebe erreicht der Briten-Klassiker gar 273 Sachen und dürfte bei Porsche-Fahrern für verdutzte Gesichter sorgen. Alternativ könnte man auch BMW 650i fahren, aber das wäre natürlich nur halb so cool, jedoch ein bisschen günstiger. Für das Morgan-Topmodell werden mehr als 160.000 Euro fällig, da kann man zum Sechser noch zwei Kompaktklassen dazukaufen.

. Für das Morgan-Topmodell werden mehr als 160.000 Euro fällig
. Für das Morgan-Topmodell werden mehr als 160.000 Euro fällig

Wer einem raren Lotus Exige unter die Haube schaut, entdeckt ebenfalls ein Stück automobile Normalität. Der Kenner ahnt, was ein V6 mit 3.456 Kubikzentimetern bedeutet. Richtig, er steckt auch in einem fast bürgerlich-braven Lexus GS 350 und flüstert dort vor sich hin. Lotus hat noch einen Kompressor beschafft, um dem 3,5-Liter aus dem Regal des Toyota-Konzerns satte 258 kW/350 PS einzuhauchen. Damit wird der leichte 75.000-Euro-Sportler richtig schnell und lädt zu Spaßfahrten auf Kurs und Landstraße. Eine weitere Hürde dürfte neben dem Anschaffungspreis sowie dem dünnen Werkstattnetz ganz schlicht der Schweller sein: Da muss man schon eine gewisse Gelenkigkeit mitbringen, um den Insulaner elegant zu entern. In dieser Disziplin ist der Lexus dann doch der angenehmere Partner.

Der Achtzylinder mit 4,2 Litern Hubraum stammt von Audi und kommt im Spyker dank Kompressor auf 386 kW/525 PS.
Der Achtzylinder mit 4,2 Litern Hubraum stammt von Audi und kommt im Spyker dank Kompressor auf 386 kW/525 PS.

In einem Genfer Exoten-Kabinett darf natürlich Spyker nicht fehlen. Die Niederländer hatten eine Zeit lang die volle Aufmerksamkeit der Medien, als sie sich anschickten, die Firma Saab vor dem Untergang zu retten. Saab ist dennoch untergegangen, Spyker hingegen nicht. In Genf steht eine Evolution des 2002 erschienenen C8, der jetzt mit dem Zusatznamen Preliator aufwartet. Ein Fechter oder Kämpfer – so die Bedeutung des lateinischen Wortes – ist das Mittelmotor-Vehikel ganz sicher auf der Straße. Der Achtzylinder mit 4,2 Litern Hubraum stammt von Audi und kommt hier dank Kompressor auf 386 kW/525 PS. Aber selbst mit der Basisleistung eines Audi A8 wäre der Hecktriebler mit dem knöpfchengespickten Cockpit (erinnert ein bisschen an eine Flugzeug-Kanzel) die wesentlich aufregendere Alternative. Und die wesentlich seltenere: Mit zehn Einheiten ist und bleibt der Spyker eine rare Ausnahmeerscheinung.

Mit zehn Einheiten ist und bleibt der Spyker eine rare Ausnahmeerscheinung.
Mit zehn Einheiten ist und bleibt der Spyker eine rare Ausnahmeerscheinung.
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SPX-Redaktion | Patrick Broich |

Dieser Artikel stammt vom SP-X Redakteur Patrick Broich.

GMC Sierra 2500HD All Mountain Concept — Spaßmobil mit Kettenantrieb für den Schnee

Der Winter steht vor der Tür, Zeit Winterreifen aufzuziehen – oder gleich einen Kettenantrieb, wie das GMC Sierra 2500HD All Mountain Concept, das jetzt vorgestellt wurde.

Nein, GMC stellt nicht von Allrad- auf Kettenantrieb um, zumindest nicht generell. Das GMC Sierra 2500HD All Mountain Concept enstand auf Basis einer Sponsor-Partnerschaft zwischen GM und der US-Skiregion Vail Mountain und bleibt ein Einzelstück, das über die komplette Wintersaison 2017/2018 im Nobelskigebiet präsent sein soll.

Als Basis für das Spaß-Snowmobil fiel die Wahl auf den GMC Sierra 2500HD Denali 4WD Crew Cab. Der bringt nicht nur reichlich Platz in seiner Doppelkabine und auf der Ladefläche mit, sondern auch einen Allradantrieb. Am All Mountain Concept wurden allerdings die vier Räder ausgemustert und durch Kettenantriebselemente ersetzt. Die sorgen nicht nur für ausreichend Traktion auf jeden Terrain und an jedem Hang, sie liefern zudem noch mehr Bodenfreiheit.

1.234 Nm für den Snowboardtransport

Beim Antrieb kommt das Serienaggregat des Sierra 2500HD zum Zuge. Der 6,6 Liter große V8-Turbodieselmotor liefert 445 PS und ein maximales Drehmoment von 1.234 Nm, die über eine Sechsgang-Automatik herfallen.

Und nur falls der Kettenantrieb noch nicht genug Aufmerksamkeit auslösen sollte, hat GM den GMC auch in ein besonderes Farbkleid gehüllt und mit Zubehör aufgerüstet. Karosserie und Unterboden werden von diversen LED-Leuchtmitteln illuminiert. Auf die Ladefläche wurde ein Snowboardhalter montiert. Auf dem vorderen Schutzbügel brennt eine LED-Lichtleiste Löcher in die Nacht. In der Kabine heizt eine Highend-Soundanlage den Passagieren ein. Abgerundet wird der Auftritt des GMC Sierra 2500HD All Mountain Concepts durch ein Bergpanorama auf den Flanken sowie einen roten Designstreifen über das Heck.

Neben dem Einsatzmobil für Vail Mountain soll ein ähnlich gestalteter Ketten-Pickup auf der L.A. Autoshow ausgestellt werden.

Quelle: http://www.auto-motor-und-sport.de/news/gmc-sierra-2500hd-all-mountain-concept-spassmobil-fuer-den-schnee-8498807.html

Uniti Elektro-Stadtauto — Mit Siemens zur Serienproduktion

Das schwedische Elektro-Auto-Startup Uniti hat für die Serienfertigung seines Elektro-Stadtautos jetzt Siemens als Produktionspartner gewonnen. 50.000 Autos sollen gebaut, die ersten 2019 ausgeliefert werden.

Der Uniti ist ein rein elektrisch angetriebenes Stadtauto mit zwei oder drei Sitzen und Flügeltüren. Gefertigt wird es aus Kohlefaser und Materialien aus Bioverbundwerkstoffen. Pedale und ein Lenkrad gibt es nicht an Bord, gesteuert wird per Steuerruder wie in einem Flugzeug, und zwar ohne mechanische Verbindung zwischen Steuerruder und Rädern. Auch ein klassisches Armaturenbrett gibt es nicht. Alle relevanten Informationen werden über ein Head-up-Display auf die Frontscheibe projiziert. Zudem soll der Uniti autonome Fahreigenschaften mitbringen.

Angetrieben wird der Uniti von einem Radnabenmotor, der je nach Konfiguration zwischen 15 und 40 kW leistet. Als Energiespeicher stehen wahlweise Lithium-Ionen-Batterien mit 11 oder 20 kWh Kapazität zur Verfügung. Die Höchstgeschwindigkeit wird modellabhängig mit 90 bis 120 km/h angegeben, die Reichweite liegt entsprechend bei 150 bis 300 km. Der Spurt von Null auf 80 km/h soll der nur knapp 400 kg schwere Uniti in 3,5 Sekunden schaffen. Geladen werden können die Batterien per Induktion oder an der Steckdose.

Ab 2019 ab 20.000 Euro

Um den Uniti auch in Produktion zu bringen, hatten die Schweden per Crowdfunding schon rund 1,2 Millionen Euro bei 600 Investoren aus 45 verschiedenen Ländern eingesammelt. Jetzt steigt Siemens als Produktionspartner ein. Die Zusammenarbeit soll die vollautomatisierte Serienfertigung des Elektroautos möglich machen. Bereits ab dem kommenden Jahr sollen jährlich 50.000 Exemplare produziert und ab Anfang 2019 ausgeliefert werden.Gebaut wird der Uniti im schwedischen Landskrona.

Der Preis für den Uniti soll bei rund 20.000 Euro liegen. Bislang soll es 200 Vorbestellungen geben.

Das Startup Uniti ist im Sommer 2015 aus einem Universitäts-Projekt hervorgegangen.

Quelle: http://www.auto-motor-und-sport.de/news/uniti-elektro-stadtauto-mit-siemens-zur-serienproduktion-3233959.html