News: Fünf Designsünden der Autohersteller – Warum habt ihr uns das angetan?

News: Fünf Designsünden der Autohersteller – Warum habt ihr uns das angetan?

Cola-Bottle-Design in den 60ern, Keilform in den 70ern und heute bulliger Auftritt mit aufrechtem Kühlergrill und ausgestellten Radhäusern – jede Zeit hat ihr Design. Und immer wieder versuchen die Autohersteller, einen außergewöhnlichen Glanzpunkt zu setzen. Manchmal bedeutet „besonders“ aber auch „besonders hässlich“. Fünf Designsünden aus den letzten Jahren:

Bei der Wahl zum hässlichsten Auto der Welt liegt der Pontiac Aztek regelmäßig weit vorn. Die Mischung aus SUV-Coupé und Van, die der amerikanische Hersteller 2001 auf den Markt gebracht hat, wirkt vollkommen disharmonisch zusammen gestückelt. Die Front sieht aufgrund der übereinander angeordneten Lufteinlässe und Scheinwerfer seltsam zerklüftet aus, von der Seite ist der Aztek unelegant flächig und das riesige Heck wirkt wie lieblos angeklatscht. Immerhin: Ein optionales Zelt, das an das unschöne Hinterteil angeschlossen werden konnte, verdeckte einiges. Der Aztek kam in Deutschland nie auf den Markt, in den USA blieb er hinter den Verkaufserwartungen zurück – nachträgliche Berühmtheit erlangte das Modell als Fahrzeug des Anti-Helden Walter White in der Serie „Breaking Bad“.

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Gehört die Gattung Van ohnehin nicht zu den elegantesten, zeichnet sich die erste Generation des Ssangyong Rodius (ab 2004) auch noch durch einen Buckel aus: Durch das weit nach hinten gezogene Dach mit der eckigen Heckscheibe haben die Fond-Passagiere im Siebensitzer zwar jede Menge Kopffreiheit. Allerdings bekommt der Familien-Transporter dadurch etwas von einem Leichenwagen. In der zweiten Generation (ab 2013) ist die Rückansicht etwas abgemildert, die großzügigen Platzverhältnisse bleiben dafür erhalten.

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Mit einem Widerstreit der Disziplinen viel Platz und geschmackvolles Design lässt sich der Totalausfall beim Fiat Multipla (ab 1999) allerdings nicht erklären: Die Fahrzeugfront ist geradezu irritierend hässlich. Das liegt daran, dass in einem Wulst direkt unter der Frontscheibe zunächst die runden Fernlicht-Scheinwerfer angebracht sind. Dort, wo man sie vermuten würde – nämlich am vorderen Ende der Motorhaube -, folgen dann die eigentlichen, ebenfalls runden Leuchten. Sieht man den Multipla von vorn, hat man den Eindruck, doppelt glubschäugig angestarrt zu werden. Vielleicht darf man allen Spöttern aber auch den Vorwurf machen, sie seien Kunstbanausen: Immerhin wurde der Italiener im New Yorker „Museum of Modern Art“ ausgestellt.

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Mehr italienische Kunst als Serienmodell war auch das Coupé-SUV Opera des toskanischen Kleinserienhersteller Vygor. Prinzipiell folgt der Zweitürer der klassischen Coupélinie, setzt das schnittige Blech aber auf einen hochbeinigen Unterbau im SUV-Stil. Die riesige Front und das wuchtige Heck wirken nicht gerade ausbalanciert. Womöglich ist die Disharmonie auch anderen Autoliebhabern aufgefallen, denn die Macher der Oper des schlechten Geschmacks (Stückpreis etwa 170.000 Euro) versuchten zwischenzeitlich über eine Crowdfundig-Plattform Geld für die Realisierung des Projekts zu sammeln.

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Nicht nur einen Platz in der TÜV-Statistik der unzuverlässigsten Autos hat der Chrysler PT Cruiser regelmäßig sicher, auch bei der Wahl zum hässlichsten fahrbaren Untersatz hat der Amerikaner im Retro-Design einen zweifelhaften Spitzenplatz – zumindest als Cabrioversion. Denn während das 30er-Jahre-Gangsterlimousinen-Design des Van-Kombis durchaus Fans hat, ist die Version mit Stoffdach einfach nur verboten furchtbar. Die ohnehin schon recht plump wirkende Karosserie wird ohne Dach durch den breiten Überrollbügel noch unförmiger. Und das Heck mit der weit nach unten gezogenen Klappe, das in der Normal-Version vielleicht gerade noch als eleganter Abschluss durchgehen kann, ist in der Freiluft-Variante ein kastiger Anhang – als hätte man an dem Gangster-Auto einen Koffer festgezurrt – gruselig!

Autor: Hanne Lübbehüsen/SP-X

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