News: IAA 2015 – Leistung zählt immer noch

News: IAA 2015 – Leistung zählt immer noch

Schenkt man Volkswagen-Vorstand Martin Winterkorn Glauben, so ist das PS-Wettrüsten bald Geschichte. In Zukunft werde es vermehrt um technische Features gehen, allen voran um Konnektivität – Leistung stehe nicht mehr an erster Stelle, so der VW-Chef. Doch stimmt das wirklich? Man muss nicht sonderlich aufmerksam über die Frankfurter Autoausstellung 2015 gehen – die PS-starken Modelle, auch diesseits von Lamborghini oder Ferrari, stechen förmlich in die Augen der Besucher.

So wartet der aufgefrischte Seat Ibiza Cupra jetzt mit 141 kW/192 PS auf und bietet damit 12 Pferdchen mehr als der Vorgänger. Auch der Hubraum wuchs um 400 Kubikzentimeter, so dass der 23.060 Euro teure Kleinwagen bei niedrigen Drehzahlen besser ansprechen dürfte. Auch der Peugeot 308 GTI setzt ein deutliches Signal: Mit 200 kW/272 PS ist er stark wie nie, hatte der Vorgänger doch lediglich 200 PS. Den Sportwagen-Jäger im sachlich gehaltenen Kompaktklasse-Kleid gibt es für unter 35.000 Euro.

Wer ein Budget um 50.000 Euro hat und Leistung satt möchte, sollte einen Blick auf die modifizierte A-Klasse werfen. Das ausschließlich als 4×4 anrollende Topmodell aus dem Hause AMG kommt inzwischen auf stattliche 280 kW/381 PS und pumpt somit 21 PS mehr in den Antriebsstrang als die erste Serie. Das kleinste AMG-Modell benötigt nur wenig mehr als vier Sekunden für die Beschleunigung auf Landstraßentempo und pfeift mit einem speziellen Sport-Paket (2.261 Euro) auf die freiwillige 250 km/h-Beschränkung. In diesem Fall wird nämlich erst bei 270 km/h eingebremst.

Ferrari setzt beim 488 auf einen Turbomotor
Ferrari setzt beim 488 auf einen Turbomotor

Wer zum neuen Spitzenmodell des C-Klasse Coupé greift, kann es gar bis 290 km/h fliegen lassen. Und auch hier verpassten die Ingenieure dem Zweitürer eine kräftige Leistungsspritze gegenüber dem Vorgänger. Musste man früher mit 457 PS zurechtkommen, gibt es nun bis zu 375 kW/510 PS. Und auch ohne den Zusatz „S“ spendieren die Stuttgarter dem AMG-Coupé immerhin noch 350 kW/476 PS.

Auch im VW-Konzern verstecken sich weitere Bonbons für nimmersatte Leistungshungrige: Zwar betrieben die Techniker bei der Ikone Porsche 911 massives Downsizing und reduzierten den Hubraum von 3,4 respektive 3,8 auf glatte drei Liter – doch der Output stieg von 350 PS auf 272 kW/370 PS und von 400 PS auf 309 KW/420 PS.

Auch BMW M6-Fahrer können bald in neue PS-Regionen vordringen: Erstmals bieten die Münchener 600 ausgewachsene Pferde für das Sportcoupé an, das mit dem so genannten Driver’s Package allerdings auch nicht schneller (305 km/h) fährt als die bisherigen Varianten.

Wer neben Geld ebenso Mut besitzt und zu den extrovertierten Marken wie Ferrari und Lamborghini greift, fährt auch nicht mit weniger Leistung als früher nach Hause. So spendiert der Achtzylinder-Turbo des nagelneuen 488 Spyder 493 kW/670 PS – sein Vorgänger 458 brachte es auf maximal 605 Pferde. Und im Hause Lamborghini durchbricht man mit der „günstigen“ Baureihe Huracan analog zu BMW ebenso erstmals die 600 PS-Schwelle: Er krallt sich mit 449 kW/610 PS in den Boden.

Eines der besonders eindrucksvollen Beispiele für Leistungssteigerung ist Alfa Romeo. Der 159-Nachfolger Giulia kommt mit einer 375 KW/510 PS starken Quadrifoglio-Version um die Ecke. Dagegen wehte beim Vorgänger (maximal 260 PS) ein vergleichsweise laues Lüftchen.

Bei Audi wimmelt es ebenfalls vor Leistungssteigerungen: Der brandneue S4 (260 kW/354 PS) sattelt 21 Pferdchen drauf, während der Name bei den Modellen SQ5 und S8 Plus Programm ist. Beim Kompakt-SUV gibt es 27 PS extra (jetzt 250 kW/340 PS), und der Luxusliner macht sogar 85 PS mehr locker, was den offenkundigen Trend der 600 PS-Klasse bestätigt: Hier zerren 445 kW/605 PS an allen vier Rädern. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 305 km/h.

Auch der Civic Type R setzt auf Leistung
Auch der Civic Type R setzt auf Leistung

Sogar vor den Geländewagen macht das Powerplay keinen Halt. Land Rover lässt den klassischen Range nun mit 404 kW/550 PS (SV Autobiography) kraxeln, war noch vor kurzer Zeit bei 510 PS Schluss.

Und nicht zuletzt die oft zurückhaltenden Japaner rüsten auf. Honda zeigt den jetzt mit Turboaufladung gesegneten Civic Type R, dessen Leistung um über 100 Pferdchen von 201 PS auf 228 kW/310 PS anwuchs. Ganz zu schweigen vom neuen NSX, der nächstes Jahr in den Handel kommt. Der Hybrid lässt den Powersüchtigen mit einer Systemleistung von über 500 PS das Wasser im Mund zusammenlaufen. Dagegen sieht das Urmodell mit maximal 280 PS tatsächlich schwach aus.

Autor: Patrick Broich/SP-X

Previous ArticleNext Article
SP-X Redaktion

Die Nachrichtenagentur SP-X liefert Ihnen aktuelle Berichte und Informationen aus den Themenbereichen Auto und Mobilität.

Die jeweiligen Autoren der Artikel sind in der Fußzeile des Artikels benannt.

GMC Sierra 2500HD All Mountain Concept — Spaßmobil mit Kettenantrieb für den Schnee

Der Winter steht vor der Tür, Zeit Winterreifen aufzuziehen – oder gleich einen Kettenantrieb, wie das GMC Sierra 2500HD All Mountain Concept, das jetzt vorgestellt wurde.

Nein, GMC stellt nicht von Allrad- auf Kettenantrieb um, zumindest nicht generell. Das GMC Sierra 2500HD All Mountain Concept enstand auf Basis einer Sponsor-Partnerschaft zwischen GM und der US-Skiregion Vail Mountain und bleibt ein Einzelstück, das über die komplette Wintersaison 2017/2018 im Nobelskigebiet präsent sein soll.

Als Basis für das Spaß-Snowmobil fiel die Wahl auf den GMC Sierra 2500HD Denali 4WD Crew Cab. Der bringt nicht nur reichlich Platz in seiner Doppelkabine und auf der Ladefläche mit, sondern auch einen Allradantrieb. Am All Mountain Concept wurden allerdings die vier Räder ausgemustert und durch Kettenantriebselemente ersetzt. Die sorgen nicht nur für ausreichend Traktion auf jeden Terrain und an jedem Hang, sie liefern zudem noch mehr Bodenfreiheit.

1.234 Nm für den Snowboardtransport

Beim Antrieb kommt das Serienaggregat des Sierra 2500HD zum Zuge. Der 6,6 Liter große V8-Turbodieselmotor liefert 445 PS und ein maximales Drehmoment von 1.234 Nm, die über eine Sechsgang-Automatik herfallen.

Und nur falls der Kettenantrieb noch nicht genug Aufmerksamkeit auslösen sollte, hat GM den GMC auch in ein besonderes Farbkleid gehüllt und mit Zubehör aufgerüstet. Karosserie und Unterboden werden von diversen LED-Leuchtmitteln illuminiert. Auf die Ladefläche wurde ein Snowboardhalter montiert. Auf dem vorderen Schutzbügel brennt eine LED-Lichtleiste Löcher in die Nacht. In der Kabine heizt eine Highend-Soundanlage den Passagieren ein. Abgerundet wird der Auftritt des GMC Sierra 2500HD All Mountain Concepts durch ein Bergpanorama auf den Flanken sowie einen roten Designstreifen über das Heck.

Neben dem Einsatzmobil für Vail Mountain soll ein ähnlich gestalteter Ketten-Pickup auf der L.A. Autoshow ausgestellt werden.

Quelle: http://www.auto-motor-und-sport.de/news/gmc-sierra-2500hd-all-mountain-concept-spassmobil-fuer-den-schnee-8498807.html

Uniti Elektro-Stadtauto — Mit Siemens zur Serienproduktion

Das schwedische Elektro-Auto-Startup Uniti hat für die Serienfertigung seines Elektro-Stadtautos jetzt Siemens als Produktionspartner gewonnen. 50.000 Autos sollen gebaut, die ersten 2019 ausgeliefert werden.

Der Uniti ist ein rein elektrisch angetriebenes Stadtauto mit zwei oder drei Sitzen und Flügeltüren. Gefertigt wird es aus Kohlefaser und Materialien aus Bioverbundwerkstoffen. Pedale und ein Lenkrad gibt es nicht an Bord, gesteuert wird per Steuerruder wie in einem Flugzeug, und zwar ohne mechanische Verbindung zwischen Steuerruder und Rädern. Auch ein klassisches Armaturenbrett gibt es nicht. Alle relevanten Informationen werden über ein Head-up-Display auf die Frontscheibe projiziert. Zudem soll der Uniti autonome Fahreigenschaften mitbringen.

Angetrieben wird der Uniti von einem Radnabenmotor, der je nach Konfiguration zwischen 15 und 40 kW leistet. Als Energiespeicher stehen wahlweise Lithium-Ionen-Batterien mit 11 oder 20 kWh Kapazität zur Verfügung. Die Höchstgeschwindigkeit wird modellabhängig mit 90 bis 120 km/h angegeben, die Reichweite liegt entsprechend bei 150 bis 300 km. Der Spurt von Null auf 80 km/h soll der nur knapp 400 kg schwere Uniti in 3,5 Sekunden schaffen. Geladen werden können die Batterien per Induktion oder an der Steckdose.

Ab 2019 ab 20.000 Euro

Um den Uniti auch in Produktion zu bringen, hatten die Schweden per Crowdfunding schon rund 1,2 Millionen Euro bei 600 Investoren aus 45 verschiedenen Ländern eingesammelt. Jetzt steigt Siemens als Produktionspartner ein. Die Zusammenarbeit soll die vollautomatisierte Serienfertigung des Elektroautos möglich machen. Bereits ab dem kommenden Jahr sollen jährlich 50.000 Exemplare produziert und ab Anfang 2019 ausgeliefert werden.Gebaut wird der Uniti im schwedischen Landskrona.

Der Preis für den Uniti soll bei rund 20.000 Euro liegen. Bislang soll es 200 Vorbestellungen geben.

Das Startup Uniti ist im Sommer 2015 aus einem Universitäts-Projekt hervorgegangen.

Quelle: http://www.auto-motor-und-sport.de/news/uniti-elektro-stadtauto-mit-siemens-zur-serienproduktion-3233959.html