Nissan Nismo – Die Geschichte

Nissan Nismo – Die Geschichte

Der erste Skyline GT-R gewann in nur 34 Monaten 50 Rennen

1969 führte Nissan erstmals das heute legendäre Kürzel GT-R ein. Zunächst für eine Skyline Limousine, 1971 dann auch für ein besonders rassiges Coupé namens KPGC-10. Der Erfolg des Duos im japanischen Motorsport sucht bis heute seinesgleichen: Die Limousine siegte in 33 Rennen, das Coupé baute diese Erfolgsserie bis 1972 auf 50 Siege aus – und das alles in einer Zeitspanne von lediglich zwei Jahren und zehn Monaten.

Im September 1984 entschloss sich Nissan, die Aktivitäten des Werksteams und der privaten Rennställe unter einem Dach zu bündeln. Die neue Motorsportabteilung erhielt den Namen „Nissan Motorsports International Co. Ltd”, kurz Nismo. Eine eigenständig operierende, gleichwohl hundertprozentige Nissan-Tochter.

Der Auftrag von Nismo war klar definiert. Ziel war und ist die perfekte Verkörperung der Marke Nissan, die sich Innovation, Technologie und Fahrspaß für jedermann auf die Fahnen geschrieben hat. Zugleich steht Nismo für die stolze Motorsport-Historie Nissans und den Hochleistungs-Anspruch des Unternehmens.

1986 nahm Nissan unter Federführung von Nismo erstmals am 24-Stunden-Rennen von Le Mans teil. Es war der Beginn einer langjährigen Beziehung, die in den folgenden Jahren zum Einsatz zahlreicher von Nismo präparierter GT und Prototypen auf dem berühmten Kurs im Departement Sarthe führte.

R32 – der GT-R, der als Godzilla nicht nur den Australiern das Fürchten lehrte

1988 debütierte der erste reinrassige Nissan-Rennwagen. Ein offener Einsitzer auf Basis der Roadsterstudie Saurus, konzipiert für einen Markenpokal und später auch von Rennfahrerschulen gern genutzt. Das folgende Jahr sah dann die Enthüllung eines Tourenwagens, der Nissan nicht nur in Japan, sondern auch in der weltweiten Gemeinde der Motorsportfans in den Mittelpunkt setzte: der ikonische Nissan Skyline GT-R „R32“.

Mit Allradantrieb und Allradlenkung, trug der R32 von Beginn an eine totale Dominanz zur Schau. R32 GT-R-Modelle nach Gruppe A-Reglement gewannen auf nationaler Ebene 29 Rennen infolge und hatten zwischen 1990 und 1993 ein Dauer-Abonnement auf die japanische GT-Meisterschaft.

Beim berühmten Bathurst 1000 in Australien trat der R32 gegen die mächtigen Holden- und Ford-V8 an – und besiegte sie zweimal. Auch die australische Tourenwagen-Meisterschaft stand zwischen 1990 und 1993 ganz im Zeichen des GT-R R32. Ob dieser Überlegenheit ersann ein australischer Journalist den ehrfürchtigen Spitzname Godzilla, in Anspielung an das grausame Trickfilm-Monster aus Japan. Auch in Europa hinterließ Godzilla seine riesigen Fußabdrücke. 1991 eilte der Nissan bei den 24 Stunden von Spa-Francorchamps zum Gesamtsieg; im gleichen Jahr strich er bei den 24 Stunden auf dem Nürburgring den Klassensieg in der Gruppe N ein. Für Fans gab es eine straßenzugelassene Nismo gekennzeichnete Version zu kaufen.

Die erste Runde auf dem Nürburgring in unter acht Minuten

Der Nachfolger Skyline GT-R R33 umrundete 1995 als erstes Produktionsauto die berühmte Nürburgring-Nordschleife in unter acht Minuten.

Es folgte mit dem R34 der erstmals von Nismo komplett in Eigenregie gebaute Rennwagen. Die V-Spec-Version (für Victory Specification) des bei Nismo zur Kraftkur weilenden Skyline GT-R R34 erhielt die Zusatzbezeichnung ‘Z-tune’, was als Hinweis auf die überragenden Fahrleistungen des straßenzugelassenen Sportwagens zu verstehen war. Mit über 370 kW (500 PS) aus dem 2,8-Liter-Bi-Turbo-Sechszylinder war dies der ultimative Skyline für den ernsthaften Sportfahrer. Nur 20 dieser legalen Geschosse wurden gebaut, in der Regel auf Basis von gebrauchten R34 mit sehr geringerer Kilometerleistung.

In den 1990er Jahren verstärkte Nissan über Nismo sein Engagement im Motorsport weiter – und entsprechend nahm auch die Zahl der Erfolge zu. Durch den Gesamtsieg des Skyline GT-R (R32) beim 24 Stunden Rennen von Spa sowie dem zehnten Platz eines Skyline GT-R LM (R33) in Le Mans 1995 und dem dritten Platz des Nissan R390 GT1 in Le Mans 1998 stieg der Bekanntheitsgrad von Nismo in Europa weiter an.

Michael Krumm holt 2003 den japanischen GT-Titel

In Japan beteiligte sich Nissan mit dem Skyline GT-R (R34) zwischen 1999 und 2003 an der Super GT-Meisterschaft – und errang in den ersten und letzten Jahren sowohl den Titel bei den Fahrern und den Teams. Einer der beiden siegreichen Piloten war der Deutsche Michael Krumm. 2004 kam es zur Wachablösung durch den Fairlady Z, in Europa eher geläufig als Nissan 350Z. Schon gleich im ersten Rennen war der neue Z siegreich und sicherte Nissan am Jahresende Fahrer- und Teamwertung; 2005 reichte es dann noch einmal zum Gewinn des letzteren Pokals.

Abseits befestigter Rennstrecken zahlte sich Nismos Expertise im Bau von Rennwagen auch in der erbarmungslosen Welt der Rallye Raids aus. Ein Höhepunkt war zweifellos die Rallye Dakar 2004, bei der der Schotte Colin McRae auf einem Nissan Pick-up zwei Etappensiege erringen konnte.

Getreu dem Motto, nach dem der Motorsport auch das werksseitige Tuninggeschäft befruchten sollte, füllte Nismo derweil die Lücke zwischen Renn- und Straßensportwagen. Nach dem Vorbild von Firmen wie AMG entstand ein Sortiment hochwertiger Tuningteile mit Werksgarantie für all jene, die ihr Fahrzeug mit Technik aus den Nissan Rennwagen verbessern wollten. In der Folge tauchten verstärkt leistungsgesteigerte und optisch veredelte Nismo-Modelle auf Japans Straßen auf.

Der aktuelle Renn-GT-R firmiert unter dem Kürzel R35

Die Präsentation des neuen Nissan GT-R (R35) lenkte ab 2008 den Blick dann wieder verstärkt auf den Motorsport. In der Super GT-Serie schaffte Nissan mit dem Nachfolger des 350Z auf Anhieb im ersten Jahr die Meisterschaft – und wiederholte dieses Kunststück 2011 und 2012 aufs Neue.

Im Sommer 2011 errang Nissan bei den 24 Stunden von Le Mans die beiden ersten Plätze in der LMP2-Klasse. Im zweitplatzierten Auto saß als einer von drei Piloten Lucas Ordoñez, erster Sieger der GT Academy für die schnellsten Piloten auf der Sony Spielekonsole. Damit stellte Nissan die Richtigkeit des Förderprogramms unter Beweis, das aus virtuellen Top-Piloten authentische Siegrennfahrer schmiedet.

Quelle: Nissan Deutschland

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Bjoern
Autos und Motorsport - meine Leidenschaft seit über 20 Jahren. Für mich müssen Autos einfach Spaß machen und wenn ich heute Neuwagen teste, dann habe ich meine eigenen Kriterien die ein Fahrzeug erfüllen muss. Ob mich ein Auto so richtig begeistert hat, könnt ihr hier im Blog herausfinden. Dazu kommen Nachrichten aus der Welt des Automobils und des Motorsports. http://about.me/bhabegger