Nissan und Mitsubishi planen ein gemeinsames Elektroauto

Nissan und Mitsubishi planen ein gemeinsames Elektroauto

Eigentlich wäre mir dies keine eigene Meldung wert gewesen. Bis ich beim durchklicken durch die Blogs die ich immer wieder lese, erneut auf diese Meldung traf: „Mitsubishi und Nissan planen ein gemeinsames Elektroauto„. Auf Autophorie hat Gastautor Daniel (saving volt) über die bekannt gewordene, geplante, Zusammenarbeit berichtet.

Nissan und Mitsubishi kooperieren bei Elektromobil

Nun denn. Es soll also ein gemeinsames Elektroauto von Nissan und Mitsubishi geben.  Nein, halt, es wird eine Kooperation zur gemeinsamen Entwicklung eines E-Autos der beiden Marken geben. Das ist im Prinzip eine Kooperation wie man dies jetzt beim aktuellen smart und dem Renault Twingo sehen kann. Zwei Automobil-Hersteller kommen überein, aus Kostengründen, ein neues Fahrzeug gemeinsam zu entwickeln. Das bedeutet dann immer auch, beide Hersteller benötigen genau dieses Modell, sehen aber keinen wirtschaftlichen Erfolg in einem Alleingang.

Eine derartige Zusammenarbeit ist Alltag in der Industrie. Die beiden Partner wirken auf den ersten Blick überraschend, aber schaut man sich deren bisherige E-Strategie an, dann fällt auf, beide haben bereits einiges an Erfahrungen – haben aber bislang „gegeneinander“ gearbeitet.

Der Nissan Leaf gehört in Europa zu den meistverkauften E-Mobilen und wurde im Kompakt-Segment platziert. Mitsubishi wiederum gehört der Erfolg zugesprochen, das erste E-Mobil in Serie für den Endkunden angeboten zu haben. Der ursprünglich als i-MiEV angebotene Mitsubishi wurde von den Franzosen (Peugeot/Citroën) übernommen und von diesen, mit überschaubaren Erfolg, vermarktet.

Die größte Hürde in der Elektromobilität sind noch immer die Anschaffungskosten. Einen i-MiEV zu 30.000 € wollte niemand kaufen. Gemeinden und Behörden waren fast im Alleingang unterwegs. Und billigere Elektromobile? Gibt es. Den Twizy zum Beispiel. Aber ein Roller ähnliches Gefährt, ohne richtige Türen, für Europäische Winter eher ungeeignet.

Gastautor Daniel kommt nicht umhin, einen Rechenfehler „der Medien“ zu kritisieren – nun ich sehe das weniger kritisch. Denn im Prinzip ist nicht die Frage nach dem „Rechenfehler“ entscheidend, als vielmehr die Frage nach dem Endprodukt und für wen es hinterher konzipiert wird. Der Artikel im Handelsblatt bezieht sich wiederum auf einen Artikel in der Nikkei.

Und der ursprüngliche Meldung ist nicht viel mehr als eine Wasserstandsmeldung (alle Quellen am Ende verlinkt!).

Im Prinzip gibt es im Artikel drei Fakten:

  • Das E-Auto soll 200 km Reichweite erhalten
  • Das gemeinsame E-Auto soll in Japan 2.24 Millionen Yen kosten (vor Abzug der Subvention durch den Staat.)
  • Das Fahrzeug wird im Mini-Car Segment zu Hause sein (also A-Segment zwischen Fiat Panda, Mini, Up! und smart!!!)

Eine Quelle hierzu wird jedoch nicht genannt.  (Allerdings arbeiten Nissan und Mitsubishi bereits seit 2008 in mehreren Bereichen zusammen..)

Daniel (Gastautor) sieht dieses Fahrzeug – welches im übrigen 2016 auf den Markt kommen soll, wobei nicht klar ist, ob sich dieses Datum nur auf Japan bezieht – als Konkurrenz zum ZOE, der in seinen Augen das „günstige Elektromobil“ ist. Er erwähnt den Startpreis des ZOE von 21.700 €, vergisst aber leider zu erwähnen, dass auch bei diesem die Batterien zu mieten sind (wie beim Vergleichspreis des Nissan Leaf). ZOE und LEAF teilen sich allerdings kein Fahrzeug-Segment, denn der Leaf bietet ein wenig mehr Platz als der ZOE und ist er Kompaktwagenklasse zugerechnet und nicht der Kleinwagenklasse, wie der Renault ZOE.

Insofern sind beide Fahrzeuge nicht direkt im Wettbewerb – es sei denn, man beschränkt sich auf die Tatsache, dass beide Fahrzeuge reine E-Mobile sind.

Doch was planen Mitsubishi und Nissan wirklich?

Ich sehe das neue Modell nicht in der Konkurrenz zu ZOE oder gar LEAF. Nein. Zumal ich hier gar keine Konkurrenz mehr sehe. Der ZOE stammt von Renault. Renault und Nissan sind mittlerweile eine Marke. Renault und Mercedes bauen gemeinsam den smart und dieser – huch – soll 2016/17 auch in der viertürigen Version als Elektromobil kommen.

Hm?

Sollten Nissan und Mitsubishi wirklich einen gemeinsamen Elektrozwerg bauen, dann steht der entweder in der Konkurrenz zu einem E-Mobil aus der Koop von Daimler und Renault – oder er ist nichts anders, als das Ergebnis dieser Zusammenarbeit.

Das sich Renault-Nissan erlaubt, in diesem Segment der Minis, zweigleisg zu fahren, kann ich mir nicht vorstellen. Es geht darum, für Elektromobile endlich eine Preisspanne zu erreichen, bei der die Kunden anfangen umzudenken. Das A-Segment ist das am besten geeignete hierfür. Und auch wenn die Allianz Daimler-Mitsubishi damals weniger erfolgreich war – eventuell sehen wir hier eine neue große Zusammenarbeit? Renault-Daimler? Nissan-Mitsubishi und das Bindeglied ist Renault-Nissan?

Die angekündigten 2.24 Millionen Yen sind im übrigen (nach Kurs 8.8.14) 16.479 Euro – klingt nach einem interessanten Kurs für einen Elektro-Smart mit vier Sitzen 😉 

 

 

 

Quellen:
Previous ArticleNext Article
Bjoern
Autos und Motorsport - meine Leidenschaft seit über 20 Jahren. Für mich müssen Autos einfach Spaß machen und wenn ich heute Neuwagen teste, dann habe ich meine eigenen Kriterien die ein Fahrzeug erfüllen muss. Ob mich ein Auto so richtig begeistert hat, könnt ihr hier im Blog herausfinden. Dazu kommen Nachrichten aus der Welt des Automobils und des Motorsports. http://about.me/bhabegger

2 Comments

  1. Danke für deinen Beitrag und deinen Kommentar dazu. Ich finde es wichtig, mehrere Seiten und Ansichten dazu zu hören. Vergessen habe ich den Mietpreis der Batterie nicht, höchstens zu erwähnen. Ich finde es schon entscheidend die Preise entsprechend zu nennen und auch, ob es sich dabei um den Preis mit staatlichen Subventionen oder nicht handelt. Immerhin macht es hier einen großen Unterschied und hinterlässt vor allem bei denjenigen einen falschen Eindruck, die sich nicht jeden Tag mit Fahrzeugen auseinandersetzen.

    Trotzdem danke für deine Ergänzung und die behalte auch ich im Hinterkopf 🙂