Objektiver Autojournalismus

Objektiver Autojournalismus

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Wollt Ihr den „totalen objektiven Autojournalismus“?

Vergesst es. Es gibt keinen objektiven Autojournalismus. Es gibt den höchst ehrenhaften Versuch, seine persönliche Subjektivität nicht als den „Nabel der Welt“, die Nobilität, das höchste Gut der Meinungsbildung verkaufen zu wollen.  „Objektivität“ ist ein süß schmeckender Betrug an der eigenen Fehlbarkeit.

Objektivität als Maßstab ist demnach eine vernachlässigbare Größe. Die Einsicht hierüber findet immer breiteren Zugang, nicht nur bei den Automobil-Hersteller – sondern auch bei den Medienmachern. Obgleich die Bemühungen der letzten verbliebenen Automobil-Magazine in Deutschland gewürdigt werden müssen. Diese „Fachmagazine“ können erreichen, was einzelne Motor-Journalisten oder Blogger nicht können. In aufwendigen Vergleichstest, die Subjektivität auf eine breiteres, leichter nachvollziehbares Podest stellen und mit simplen Punkte-Katalogen für eine nachvollziehbare Beurteilung von Fahrzeugen erstellen.

Objektiv ist jedoch auch diese Methode nicht

Am Ende zählt immer der Konsens der innerhalb einer Redaktion zur Wertung der Punkte und Unterschiede getroffen wird. Für den Leser des Tests ermöglicht diese Vorgehensweise jedoch einen deutlich breiteren Raum zur eigenen Beurteilung der angesprochenen Vor- und oder Nachteile.  Hilfreich und unterhaltsam ganz bestimmt – aber authentisch und glaubwürdiger?

Glaubwürdiger Motor-Journalismus

Glaubwürdigkeit und Authentizität sind die Grundlagen für einen wertvollen Fahrbericht oder Automobilen-Vergleichstest. Fehlen diese Grundlagen, handelt es sich um wertloses Geblubber und genau an dieser Stelle unterscheiden sich Motor-Blogger von ihren Vorgängern, den Motor-Journalisten der Print-Ära. Ein „Blogger“ steht direkt hinter seinem Test. Er kann seine Meinung vertreten und tut dies auch im Dialog mit seinen Lesern. Um es plakativ auszudrücken: Ein Motor-Blogger hat seine Eier noch.

Und noch viel wichtiger: Motor-Blogger leben ganz offen aus, dass es keine objektive Berichterstattung über ein Fahrzeug gibt. Im Gegenteil, je bunter die Meinung, je subjektiver die Beurteilung – desto lebhafter der Fahrbericht.

Mit dieser wunderbar freien Arbeitsmoral, dem puren Spaß am Thema – der Abkehr von der Irrung: dem Berufsstand der Motor-Journalisten wäre nach der Duden-Rechtschreibkontrolle bereits eine wertvolle Bereicherung geschenkt worden –  befreit von den Zwängen der Sprachregelungen in Verlagshäusern, streben die mir bekannten Automobil-Blogger mit sagenhaften, subjektiven Fahrberichten dem Zeitenwandel entgegen.

Startschwierigkeiten

Automobil-Unternehmen die heute noch immer nicht verstanden haben, welche Chancen im digitalen Medienwandel, im Schwund der Verlagshaus-Macht liegt – handeln im Sinne der eigenen Öffentlichkeits-Arbeit grob fahrlässig.

Es wird Zeit die Potentiale der Motor-Blogger Szene weiter zu professionalisieren.  Beide Seiten stehen am Anfang einer neuen Medienarbeit – die heftigen Startschwierigkeiten der letzten Jahre sind behoben.  So langsam darf dann der zweite Gang eingelegt werden. Vollgas auf dem Weg, weg vom zweifelhaften und durchschaubaren Versuch der objektiven Berichterstattung. Kein Mensch erwartet Objektivität in diesem Bereich – Geschichten, Emotionen und authentische Profile werden gesucht.

Objektiver Autojournalismus ist sowas von 1990.

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Bjoern
Autos und Motorsport - meine Leidenschaft seit über 20 Jahren. Für mich müssen Autos einfach Spaß machen und wenn ich heute Neuwagen teste, dann habe ich meine eigenen Kriterien die ein Fahrzeug erfüllen muss. Ob mich ein Auto so richtig begeistert hat, könnt ihr hier im Blog herausfinden. Dazu kommen Nachrichten aus der Welt des Automobils und des Motorsports. http://about.me/bhabegger

8 Comments

  1. Was mich an den Printmedien momentan am meisten stört, ist das sich niemand für eine Linie entscheidet. Wird in einer Ausgabe noch verteufelt, das die Autohersteller die „Klassen“ immer weiter verwischen und sinnlos kreuzen, so wird in der nächsten Ausgabe ein A3 Vario Van genannt, oder noch schlimmer die alte A-Klasse sogar Microvan. Der Hyundai Kleingeländewagen mehrere Ausgaben hintereinander hochgejubelt und auf einmal liest man in einem Vergleichstest in dem selben Blatt: „Warum der Hyundai so einen rasanten Erfolg erlebt, ist uns ein Rätsel….“ Ja, was denn nun? Allerings müssen sich auch manche Autoblogger ein Wort der Kritik gefallen lassen. Den von Dir beschriebenen Dialog lassen viele vermissen. Sie beantworten einfach nie die Kommentare oder Fragen unterhalb ihrer Artikel. Das hinterlässt manchmal schon den Eindruck, das es nur wichtig war, die eigene Meinung über ein Auto zu veröffentlichen und dann: Nach mir die Sinnflut. Wober der Aufwand, mit dem Du Deinen Blog betreibst schon echt aus der Masse heraussticht 😉

    1. Danke 🙂

      Mir macht das Thema einfach Spaß und die Idee des „bloggens“ setze ich schon auch gleich, dass man auf Kommentare einfach eingehen muss. Natürlich in einem sinnvollen Rahmen, aber gerade Fragen und offene Punkte müssen beantwortet werden. Wobei ich auch gerne auf Kritik antworte. Das ist der Dialog, den Medien heute auch führen müssen.