Opel Manta B im Klassiker-Check — Das sind die Problemzonen des Youngtimers

Opel Manta B im Klassiker-Check — Das sind die Problemzonen des Youngtimers

Wer sich einen Opel Manta B zulegen möchte und bei allen Reparaturen auf die Hilfe einer Werkstatt angewiesen ist, muss keine finanzielle Katastrophe befürchten – bis auf wenige Ausnahmen.

Die Wartungskosten für einen Opel Manta B sind sehr erträglich„,findet Roland Barleben. Außerdem hält der Chef des Autohauses Barleben in Lütjenburg in Norddeutschland das Auto für robust. “Das heißt aber nicht, dass nie etwas kaputtgeht„, schränkt er ein. Wer sich für einen Manta B interessiert, stellt zunächst einmal fest, dass es ihn mit verschiedenen Vierzylindermotoren gab, die sich nicht nur im Hubraum unterscheiden, sondern außerdem unterschiedlichen Wartungsaufwand benötigen. Der kleinste Motor hat 1,2 Liter Hubraum und eine seitliche Nockenwelle. Bei diesem OHV-Motörchen (“OHV„ für “Overhead Valves„, also“Über-Kopf-Ventile„) betätigen eine seitliche Nockenwelle, Stößelstangen und Kipphebel die Ventile. Die gängigsten und beliebtesten Aggregate sind die CIH-Motoren, die es mit 1,6,1,9 und zwei Litern Hubraum gab. “CIH„steht für “Camshaft in Head„, was bedeutet, dass die Nockenwelle im Zylinderkopf sitzt. Die Ventile werden über Kipphebel betätigt, das Ventilspiel sollte bei OHV- und CIH-Triebwerken etwa alle 20.000 Kilometer geprüft und justiert werden, was einschließlich einer neuen Ventildeckeldichtung meist sogar für unter 100 Euro machbar ist.

Hydrostößel oder Nockenwelle erneuern

Beim Zweilitermotor mit hydraulischem Ventilspielausgleich entfällt diese Arbeit. “Hier ist lediglich eine Grundeinstellung nötig, wenn die Hydrostößel erneuert werden oder wenn zum Beispiel die Nockenwelle ersetzt wird„, sagt Barleben. Hydrostößel haben auch die später im Manta verwendeten 1,3-und 1,8-Liter-Motoren. Diese warten mit einer obenliegenden Nockenwelle auf, und die wird statt von einer Kette von einem Zahnriemen angetrieben. Der muss natürlich regelmäßig gewechselt werden, doch ist er laut Opel-Spezialist Jan Vetter von Auto Vetter in Wuppertal “in weniger als 45 Minuten getauscht„, was nicht zuletzt an der einfachen Konstruktion liegt. Für den Riemen gibt es noch nicht mal eine Spannrolle. Eine Werkstatt mit geringem Stundensatz kann ihn also für unter 100 Euro tauschen, und so fällt es nicht schwer, dies etwa alle sechs bis acht Jahre erledigen zu lassen. “Alle Motoren sind ähnlich lange haltbar„,weiß Barleben, wobei wir übrigens in dieser Service-Station nicht auf den in exklusiver Stückzahl gebauten Manta 400 mit 2,4-Liter-Motor oder die Irmscher-Modelle eingehen.

Immer ein Thema ist Ölverlust, bei den CIH-Motoren am Ventildeckel oder den Kurbelwellensimmerringen. Laufen am hinteren Kurbelwellensimmerring größere Mengen Öl ins Freie, muss man reagieren, und das kann einige Euro kosten, “weil für die Reparatur das Getriebe ausgebaut werden muss„, so Vetter. Zum Service der Zündanlage gehört natürlich das Ersetzen der Unterbrecherkontakte. Das ist nur dann für kleines Geld machbar, wenn die Unterdruck- und Fliehkraftverstellung funktionieren und die Verteilerwelle nicht ausgeschlagen ist. Fein raus sind Besitzer von Zweiliter-Manta ab Baujahr August 1981, die haben eine kontaktlose Transistorzündung. Für die Gemischaufbereitung kamen im Manta verschiedene Vergaser zum Einsatz,doch keiner davon ist besonders anfällig. Auch die Bosch L- und LE-Jetronic in den E-Versionen macht üblicherweise keine Probleme. Bestimmte Ersatzteile dafür, falls sie denn mal benötigt werden, sind aber nicht billig. So kostet ein Luftmengenmesser an die 500 Euro.

Probleme mit dem Steuergerät

Manchmal strapazieren bei diesen Modellen auch schon mal kleine, altersbedingte Schäden die Nerven – Schäden, die nicht immer auf die Schnelle zu lokalisieren sind, “etwa wenn Stecker oder Kabel korrodiert sind„, nennt Barleben ein Beispiel. Er kann sich ferner daran erinnern, dass es zur Bauzeit der Wagen öfter mal Probleme mit dem im Fußraum untergebrachten Steuergerät gab, wenn es mit Feuchtigkeit etwa bei einer undichten Scheibe in Berührung kam. Bei den Einspritzermodellen gehört übrigens alle 40.000 Kilometer ein Wechsel des Kraftstofffilters zum Serviceplan (Kosten etwa 45 Euro), was gerne vergessen wird. Klein bleiben normalerweise auch die Kosten, wenn etwa ein Wechsel des Kühlwasserthermostats ansteht. Und selbst für das Erneuern der Wasserpumpe, die laut Barleben gerne mal undicht ist, fallen meist weniger als 200 Euro an.

Eine am Manta B vergleichsweise teure Reparatur ist ein Wechsel der Kupplung, was je nach Modell über 400 Euro kosten kann. Defekte Schaltgetriebe, speziell die Viergangausführungen, lassen Manta-Besitzer aus Kostengründen nur selten überholen, hier ist der Einbau eines gebrauchten Aggregats durchaus üblich. “Und bei Automatikmodellen sollte man daran denken, dass deren Getriebe eine regelmäßige Wartung braucht„, betont Vetter. Dazu gehören zum Beispiel alle 40.000 Kilometer ein Ölwechsel und das Ersetzen des Ölsiebs (um 90 Euro).

Langlebige Kraftübertragung

Obwohl auch die Kraftübertragung des Opel zur robusten Sorte gehört, sollte man mit zunehmendem Alter die Kreuzgelenke der Kardanwelleim Auge behalten. Eine Besonderheit bei vielen Opel-Fahrzeugen, so auch beim Manta, ist die Hinterachsverlängerung. Dabei handelt es sich um eine in einem Rohr geführte Welle im Anschluss an die Kardanwelle, die ihre Kraft über ein verzahntes Endstück auf das Ausgleichsgetriebe überträgt. Die Hinterachsverlängerung ist durch ein Gummilager mit einer Traverse am Unterboden verbunden, das mit der Zeit altert. Außerdem gehört ein Kugellager zur Konstruktion, das bei fortgeschrittenem Verschleiß “lastabhängig zu jaulen beginnt„, weiß Barleben. Kugellager und Gummi sollten sich für unter 200 Euro erneuern lassen.

Wo wir gerade bei Geräuschen sind: Ein ständiges Jaulen im Heckbereich ist meist ein Hinweis auf ein verschlissenes Hinterachsgetriebe, dessen Gehäuse zudem oft undicht ist. Das Überholen der Hinterachse müssen selbst die vielen Hobbyschrauber in der Manta-Szene einer Fachwerkstatt überlassen, weil dazu entsprechende Literatur und Messwerkzeug nötig sind. Stefan Brinkmann vom Youngtimer-Service Nord in Wattenbek südlich von Kiel bietet beispielsweise diesen Service an. Für die Komplettrevision einer Hinterachse muss man mit etwa 1.500 Euro rechnen. Was das Fahrwerk angeht, könnten an der Hinterachse ein Austausch der Gummis des Panhardstabs fällig werden, was nicht viel kostet. Müssen alle Hinterachsgummi ersetzt werden, fallen gut 300 Euro an Ausgaben an. An der Vorderachse müssen gelegentlich die Traglager oder die Spurstangengelenke erneuert werden.

Opel Manta B bei Tunern beliebt

“Nicht vergessen sollte man, dass die Manta B beliebte Tuningobjekte waren„, gibt Vetter zu bedenken. Spurverbreiterungen und extrem breite Räder können den Verschleiß der Fahrwerksteile, aber auch der Radlager merklich beschleunigen. Wer etwa beide hinteren Radlager ersetzen lassen muss, wofür der Arbeitsaufwand deutlich höher ist als für einen Wechsel der vorderen, muss dafür sein Konto um über 400 Euro erleichtern. Sind neue Stoßdämpfer fällig, kann man zwischen Öldruck- und Gasdruckausführungen wählen. Vier neue Öldruckdämpfer gibt es schon ab etwa 280 Euro, während man für die Gasdruckversion rund 400 Euro investieren muss. “Ist die Zahnstangenlenkung verschlissen, muss man nach einem Gebrauchtteil suchen, denn die ist nicht mehr lieferbar„, sagt Barleben. Doch dieses Problem kommt zum Glück selten vor.

Zum Schluss noch ein Blick auf die Bremsanlage. Alle Manta haben vorne Scheiben- und hinten Trommelbremsen. Der Belagwechsel vorne geht schnell und ist für etwa 90 Euro machbar. Die Bremssättel kann man für etwa 150 Euro überholen lassen (ohne Montage). Ein Wechsel der Trommelbremsbeläge ist teurer (180 Euro), man sollte dabei auch den Radbremszylinder und die Trommel checken. Grundsätzlich steht aber fest: Wer einen Klassiker mit überschaubaren Kosten für Wartung und Technikreparaturen sucht, ist mit einem Manta B gut bedient.

Quelle: http://www.auto-motor-und-sport.de/news/klassiker-check-opel-manta-b-die-schwachstellen-im-detail-12367318.html

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Infiniti QX50 — Mittelklasse-SUV mit Super-Motor

Die Nissan-Nobeltochter Infiniti renoviert ihre Mittelklasse-SUV-Baureihe QX50. Auf der L.A. Autoshow debütiert das gänzlich neue Mittelklassemodell mit revolutionärer Motortechnik.

Bereits 2016 hatte die Nissan-Nobeltochter Infiniti-Fans an der Zukunft des QX50 schnuppern lassen, als man das Infiniti QX Sport Inspiration Concept gezeigt hatte. Auf der Detroit Motor Show 2017 wurde der neue Mittelklasse-SUV weiter konkretisiert. Das QX50 Concept gab sich seriennah. Wie seriennah das Concept bereits war, zeigt die Weltpremiere des neuen QX50 jetzt auf der L.A. Autoshow.

Technik für autonomes Fahren

Zu Technik wurde seinerzeit noch nicht viel verraten. Mittlerweile ist aber klar: Im neuen SUV wird aber der neue Zweiliter-Vierzylinder-Turbobenziner mit variabler Kompression debütieren und mit einem CVT-Getriebe zusammenarbeiten. Die Leistung soll bei 272 PS und 380 Nm liegen. Die neue Plattform ist primär auf Vorderradantrieb ausgelegt, optional wird der Nissan QX50 aber auch mit Allradantrieb angeboten werden. Zudem wird der neue SUV mit einem „autonom-Fahren“-Technik-Paket gespickt, das demnächst in weiteren Serienmodellen angeboten werden soll. Zusammengefasst werden die Assistenzsysteme unter dem Namen ProPilot. Für den Spurt von Null auf 98 km/h geben die Japaner zwischen 6,3 (AWD) und 6,7 (FWD) Sekunden an. Die Höchstgeschwindigkeit soll bei 230 km/h liegen.

Der Kofferraum des QX50 soll dank längsverschiebbarer Rückbank zwischen 895 und 1.048 Liter Gepäck (US-Norm) schlucken können. Werden die Rücksitze umgelegt, so soll das Ladevolumen sogar bis auf 1.699 Liter anwachsen.

Beim Design des 4,69 Meter langen, 1,68 Meter hohen und 1,90 Meter breiten Infiniti QX50 (Radstand: 2,80 Meter) haben die Japaner dabei die neue Designlinie der Marke erstmals auf ein SUV-Modell übertragen. Kräftige Formen werden mit fließenden Linien kombiniert. Der Innenraum hat sich organischen Formen verschrieben, die sich optional mit Leder auf den Sitzen sowie Alcantara an den Türbrüstungen und am Dachhimmel zu einem Luxusambiente paaren. Dazu gibt es Edelhölzer und Aluminiumapplikationen. Auf der Mittelkonsole sitzt der obligatorische Touchscreen, der zahlreiche Bedienfunktionen bündelt. Den Mitteltunnel teilen sich der Automatikwählhebel und ein Dreh-Drück-Controller.

Der neue Infiniti QX50 soll noch in 2017 in das Modellprogramm aufgenommen werden. Seine Premiere feiert der QX50 auf der L.A. Autoshow 2017. In den USA kommt er Anfang 2018 in den Handel, in Europa erst im Herbst 2018. Gebaut wird der QX50 im Daimler-Nissan-Gemeinschaftswerk in Mexiko.

In der Fotoshow zeigen wir noch den Infiniti QX50 Concept.

Quelle: http://www.auto-motor-und-sport.de/news/infiniti-qx50-daten-infos-marktstart-preis-1045203.html

Karlmann King Stealth SUV — V10-Kampfbomber für Ölscheichs

Auf der Dubai Motorshow hat der chinesische Tuner Karlmann King sein Stealth-SUV vorgestellt. Das Riesen-SUV setzt auf Ami-Technik und einen 370-PS-V10

Wenn man Autos verkaufen möchte, die auf den ersten Blick verhältnismäßig sinnfrei, aber exorbitant teuer sind, ist Dubai eine gute Adresse. Die Dubai Motorshow im November bringt neben den üblichen Protz- und Prunk-Gefährten für Menschen mit überquellenden Bargeldreserven auch regelmäßig Fahrzeuge ins Rampenlicht, die noch abgefahrener sind als die üblichen Verdächtigen. Auf den Karlmann King trifft das zweifelsfrei zu.

Erdacht wurde der Karlmann King von der chinesischen Firma IAT, die üblicherweise Ford-Offroader für den chinesischen Markt mit viel Bling-Bling „veredelt“. Entsprechend ist auch die Basis des im Design eines Tarnkappenbombers gehaltenen Mega-SUV eine sehr amerikanische, denn unter dem Karlmann King steckt die Plattform des Riesen-Pickup Ford F-450 Superduty. Das bedeutet neben dem Leiterrahmen auch zwei Starrachsen, also robuste Lkw-Technik mit Durchsetzungswillen im Gelände.

V10-Benziner mit 367 PS

Gefedert wird mit Luftfeder-Elementen, was trotz der archaischen Starrachsen einen gewissen Fahrkomfort vermitteln dürfte. Als Antrieb dient der damalige Top-Benziner der Baureihe, ein V10 mit 6,8 Liter Hubraum und 367 PS. Der erscheint auch notwendig, denn das Ungetüm (5,99 Meter lang und jeweils 2,48 Meter breit und hoch) ist nicht gerade ein Leichtgewicht. Im Standard-Trimm bringt der Karlmann King bereits 4,5 Tonnen auf die Waage, bei der optional angekündigten schussfesten Variante sollen es rund 6,5 Tonnen werden.

Wie für die angepeilte Kundschaft üblich wurde neben dem abgefahrenen Karosseriedesign vor allem der Innenraum sehr extravagant gestaltet. Barocke Farben und Formen mit ausreichend Gold-Verzierungen in verschiedenen Stilen stehen zur Auswahl. Der schwerreiche Besitzer kann vom Rücksitz aus wesentliche Funktionen per Mobiltelefon-App steuern, neben der Klimatisierung auch die Beleuchtung, den Kühlschrank und die Kaffeemaschine.

Karlmann King kostet 1,6 Millionen Euro

Wesentliche Unterhaltungselektronik ist natürlich auch an Bord, neben einem Video-System gibt es gegen Aufpreis auch Satelliten-TV und -Telefonanbindung, eine Spielkonsole und eine wattstarke Soundanlage. Richtig follt unterwegs ist der Karmann King allerdings nicht, bei 140 km/h ist Schluss mit Beschleunigung. Dafür ist das Auto laut Hersteller in Temperaturregionen zwischen -40 und +90 Grad Celsius funktionsfähig. Und was kostet der Spaß? Umgerechnet rund 1,6 Millionen Euro, ohne Extras.

Quelle: http://www.auto-motor-und-sport.de/news/karlmann-king-stealth-suv-kampfbomber-fuer-oelscheichs-736894.html