Paul Walkers Tochter beendet Rechtsstreit mit Porsche — Vierter Todestag des Fast and Furious Stars steht bevor

Paul Walkers Tochter beendet Rechtsstreit mit Porsche — Vierter Todestag des Fast and Furious Stars steht bevor

Am 30. November 2013 verunglückte Schauspieler Paul Walker, 40 Jahre junger Star der Fast-and-Furious-Filmreihe, tödlich. Noch heute erinnert eine Gedenkstätte an den Unfall. Kurz vor dem vierten Todestag hat seine Tochter jetzt den Rechtsstreit mit Porsche beendet.

Die 18-jährige Meadow Walker hat ihre Klage gegen den Sportwagenhersteller Porsche laut der US-Website „E!-News“ zurückgezogen. Dem Konzern hatte die Tochter des Filmstars vorgeworfen, vermeintlich bekannte Konstruktionsmängel fahrlässig in Kauf genommen zu haben. Bei dem Unfallauto handelte es sich um einen Carrera GT, in dem laut Meadow ihr Vater auf dem Beifahrersitz verbrannt sei, weil er eingeklemmt war. Jetzt haben sich Porsche und Walker außergerichtlich geeinigt. Auch die Witwe des Fahrers (Roger Rodas) hatte den Automobilhersteller verklagt, scheiterte damit allerdings bereits 2016 vor einem kalifornischen Gericht.

Die Gedenkstätte für Paul Walker

Der Asphalt am Übergang vom Kelly Johnson Parkway zur Hercules Street in Valencia (Ortsteil von Santa Clarita, nördlich von Los Angeles) ist schwarz vor Gummi. Paul Walkers Freund und Finanzberater Roger Rodas war hier mit seinem Porsche Carrera GT an diesem Samstag vor drei Jahren um 15:26 Uhr viel zu schnell unterwegs: Laut polizeilichen Ermittlungen fährt er zwischen 130 und 150 km/h – erlaubt sind hier 72 km/h (45 Meilen pro Stunde). Das ihm gut bekannte Gewerbegebiet muss den pro-am-Rennfahrer dazu eingeladen haben: zwei Spuren in beide Richtungen, kaum Verkehr.

Kurz vor dem Unfallort befindet sich eine bei Driftern beliebte Kurve. Aber erst danach, auf gerader Strecke, verliert Rodas die Kontrolle über seinen serienmäßig 612 PS starken Supersportwagen – er ist mit selten gefahrenen, gut neun Jahre alten Reifen unterwegs und die nachgerüstete Abgasanlage hat wahrscheinlich die Leistung des Supersportlers noch erhöht. Roger Rodas kennt sich mit High-End-Sportwagen bestens aus: Er ist Chef von Always Evolving, einer in Valencia ansässigen Firma, die Supersportwagen tunt – und die Paul Walker gehört.

Modellauto auf dem Baumstumpf

Der Carrera GT, leer 1.380 Kilogramm leicht, weil mit viel Kohlefaser gebaut, ohne ESP und in seinem ersten Verkaufsjahr 2003 schon über 450.000 Euro teuer, kracht erst in einen Laternenmast, dann in mehrere Bäume. Das Wrack geht in Flammen auf, Roger Rodas und sein Beifahrer Paul Walker sterben noch an der Unfallstelle – laut Autopsiebericht wahrscheinlich noch bevor das Feuer ausbricht. Beide Insassen waren laut Polizeibericht höchstwahrscheinlich angeschnallt, nicht unter dem Einfluss von Alkohol oder anderen Drogen und die Airbags des Carrera GT hatten ausgelöst.

Die Unfallstelle ist leicht zu übersehen – schließlich ziehen sich die Burnout- und Donut-Spuren mehrere hundert Meter lang. „Manchmal liegen dort rote Blumen.“, sagt uns eine junge Frau, die gerade vom Training im nahegelegenen Legacy Volleyball Club kommt. Diesmal sind keine Blumen da. Einer der Bäume, an dem der Carrera GT zerschellte, musste abgesägt werden. Auf seinem Stumpf hat ein Fan ein Nissan-Skyline-Modellauto platziert. Viele Unterschriften zieren den Stumpf und ein Tuning-Fan hat einen Snap-on-Schraubenzieher in den Boden neben dem Stumpf gesteckt. Ein anderer Fan hat seine Armbanduhr geopfert und an den Stumpf gehängt. Außerdem liegen Ein-Cent-Münzen verstreut im Sand. Und nicht nur US-Fans scheinen die Unfallstelle regelmäßig aufzusuchen.

Unterschriften auf dem Bordstein

„R.I.P. Paul Walker“ – der Bordstein vor dem Baumstumpf ist mit handgeschriebenen Trauerbekundungen überzogen. Fans aus Österreich, der Schweiz und Deutschland haben sich hier verewigt. Die ganz schnellen haben die Fläche um den Laternenmast genutzt. Anscheinend musste der Mast mit einem neuen Fundament versehen werden – im noch frischen Zement haben Fans ihre Trauer zum Ausdruck gebracht. In der halben Stunde unseres Besuches am Gedenkort kam nur eine Handvoll Fahrzeuge auf der immer noch neu wirkenden Hercules Street entlang. Unter anderem ein Nissan GT-R und ein Porsche Cayenne Turbo. Beide fuhren sehr schnell vorbei, drehten am Ende der Straße um und rasten laut röhrend wieder zurück. Der Geist von zu schnellem Fahren wird am Übergang vom Kelly Johnson Parkway zur Hercules Street am Leben gehalten.

In Folge des Unfalls verklagte Roger Rodas Witwe Kristine Porsche. Angeblich sei der Cayenne GT ein unsicheres Auto und der deutsche Hersteller damit Schuld am Tod ihres Mannes. Das Gericht entschied, dass Porsche keinerlei Schuld am Tod von Roger Rodas und Paul Walker trifft. Die Entscheidungen in den Klagen von Paul Walkers Vater Paul III und Walkers Tochter Meadow gegen Porsche sind noch anhängig. Als Entschädigung erhielt Tochter Meadow 10,1 Millionen Dollar (umgerechnet zirka 9,5 Millionen Euro) aus dem Nachlass von Roger Rodas, da Rodas den Unfallwagen steuerte. Fast and Furios 7, während dessen Dreharbeiten Paul Walker starb, wurde mithilfe von Walkers 15 und vier Jahre jüngeren Brüdern Cody und Caleb und unter Einsatz von viel moderner Animationstechnik zu Ende gedreht.

Paul Walkers letzte Ruhestätte befindet sich im Forest Lawn Memorial Park in den Hollywood Hills.

Quelle: http://www.auto-motor-und-sport.de/news/paul-walker-unfall-memorial-gedenkstaette-fast-and-furious-11600305.html

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