Pirelli Cinturato P7 Blue – Erste Fahrt

Pirelli Cinturato P7 Blue – Erste Fahrt

„Reifen testen?“

Als mich der Anruf von Pirelli erreichte, war ich erst ein Mal ein wenig irritiert. Wie habe ich mich denn bitte dafür qualifiziert? Egal. 😉 Reichweite und Glaubwürdigkeit „matters“ und so war es für mich keine Frage, natürlich würde ich zum „Reifen testen“ fliegen. Also bitte. Wann darf man schon mal ohne Rücksicht auf das schwarze Rund ordentlich um die Ecken fliegen?

Im Rahmen des Formel 1 GP in Valencia bekam ich die Möglichkeit, den neuen Pirelli Cinturato P7 Blue zu testen. Und weil Pirelli keine langweilige kleine Firma ist und man mit dem F1-Engagement und dem 25 Jährigen Jubiläum des Sport-Reifens P-Zero zusätzliche Programmpunkte zu bieten hatte – war das gesamte Reifen-Event ein grandiose Veranstaltung. Und am Ende flog ich nach Hause und war in 2 Punkten deutlich klüger: Zum einen: Es gibt ein EU Reifen-Label und zum anderen ist Pirelli der erste Hersteller der einen Reifen anbieten kann, der mit „Doppel A“ die Bestwertung erreicht.

Pirelli Cinturato P7 Blue

Präsentiert wurde der Cinturato sowohl im trockenen, auf einer 200km langen Teststrecke über spanische Straßen die  Autobahnen, Landstraßen als auch kleine Serpentinen-Strecken enthielt. Zum anderen konnten wir auf einer Rennstrecke nahe Valencia (Ricardo Tormo) die Nass-Eigenschaften erfahren. Hierfür wurde von Pirelli ein Teil der Rennstrecke künstlich bewässert.

Der neue Pirelli Cinturato P7 blue – Reifen mit Doppel A Label

Nun bin ich kein Reifentester – gleichwohl habe ich in meinem Leben doch schon den ein oder anderen Euro für Reifen ausgegeben und mein Schwerpunkt lag immer auf den Premium-Reifen von Michelin, Continental, Dunlop und Pirelli. Nur auf meinem Slalom-Golf hatte ich einige Zeit den Toyo Proxess (1998). Ich bilde mir daher ein, den Unterschied zwischen einem guten und einem schlechten Reifen durchaus erfahren zu können und auch den Einfluss auf die Fahrdynamik und den Komfort zu spüren.

Was ich natürlich nicht kann, ist einen Reifen – solo – ohne die Möglichkeit für Vergleichsfahrten mit anderen Reifen, in seiner Qualität zu beurteilen. Hierfür hatte Pirelli aber auch zusätzliche Experten eingeladen, die vermutlich deutlich eindeutigere Schlüsse aus den Testfahrten ziehen konnten.

Im nassen konnte ich den Reifen sowohl auf einer Alfa Romeo Giulia mit Frontantrieb, als auch mit einem SLK200 mit Automatik und Heckantrieb erfahren. Da ich keine 1:1 Tests mit anderen Fahrzeugen fahren konnte, wage ich nur eine vorsichtige Einschätzung. Auf der Giulia gefiel mir der Reifen mit einer klar definierten Haftgrenze und einem unproblematischen Verhalten im Grenzbereich.  Beim einlenken gefiel mir die klare Rückmeldung über die anliegende Haftung – überzog man die Lenkung oder beschleunigte zu stark, spürte man den Abriss der Haftung sehr deutlich – allerdings kam der Reifen mit Rücknahme des Gaseinsatzes sofort zurück. Hierbei hatte die Alfa Romeo Giulia nur in einer Kurve, mit starkem Gummiabrieb belegt,  Lust auch mal mit dem feschen Hintern auszuschwenken.

Selbst dem besten Reifen, setzt die Physik die Grenzen!
Selbst dem besten Reifen, setzt die Physik die Grenzen!

Ein weniger differenziertes  Bild auf dem Heckangetriebenen SLK. 

Um die Haftgrenze und die Eigenreaktion des Fahrzeuges zu erfahren, hab ich das ESP natürlich erst ein Mal auf „standby“ geschaltet. Auf der Vorderachse konnte der Cinturato P7 mit klarer Haftgrenze und definiertem Einlenkverhalten auf der nassen Teststrecke glänzen. Die Hinterachse war zwar per Gasstoß jederzeit aus der Haftung zu holen, jedoch überraschte mich der SLK mehrmals mit zickigen Reaktionen. In wie weit das dem Reifen, oder dem SLK geschuldet ist – ich kann es nicht sagen. Interessant in diesem Zusammenhang nur, der aktuelle Testwagen vor dem Haus ist ein SLK250cdi und der hat es auch nicht so mit der Haftung auf der Hinterachse.

[EDIT: Mir fällt gerade auf, der SLK auf dem Bild hatte silberne Felgen – demnach waren auf dem SLK Pirelli P Zero montiert. Peinlicher Fehler meinerseits. Das erklärt natürlich auch das zickigere Fahrverhalten auf Nässe und den schmalen Grenzbereich. *Kopf/Tischkante* Oh mann – da war ich wohl vom Aventador fahren noch so geflashed, das ich das nicht mitbekommen habe! Fuck!]

Die 200km lange Testfahrt auf trockenem Asphalt konnte ich mit einem Audi A5 3.0TDI quattro Sportback zurück legen. Pirelli wollte auf dieser Teststrecke vor allem auf die gesteigerten Komfortmerkmale des neuen Reifen hinweisen. 😉 Da hätte ich wohl ein anderes Auto wählen müssen. Einen A5 3.0 TDI mit Reifen in Seriengröße kann man ganz sicher keinen Mangel an Komfort vorwerfen. Und weil auf der Strecke natürlich die spanischen Tempolimits eingehalten wurden – kenne ich auch den Grenzbereich des Reifen nicht. 😉 Aber ich darf sagen: Es war eine vorzügliche Ausfahrt, mit einer geilen Streckeführung, einem grandiosen Reisefahrzeug und vermutlich war der Reifen schlichtweg grandios – nur ich Grobmotoriker habe es nicht richtig mitbekommen.

200km  Testfahrt mit dem A5 TDI quattro
200km Testfahrt mit dem A5 TDI quattro

Da ich aber sonst über jeden Mangel stolpere – gehe ich davon aus, das der Reifen in der Tat gehalten hat, was versprochen wurde.

Das EU-Reifenlabel.

Das besondere am neuen Cinturato P7 Blue ist eigentlich auch etwas, was man nur schwer direkt erfahren kann. Denn der neue Premium-Reifen von Pirelli ist der erste Reifen der im neuen EU-Label zweimal die Wertung „A“ bekam. Was, warum und wieso – erstmal ein paar Worte zu diesem „Reifenlabel“:

2008 hat die EU-Kommision einen Vorschlag erarbeitet, der sich mit dem  Thema Energieeffizienz von Produkten, Gebäuden und Dienstleistungen beschäftigt hat. Herauskam für Autoreifen ein EU-Reifenlabel das nun ab dem 1. November 2012 für alle neue Reifen verpflichtend wird. Die Grundidee für dieses Label und die Hilfe, die uns Verbrauchern mit diesem Label gegeben wird, ist erst einmal gut.

So lässt sich auf einen Blick die Qualität des Reifen im Bereich: Rollwiderstand, Nasshaftung und Geräuschemission erkennen.  Eigentlich total genial – so kann man sehr schnell erkennen und leicht vergleichen, welcher Reifen, welche Qualitäten hat. Dummerweise besitzen Reifen jedoch noch mehr – oder anders, sie sollten noch mehr Talente besitzen.  Wichtig wäre zum Bsp. die Aquaplanining-Geschwindigkeit, die Fahrstabilität, die Lebensdauer und natürlich die Lenkpräzision.

Aber es ist ein Anfang und Pirelli ist mit dem neuen Cinturato P7 Blue der Coup gelungen, den ersten A/A Reifen auf dem Markt anbieten zu können. Chapeau!  Denn: Ein A in der Nassbrems-Klassifizierung bedeutet zum Bsp.: ein bis zu 2.6 Meter kürzeren Bremsweg als ein Reifen mit einem B auf dem Label. Und je besser in der Rollwiderstand, desto geringer der Kraftstoffverbrauch.

 

 

 

 

 

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Autos und Motorsport - meine Leidenschaft seit über 20 Jahren. Für mich müssen Autos einfach Spaß machen und wenn ich heute Neuwagen teste, dann habe ich meine eigenen Kriterien die ein Fahrzeug erfüllen muss. Ob mich ein Auto so richtig begeistert hat, könnt ihr hier im Blog herausfinden. Dazu kommen Nachrichten aus der Welt des Automobils und des Motorsports. http://about.me/bhabegger

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Aston Martin Vanquish Zagato Shooting Brake — Extrem sportlicher und edler Ladewagen

Nur 99 Exemplare baut Aston Martin von ihm: Der Vanquish Zagato Shooting Brake könnte aus dem Stand heraus zum Sammlerstück werden. Laut Aston Martin Chief Creative Officer Marek Reichman ist die Nachfrage nach dem Wagen größer als das Angebot.

Der neue Aston Martin Vanquish Zagato Shooting Brake gehört zu einer Gruppe von 325 Fahrzeugen. Schließlich baut Aston Martin auch noch 28 Vanquish Zagato Speedster, 99 Vanquish Zagato Coupés und 99 Vanquish Zagato Volante. Die in Kooperation mit dem italienischen Designbüro entwickelten Vanquish-Modelle basieren auf dem Vanquish S, sind also mit 592 PS aus einem 5,9-Liter-V12-Sauger unterwegs. Das elektronische Dämpfersystem soll an die Eigenschaften jeder Karosserievariante individuell angepasst worden sein.

Der Shooting Brake kommt ausschließlich als Zweisitzer auf den Markt. Das Dach des sportlichen Transportwagens bekommt von Zagato den sogenannten Double Bubble – zwei Wölbungen über den Köpfen der Insassen. Das Double Bubble ist mit verglasten Lichteinlässen versehen die helfen sollen, den Innenraum mit Tageslicht wohnlicher zu machen. Die Heckklappe gibt beim Öffnen den Blick auf ein luxuriöses Kofferraum-Abteil frei, für das ein Maßgepäck-Set zur Verfügung steht.

Edle Tradition zwischen Aston Martin und Zagato

Innen gibt der Vanquish Zagato Shooting Brake ganz den Aston Martin: Feinmaschiges Karbon spannt sich über die Oberflächen, die Drehknöpfe bestehen aus Bronze und natürlich steht auch eine edle Vollleder-Ausstattung zur Verfügung.

Die Kooperation von Aston Martin und Zagato hat eine lange Tradition: Bereits beim DB4 GT Zagato von 1960 haben die Engländer mit den Italienern zusammengearbeitet. Der neue Vanquish Zagato Shooting Brake wird ab 2018 gebaut, die Preise hat Aston Martin noch nicht bekanntgegeben.

Noch seltener: Der teure Speedster

Der Aston Martin Vanquish Zagato Speedster ist mit seinem Purismus das Gegenteil der Shooting-Brake-Variante: Die Speedster-Frontscheibe neigt sich flacher in den Wind und direkt hinter den Passagieren ziehen sich sogenannte Airdomes nach hinten. Auf der Heckklappe soll sich ein ausfahrbarer Spoiler um eine optimale Aerodynamik kümmern. Eigenständige Außenspiegel und eine individuelle Heckabrisskante grenzen den Speedster zusätzlich von seinen Zagato-Modellgeschwistern ab. Front- und Seitenschweller sind ebenfalls neu und ganz unten entsorgt eine Vierrohr-Abgasanlage die Verbrennungsrückstände des Zwölfzylinder-Motors. Luftverwirbelungen minimiert ein aus Karbon gefertigter Heckdiffusor. Vor Wind und Wetter schützt ein Notverdeck – das wiegt kaum etwas und hilft so, den Schwerpunkt des Speedsters tief zu halten.

Von den 25 Zagato Speedster baut Aston Martin 18 als Links- und sieben als Rechtslenker. Und das die Wagen Begehrlichkeiten wecken, hat Aston Martin natürlich im Preis berücksichtigt: Während ein Zagato Volante bereits mit umgerechnet zirka 725.000 Euro zu Buche schlug, wird für den Speedster wohl mit 1.450.000 Euro das Doppelte fällig.

Quelle: http://www.auto-motor-und-sport.de/news/aston-martin-vanquish-zagato-shooting-brake-2017-12455415.html

Abt VW Arteon — R-Version vom Tuner

Bei VW gibt es ab Werk vom Arteon keine R-Version. Tuner Abt Sportsline aus Kempten im Allgäu füllt die Lücke mit einer 336 PS starken Tuning-Version.

Bei VW rollt der Arteon mit maximal 280 PS und 350 Nm aus einem Zweiliter-Vierzylinder-Turbobenziner an den Start. Gegen Aufpreis ist der Arteon auch mit einem R-Line-Paket für Exterieur und Interieur zu haben. Nur eine echte R-Version mit mehr Leistung gibt es bei den Wolfsburgern nicht.

Abt schafft hier Abhilfe. Mit einer Zusatzbox zur Motorsteuerung legt der Vierzylinder auf 336 PS und 420 Nm zu. Damit soll der Fronttriebler in 5,4 Sekunden von Null auf 100 km/h spurten und eine Höchstgeschwindigkeit von 255 km/h erreichen.

Felgen in 19, 20 oder 21 Zoll Durchmesser

Auch im Bereich Fahrwerk hat Abt nachgelegt um den Arteon noch etwas sportlicher zu machen. Kürzere Federn senken den Schwerpunkt ab und lassen die neuen Felgen noch besser zur Wirkung kommen. Neue Felgen? Abt hält für den VW Arteon 19 Zöller mit 245/40er Reifen bereit. Alternativ können auf den Arteon auch Felgen im Durchmesser von 20 oder 21 Zoll montiert werden, die dann mit Reifen der Größe 245/35 – 20 oder 245/30 – 21 bestückt werden. Die Preise für die Komplettradsätze starten bei 3.839 Euro.

Aerodynamikkomponenten für den VW Arteon führt Abt noch nicht im Programm.

Quelle: http://www.auto-motor-und-sport.de/news/abt-vw-arteon-r-version-vom-tuner-8500844.html