PSA zwingt Opel zum strikten Sparkurs — Großer SUV und Mokka-X-Nachfolger gestrichen

PSA zwingt Opel zum strikten Sparkurs — Großer SUV und Mokka-X-Nachfolger gestrichen

Der neue Mutterkonzern PSA hat Opel zum strikten Sparkurs verdonnert. Die Frist für die Ausarbeitung eines konkreten Plans läuft im November aus, doch es gibt bereits einige Details. So wird es beispielsweise keinen großen SUV geben.

CO2-Flottenziel, Effektivität, Elektrostrategie – PSA-Chef Carlos Tavares lässt kaum ein gutes Haar an Opels Status Quo. Die neue Konzernmutter fordert einen strikten Sparplan von dem deutschen Autobauer, doch konkrete Aussagen zu Stellenstreichungen oder Werksschließungen gab es bislang weder von Tavares noch vom neuen Opel-Chef Michael Lohscheller. Nach Informationen des „Manager Magazin“ ist dagegen bereits bekannt, dass es keinen großen SUV auf Insignia-Basis geben wird. Auch ein direkter Mokka-X-Nachfolger soll dem Rotstift zum Opfer fallen. Grund dafür sind teure Lizenz-Gebühren, die für GM-Technologie bezahlt werden müssten. Der neue Corsa wird daher bereits auf einer PSA-Plattform entstehen.

Umstellung auf PSA-Plattformen

Ein weiterer Grund für die Technik-Umstellung lautet: 92,6 Gramm. Das ist der für 2021 angestrebte CO2-Flottendurchschnitt für PSA inklusive Opel. Dafür haben die Franzosen bereits Plattformen entwickelt, die sowohl Verbrenner, als auch Hybride und reine Elektroautos tragen können. Vier von fünf PSA-Modelle sollen bis 2023 elektrisch unterwegs sein. Die Elektrostrategie von Opel hält Tavares dagegen für gescheitert. Nicht zuletzt deshalb läuft der Technologietransfer auf Hochtouren. Die Entwicklungsteams arbeiten hervorragend zusammen und beschleunigen den Transfer, wie es in einem Brief von Lohscheller heißt, der der Mainzer Allgemeinen Zeitung vorliegt.

Die 19.000 deutschen Opel-Jobs sind bis Ende 2018 tariflich gesichert. Bei der britischen Tochter Vauxhall sieht es da schon finsterer aus. 25 Prozent der 1.600 Beschäftigten im Astra-Werk Ellesmere Port sind vom Stellenabbau betroffen. Analysten gehen laut dpa sogar bereits von der Schließung des Werks aus. Bis zu zwei weitere Werke in Europa könnten folgen, sofern PSA keine zusätzlichen Kapazitäten für eine der anderen Marken benötigt. Im Zeitraum von 2011 bis 2016 hat PSA die Belegschaft bereits um mehr als ein Viertel auf rund 90.000 Mitarbeiter eingedampft, um die Produktivität zu steigern. Nachteile in der Opel-Produktivität sieht man bei dem deutschen Hersteller in den überkomplexen GM-Fahrzeugarchitekturen und Prozessvorgaben. Auch bei der IG Metall und im Betriebsrat hofft man auf Wachstum durch kostengünstiger produzierte Autos, anstatt durch Kündigungen.

Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer kommt allerdings zu dem Schluss, dass Opel 6.000 Mitarbeiter zu viel beschäftigt – sofern man die PSA-Produktivitätsmaßstäbe anlegt. Wie genau die Sanierungsmaßnahmen für die Rüsselsheimer aussehen werden, zeigt sich in den nächsten Wochen.

Quelle: http://www.auto-motor-und-sport.de/news/opel-psa-sparkurs-mokka-x-suv-gestrichen-12788580.html

Aktuelle Suchanfragen:
Previous ArticleNext Article