Rolls-Royce Phantom Serie II DHC

Rolls-Royce Phantom Serie II DHC

460 PS und 720 Newtonmeter können einem Cabriolet jede Menge Frischluft liefern. Das achtlagige Verdeck hat sich unter der Edel-Planke aus Teakholz zur Ruhe gefaltet. Man sitzt nun unter freiem Himmel und inspiziert erst einmal die nähere Umgebung. Das Leder, von bayrischen Rindern, ist eine haptische Wohltat. Die Nähte sitzen wie angegossen und wer die Beine übereinander schlagen will, kann das gerne tun. Es sei denn, er spielt in der Über-2-Meter-Liga. Ob man nun im Fond oder weiter vorn sitzen will, ist eigentlich reine Geschmacksache. Die Loge, also die hinteren Plätze, sind reich an Panorama und frischem Wind. Ein Kopftuch oder ein feiner Schal sind angeraten, man geniesst die Sommerfrische im Cabrio. Die volle Oben-Ohne-Dröhnung mit V8-Sound ist dem Roadster überlassen.

Rolls Royce Phantom Drophead Kühlergrill

Frischluft mit Krone

Das Drophead Coupé aus dem Hause Rolls-Royce ist derzeit die wohl feinste und exklusivste Art ohne Verdeck unterwegs zu sein. Die Bezeichnung Drophead Coupé stammt aus Großbritannien und wird für Coupés mit faltbaren Dach verwendet. Das Cabriolet von Rolls-Royce basiert auf dem Phantom Coupé, wobei der Rahmen deutlich verstärkt wurde. Der offene Viersitzer folgt der Tradition der grossen Cabriolets von Rolls-Royce, die niemals bloßer Kraft und schneller Fortbewegung frönten. Ein Cabriolet dieser Klasse dient eher als fliegender Teppich, dessen Aufgabe darin besteht seine Passagiere gemäß dem Motto: „Lautlos wie sein Schatten“ durch die Landschaft, die eher wie eine Kulisse anmutet. Man sitzt und geniesst. Fast wie auf einer 100-Meter-Yacht, allerdings ohne die auf Schiffen so lästige Seekrankheit. Die Ingenieure bei Rolls-Royce haben dem 2,6-Tonnen schweren Gefährt ein Fahrwerk mit Luftfederung eingebaut. Jede Delle im Asphalt wird locker ausgebügelt, Schlaglöcher verschwinden, selbst bei hurtiger Gangart und die ist mit dem 12-Zylinder-Motor durchaus machbar, werden die Insassen sorgsam transportiert.

Drophead Cabrio Rolls Royce

Zur Technik lassen sich viele Anmerkugen formulieren. Die Serie II der Baureihe Phantom wurde mit dem neuen 8-Gang-Getriebe ausgestattet. Wobei man die einzelnen Gänge nicht exakt auseinander halten kann, die Schaltvorgänge wurden sorgsam getarnt. Man rollt los und stellt dann bei Tempo 240 fest, dass es nicht das kleinste Anzeichen eines Schaltvorganges gab, so als hätte der Wagen nur einen Vorwärtsgang. 720 Newtonmeter schaffen mühelos den Sprint bis Tempo 100 in 5,8 Sekunden, sportliche Ausritte schafft der Brite mit Links, wobei die Fahrt in diesem Automobil egal in welcher Weise einem Statement gleich kommt.

Phantom Drophead Rolls Royce

Bei den technischen Neuerungen im Vergleich zu seinem Vorgänger zählen sicher die LED-Scheinwerfer, die nun auch mit Kurvenlicht ausgestattet sind. Der Rolls-Royce ist das erste Automobil, dass komplett per LED-Technik seinen Weg ausleuchtet. Adaptive Scheinwerfer ändern ihr Strahlmuster automatisch mit den Fahrbedingungen. So wird bei Geschwindigkeiten unterhalb von 50 km/h das Licht breiter gestreut, um auch Fußgänger und Fahrradfahrer zu erfassen. Zwischen 50 und 120 km/h ist der Lichtkegel leicht Richtung fahrzeugseitigem Straßenrand gerichtet, um Gefahrenstellen besser auszuleuchten. Für Fahrten auf Autobahnen wird ab Tempo 120 km/h der Lichtstrahl länger und intensiver. Sobald die Scheibenwischer bei schlechtem Wetter länger als zwei Minuten tätig sind, schaltet sich überdies automatisch das Abblendlicht zu.

Rolls Royce Phantom von oben

Damit beim Einparken und Rangieren keine Kratzer und Dellen entstehen, wurden fünf Kameras eingebaut, die zusammen eine komplette Rundumsicht bieten. Mit der Fish-Eye-Perspektive können unübersichtliche Straßenkreuzungen eingesehen werden. Das neue Navigationssystem arbeitet nun mit Wireless-Technologie, man bestimmt die Route, wählt ein Restaurant auf dem Weg und lässt einen Tisch reservieren. Wer Zeit und Muse hat, lässt sich per Navi führen und erlebt eine geführte Tour.

Der 6,75-Liter Motor wurde einer strengen Diät unterzogen. Das V-12-Triebwerk leistet 460 PS und verbraucht nun im Vergleich zu seinem Vorgänger rund zehn Prozent weniger Treibstoff. Ob man tatsächlich mit rund zehn Litern Treibstoff auf der Autobahn unterwegs sein kann, sollte ein Test belegen. Auf jeden Fall kann man dem Rolls-Royce Drophaed Coupé eine klare Linie und eine deutliche Message unterstellen:

„Ich bin ein Rolls-Royce“.

Die technischen Daten (laut Hersteller):
Motor: V12
Leistung: 338 kW/460 PS
Drehmoment: 720 Nm bei 3.500 U/min
Fahrleistungen:
0-100 km/h: 5,8 Sekunden
Top-Speed: 240 km/h abgeregelt
Verbrauch:
Ausserorts: 10,2 Liter /100 km
Innerorts: 22,8 Liter /100 km
CO2: 347 g/km
Antrieb: Hinterrad
Getriebe: 8-Gang Automatik
Karosserie:
Länge: 5.612 mm
Breite: 1.987 mm
Höhe: 1.566 mm
Radstand: 3.320 mm
Wendekreis: 13.1 m
Kofferraum: 315 Liter
Leergewicht: 2.630 Kg

Text: Ralf Bernert
Fotos: Rolls-Royce Motorcars

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Bjoern
Autos und Motorsport - meine Leidenschaft seit über 20 Jahren. Für mich müssen Autos einfach Spaß machen und wenn ich heute Neuwagen teste, dann habe ich meine eigenen Kriterien die ein Fahrzeug erfüllen muss. Ob mich ein Auto so richtig begeistert hat, könnt ihr hier im Blog herausfinden. Dazu kommen Nachrichten aus der Welt des Automobils und des Motorsports. http://about.me/bhabegger

2 Comments

  1. HI,
    Letztes Jahr hatte ich die Gelgenheit mit einem Rolls Royce zu fahren. Wer nach einer echten Limousine sucht, der RR ist das richtige für ihn. Elegant, schön, sportlich, groß… Einfach alles in einem.