Silvretta Classic Rallye Montafon 2017 — Genauigkeit ist Trumpf

Silvretta Classic Rallye Montafon 2017 — Genauigkeit ist Trumpf

Beim Rallye-Lehrgang zur Silvretta Classic erfahren die Teilnehmer, wie Fahrer und Beifahrer erfolgreich kommunizieren. Christian Geistdörfer und Harald Koepke führen vor rund 70 Teilnehmern in die Kunst des Rallye-Fahrens ein.

Auch wenn es für so manchen ungewohnt ist: Im Cockpit eines Rallye-Autos gibt der Beifahrer den Ton an. Zwar hat der Fahrer seine Pedale unter sich und ist für die zielgerichtete Vorwärtsbewegung verantwortlich, aber die Richtung muss ihm der Beifahrer vorgeben. Fahren und Lesen des Roadbooks geht eben nicht gleichzeitig, wenn man die Strecke nicht bis auf den letzten Meter auswendig gelernt hat – was in der Praxis kaum vorkommt.

Rallye-Lehrgang: Der Zeitmesser ist der Chef

Der Beifahrer ist also der wirkliche Chef, er „bezieht den Fahrer mit in die Verantwortung ein“, wie Christian Geistdörfer, zweifacher Rallye-Weltmeister, als passionierter und erfahrener Rallye-Pilot zu berichten weiß. Harald Koepke, Organisationsleiter der Klassik Rallyes, gibt weitere wertvolle Tipps. So solle man doch immer das richtige Roadbook für den entsprechenden Tag benutzen – klingt kurios, hat aber schon stattgefunden. Auch empfehle es sich, die Zeitangaben genau zu durchdenken: „220 Minuten sind eben nicht 2 Stunden und 20 Minuten.“

Auch bei den Uhren ist Vorausdenken gefragt: Mechanische Zeitmesser müssen vor Rallyebeginn aufgezogen werden, bei elektronischen Versionen ist eine frische Batterie ratsam, sofern sie nicht kürzlich gewechselt wurde. Fällt tatsächlich mal ein Zeitmesser unerwartet aus, hat Koepke einen Kniff parat: „Jedes Handy, auch wenn es noch so alt ist, hat eine Stoppuhr an Bord.“ So lässt sich der Ausfall mit einer Notlösung kompensieren.

Verspätungen sind nicht kompensierbar

Nicht kompensierbar dagegen ist eine verspätete Ankunft: Wer vier Minuten zu spät an einer Zeitkontrolle ankommt, kann dies bei der nächsten Kontrolle nicht durch vier Minuten Verfrühung reinholen. Im Gegenteil: Die doppelten Strafpunkte werden hier fällig. Auch raten die Rallye-Profis dazu, die Bordkarte genau zu kontrollieren und Ankunftszeiten nicht im Voraus zu berechnen und einzutragen. Steht die falsche Zeit bei der Übergabe drin, hagelt es wieder Strafpunkte.

Auf’s Hundertstel genau

Bei Wertungsprüfungen geht es darum, festgelegte Strecken möglichst auf die Hundertstelsekunde genau in der vorgegebenen Zeit zurückzulegen. Dabei wird der Beginn und das Ende der Prüfung durch eine Lichtschranke oder einen Druckschlauch markiert und gemessen. Mit einem gelben Schild erfolgt die Ankündigung der Wertungsprüfung, das rote Schild danach gibt den Start bekannt. Für besondere Abwechslung sorgen geheime Wertungsprüfungen, die nicht im Roadbook eingetragen sind. Christian Geistdörfer weist explizit auf diese besondere Art der Prüfung hin, die für einen gewissen Stresslevel sorgen. Oft sind sie in anderen Prüfungen enthalten und tauchen unvermittelt mit einem grünen Schild auf. Der Beifahrer hat dann schnell zu reagieren, denn nun gilt es 100 Meter in genau 15 Sekunden zurückzulegen. Wohl demjenigen, der eine Extra-Stoppuhr bereit und die Zeit schon eingestellt hat.

Ideale Beifahrer sind kompetent und redselig

Ein guter Beifahrer ist über alle Wertungsprüfungen informiert und hat die dazugehörigen Daten wie Typ, Länge, Durchschnittsgeschwindigkeit und Art der Zeitmessung (Lichtschranke/Druckschlauch) im Roadbook oder auf einem Klebezettel eingetragen. Wichtig sei es auch, auf die Fragen des Fahrers kompetent reagieren zu können.

Analoge Teams fahren mit rein mechanischen Uhren in der Sanduhrklasse, bei den elektronischen Zeitmessern ist vom digitalen Küchenwecker bis zur iPad-App alles erlaubt. Einigkeit muss aber herrschen, ob zum Ende einer Prüfung rauf- oder runtergezählt wird. Schließlich kann es zu empfindlichen Differenzen im Cockpit führen, wenn der Beifahrer zu zählen beginnt, der Fahrer aber nicht weiß, wann denn nun Schluß ist.

Die Teilnehmer der Silvretta Classic 2017 konnten an der Talstation der Valisera-Bahn bei St. Gallenkirch am praktischen Rallye-Lehrgang teilnehmen. Eindrücke davon zeigen wir in der Fotoshow.

Quelle: http://www.auto-motor-und-sport.de/news/silvretta-classic-2017-rallye-lehrgang-7367790.html

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Kahn Design Flying Huntsman 6×6 Soft-Top — Defender mal sechs auch ohne Dach

Der britische Tuner Kahn hat für den Autosalon Genf 2015 einen 6×6-Land Rover Defender entworfen. Saftig: Als Antrieb dient ein 6,2-Liter-V8 mit 430 PS. 2018 soll eine Soft-Top-Version folgen.

Die Kahn-Design-Umbauten des Land Rover Defender sind inzwischen fast schon legendär, mit allerlei Karosserie-Applikationen verpasst der britische Tuner dem kultigen Geländewagen eine abgefahrene Endzeit-Optik. Auf Basis des „Flying Huntsman“-Modells stellte Kahn auf dem Autosalon in Genf 2015 eine 6×6-Variante vor.

Der bereits bekannte Flying Huntsman-Defender von Kahn zeichnet sich neben den Änderungen an der Karosserie mit aufgesetzten Show-Planken, neuer Front und abgeänderter Motorhaube vor allem durch sein Antriebs-Aggregat aus: unter der Haube bollert ein 6,2-Liter V8 von General Motors, der es auf lustige 430 PS bringt.

Diesen Flying Huntsman hat Kahn gehörig verlängert, verbreitert und zum 6×6-Dreiachser aufgepumpt. Der Hintergedanke ist unschwer zu erkennen – die hervorragenden Geschäfte von Mercedes mit dem G 63 AMG 6×6 würde auch Kahn Design gerne machen, potentielle Kunden mit viel Geld und einem Faible für den extrovertierten Auftritt gibt es augenscheinlich reichlich. Daher stockt Kahn sein Angebot weiter auf. Mit Blick auf den Maybach G 650 Landaulet wird der Huntsman 6×6 auch in einer Soft-Top-Version als Landaulet aufgelegt. Die soll in Genf 2018 präsentiert werden. Die Technik wird vom normalen Flying Huntsman 6×6 übernommen.

Flying Huntsman 6×6 ist sechs Meter lang

Der Flying Huntsman 6×6 wurde nicht nur nach hinten verlängert. Der vordere Teil des Rahmens wurde um 40 Zentimeter gestretcht, was eine extravagant lange Motorhaube zur Folge hat. Im Heckbereich gab es eine Verlängerung um 80 Zentimeter, was den Kahn-Design-Defender auf respektable sechs Meter Länge anschwellen lässt. Damit nicht genug wurden Rahmen und Karosserie zusätzlich um 15 Zentimeter verbreitert, was in einer deutlich verbreiterten Hecktür und einem dritten Scheibenwischer für die stärker geneigte Frontscheibe resultiert.

Alle drei Achsen des Flying Huntsman 6×6 sind angetrieben und jeweils mit einer Differentialsperre bestückt. Zusätzliche Passagiere zu den beiden vorne sitzenden sollen durch die verlängerten Türen leidlich bequem einsteigen können, der Flying Huntsman 6×6 basiert auf dem dreitürigen Land Rover Defender Defender 110 Hardtop ohne zusätzlichen hinteren Einstieg. Bremsanlage und Fahrwerk wurden entsprechend verbessert und verstärkt. Ein Sechsgang-Automatikgetriebe ersetzt die serienmäßige Handschaltung.

Eine Serienfertigung des Defender Flying Huntsman 6×6 hält Kahn Design bei entsprechender Nachfrage für problemlos möglich und verspricht zusätzlich, den Flying Huntsman 6×6 bei Bedarf in verschiedenen gepanzerten Varianten bis hin zur Schutzklasse B7 anbieten zu können.

Quelle: http://www.auto-motor-und-sport.de/news/kahn-design-flying-huntsman-110-wb-6×6-concept-defender-mal-sechs-auch-ohne-dach-9299312.html

Detroit Motor Show 2018 — Highlights der US-Automesse

Vom 13. bis zum 28. Januar startet in Detroit das Autojahr 2018 mit der North American International Auto Show (NAIAS). Erwartet werden zahlreiche US-Debüts sowie einige Weltpremieren. Wir haben sie alle.

Auch wenn die L.A. Autoshow im November schon zahlreiche Premieren abgefeiert hat, hält die North American International Autoshow (NAIAS) noch zahlreiche leckere Weltpremieren bereit. Zwei Wochen lang wird die Motor City Detroit wieder zum automobilen Nabel der Welt, wenn im Cobo Center die Detroit Motor Show läuft.

Das neue Mercedes G-Modell

Die Mercedes G-Klasse gehört zu den absoluten Urgesteinen der Geländewagenszene. Nach fast 40 Jahren bahnt sich in Detroit nach unendlich vielen Evolutionen nun endlich die Revolution an. Die neue Mercedes G-Klasse erfindet sich komplett neu, ohne ihre Tradition zu verleugnen. VW bereichert die Show mit dem neuen Jetta. Auf dem alten Kontinent eher verschmäht, soll der neue Jetta als kleiner Arteon an seine Verkaufserfolge auf dem US-Markt anknüpfen.

Verkaufserfolge feiert auch der Ram 1500 am laufenden Band. Damit das so bleibt zeigt sich der Pickup in aufgefrischter Form auf der NAIAS. Lexus wird mit der Studie LF-1 Limitless einen Ausblick auf ein großes SUV-Coupé geben. Toyota wird den neuen Avalon zeigen und Hyundai könnte in Detroit die nächste Generation des Veloster enthüllen.

Quelle: http://www.auto-motor-und-sport.de/news/detroit-motor-show-2018-highlights-der-us-automesse-774767.html