So sieht die automobile Elektro-Zukunft aus — Das planen Mercedes, Renault und Co.

So sieht die automobile Elektro-Zukunft aus — Das planen Mercedes, Renault und Co.

Lautlosen Elektroautos gehört offenbar die Zukunft. Die Entwicklung aber geht keineswegs lautlos von statten. Was planen Mercedes, Renault, GM und Co.? Fassen wir mal zusammen.

Auf der IAA 2017 hat sich ein Trend abgezeichnet: Wer keine coole Elektro-Studie dabei hat, gehört nicht zum Club. Nicht nur deshalb dürfte es niemanden überraschen, dass nun nach und nach Zukunfts-Strategien der einzelnen Marken veröffentlicht werden. Teilweise könnte es natürlich auch daran liegen, dass ab 2021 empfindliche Strafzahlungen an Brüssel fällig werden, sollte der Flottenverbrauch bei Neuwagen nicht unter 95 Gramm CO2 pro Kilometer fallen. Aus Gründen der Übersichtlichkeit fassen wir mal zusammen, was bereits bekannt ist:

Renault nennt sein Programm „Drive the Future 2017-2022“. Neben einer Steigerung der Verkaufszahlen auf jährlich fünf Millionen Fahrzeuge und einem geplanten Umsatz-Plus auf über 70 Milliarden Euro per anno, erfahren wir auch etwas zum Thema Elektromobilität. Acht rein elektrische und 12 elektrifizierte Modelle stehen zusätzlich zu Zoe, Twizy und Kangoo Z.E. bis 2022 auf dem Fahrplan. Dazu 15 autonom fahrende Autos. Wer bietet mehr?

Werfen wir einen Blick auf GM. Die versprechen innerhalb der nächsten 18 Monate zwei neue Elektroautos, die als Vorgeschmack auf mindestens 20 neue vollelektrische Modelle bis 2023 verstanden werden wollen. Übergeordnetes Ziel ist dabei allerdings nicht die flächendeckende Elektrifizierung als solche, sondern der Weg hin zur emissionsfreien Mobilität. Aus diesem Grund setzt der Konzern nicht allein auf Batterie-Technologie, sondern will auch die Brennstoffzelle im Blick der Entwicklung behalten.

Ausbau der Lade-Infrastruktur

Nissan geht etwas mehr an die Basis. Anstatt neuer Elektrofahrzeuge haben die Japaner in den kommenden 18 Monaten eine Erweiterung des Ladenetzwerks um 20 Prozent im Sinn. Bislang hat Nissan 4.600 CHAdeMO-Ladestationen in Europa errichtet, weitere 1.000 sollen folgen. Sogar ein Energiespeichersystem für private Haushalte hat der Hersteller entwickelt. xStorage nennt sich das Gerät und speichert Strom, der grün und günstig ist, um so Verbrauchsspitzen abzuflachen. Auf automobiler Seite gab es aktuell ein Facelift für die Elektromodelle Leaf und e-NV200.

Daimler baut auf eine dreiteilige Ausrichtung: Elektrofahrzeuge, Hybridmodelle und Verbrennungsmotoren. Unter der Submarke EQ soll nicht nur eine neue (elektrische) Fahrzeugfamilie aufgebaut werden, sondern auch die passende Lade-Infrastruktur. Bis 2022 will der Autobauer aus dem Ländle mehr als zehn rein elektrische Fahrzeuge im Mercedes-Katalog stehen haben. Darüber hinaus soll das gesamte Produkt-Portfolio elektrifiziert werden und die Marke Smart wird ab 2020 ausschließlich Autos mit batterieelektrischem Antrieb anbieten.

Und die Konkurrenz aus Ingolstadt? Ein elektrisches Auto ist bislang nicht im Angebot, doch das soll sich im kommenden Jahr ändern. Der Audi E-Tron wird das erste rein elektrische SUV der Marke. Als etwas größeres Modell steht dann ab 2019 der E-Tron Sportback auf dem Programm, der mit der Studie „Elaine“ auf der diesjährigen IAA vorgestellt wurde. Bis 2018 wird es laut Entwicklungsvorstand Stefan Knirsch fünf Plug-in-Hybride geben. Bereits bestellbar sind A3 Sportbach e-tron und Q7 3.0 TDI e-tron quattro.

Die neue VW-Produktfamilie I.D.

Konzernmutter VW hat da schon mehr elektrische Pfeile im Köcher. Den Golf und den Up gibt es bereits elektrisch. Für das Jahr 2020 steht der kompakte I.D. als rein elektrisches Auto auf dem Zettel, der ab 2025 planmäßig auf Befehl auch vollautomatisiert unterwegs ist. Was Hybride betrifft hat der Kunde die Wahl zwischen Golf GTE und Passat GTE. Gleich 23 vollelektrische Modelle soll es bis 2025 geben. Sechs Milliarden Euro wollen die Wolfsburger in den kommenden fünf Jahren in die Elektromobilität investieren.

Porsche geht das Thema Elektromobilität sportlich an und plant unter anderem den Einstieg in die Formel E. Der Mission E soll der erste Elektrosportwagen der Zuffenhausener für den Privatgebrauch werden und ab 2020 mit 600 PS als Tesla-Konkurrent über den Asphalt surren. Ansonsten können Kunden aktuell den Panamera mit dem sperrigsten Namen der Modellreihe wählen: Den Porsche Panamera Turbo S E-Hybrid Sport Turismo. Ok, gibt’s auch ohne Turbo und als Limousine – dann wird der Name kürzer. Wenn’s ein bisschen mehr sein darf, wäre noch der Cayenne S E-Hybrid Platinum Edition. Der andere Hybrid aus dem Hause Porsche, der 918 Spyder, ist ja leider vergriffen.

Der elektrische Wandel macht auch vor der Skoda nicht Halt. Die Tschechen haben in Shanghai 2017 ihren Vision E vorgestellt und in diesem Zuge auch einen Ausblick auf die Modell-Politik gegeben. Bis 2025 soll es fünf Elektrofahrzeuge in verschiedenen Segmenten geben. Bereits zugesagt ist ein Plug-in-Hybridantrieb für den Superb zum Modelljahr 2019.

Mini und X3 mit Elektroantrieb

Die BMW Group nimmt für sich in Anspruch, ein Vorreiter auf dem Feld der Elektromobilität zu sein – doch das sagen ja die meisten von sich. Fakt ist: Mit dem i3 haben die Bayern bereits ein Elektroauto auf der Straße, mit dem i8 einen Plug-in Hybrid-Sportwagen. Neun Modelle aus dem Portfolio gibt es in elektrifizierter Form. Bis zum viel besungenen Jahr 2025 möchte BMW 25 elektrifizierte Autos im Angebot haben – davon zwölf rein elektrisch. Darunter den e-Mini, den es ab 2019 gibt und den Elektro-X3 ab 2020. Im Jahr darauf soll mit dem BMW iNext der nächste Innovationsträger vorgestellt werden.

Der Konzern Jaguar Land Rover legt ebenfalls Spannung an. Bereits im kommenden Jahr soll das erste Elektroauto, der I-Pace, auf den Markt kommen. Bis 2020 soll gar die Hälfte der Fahrzeuge elektrifiziert sein, den ersten Plug-in Hybriden kann man bereits als Range Rover Sport PHEV mit 404 PS bestellen.

Bei PSA (Peugeot, Citroën, DS, Opel und Vauxhall) stehen für den Zeitraum zwischen 2019 und 2021 sieben Plug-In-Modelle im Kalender. Mit dem iOn, dem C-Zero, dem Berlingo Electric und dem E-Mehari gibt es bereits vier Elektroautos aus dem französischen Konzern. Gemeinsam mit dem chinesischen Partner Dongfeng wurde zudem die e-CMP (Common Modular Platform) entwickelt, die eine Reichweite von bis zu 450 Kilometern und eine Ladezeit von einer Minute für 12 Kilometer entwickelt.

Fiat Chrysler (FCA) elektrifiziert bis 2022 die Hälfte der Modellpalette. Ab 2019 sollen gar alle Maserati-Modelle komplett mit E-Antrieben angeboten werden. Bis dato gibt es im Konzern nur eine Plug-In-Version des Chrysler Pacifica und einen elektrischen Fiat 500 – den allerdings nur in Kalifornien. Wie die konkrete Antriebs-Strategie aussieht, will Marchionne Anfang kommenden Jahres bekannt geben.

Ab 2019 wird jeder neue Volvo elektrifiziert und bis 2021 soll es auch fünf rein elektrisch betriebene Fahrzeuge geben. Polestar wird in diesem Zug als Submarke ausgegliedert und baut fortan ausschließlich Elektroautos. Plug-In-Hybride und Mildhybride gibt es künftig in jedem Segment.

Im Rahmen seiner Elektromobilitätsstrategie hat Honda sich auf die Fahne geschrieben, bis 2030 zwei Drittel aller verkauften Neufahrzeuge mit einem elektrifizierten Antrieb auszustatten. In Europa soll das bereits 2025 umgesetzt sein – aus diesem Grund werden auch alle künftigen Modelle des Herstellers auf dem europäischen Markt elektrifiziert erhältlich sein. Als Serien-Elektroauto wurde zudem der Honda Urban EV als Concept auf der diesjährigen IAA vorgestellt. 2019 soll der kleine Elektro-Flitzer in Serie gehen.

Mazda, Denso und Toyota haben in Kooperation ein neues Unternehmen namens EV gegründet, dessen Ziel es sein soll, Basis-Strukturen und Plattform-Lösungen für Elektrofahrzeuge in allen Segmenten zu entwickeln. Vom kleinen Stadtauto bis hin zum Truck. Mazda selbst beginnt mit der Vorstellung von Elektroautos und elektrifizierten Fahrzeugen im Jahr 2019.

Es tut sich also einiges, zumindest versprechen das die Hersteller. Was davon zu welchem Zeitpunkt wirklich auf die Straße kommt, steht noch auf einem anderen Blatt. Einige Modelle sind ja bereits ganz greifbar, manche Elektroautos sind gar schon auf dem Gebrauchtwagenmarkt angekommen. Welche E-Autos Sie aktuell kaufen können, sehen Sie in unserer Bildergalerie.

Quelle: http://www.auto-motor-und-sport.de/news/elektro-zukunft-elektromobilitaet-elektroautos-strategie-hersteller-12727919.html

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GMC Sierra 2500HD All Mountain Concept — Spaßmobil mit Kettenantrieb für den Schnee

Der Winter steht vor der Tür, Zeit Winterreifen aufzuziehen – oder gleich einen Kettenantrieb, wie das GMC Sierra 2500HD All Mountain Concept, das jetzt vorgestellt wurde.

Nein, GMC stellt nicht von Allrad- auf Kettenantrieb um, zumindest nicht generell. Das GMC Sierra 2500HD All Mountain Concept enstand auf Basis einer Sponsor-Partnerschaft zwischen GM und der US-Skiregion Vail Mountain und bleibt ein Einzelstück, das über die komplette Wintersaison 2017/2018 im Nobelskigebiet präsent sein soll.

Als Basis für das Spaß-Snowmobil fiel die Wahl auf den GMC Sierra 2500HD Denali 4WD Crew Cab. Der bringt nicht nur reichlich Platz in seiner Doppelkabine und auf der Ladefläche mit, sondern auch einen Allradantrieb. Am All Mountain Concept wurden allerdings die vier Räder ausgemustert und durch Kettenantriebselemente ersetzt. Die sorgen nicht nur für ausreichend Traktion auf jeden Terrain und an jedem Hang, sie liefern zudem noch mehr Bodenfreiheit.

1.234 Nm für den Snowboardtransport

Beim Antrieb kommt das Serienaggregat des Sierra 2500HD zum Zuge. Der 6,6 Liter große V8-Turbodieselmotor liefert 445 PS und ein maximales Drehmoment von 1.234 Nm, die über eine Sechsgang-Automatik herfallen.

Und nur falls der Kettenantrieb noch nicht genug Aufmerksamkeit auslösen sollte, hat GM den GMC auch in ein besonderes Farbkleid gehüllt und mit Zubehör aufgerüstet. Karosserie und Unterboden werden von diversen LED-Leuchtmitteln illuminiert. Auf die Ladefläche wurde ein Snowboardhalter montiert. Auf dem vorderen Schutzbügel brennt eine LED-Lichtleiste Löcher in die Nacht. In der Kabine heizt eine Highend-Soundanlage den Passagieren ein. Abgerundet wird der Auftritt des GMC Sierra 2500HD All Mountain Concepts durch ein Bergpanorama auf den Flanken sowie einen roten Designstreifen über das Heck.

Neben dem Einsatzmobil für Vail Mountain soll ein ähnlich gestalteter Ketten-Pickup auf der L.A. Autoshow ausgestellt werden.

Quelle: http://www.auto-motor-und-sport.de/news/gmc-sierra-2500hd-all-mountain-concept-spassmobil-fuer-den-schnee-8498807.html

Uniti Elektro-Stadtauto — Mit Siemens zur Serienproduktion

Das schwedische Elektro-Auto-Startup Uniti hat für die Serienfertigung seines Elektro-Stadtautos jetzt Siemens als Produktionspartner gewonnen. 50.000 Autos sollen gebaut, die ersten 2019 ausgeliefert werden.

Der Uniti ist ein rein elektrisch angetriebenes Stadtauto mit zwei oder drei Sitzen und Flügeltüren. Gefertigt wird es aus Kohlefaser und Materialien aus Bioverbundwerkstoffen. Pedale und ein Lenkrad gibt es nicht an Bord, gesteuert wird per Steuerruder wie in einem Flugzeug, und zwar ohne mechanische Verbindung zwischen Steuerruder und Rädern. Auch ein klassisches Armaturenbrett gibt es nicht. Alle relevanten Informationen werden über ein Head-up-Display auf die Frontscheibe projiziert. Zudem soll der Uniti autonome Fahreigenschaften mitbringen.

Angetrieben wird der Uniti von einem Radnabenmotor, der je nach Konfiguration zwischen 15 und 40 kW leistet. Als Energiespeicher stehen wahlweise Lithium-Ionen-Batterien mit 11 oder 20 kWh Kapazität zur Verfügung. Die Höchstgeschwindigkeit wird modellabhängig mit 90 bis 120 km/h angegeben, die Reichweite liegt entsprechend bei 150 bis 300 km. Der Spurt von Null auf 80 km/h soll der nur knapp 400 kg schwere Uniti in 3,5 Sekunden schaffen. Geladen werden können die Batterien per Induktion oder an der Steckdose.

Ab 2019 ab 20.000 Euro

Um den Uniti auch in Produktion zu bringen, hatten die Schweden per Crowdfunding schon rund 1,2 Millionen Euro bei 600 Investoren aus 45 verschiedenen Ländern eingesammelt. Jetzt steigt Siemens als Produktionspartner ein. Die Zusammenarbeit soll die vollautomatisierte Serienfertigung des Elektroautos möglich machen. Bereits ab dem kommenden Jahr sollen jährlich 50.000 Exemplare produziert und ab Anfang 2019 ausgeliefert werden.Gebaut wird der Uniti im schwedischen Landskrona.

Der Preis für den Uniti soll bei rund 20.000 Euro liegen. Bislang soll es 200 Vorbestellungen geben.

Das Startup Uniti ist im Sommer 2015 aus einem Universitäts-Projekt hervorgegangen.

Quelle: http://www.auto-motor-und-sport.de/news/uniti-elektro-stadtauto-mit-siemens-zur-serienproduktion-3233959.html