Stickoxid und Feinstaub 2017 — Umweltbundesamt: Luft wird sauberer

Die Luft in deutschen Städten wurde 2017 besser, ist aber noch nicht überall gut genug – findet das Umweltbundesamt. Das ergab eine Auswertung der Werte für Feinstaub und Stickoxide an 128 Messstellen.

Das Umweltbundesamt stellte 2017 an über 50 Messstationen Grenzwert-Überschreitungen fest: Seit 2010 gilt für Stickoxid ein Grenzwert von 40 µg/m3, den laut Umweltbundesamt fast die Hälfte der Messstationen im Jahresmittel 2017 überschritten hat. Zwei Drittel der Stationen lagen über 45 µg/m3.

Neckartor nicht mehr Nummer 1

Stuttgart hat seinen Stickoxid-Spitzenplatz 2017 abgegeben: Mit 78 µg/m3 wurde an der Landshuter Allee in München die höchste Stickoxidbelastung gemessen. Die Messstelle am Stuttgarter Neckartor registrierte im Jahresmittel 73 µg/m3, das sind 7 weniger als 2016. In München sank die Belastung um 2 µg/m3. Dieser Wert liegt im Jahresmittel – laut Umweltbundesamt sind die gesunkenen Meßwerte ein Indiz dafür, „dass die durch die Dieseldebatte angestoßenen Maßnahmen in den Städten anfangen zu wirken.“

Als Gründe für den Rückgang nennt das Umweltbundesamt Maßnahmen wie Tempolimits, Straßenverengungen oder saubere Motoren. Wie sich die einzelnen Maßnahmen auswirkten, ließe sich jedoch nicht genau bestimmen, so das Umweltbundesamt in einer Pressemitteilung zum Thema.

Weniger Feinstaub

Auch die Feinstaub-Belastung ist 2017 gesunken: „2017 gehörte mit den beiden Vorjahren zu den am geringsten mit Feinstaub belasteten Jahren“, schreibt das Umweltbundesamt. Einzig am Stuttgarter Neckartor seit mit 45 Tagen der Grenzwert häufiger überschritten worden, als vorgesehen: Die 50 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter Luft dürfen höchstens an 35 Tagen überschritten werden. Allerdings merkt das Umweltbundesamt an, dass die Weltgesundheitsorganisation (WHO) einen Grenzwert von 5 Tagen empfiehlt. Betrachtet man diesen Grenzwert, lagen 2017 in Deutschland 87 Prozent der Messstationen über dem Grenzwert.

Gerichte verhandeln Fahrverbote

In zahlreichen größeren Städten in Deutschland drohen wegen der Überschreitung von Grenzwerten für Feinstaub und Stickoxide Fahrverbote. Die Deutsche Umwelthilfe hat mehrere Städte auf Einhaltung der Grenzwerte verklagt. Am 22. Februar wird das Bundesverwaltungsgericht Leipzig über Diesel-Fahrverbote entscheiden. Auch von der EU droht Ärger: EU-Umwelt-Kommissar Karmenu Vella hat acht Ländern eine Klage in Aussicht gestellt, sollten sie die Grenzwerte nicht einhalten – darunter auch Deutschland.

In der Bildergalerie finden Sie die Messstellen mit den auffälligsten Werten.

Quelle: http://www.auto-motor-und-sport.de/news/stickoxid-und-feinstaub-2017-die-luft-wird-besser-12886834.html

Previous ArticleNext Article