Verbrauchs- und Abgasmessung — Unabhängiges Institut vereinbart

Verbrauchs- und Abgasmessung — Unabhängiges Institut vereinbart

Um für mehr Transparenz und Zuverlässigkeit bei Verbrauchs- und Emissionsmessungen von Pkw zu sorgen, hat Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt mit den deutschen Automobilherstellern die Gründung eines Deutschen Instituts für Verbrauchs- und Emissionsmessungen (DIVEM) vereinbart.

Das Institut soll noch 2017 gegründet werden und wird als Verein organisiert. In einem Beirat sollen auch Kommunen, Verbraucherverbände, gesellschaftliche Organisationen und das Bundesumweltministerium beteiligt werden.

Autobauer finanzieren Messinstitut

Finanziert werden soll das Institut laut einer Vereinbarung von den deutschen Autoherstellern. Vorgesehen ist ein Budget von zwei Millionen Euro pro Jahr, getestet werden könnten damit bis zu 70 Fahrzeuge jährlich. Mit der Gründung des Instituts reagiert Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt auf Kritik an fehlender Transparenz bei den Abgasmessungen, die im Zuge des Diesel-Skandals um manipulierte Werte laut wurde.

Zu den Aufgaben des Deutschen Instituts für Verbrauchs- und Emissionsmessungen (DIVEM) soll die Messung von Fahrzeugen auf Verbrauch und Schadstoffemissionen gehören. Die bei den CO2- und NOX-Messungen ermittelten Werte sollen transparent auf einer Online-Plattform veröffentlicht werden. Das Institut wird zur realitätsnäheren Darstellung der Verbrauchs- und Emissionsangaben Messungen auf einer festgelegten Referenzstrecke im Realverkehr vornehmen.

Die Unterschiede zwischen den bisher gültigen und auf dem Prüfstand ermittelten Normverbrauchsangaben und den tatsächlichen Ergebnissen im Realverkehr sorgen für Verunsicherung bei Verbrauchern und in der Öffentlichkeit.

Realitätsnahe Verbräuche ermitteln

Faktoren wie die Nutzung von Klimaanlagen, Radio und weiterer Nebenaggregate, Streckenprofil, die Fahrweise oder das Wetter beeinflussen den Kraftstoffverbrauch. Die Bandbreite dieser Faktoren kann nicht in einem repräsentativen Wert aus dem WLTP-Messverfahren berücksichtigt werden. Deswegen soll eine Angabe zu einer Verbrauchsspanne den Kunden mehr Transparenz über Kraftstoffverbräuche bieten.

Das Bundesverkehrsministerium hat dazu mit den Automobilherstellern ein Verfahren zu entwickelt, das für mehr Klarheit und Transparenz im Sinne der Verbraucher und der Öffentlichkeit sorgen soll. Ziel sei es, belastbare realitätsnahe Verbrauchs- und Emissionsangaben zu ermitteln und öffentlich zugänglich zu machen.

Opel Zafira und Smart fallen bei CO2-Messung negativ auf

Der Bundesverkehrsminister stellte zudem das erste Teilergebnis einer KBA-Nachmessung bei 19 Diesel-Fahrzeugen vor, die bei einer NOx-Untersuchung Auffälligkeiten bei der gleichzeitigen CO2-Messung aufgewiesen hatten.

Bei zwei der getesteten Modelle wurden erhöhte CO2-Werte von mehr als 4 Prozent gemessen – dem Opel Zafira 1,6 Liter und dem Smart Fortwo cdi. Opel sei vom Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) zu einer Umrüstung aufgefordert worden. Beide Fahrzeuge werden nicht mehr hergestellt.

Insgesamt hatte es bei den NOx-Messungen durch das KBA bei 29 Fahrzeugen Auffälligkeiten bei den CO2-Werten gegeben, nachgemessen wurden zunächst die 19 Fahrzeuge mit deutschen Herstellern oder deutscher Typzulassung. Die restlichen zehn Fahrzeuge werden noch geprüft.

Quelle: http://www.auto-motor-und-sport.de/news/verbrauchs-und-abgasmessung-unabhaengiges-institut-vereinbart-1033580.html