VLN 26.10. 38. DMV Münsterlandpokal

Das Abschlussrennen der VLN-Saison 2013 hätte Hitchcock nicht besser inszenieren können. Zugleich war der letzte Lauf der Saison ein packendes Beispiel für die Faszination die von dieser Rennserie ausgeht.  Dank einer, soviel darf man sagen, nichts besonders einfachen Punkteregelung [s.u.] ist der Gesamtsieger der Saison nicht unbedingt der, der auch die Rennen als Gesamt-Erster beendet. Die VLN teilt alle Teilnehmer in Klassen ein. Nur so ist ein wirklich fairer Motorsport zwischen „Amateuren“ und „Profis“ möglich und nur so passiert, was auch dieses Jahr wieder geschah – die Meisterschaft haben sich zwei Brüder geholt, die den Motorsport in der Eifel nicht mit dem großen Budget bestreiten. Doch jetzt erst einmal zum:

38. DMV Münsterlandpokal

Fieser Morgennebel und leichte Regenschauer waren im Training noch dafür verantwortlich, dass das Rennen als „Wet Race“ gestartet wurde.  Doch die Eifel war der Renn-Gemeinde an diesem Oktober-Samstag  eher erfreulich freundlich gesinnt. Zeitweise gab es richtige Wolkenlücken, im großen und ganzen war es mit 15-17° sogar eher als „warm“ zu bezeichnen.

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Die Pole-Position sicherte sich wie wiedermal einer der Top-Racer aus der SP9-Klasse (mehr dazu später s.u.). Die Phoenix-Truppe mit dem Audi R8 LMS ultra und Marc Basseng, Christian Mamerow sowie Laurens Vanthoor war mit einer 9:34.934 auf der Pole-Position zu finden. Dahinter der zum Ende der Saison immer besser zu recht kommende BMW Z4 GT3 unter der Nennung von H&R Spezialfedern und einem gewissen Uwe Alzen am Steuer. Mit in das Lenkrad der Startnummer 2 griffen Niclas Kentenich und Philipp Wlazik.

Auf Startplatz drei, ein weiterer Audi R8 von Phoenix Racing. Hier drehten die beiden Stuck-Brüder und Frank Stippler am Lenkrad.  Die schnellste Frikadelle der Welt sicherte sich den vierten Startplatz.

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Doch keiner dieser Top4 hatte noch etwas mit dem Ausgang der Meisterschaft zu tun. 

An diesem Samstag sollte die Entscheidung fallen und drei Teams konnten VLN-Meister werden. Die Startnummer #331, ein Audi TT RS aus der SP3-T Klasse, mit Elmar Deegener und Christoph Breuer am Steuer, der Porsche 911 GT3 RSR des Team „Wochenspiegel-Manthey“ und Michael Jacobs, Oliver Kainz und Georg Weiss im Cockpit. Und dann waren da noch die Gebrüder Groneck, Tim und Dirk, an den Start gegangen mit einem Renault Cup Clio in der Klasse „CUP3“.  Nachdem das Brüder-Paar das gesamte Jahr in Wertung ankam, half ihnen vor allem die Teilnehmerdichte ihrer Starterklasse. Denn je mehr Teilnehmer, desto mehr Punkte erhält man für seine eigenen Platzierungen in den Rennklassen.  (Mehr dazu in einem gesonderten Artikel) 

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Das Rennen versprach viel Spannung – an der Spitze stürmten die GT-Renner der Top-Teams in ihre erste Runde, noch vor der ersten Kurven sprintete Nick Tandy im „Dicken“ des Team Manthey nach einem fulminantem Start von Position 6 auf 2 nach vorne.  Dahinter reiten sich die „rasende Frikadelle“ mit Huismann am Steuer, und der R8 mit den Stuck-Brüdern ein.

Zu diesem Zeitpunkt waren die Wetter-Verhältnisse auf der Nordschleife extrem schwierig. Geschnittene Slicks? Intermediates? Regenreifen? Einige der Teams pokerten beim Start mit der Reifenwahl. Darunter auch der SLS des ROWE-Team der dann jedoch bereits nach der ersten Runde an die Box kam um auf Intermediates zu wechseln.

Weiter ohne Glück, der Ford GT von Jürgen Alzen (#777) ein Dreher in der ersten Runde sorgte für ein weites durchreichen im Feld nach hinten.

Und wer dachte, der „Dicke“ des Team Manthey würde sich auf machen einen weiteren Rennsieg für die erfolgreiche Truppe rund um Olaf Manthey einfahren, sah sich schon 20 Minuten nach dem Start mit der ernüchternden Botschaft eines Unfalles im Bereich Kesselchen konfrontiert. Das Renn-Ende für den Dicken.

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Nach einer halben Stunde war klar, der Reifenpoker der Frikadellen-Truppe war goldrichtig.  Der Start auf Intermediates zahlte sich aus und man lag in Führung vor dem Nissan GT-R.

Godzilla im Regen

Die Startnummer #17, ein Nissan GT-R GT3 mit Lucas Ordonez und Alex Buncombe am Steuer, brannte ein Feuerwerk ab. Bis zu einem Kontakt mit einem zu Überrundenden nach 2 Stunden im Rennen, beeindruckte der japanische GT mit sagenhaften Rundenzeiten und der satte Grip des voluminösen Renners brachte sogar Profis dazu, davon auszugehen der GT-R wäre in der VLN mit Allrad unterwegs. Doch der nach FIA GT3-Reglement aufgebaute Kundensport-GT-R brannte lange Zeit die schnellsten Rennrunden in den Eifelkurs – und das mit reinem Heckantrieb.

Eindrucksvolle Pace im Rennen #17 Nissan Gt-R GT3 - Foto: Bjoern Habegger
Eindrucksvolle Pace im Rennen #17 Nissan Gt-R GT3 – Foto: Bjoern Habegger

Die Entscheidung in der Meisterschaft

Dem Cup-Clio der Groneck-Brüder würde ein fünfter Gesamtrang zum Sieg reichen. Die ganze Saison über beeindruckte das Brüder-Duo mit Zuverlässigkeit. Jeder der neun Läufe in diesem Jahr wurde „in Wertung“ beendet. Ein erster Leitplanken-Kontakt kurz nach Start des Rennens sorgte für ein erstes „knistern“ in der Box. Doch nach nur 90 Minuten wurde die Spannung auf ein neues Niveau gehoben. War es Wink des Schicksals? Sollte es nicht sein? Würde der Clio ausgerechnet in diesem Rennen ausfallen, wäre das Manthey-Team mit dem Wochenspiegel-Porsche auf Meisterschaftskurs.  Der Kontakt mit dem Scheid-BMW sorgte für eine erste Reparaturpause. Die vordere Stoßstange wurde fachgerecht – also ohne Werkzeug – entfernt und an ihre Stelle trat eine größere Menge Racetape.

Nach dieser ersten Reparaturpause ging der Clio wieder auf die Strecke – doch von hinten links sendete er nun in Kurven Rauchzeichen, diese deuteten auf einen schleifenden Reifen hin.  Ein erneuter Boxenstopp ist notwendig.  Mittlerweile sind dem Team in der Box neue Hände gewachsen. Der Geist des Motorsports in der Eifel ist erwacht und fühlt die Boxengasse aus. Hier hilft jede Hand mit! Fairer Motorsport.

Nach der verloren Zeit in der Box liegen die Brüder auf Rang sieben in ihrer Klasse. Das wäre nicht gut genug – ein fünfter Rang müsste es sein um sich die „Startnummer 1“ für 2014 zu sichern.  Der Clio fliegt durch die Eifelwälder. Binnen weniger Runden knabbert er Sekunde um Sekunde von seinem Rückstand ab.

Nach 15 Rennrunden liegt der Cup-Clio in seiner Klasse auf Rang 5 – das wäre die Meisterschaft für die beiden Brüder.  Eine halbe Stunde vor Rennende fällt der Cup-Clio #679 aus – die Brüder rutschen damit auf Rang vier vor.

Um 16:08 war es soweit – die VLN hat einen neuen Meister:

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Den 38. DMV Münsterlandpokale gewonnen, hat die Phoenix-Truppe mit dem Audi R8 LMS #37, auf Platz zwei ein weiterer Erfolg für die Truppe rund um Klaus Abbelen, Schmitz, Huismann und Moser. Und auf drei im Ziel – der „Alzen BMW“.

Nach dem Rennen flappste Uwe Alzen, dies wäre ein versöhnliches Ende für die Saison 2013 – „aber für 2014 könne es nicht sein, dass man von einer „rasenden Frikadelle“ auf die Plätze verweisen wird“.  😉

Wir werden sehen was 2014 bringt. 

Demnächst im Blog, das große VLN-Spezial zur Saison 2013 – alle Ergebnisse und viel mehr Informationen zu den Hintergründen dieser sagenhaften Rennserie.

..stay tuned..

 

Das VLN-Reglement im Detail [kommt demnächst] 

Wie ist das mit der Punktevergabe geregelt? Wer fährt in welcher Klasse? Was für Marken sind zu sehen? Viele Fragen und noch mehr Antworten, demnächst hier im Blog.

 

Dunlop Reifen

[Die Fotos stammen von der VLN-Presse, Ausnahme der Nissan GT-R. Weitere Galerien folgen.]

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Bjoern
Autos und Motorsport - meine Leidenschaft seit über 20 Jahren. Für mich müssen Autos einfach Spaß machen und wenn ich heute Neuwagen teste, dann habe ich meine eigenen Kriterien die ein Fahrzeug erfüllen muss. Ob mich ein Auto so richtig begeistert hat, könnt ihr hier im Blog herausfinden. Dazu kommen Nachrichten aus der Welt des Automobils und des Motorsports. http://about.me/bhabegger