VLN 2013: Rasende Frikadelle gewinnt das ADAC-Reinoldus 4-Stunden Rennen

VLN 2013: Rasende Frikadelle gewinnt das ADAC-Reinoldus 4-Stunden Rennen

Frikadelle gewinnt das Reinoldus-Rennen

Verflucht war das ein heißes Rennen, das lag allerdings nicht nur an den hohen Temperaturen und dem brütenden Sonnenschein am Nürburgring. Das lag auch an den Beteiligten, allen voran die mit dem Namen Alzen.

Uwe Alzen (a.k.a „Uns Uwe“) legte im Zeittraining am Samstag früh, mit einer 8:02,418, eine spektakuläre Quali-Runde hin und sicherte sich damit den Startplatz Nummer 1. Laut Uwe waren daran die frisch montierten und besonders griffigen Dunlop-Reifen nicht ganz unschuldig. Damit wäre dann von Uwe Alzen auch der Reifenpartner des Teams genannt.

Die restlichen Fahrer und Fahrzeuge aus der Top 20:

2. #15 Stippler / Stuck / Stuck (Audi R8 LMS ultra) 8:06.865 +4.447
3. #40 Illbruck / Renauer (Porsche 911 GT3 R) 8:09.853 +7.435
4. #4 Ragginger / Asch (Porsche 911 GT3 R) 8:10.735 +8.317
5. #30 Abbelen / Schmitz / Huisman (Porsche 911 GT3 R) 8:10.901 +8.483
6. #20 8:14.504 +12.086
7. #59 Weiss / Kainz / Jacobs / Krumbach (Porsche 911 GT3 RSR) 8:15.147 +8.282
8. #33 Schmidt / Zöchling / Moser (Mercedes-Benz SLS) 8:16.287 +13.869
9. #777 Alzen / Deutgen (Ford GT) 8:19.686 +17.268
10. #39 Schelp / Schwager (Porsche 911 Cup) 8:20.948 +18.530
11. #457 Mattschull / Kaiser / Götz (Ferrari F458) 8:22.604 +20.186
12. #112 Mies / Osieka / Estre (Porsche 911 GT3) 8:23.620 +21.202
13. #96 Kohler / Menzel (Porsche 911 GT3 Cup) 8:26.922 +24.504
14. #110 Palttala / Landmann / Menten (Porsche 911 GT3 Cup) 8:29.999 +27.581
15. #115 Neuffer / Rendlen / Hagen (Porsche 911 GT3 Cup) 8:32.245 +25.380
16. #57 Jans / Metzger / Scheerbarth (Porsche 911 GT3 Cup) 8:32.938 +26.073
17. #98 Tiger / Fübrich / Trebing (Porsche 911 GT3 Cup) 8:33.039 +26.174
18. #125 Walkenhorst / Oeverhaus (BMW Z4 GT3) 8:36.127 +33.709
19. #111 8:42.015 +35.150
20. #458 Kohlhaas / Struwe / Jäger (Ferrari F458) 8:44.883 +42.465

Die neue Rekord-Runde von Uwe Alzen im Video:

In der Startrunde behauptet sich Uwe Alzen vor seinen Verfolgern und stempelte im Laufe der folgenden 4 Runden immer wieder fantastische Rundenzeiten in den Asphalten. Nach vier Runden fehlte z.Bsp. dem Porsche 911 GT 3 R von Falken Motorsport knapp 40 Sekunden auf den Leader. Einzig Patrick Pilet im Frikadelli Porsche war bis zum ersten Boxenstopp in der Lage, der Pace von Uwe Alzen zu folgen.

Der zweite Alzen der in den ersten 90 Minuten für aufsehen sorgte, war der Ford GT von Jürgen Alzen. Gestartet von Platz 9 kam es um 13h im Bereich Karusell zu einem Kontakt mit dem Schubert-BMW mit der Startnummer 20. Auch wenn Artur Deutgen den Wagen zurück in die Boxen bringen konnte, nach diesem Kontakt war das Rennen für das Team um Jürgen Alzen zu Ende. Artur Deutgen sprach noch in der Box davon, dass er vom Schubert BMW „abgeschossen“ wurde. Wieder ein unglückliches Ende für das Team um Jürgen Alzen.

Das Schubert Team indes konnte den Z4 GT3 am Samstag-Vormittag auf Startplatz 6 qualifizieren – und auch wenn das Rennen nicht ohne ärgere Kontakte über die Runden ging, war der mit Dominik Baumann, Max Sandritter und Ai Faisal besetzte BMW das ganze Rennen über unter den Top 5 Fahrzeugen vertreten.

Der Falken Porsche war lange Zeit auf Platz 3 – kämpfte tapfer um eine Platzierung auf dem Treppchen, gegen 14h war es dann jedoch vorbei mit der wilden Heizerei. Ein Reifenschaden hinten links und ein dadurch verursachter Abflug im Bereich der Fuchsröhre. Eine Weiterfahrt nicht mehr möglich.

Uwe AlzenUnd wieder Alzen. Hat Uwe Alzen unter gelb überholt oder nicht? Eine zuerst ausgesprochene Stop & Go Strafe wurde von der Rennleitung, nachdem das Team und allen voran Uwe Alzen interveniert hatten, erst einmal ausgesetzt. Eine Stunde vor Rennende war das dann aber auch egal. Nachdem sich der Z4 GT3 im Bereich Galgenkopf entschieden hatte, drei Räder wären genug für den Z4 und unmotiviert ein Rad verlor,  war das Rennen für die Truppe um Uwe Alzen und den „ungewöhnlichen Brüllkäfer“ vorbei.

 

Phoenix R8LMS

Von Startplatz 2 in das Rennen gegangen, konnten sich die Brüder Stuck und Frank Stippler auf dem Audi R8 LMS des Phoenix Team nicht lange über die gute Startplatzierung freuen. Bereits in der ersten Runde, auf der Zufahrt zur Nordschleife, bekam Startfahrer Ferdinand Stuck einen Stupser vom späteren Sieger, dem folgenden Frikadelli Porsche. Drehte sich in Folge und musste die gesamte erste Startgruppe an sich vorbei lassen. Nach einem ansonsten fehlerfreien Rennen und einer fulminanten Aufholjagd kämpfte der R8 nach zwei Stunden Rennzeit wieder mit um die Spitze.  Bis kurz vor Schluss ein Reifenproblem auftrat.

Überhaupt, der Frikadelli-Porsche. Mit einer 8:10,901 im Training und dem daraus resultierenden Startplatz 5 war das Team um Klaus Abbelen in das heiße Rennen gegangen. Wilde Führungswechsel und rundenlanges  Stoßstange an Stoßstange reiben mit den Mitbewerbern, machten das famose Rennen der „schnellsten Frikadelle“ der Welt aus. Kurze Schrecksekunde 50 Minuten vor dem Ende des Rennen als ein Team-Mitglied der Frikadelli-Mannschaft zur Rennleitung beordert wurde. Was war passiert? Was würde passieren? Die Frikadelli rannte zu diesem Zeitpunkt auf Platz 1 – der Gesamtsieg des 4-Stunden Reinoldus Rennen winkte. 45 Minuten vor Ende des Rennens war klar; es gibt keine Stop & Go Strafe, nur eine Verwarnung für einen Stupser an einen Mitbewerber, nach dem sich der Porsche-Pilot Patrick Pilet verbremst hatte.

Klaus Abbelen mit dem "rasenden Reporter" Patrick Simon. "Sehen wir heute den ersten Gesamtsieg?"
Klaus Abbelen mit dem „rasenden Reporter“ Patrick Simon. „Sehen wir heute den ersten Gesamtsieg?“

Gar nicht erst zum Start angetreten sind die beiden Mercedes-Benz SLS GT3 des ROWE-Team.

Grund hierfür ist die derzeit gültige „Balance of Performance“, die nach Meinung von Teameigner Michael Zehe die GT3-Fahrzeuge von AUDI und PORSCHE extrem bevorteilt. Auf der Homepage des Team ROWE werden die Gründe und auch das Bedauern, zu diesem Schritt „gezwungen“ zu sein, ausführlich dargestellt. [klick]

Eine Stunde vor Renn-Ende lagen ganze 8 Rennteams innerhalb einer Runde – der Frikadelli-Porsche und der Audi R8 LMS von Phoenix kämpften zum Teil mit Abständen von weniger als einer Minute miteinander. Auf Platz 3 lag der Schubert-BMW Z4 GT3. Und dann vor 6 Minuten das Drama. Nach Feindkontakt, fulminanter Aufholjagd und gnadenlosen Rundenzeiten von Stippler – musste der Phoenix R8 erneut in die Box.

Schubert BMW Z4

Den Renn-Thriller unter der brütenden Eifel-Sonne (klingt komisch, war aber so!) konnte am Ende, mit einem Vorsprung von guten vier Minuten, das Team Frikadelli mit den Piloten Klaus Abbelen, Patrick Huismann und Patrick Pilet für sich entscheiden. Auf Platz 2 im Gesamtklassement kam der Schubert BMW Z4 GT3 mit den Piloten Faisal, Sandritter und Baumann ins Ziel. Vom „last minute“ Ausfall des Phoenix-Audi profitierend, kam der Wochenspiegel Porsche  mit Weiss, Kainz, Jacobs und Krumbach auf Platz 3 ins Ziel! Und nach dem letzten Treffer, nur um 0,1 Sekunden auf Platz 4 verwiesen – der Phoenix R8.

Wochenspiegel Porsche 59

„Das ist ein unbeschreibliches Gefühl, nach acht Jahren endlich den ersten Sieg einzufahren“, sagte Abbelen sichtlich beeindruckt. „Unser Team hat wie immer einen perfekten Job gemacht und uns ein sehr gutes Auto bereitgestellt. Unseren beiden Patrick’s waren im Rennen unglaublich flott unterwegs und auch an der Strategie gab es nichts auszusetzen – wir haben verdient gewonnen.“ Quelle: VLN.de

Pirelli Reifen

Alle Fotos – 61 an der Zahl – in der VLN Galerie!

Alle Fotos: Bjoern Habegger / Canon 6D - 24-105 1:4 L
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Bjoern
Autos und Motorsport - meine Leidenschaft seit über 20 Jahren. Für mich müssen Autos einfach Spaß machen und wenn ich heute Neuwagen teste, dann habe ich meine eigenen Kriterien die ein Fahrzeug erfüllen muss. Ob mich ein Auto so richtig begeistert hat, könnt ihr hier im Blog herausfinden. Dazu kommen Nachrichten aus der Welt des Automobils und des Motorsports. http://about.me/bhabegger