Volkswagen-Skandal: 1 Woche später

Volkswagen-Skandal: 1 Woche später

Es ist nur schwer zu begreifen was in der Automobil-Industrie gerade passiert ist. Sicher. Aktuell betrifft es nur diesen einen Konzern. Aber was für einen Konzern? Volkswagen mit seinen zwölf Marken. Volkswagen auf dem Weg zum größten Automobil-Hersteller der Welt. 600.000 Mitarbeiter. 2.5 Millionen Fahrzeuge, nur im ersten Viertel Jahr 2015 ausgeliefert. 11 Milliarden nach Steuern verdient in 2014. Einen Marktanteil von 25 % in Europa. Volkswagen, eine globale Marktmacht. 

Zur IAA war die Welt noch in Ordnung. Winterkorn war zu beobachten wie er bei Opel den neuen Astra ganz genau unter seine Lupe nahm. Wie er das immer tat. Auf jeder Automobilmesse. Von der Akribie des Winterkorn können sich chinesische Kopierer noch etwas abschauen. 7 Tage später ist das alles Geschichte. Ein Tsunami ist über Wolfsburg hinweggefegt.  Doch neben Wolfsburg stehen nun alle Hersteller unter Generalverdacht. Ein Beispiel für das Chaos mit dem dieser „Skandal“ die Automobilwirtschaft trifft? Eine Meldung der AutoBild, eine Vermutung über die Abgaswerte des X3 beim ursprünglichen ICCT-Test und an der Börse lief man Amok mit den Unternehmenswerten. Die AutoBild hat sich in der Zwischenzeit beeilt die eigenen „Feststellung“ zu relativieren.

Tsunami über Wolfsburg – 7 Tage Chaos

Eine Woche später ist der Volkswagen-Konzern um dessen wichtigsten Männer ärmer. Martin Winterkorn bekräftigt seine Unschuld, er wusste von nichts. Schwer zu verstehen, wenn man Winterkorn als den Mann verstand, der jede Schraube selbst konstruieren wollte. Jeden Spalt selbst nachmessen und ganz nebenbei den VW-Konzern so mächtig gemacht hat. Hackenberg, der brillante Techniker und promovierte Maschinenbauer. Hackenberg gilt als Erfinder des MLB (modularen Längsbaukasten), aber er war auch Vorstand für Entwicklung bei Volkswagen – zu der Zeit als die Entscheidungen zum vermeintlichen Betrug gefällt wurden. Aber auch Hatz – Entwicklungsvorstand bei Porsche, muss seinen Hut nehmen. Als die Affäre ihren Ursprung nahm (Vermutung!), war Hatz der oberste Motoren-Entwickler in Wolfsburg. Und Dr. Neußer? Zuletzt Leiter der PKW-Aggregateentwicklung in Wolfsburg. Auch er verlor in dieser Woche seinen Job.

Winterkorn, Hackenberg, Hatz und Neußer mussten bereits gehen. In Wolfsburg wird derzeit mit harter Hand durchgegriffen. Für uns – hier draußen – muss es aussehen, als wären damit die „Schuldigen“ enttarnt. Aber ist das so? 

Freitag – Das Gremium tagt!

An diesem Freitag (25. September 2015) tagt in Wolfsburg der Aufsichtsrat der Volkswagen AG. Der aktuelle Schaden ist nicht abzusehen. In den USA bringen sich Anwälte, Staatsanwälte und Verbraucher eben erst in Stellung um den VW-Konzern unter Feuer zu nehmen. 11 Millionen Fahrzeuge sollen betroffen sein. Damit ist die ganze Problematik längst nicht mehr auf die USA beschränkt. Bundesregierung und EU stehen ebenso unter Zugzwang. Man hat den Abgas-Meßzyklus der US-Behörden hintergangen, dies hat der VW-Konzern so zugegeben. Aber darüber hinaus bleiben viele Fragen offen:

  • Warum hat man so gehandelt? Warum hat man sich bewusst gegen eine Umgehung der Vorschriften entschieden?
  • Welche Nachteile sind den Verbrauchern, der Umwelt entstanden?
  • Wer hat die Entscheidung getroffen?
  • Werden bei Seat und Skoda auch Entscheider ihren Hut nehmen müssen?
  • Was passiert mit den 11 Millionen Fahrzeugen?
  • Wie groß wird der wirtschaftliche Schaden am Ende sein?

Der neue Mann in Wolfsburg

Matthias Müller wird die Aufgabe übernehmen und in Wolfsburg in die Verantwortung steigen. Zu seiner Vita, zu seiner Person ist ein Artikel von Ulf Poschardt (welt) zu empfehlen. Sicher ist der Artikel nicht von Distanz geprägt – aber so lange Matthias Müller von dem Skandal nicht betroffen ist, hat er jedes Vertrauen verdient – und auch gerne ein blumiges Bild. Er kann diese Sympathien gebrauchen – jetzt – eine Woche nach dem Technischen K.O. in Wolfsburg.

 

 

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Bjoern

Autos und Motorsport – meine Leidenschaft seit über 20 Jahren. Für mich müssen Autos einfach Spaß machen und wenn ich heute Neuwagen teste, dann habe ich meine eigenen Kriterien die ein Fahrzeug erfüllen muss. Ob mich ein Auto so richtig begeistert hat, könnt ihr hier im Blog herausfinden.
Dazu kommen Nachrichten aus der Welt des Automobils und des Motorsports.

http://about.me/bhabegger

Selbstfahrende Autos auf Englands Straßen — Großbritannien will autonom voranfahren

Autofahren in England findet auf der linken Straßenseite statt. Das dürfte Touristen und Geschäftsleute bald nicht mehr kümmern, wenn es nach den Plänen der Regierung geht.

Die britische Regierung möchte unter anderem die chronisch verstopften Straßen der Hauptstadt London möglichst schnell mit autonom fahrenden Autos bevölkern. Dafür sollen Unternehmen, die an künstlicher Intelligenz arbeiten, mit 75 Millionen Pfund (aktuell ca. 84,4 Millionen Euro) gefördert werden. 160 Millionen Pfund (180 Millionen Euro) sollen in den Ausbau des Mobilfunknetzes mit 5G-Standard fließen.

Regierung fördert Autodrive-Projekt

Natürlich möchte Großbritannien hiermit die eigene Wirtschaft nach dem Brexit im internationalen Wettbewerb nach vorne bringen. Der englische Autobauer Jaguar Land Rover spielt hierbei eine wichtige Rolle. Das Unternehmen ist Teil des mit öffentlichen Geldern geförderten „UK Autodrive“ Projektes, dem außerdem Unternehmen wie Ford, AXA und andere angehören.

In Coventry nahe Birmingham und damit vor der eigenen Haustüre hat Jaguar Land Rover nun mit der Erprobung von selbstfahrenden Autos begonnen. Mit den Testfahrten soll nicht nur die Kommunikation unter den Autos, sondern auch zwischen Fahrzeug und der Verkehrsinfrastruktur, z.B. Ampeln und Verkehrszeichen, perfektioniert werden.

Touristen und Geschäftsreisenden in England dürfte die schnelle Durchsetzung der autonomen Autos sehr recht sein. Anstatt sich auf dem Weg zum nächsten Termin an den Linksverkehr gewöhnen zu müssen, lässt man das Auto selber fahren.

Quelle: http://www.auto-motor-und-sport.de/news/feldversuch-mit-autonomen-autos-in-england-12802960.html

VW Virtus — Stufenheck-Polo für Brasilien

Der Autobauer VW hat aus dem neuen Polo für den südamerikanischen Markt eine Stufenhecklimousine entwickelt. Der VW Virtus wurde jetzt in Sao Paulo vorgestellt.

Der neue VW Virtus baut natürlich auch auf dem Modularen Querbaukasten des Konzerns auf. Im Virtus schmieden die Wolfsburger daraus eine 4,48 Meter lange Limousine, die den Polo um satte 43 Zentimeter in der Länge überragt. Zudem soll der Virtus mit einem 2,65 Meter langen Radstand – 10 Zentimeter mehr als im aktuellen Polo – Platz für fünf Erwachsene und zusätzlich einen der größten Kofferräume seiner Klasse mit 521 Litern Volumen bieten (270 Liter mehr als im Polo).

Ethanol taugliche Motoren für den Virtus

Einzig angebotener Motor ist ein Einliter-Dreizylinder-Turbobenziner, der auch mit Ethanol betrieben werden kann. Im Benzin-Modus gibt der 1.0 TSI 115 PS an die Vorderräder ab, wird Ethanol getankt, so soll die Leistung auf 129 PS steigen. Das maximale Drehmoment liegt in beiden Fällen bei 200 Nm. In 9,9 Sekunden soll der Virtus von Null auf 100 km/h beschleunigen, die Höchstgeschwindigkeit wird mit 194 km/h angegeben. Später soll noch ein 1,6-Liter-Saugbenziner angeboten werden, der ebenfalls mit Ethanol gefüttert werden kann. Beide Motoren werden wahlweise mit einem manuellen Sechsgang-Getriebe oder einer Sechsgang-Automatik gekoppelt.

Das Angebot an Assistenz- und Infotainmentfeatures übernimmt der Virtus aus dem Polo.

Der neue VW Virtus wird ausschließlich in Brasilien angeboten und auch dort gebaut. Später könnte er auch die Stufenheckversionen des alten Polo in den Märkten Russland und Indien ersetzen. Preise wurden noch nicht genannt.

Quelle: http://www.auto-motor-und-sport.de/news/vw-virtus-stufenheck-polo-fuer-brasilien-716599.html