Von der Essenz des Low Riding — Low Rider als Passion und Leidenschaft

Von der Essenz des Low Riding — Low Rider als Passion und Leidenschaft

Hüpfende Autos, Latinos mit dicken Muskeln – mehr gibt’s zum Thema Low Riding nicht zu sagen? Für den Mexikaner Jesus Contreras schon. Wir begeben uns auf eine Reise nach Mexiko und erfahren, worauf es bei Low Ridern ankommt.

Das riesige Herz passt perfekt. Es leuchtet am Fuß eines der massiven Brückenpfeiler, auf den es mit Neonfarbe gesprüht wurde. Während oben der Verkehr rauscht, erstreckt sich hier unten ein asphaltiertes Flussbett-Gefängnis. Ob sich der Río Tijuana deswegen zurückgezogen hat und eher ein Bach ist? Jesus kennt die Antwort nicht. Aber er lächelt, zeigt auf das Herz und seinen 1964er Chevy Impala.

Das lange Heck des goldenen Cabrio schwebt mühelos auf Brusthöhe, darunter glitzert eine komplett verchromte Neunzoll-Achse, deren Flanken eine Pfeilform haben. „Da steckt viel Herzblut drin“, erklärt Jesus leise. Dann schnappt er sich einen der extraweichen Lappen, taucht ab und poliert noch einmal über den Achskörper. „So, jetzt könnt ihr das Bild machen.“

Die Gegensätze an diesem Ort sind vermutlich genauso groß wie die Vorurteile beim Thema Low Riding. Sie wissen schon, das sind diese hüpfenden Oldtimer, die aufgepumpten Latinos gehören. Und an denen sich gern dralle Frauen in Bikinis räkeln – also vornehmlich an den Autos.

Und die Realität?

Jesus Chury Contreras ist 51 Jahre alt und hat 170 Pokale in einem Raum stehen, den man gut und gerne als Tempel für Low Riding bezeichnen kann. Es ist sein Tempel. Er grenzt an die Garage, in der sich der goldene Chevy ausruht. Die Wand zwischen Tempel und Garage schmückt eine Zeichnung aus Jesus’ Kindertagen – sie zeigt eine bekannte Straße hier in Tijuana. Darauf flanieren Chevys der 1950er- und 60er-Jahre, die ihre Karossen weit über den Speichenrädern tragen. Jesus zeigt auf das Bild und erklärt: „Dieses Bild wollte ich immer mal fertig malen, denn in echt ist diese Straße viel länger.“

Uns interessiert die Essenz am Low Riding. Worum geht es? Jesus nimmt die Frage mit in den Tempel, setzt sich auf den Ledersessel hinter dem handverzierten Schreibtisch und überlegt. Um ihn herum stehen und hängen Pokale, über ihm thront ein extraflaches Dreirad, hinter ihm hängt eine große Auswahl CDs – der Beat für Low Rider.

Es beginnt mit den Bikes

„Es ist meine Religion“ – mit diesen Worten beginnt Jesus seine Antwort. „Es packt die meisten von uns in jungen Jahren, wenn sie wenig besitzen, aber viel Zeit zum Träumen haben. Autos spielen da noch keine Rolle, sie sind zu weit weg – zu teuer. Nicht selten beginnt es deshalb mit einem Fahrrad, das man umbaut, nach seinen Vorstellungen gestaltet. Um etwas Besonderes daraus zu kreieren. Etwas Einzigartiges, Kostbares.

Dabei geht es nicht darum, dass es besser fährt, sondern dass es verdammt abgefahren aussieht. Ähnlich wie eine gute Visitenkarte, die sich abhebt. Entsprechend präsentiert man seine Kreation dann auch voller Stolz.“ Während seiner Erklärung zeigt er nach oben, auf das flache Bike mit den drei Rädern, der extrem gebogenen Gabel und dem roten Sitz. „Das hab ich als Kid gebaut, weil ich es zuvor so in meinen Gedanken gesehen hatte – es war meine Vision von einem coolen Dreirad.“

Der Glanz in seinen Augen beweist, wie wichtig ihm dieses Fahrrad noch immer ist – und wie stolz es ihn macht. Wer wie Jesus dabeibleibt, kommt im Laufe der Zeit unweigerlich dazu, diese Visionen an den eigenen Autos auszuleben. Da auch hier Style und Auftritt im Vordergrund stehen, sind Power und Fahrleistungen zweitrangig.

„Das ist bei echten Low Ridern nun mal so“, bekräftigt Jesus. Und klammert dabei auch all jene aus, die sich billige Hydraulikfahrwerke in ihre Autos zimmern und mit gammeligen Karossen maximal schräg durch die Gegend fahren. „Ich rede von perfekt gemachten Autos, die bis ins kleinste Detail glänzen. Und Tricks draufhaben, die keiner vermuten würde.“

Viel Handwerk und Arbeit

Warum der Trend in Mexiko so beliebt ist, kann Jesus nicht genau beantworten. Vielleicht weil es von Beginn an etwas ganz Eigenes war, was auf diesem Kontinent keiner mit Autos angestellt hat. Weil es auf den ersten Blick verrückt aussieht – und auf den zweiten viel Respekt einfordert. Denn es ist schließlich nur mit viel Handwerk und Arbeit erreichbar. Allein in das goldene Cabrio hat Jesus neun Jahre investiert – und rund 80.000 Dollar. Dabei kostete allein die Lackierung über 10.000 Dollar, die Hydraulik verlangte sogar noch nach etwas mehr.

Da wirken die vielen Pokale natürlich wie Balsam für die Seele – Pokale, die Jesus übrigens auf beiden Seiten der Grenze für seine Autos gewonnen hat. Ganz recht: Low Riding ist längst auch in den USA zu Hause, vornehmlich im südlichen Kalifornien. Viele Mexikaner, die dorthin ausgewandert sind, haben ihre Leidenschaft mitgenommen.

Nach fünf komplett aufgebauten Low Ridern, von denen einer allein über 100 Pokale geholt hat, verrät uns Jesus zum Abschied noch die fünf wichtigsten Zutaten für einen erfolgreichen Umbau: „1. Ohne etwas Spielgeld brauchst du gar nicht anzufangen. 2. Zeit ist genauso wichtig wie 3. – eine Vision. Da der Weg lang sein wird, sind: 4. gute Freunde unverzichtbar, die dir ehrlich sagen, was sie von alldem halten. Und 5. wird es nicht gelingen, wenn die eigene Familie keine Unterstützung bietet.“

Nach dieser Zusammenfassung schüttelt er uns zufrieden die Hände. Und murmelt: „Die Fotoshootingshootings mit den Bikini-Babes sind natürlich auch nicht das Schlimmste.“

Quelle: http://www.auto-motor-und-sport.de/news/mexiko-reise-von-der-essenz-des-low-riding-12035153.html

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McLaren F1 zu verkaufen — Unberührter Supersportwagen im Angebot

Der McLaren F1 gehört bis heute du den begehrtesten Supersportwagen. Jetzt steht einer zum Verkauf – im Auslieferungszustand von 1997 mit nur 239 km auf der Uhr.

Im Mai 2017 hatte McLaren selbst einen McLaren F1 offeriert, der knapp 12 Millionen Euro gebracht haben soll. Allerdings hatte der Superspiortwagen mit der Chassisnummer 69 schon 2.800 Meilen (4.506 Kilometer) auf der Uhr. Die Sonderabteilung MSO hatte den Dreisitzer aber komplett überholt und in den Neuzustand versetzt.

20 Jahre alt, dennoch Neuzustand

Den Neuzustand quasi nie verlassen hat das jetzt in Großbritannien angebotene McLaren-F1-Modell. Beim Nobelautohaus Tom Hartley Jnr steht die Chassisnummer 60 zum Verkauf – und zwar im Auslieferungszustand von 1997. Der in Dandelion Yellow lackierte F1 dürfte das McLaren F1-Modell sein, das weltweit den geringsten Kilometerstand aufweist. Auf dem Digitaldisplay stehen lediglich 239 Kilometer – das entspricht genau der Distanz, die jeder McLaren F1 als Testfahrt vor der Auslieferung an den Kunden absolvieren musste. darüber hinaus hat der gelbe Renner in den 20 Jahren seit seiner Auslieferung keinen einzigen Kilometer mehr gesammelt, auch wurde er nie zum Straßenverkehr zugelassen. Er wanderte direkt in die Aservatenkammer eines betuchten japanischen Sammlers.

Entsprechend finden sich im weitestgehend dunkelgrau gehaltenen Innenraum auch noch alle ab Werk angebrachten Schutzfolien. Armaturenbrett, Beifahrersitze, Konsolen – alle Flächen sind unter schützenden Folien und Klebebändern verborgen. Lenkrad und Schalthebel sowie Pedalerie präsentieren sich im jungfräulichen Gewand. Unter jeder Haube und Abdeckung entweicht Neuwagenduft.

Alles Werkszubehör originalverpackt dabei

Doch nicht nur der McLaren selbst ist absolut neuwertig, auch das dazu offerierte Zubehörpaket ist einzigartig. Es ist alles da, was den McLaren F1 einst zu seinem ersten Besitzer begleitet hat. Da wären die Handbücher im Ledereinband mit handschriftlich ausgefüllten Daten und Unterschrift von McLaren-F1-Designchef Gordon Murray, ein kompletter Werkstattwagen, die Bordwerkzeugrolle mit Werkzeug aus Titan, ein ebenfalls noch originalverpacktes Gepäckset, der Ersatzschlüssel sowie die limitierte TAG-Heuer-Uhr mit eingravierter Chassisnummer.

Des Weiteren hatte der Erstbesitzer noch ein mit Wildleder bezogenes Ersatzlenkrad, eine Sportabgasanlage, Sonderfußmatten und eine Tönungsfolie für die Windschutzscheibe geordert – alles liegt dem F1 bei – originalverpackt. Zu den weiteren Sonderausstattungen zählen noch eine Carbonsitzschale mit gelber Mittelbahn sowie eine Original-Unterschrift von Gordon Murray auf der rechte Flanke.

Ein McLaren F1 in diesem Zustand dürfte einzigartig sein. Eine Preis nennt Händler Tom Hartley nicht. Aber unter 12 Millionen Euro wird der McLaren F1 wohl kaum den Besitzer wechseln.

Vom McLaren F1 wurden zwischen 1993 und 1998 nur 64 Straßenmodelle (71 Modelle insgesamt) gefertigt. Der F1 gilt mit seiner Höchstgeschwindigkeit von 390 km/h noch heute als schnellster Sportwagen mit Saugmotor.

Quelle: http://www.auto-motor-und-sport.de/news/mclaren-f1-zu-verkaufen-unberuehrter-supersportwagen-2017-6462681.html

Toyota Brennstoffzellenbus Tokyo Motor Show 2017 — Neuer Bus für Tokyo und Olympia

Toyota zeigt auf der Tokyo Motor Show 2017 einen Bus, der mit Wasserstoff fährt und 2020 abgasfrei bei den Olympischen Spielen fahren soll.

Toyota will 2018 den Brennstoffzellen-Bus Sora auf den Markt bringen. Bis zu den Olympischen Spielen 2020 sollen im Großraum Tokio schon 100 Busse mit Wasserstoff fahren. Der „Fuel Cell Bus“ hat auf der 45. Tokyo Motor Show Premiere und fährt mit einer ähnlichen Antriebstechnik wie der Toyota Mirai. Eine Brennstoffzelle erzeugt aus Wasserstoff elektrische Energie. Das Abgas besteht aus Wasserdampf, der Bus fährt also lokal emissionsfrei. Zehn Tanks speichern unter einem Druck von 700 bar insgesamt 600 Liter Wasserstoff. Der Festpolymer-Elektrolyt-Stack erzeugt Wechselstrom für zwei Elektromotoren, die jeweils 113 kW und 335 Newtonmeter leisten.

Platz für 78 Passagiere und 1 Fahrer

Der Bus ist 10,5 Meter lang und 2,49 Meter breit sowie 3,34 Meter hoch. Er bietet neben 22 Sitz- und 56 Stehplätzen ein Novum für Japan: quer zur Fahrtrichtung angeordnete Sitze gab es dort laut Toyota bisher nicht. Die Sitzgelegenheiten klappen hoch, wenn niemand draufsitzt und schaffen so Platz für Kinderwagen oder Rollstühle.

Beschleunigungs- und Haltekontrolle

Der Bus beobachtet mit acht hochauflösenden Kameras seine Umgebung: Damit kann der Fahrer vor Fahrrädern oder Fußgängern gewarnt werden – autonom fährt der Brennstoffzellenbus nicht. Eine Beschleunigungskontrolle verhindert unsanfte Starts und eine Anfahrtskontrolle hilft über Leitlinien in der Fahrbahn, den Bus korrekt an der Haltestelle zu positionieren. Außerdem verfügt der Bus über ein System mit dem Namen IST Connect, das es möglich macht, Buspulks zu bilden und dem Bus Vorfahrt an Ampeln einräumt.

Quelle: http://www.auto-motor-und-sport.de/news/toyota-brennstoffzellenbus-sora-tokyo-motor-show-2018-olympia-2020-wasserstoff-12756556.html