VW Atlas im US-Crashtest der IIHS — Midsize-SUV hat (k)ein Problem

VW Atlas im US-Crashtest der IIHS — Midsize-SUV hat (k)ein Problem

Das Insurance Institute for Highway Safety (IIHS) in den USA vergibt den „Top Safety Pick Award“. VWs Midsize-SUV Atlas hat ihn bekommen – nur leider ohne Sternchen, denn der Wagen hat ein kleines Problem.

Das amerikanische Insurance Institute for Highway Safety (IIHS) hat den VW Atlas einem Crashtest unterzogen. In den relevanten Punkte-Kategorien konnte der große Volkswagen überzeugen und sich somit den Top Safety Pick Award sichern. Nicht zuletzt die Assistenzsysteme spielen dem SUV dabei gut in die Karten (hier der baugleiche VW Teramont im Fahrbericht). Die Auszeichnung Top Safety Pick + bleibt dem Atlas jedoch verwehrt. Dafür seien die Scheinwerfer zu schlecht, berichtet die IIHS. Ein Problem, das übrigens viele deutsche Hersteller bei amerikanischen Tests haben. Die Standard-Beleuchtung verfüge nicht über eine ausreichende Lichtmenge, sodass bei hohen Geschwindigkeiten ein zu geringer Teil der Straße ausgeleuchtet sei. Die amerikanische Gesetzgebung untersagt jedoch gleichzeitig die Verwendung von neuen Technologien wie Laser-Scheinwerfern oder LED-Lichtern, die Bereiche der Straße ausblenden, wie etwa das Matrix-Licht von Audi. Reguläre LED-Scheinwerfer sind dagegen zulässig. Der Toyota Prius holte sich mit seinen LED-Lichtern im vergangenen Jahr so den Testsieg.

Unterschiedliche Crashtests in Europa und den USA

Die US-Crashtests laufen etwas anders an, als in Europa. Das ist auch der Grund, warum dort viele Fahrzeuge weniger gut bewertet werden. Während NCAP eine Frontkollision beispielsweise mit 64 km/h auf 40 Prozent der Fahrzeugbreite nachstellt, gibt es bei der IIHS auch den sogenannten Small overlap test. Dabei treffen lediglich 25 Prozent der Fahrzeugbreite auf das starre Hindernis auf, wobei natürlich andere Kräfte auf das Auto einwirken. Damit soll eine Situation nachgestellt werden, bei der ein Fahrer noch einen Ausweichversuch unternimmt, es aber nicht ganz schafft. Bei einem solchen Unfall greifen zudem oft nicht mehr alle Sicherheitssysteme eines Autos.

Gleichzeitig geben die unterschiedlichen Testprozedere auch Aufschluss darüber, warum der beliebte Ford Mustang in seiner neusten Generation beim Euro NCAP Crashtest so schlecht abgeschnitten hatte. Der Sportwagen wird zwar offiziell in Europa verkauft, konzipiert wurde er jedoch für den amerikanischen Markt.

Damit entsteht für viele Autos aus Europa ein Problem, denn die sind auf die Euro-NCAP Crashtests ausgerichtet. Die Hauptlast bei einem Aufprall übernehmen im Chassis verbaute Längsträger. Bei einer geringeren Aufprallfläche verfehlen die einwirkenden Kräfte diese Längsträger allerdings. Im schlimmsten Fall kann das dazu führen, dass sich das Rad tief in die Fahrgastzelle drückt. Europäische Hersteller geraten durch das Test-Prozedere also in Zugzwang und müssen Nachbessern. Leitbleche an den Seiten sollen beispielsweise ein Verhaken zweier kollidierender Fahrzeuge mit geringer Überschneidung verhindern. Die einwirkenden Kräfte sollen dabei allerdings nicht auf die Fahrgastzelle übertragen werden.

Das Insurance Institute for Highway Safety ist eine Non-Profit-Organisation, die von den amerikanischen Autoversicherern finanziert wird. Ziel der ein Einrichtung ist es, die Anzahl von Unfällen ebenso zu reduzieren, wie die Verletzungsrate. Dazu führt die IIHS nicht nur Crashtests durch, sondern untersucht auch den Verkehr und die Gestaltung von Straßen. Daraus resultierende Studien werden auch hierzulande, etwa beim ADAC oder dem deutschen Verkehrssicherheitsrat, verarbeitet.

Quelle: http://www.auto-motor-und-sport.de/news/iihs-top-safety-pick-award-vw-atlas-crashtest-12424327.html

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