VW Bus Tuning Treffen 2017 am Hockenheimring — Verrückter als die Bullis sind nur ihre Besitzer

VW Bus Tuning Treffen 2017 am Hockenheimring — Verrückter als die Bullis sind nur ihre Besitzer

Auf dem VW Bus Tuning Treffen gibt es coole Leute und heiße Bullis. Wir haben die irren Geschichten der vielleicht lässigsten Szene, seit es Autos gibt. Von Rost bis 4,2-Liter-V8 ist alles dabei.

Vom bewaldeten Gelände neben dem Motorsport-Museum am Hockenheimring aus schallt bereits „Hell’s Bells“ durch’s Geäst. Hier sind wir wohl richtig: Beim jährlichen VW Bus Tuning Treffen. Rund 300 Bulli-Fans rollen hier mit ihren aufgemotzten Klassikern an, um drei Tage unter Ihresgleichen zu verbringen. Als erstes läuft uns Reto Keller über den Weg, der hauptberuflich VW Busse um- und ausbaut. Auf dem Treffen ist er mit seinem orangenen T3, in den er bereits mehr als 2.000 Arbeitsstunden gesteckt hat. In dem eigenen Aufbau schläft man Dank Plexiglas-Dach direkt unter dem Sternenhimmel. Solar-Panele versorgen den Bus mit Energie. Es gibt eine Dusche mit Warmwasser und eine Espressomaschine, die über einen extra Konverter mit Strom versorgt wird. „Ich glaube, ich war schon etwa zehn Mal hier und es macht jedes Mal wieder Spaß“, erzählt der Schweizer Bus-Experte aus der Nähe von Zürich. Dass sein getunter Bulli mal ein Militärbus aus dem Jahr 1987 war, will man kaum glauben.

Ein Stück weiter hinten in dem Wäldchen wird es dann extrem. Eine Clique aus der Gegend um Bad Homburg sitzt dort zusammen und bringt es gemeinsam auf jede Menge PS. Denn die Busse werden von V8-Motoren angetrieben. 340 Pferdchen leistet der T3 von Milos Boskovic, der zum ersten Mal mit einem eigenen Auto nach Hockenheim gekommen ist und mehr als drei Jahre an seinem Bus von 1988 gebaut hat. Daneben steht die Doppelkabine von Franklin De Costa, der ein bisschen länger an seiner lässigen Surfer-Interpretation tüfteln durfte. „Ich habe elf Jahre gebraucht, bis ich ihn so hatte, wie er hier steht“, berichtet der gebürtige Amerikaner nicht ohne Stolz. „Jetzt hat er alles drin.“ Tatsache: Luftfahrwerk, Tempomat, Navi und das größte Schmuckstück: Ein 4,2-Liter-V8, der unter einer Scheibe unter der Pritsche schlummert. „Ich bin in den USA mit Musclecars aufgewachsen. Als ich 1971 mit der Army nach Deutschland gekommen bin, habe ich aber gemerkt, dass die Teile hier sehr teuer sind. Dann ist es ein VW Bus geworden, denn die sind einfach geil“, lacht der 64-Jährige. Regen sieht sein Bus übrigens nie – der ist nur zum cruisen bei Sonnenschein und so schaut er auch aus.

VW Bus T3 mit Audi RS6-Technik

Werner Veith sitzt gemeinsam mit Michael Baier und Nadine Klinger ein paar Bullis weiter beim Frühstück. Auch sie gehören zu dem Trupp aus Bad Homburg, sind aber kein offizieller Club. „Wir sind eher der Club der Clublosen“, scherzt Veith, „aber weil es so viel Spaß macht, sind wir halt immer gemeinsam unterwegs. Michael Baier ist ebenfalls ein professioneller Schrauber. “Busklinik„ heißt sein Laden, was das Klientel deutlich machen dürfte. “Ich bin jetzt seit neun Wochen jedes Wochenende mit meinem Bulli auf Treffen unterwegs. Das ist für mich einfach die beste Erholung von einer Arbeitswoche„, erzählt er uns. Verständlich – eine gewisse entschleunigende Wirkung kann man dem Kult-Auto ja auch nicht absprechen. Selbst mit V8-Motor.

Apropos: Der Sohn von Werner Veith, Mario, ist auch da. Und der hat seinen Bus mit Technik aus dem Audi RS6 versehen. Das Resultat: V8 Biturbo mit 504 PS und einer Höchstgeschwindigkeit von 285 km/h. Macht das bei dem Tempo noch Spaß, fragen wir? “Geht schon gut„, lautet die Antwort. Ein Preisschild kann Mario an seinen gelben Power-Bus nicht hängen, aber der Versicherungswert liegt bei 70.000 Euro, verrät er uns.

Das Bus Tuning Treffen findet bereits zum 24. Mal statt. Im nächsten Jahr feiert die Veranstaltung entsprechend das Viertel-Jahrhundert-Jubiläum. “Als wir angefangen haben, war der T3 noch ein recht aktuelles Auto. Das ist vielleicht auch der Grund, warum wir bis heute ziemlich T3-lastig sind„, erzählt Veranstalter Dirk Klöß. Nur das Tuning sei über die Jahre schon ein bisschen extremer geworden. Wir verweisen an dieser Stelle nochmals auf den 504-PS-Bus. Stimmt.

Leandro “Leo„ Schöffler ist der Vorsitzende der Interessengemeinschaft (IG) für besagten VW-Bus T3. Die rund 230 Mitglieder starke IG T3 versammelt die Vielzahl von Fanclubs unter sich und dient als zentraler Ansprechpartner für Volkswagen. Natürlich gibt es auch regelmäßig Ausfahrten und Treffen, die organisiert werden. “Die Szene ist wirklich sehr kollegial. Du kannst abends beim Bier mit Tuning-Freaks und Besitzern von Original-Fahrzeugen zusammen an einem Tisch sitzen, und dich mit Freude über die Autos austauschen„, berichtet Leo. Er selbst ist mit einem Doppelkabinen-Bau-Fahrzeug da, das noch heute im täglichen Geschäftseinsatz ist.

Der größte Handbrems-Hebel der Welt

Einen seltenen Anblick bietet der Rocker-Bus von Daniel Däppen aus der Nähe von Bern. Sein Geschoss entstammt nämlich zur Abwechslung der Baureihe T2. Im Cockpit sticht besonders der Handbremshebel ins Auge, der sich so weit verlängern lässt, dass er fast bis an den Dachhimmel stößt. Ein echtes Männerspielzeug eben. Die Scheinwerfer kommen von der Mercedes-AMG G-Klasse, die Lüftung vom Audi TT und im Heck sitzt ein Porsche Typ 1 Motor. So sieht Multikulti in der Automobil-Welt aus.

Auf dem internationalen Event treffen VW Bus-Fans aus ganz Europa zusammen, doch die weiteste Anreise hat vermutlich Serkan Tezel hinter sich. Über fünf Tage war er mit seinen Eltern von Istanbul aus durch Griechenland, Mazedonien, Kroatien, Slovenien und Österreich unterwegs. Natürlich inklusive Sightseeing-Zwischenstopps und ohne Probleme am Auto, wie er uns versichert. Bei Minztee und süßem Gebäck schildert er den weiteren Reiseverlauf: “Ich fahre gemeinsam mit meiner Mutter Zümrüt und meinem Vater Bülent weiter nach Frankreich, über Paris nach Amsterdam und dann geht es zurück nach Istanbul.„ Zuhause hat der Fernfahrer übrigens noch einen T1 stehen, sein Vater fährt einen Käfer. Wenn das keine Liebe zur Marke ist, dann wissen wir auch nicht.

Unikat dank Turboaufladung

Der Bulli von Stefan Gitler war ursprünglich als Notlösung für nur einen Winter geplant. Mittlerweile fährt er seit acht Jahren mit dem Love&Peace-Bus durch die Gegend. “Meine Ex-Freundin hatte damals die Idee, den Bus anzumalen. Seither sieht er eben so bunt aus„, resümiert Stefan. Ein ganz echter Hippie ist der T3 allerdings nicht, denn angetrieben wird er vom Zweiliter-Aggregat aus dem Golf III GTI. Obwohl 115 PS ja eigentlich auch noch ganz gemütlich sind. Die grüne Doppelkabine nebenan hat mit rund 220 PS schon ein bisschen mehr Dampf und ist dabei ein echtes Unikat, wie Besitzer Frank Müller aus Schöneck feststellt. Den 2,5-Liter-Motor hat Tuningfirma Oettinger aufgemöbelt und aus dem Hause Schick kam dann noch ein Turbolader dazu. Das gibt es so nur einmal auf der Welt. “Gekauft habe ich den Bus bei einem USA-Urlaub in Colorado für 450 Euro„, erinnert sich Frank. Seither investierte er rund 25.000 Euro in den schicken Bulli mit dem goldenen Dach.

Mehr Begeisterung und gute Laune als beim VW Bus Tuning Treffen wird man in der Automobil-Szene wohl kaum finden können. Da sind wir gespannt, was es im Jubiläumsjahr 2018 zu erleben gibt. “Konkrete Details haben wir noch nicht, aber da kommt was„, verspricht Veranstalter Dirk. Wir freuen uns jedenfalls – In diesem Fall nicht auf Flower Power, sondern eben auf mehr Power als Flower. Bis dahin können Sie sich die Leute und Autos aus dieser Geschichte in unserer Bildergalerie anschauen.

Quelle: http://www.auto-motor-und-sport.de/news/vw-bus-tuning-treffen-2017-hockenheimring-bulli-12192615.html

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Infiniti QX50 — Mittelklasse-SUV mit Super-Motor

Die Nissan-Nobeltochter Infiniti renoviert ihre Mittelklasse-SUV-Baureihe QX50. Auf der L.A. Autoshow debütiert das gänzlich neue Mittelklassemodell mit revolutionärer Motortechnik.

Bereits 2016 hatte die Nissan-Nobeltochter Infiniti-Fans an der Zukunft des QX50 schnuppern lassen, als man das Infiniti QX Sport Inspiration Concept gezeigt hatte. Auf der Detroit Motor Show 2017 wurde der neue Mittelklasse-SUV weiter konkretisiert. Das QX50 Concept gab sich seriennah. Wie seriennah das Concept bereits war, zeigt die Weltpremiere des neuen QX50 jetzt auf der L.A. Autoshow.

Technik für autonomes Fahren

Zu Technik wurde seinerzeit noch nicht viel verraten. Mittlerweile ist aber klar: Im neuen SUV wird aber der neue Zweiliter-Vierzylinder-Turbobenziner mit variabler Kompression debütieren und mit einem CVT-Getriebe zusammenarbeiten. Die Leistung soll bei 272 PS und 380 Nm liegen. Die neue Plattform ist primär auf Vorderradantrieb ausgelegt, optional wird der Nissan QX50 aber auch mit Allradantrieb angeboten werden. Zudem wird der neue SUV mit einem „autonom-Fahren“-Technik-Paket gespickt, das demnächst in weiteren Serienmodellen angeboten werden soll. Zusammengefasst werden die Assistenzsysteme unter dem Namen ProPilot. Für den Spurt von Null auf 98 km/h geben die Japaner zwischen 6,3 (AWD) und 6,7 (FWD) Sekunden an. Die Höchstgeschwindigkeit soll bei 230 km/h liegen.

Der Kofferraum des QX50 soll dank längsverschiebbarer Rückbank zwischen 895 und 1.048 Liter Gepäck (US-Norm) schlucken können. Werden die Rücksitze umgelegt, so soll das Ladevolumen sogar bis auf 1.699 Liter anwachsen.

Beim Design des 4,69 Meter langen, 1,68 Meter hohen und 1,90 Meter breiten Infiniti QX50 (Radstand: 2,80 Meter) haben die Japaner dabei die neue Designlinie der Marke erstmals auf ein SUV-Modell übertragen. Kräftige Formen werden mit fließenden Linien kombiniert. Der Innenraum hat sich organischen Formen verschrieben, die sich optional mit Leder auf den Sitzen sowie Alcantara an den Türbrüstungen und am Dachhimmel zu einem Luxusambiente paaren. Dazu gibt es Edelhölzer und Aluminiumapplikationen. Auf der Mittelkonsole sitzt der obligatorische Touchscreen, der zahlreiche Bedienfunktionen bündelt. Den Mitteltunnel teilen sich der Automatikwählhebel und ein Dreh-Drück-Controller.

Der neue Infiniti QX50 soll noch in 2017 in das Modellprogramm aufgenommen werden. Seine Premiere feiert der QX50 auf der L.A. Autoshow 2017. In den USA kommt er Anfang 2018 in den Handel, in Europa erst im Herbst 2018. Gebaut wird der QX50 im Daimler-Nissan-Gemeinschaftswerk in Mexiko.

In der Fotoshow zeigen wir noch den Infiniti QX50 Concept.

Quelle: http://www.auto-motor-und-sport.de/news/infiniti-qx50-daten-infos-marktstart-preis-1045203.html

Karlmann King Stealth SUV — V10-Kampfbomber für Ölscheichs

Auf der Dubai Motorshow hat der chinesische Tuner Karlmann King sein Stealth-SUV vorgestellt. Das Riesen-SUV setzt auf Ami-Technik und einen 370-PS-V10

Wenn man Autos verkaufen möchte, die auf den ersten Blick verhältnismäßig sinnfrei, aber exorbitant teuer sind, ist Dubai eine gute Adresse. Die Dubai Motorshow im November bringt neben den üblichen Protz- und Prunk-Gefährten für Menschen mit überquellenden Bargeldreserven auch regelmäßig Fahrzeuge ins Rampenlicht, die noch abgefahrener sind als die üblichen Verdächtigen. Auf den Karlmann King trifft das zweifelsfrei zu.

Erdacht wurde der Karlmann King von der chinesischen Firma IAT, die üblicherweise Ford-Offroader für den chinesischen Markt mit viel Bling-Bling „veredelt“. Entsprechend ist auch die Basis des im Design eines Tarnkappenbombers gehaltenen Mega-SUV eine sehr amerikanische, denn unter dem Karlmann King steckt die Plattform des Riesen-Pickup Ford F-450 Superduty. Das bedeutet neben dem Leiterrahmen auch zwei Starrachsen, also robuste Lkw-Technik mit Durchsetzungswillen im Gelände.

V10-Benziner mit 367 PS

Gefedert wird mit Luftfeder-Elementen, was trotz der archaischen Starrachsen einen gewissen Fahrkomfort vermitteln dürfte. Als Antrieb dient der damalige Top-Benziner der Baureihe, ein V10 mit 6,8 Liter Hubraum und 367 PS. Der erscheint auch notwendig, denn das Ungetüm (5,99 Meter lang und jeweils 2,48 Meter breit und hoch) ist nicht gerade ein Leichtgewicht. Im Standard-Trimm bringt der Karlmann King bereits 4,5 Tonnen auf die Waage, bei der optional angekündigten schussfesten Variante sollen es rund 6,5 Tonnen werden.

Wie für die angepeilte Kundschaft üblich wurde neben dem abgefahrenen Karosseriedesign vor allem der Innenraum sehr extravagant gestaltet. Barocke Farben und Formen mit ausreichend Gold-Verzierungen in verschiedenen Stilen stehen zur Auswahl. Der schwerreiche Besitzer kann vom Rücksitz aus wesentliche Funktionen per Mobiltelefon-App steuern, neben der Klimatisierung auch die Beleuchtung, den Kühlschrank und die Kaffeemaschine.

Karlmann King kostet 1,6 Millionen Euro

Wesentliche Unterhaltungselektronik ist natürlich auch an Bord, neben einem Video-System gibt es gegen Aufpreis auch Satelliten-TV und -Telefonanbindung, eine Spielkonsole und eine wattstarke Soundanlage. Richtig follt unterwegs ist der Karmann King allerdings nicht, bei 140 km/h ist Schluss mit Beschleunigung. Dafür ist das Auto laut Hersteller in Temperaturregionen zwischen -40 und +90 Grad Celsius funktionsfähig. Und was kostet der Spaß? Umgerechnet rund 1,6 Millionen Euro, ohne Extras.

Quelle: http://www.auto-motor-und-sport.de/news/karlmann-king-stealth-suv-kampfbomber-fuer-oelscheichs-736894.html