Was man in Ingolstadt nicht kann

Was man in Ingolstadt nicht kann

Was man in Ingolstadt nicht kann:

Blogger-Relations

Es ist Samstag früh, ich bin ausgeruht, entspannt und komme gerade aus der Badewanne. Und in ein paar Stunden werde ich in Stuttgart sein, erst einmal das Porsche-Museum besuchen und danach die Nacht im Mercedes-Benz Museum verbringen. Die Nacht im Mercedes-Benz Museum? Ja. Denn in Stuttgart hat man etwas verstanden und umgesetzt, wovon man in Ingolstadt bei Audi noch Lichtjahre entfernt scheint.

Blogger und Macher aus alten Medien stehen in Stuttgart eventuell noch nicht auf der gleichen Stufe, aber im Schwabenländle ist man bemüht, sehr bemüht – und man ist erfolgreich in der Disziplin: „Blogger-Relations“.  Das zeigt sich an interessanten Events wie heute Abend, einer Nacht im Mercedes-Benz Museum. Alleine mit den teuren Exponaten. Intensives kennen lernen der Mercedes-Benz Historie.

Und Mercedes-Benz ist bei weitem nicht der einzige Automobil-Hersteller in Deutschland, oder Importeur, der Blogger inzwischen ernst nimmt und anscheinend wirklich verstanden hat, was Blogs und Blogger in der Medienlandschaft 2.0 bedeuten.

Wenn ich jetzt Audi als extremes Beispiel für ein „versagen“ in den Blogger-Relations heran ziehe, dann will ich damit ausdrücklich nicht die Personen diskreditieren, die derzeit im direkten Kontakt mit den Bloggern stehen. Auf dieser Ebene ist man bemüht. Sehr bemüht. Aber  hier kann eben auch der engagierteste Mitarbeiter nichts ausrichten, wenn im Unternehmen die Strukturen nicht passen und die Verantwortungsbereiche nicht neu sortiert wurden. Und der Fisch stinkt immer vom Kopf an und so geht diese Kritik an die „obere Riege“ der Entscheidungsträger.

Genau diese Problematik muss man  innerhalb eines Unternehmens angehen, will man eben nicht als „Versager“ in dieser neuen Disziplin der Öffentlichkeitsarbeit dastehen und in meinen Augen ist es bei Audi gründlich in die „Buxe“ gegangen, dieses erste Experiment, der Blogger-Relations.  Bei Audi sind derzeit zu wenige Menschen direkt involviert in dieser neuen Disziplin. Leider.  Und ich habe nichts gegen Volontäre und externe Dienstleister (im Gegenteil, ich bin überzeugt davon, das hier viele mit Herzblut bei der Sache sind) – aber bevor man Experimente startet, muss man sich „intern“ im klaren sein, was man erreichen will. Und genau hier hakt es wohl bei Audi massiv. Und das ist schade.

Warum ich das so sehe, dass erläutere ich gerne an 2 Punkten:

 

Punkt 1:

In Ingolstadt zählen Blogs und Blogger noch immer zu den reinen Hobby- und Freizeit-Medien. Das dies jedoch nicht so ist, zeigt nicht nur der Kollege Jens Stratmann von rad-ab.com, sondern auch mein Blog. Meine Webseite, mein Magazin, meine Online-Arbeit – egal wie man es nennt, ist mein Hauptberuf. Es ist meine Arbeit. Es ist meine Passion. Bei Audi in Ingolstadt nimmt man jedoch einen anderen Betrachtungswinkel für diese Form der neuen Medien ein. Man setzt Blogs mit den Lesern der „auto, motor und sport“ und mit „Endkunden“ gleich. Faszinierend.  Vor allem aber: Erschreckend. Denn die Aufgabe als Multiplikator in den Online-Medien, als Magazin mit Informationsgehalt und als Quelle von langfristigen Google-Archiven übernehmen nur selten Endkunden. Es sind Blogger, moderne Medienmenschen.

Nur in Ingolstadt bei Audi, da hat die Stufe der Öffentlichkeitsarbeit so wenige Treppen, dass oben auf dem Sockel die alten Verlagshäuser sitzen, darunter die aussterbenden Regional-Blätter und auf der letzten Stufe – der Stufe Null, dem Sockel, da sitzen die Blogger zusammen mit den Endkunden auf einer Ebene.

Und als Ergebnis führt das zu grotesken Situationen, in denen Blogger als Lückenfüller bei „Kunden-Events“ dienen. Es gab in der Vergangenheit bereits mehrfach Beispiele für dieses Vorgehen und auch für ein weiteres Event im September, werden Blogger gleichgesetzt mit den Lesern der „ams“.

Was auch zu Punkt 2 führt:

Punkt 2:

Die Wertschätzung meiner Arbeit.  Ich zähle die Stunden nicht mehr, die ich unterwegs bin um Termine wahrzunehmen. Ich zähle die Stunden vor dem PC nicht, die ich verbringe um Fotomaterial zu sichten, aufzuarbeiten und zu veröffentlichen. Auch meine Arbeit als Werber für den eigenen Blog, Netzwerker für neue Kontakte und pflege von alten Kontakten, Moderator  vor der Kamera, Online-Texter, Meinungsmacher mit einer Reichweite in der Größenordnung der „Auto Bild Schweiz“, Fragen-Beantworter im Blog, Dialog führender Redakteur, Nachrichten sichtender Medienmensch.

Ich zähle die Stunden nicht, weil ich liebe was ich tue und weil ich nichts anderes mehr tun will. Aber ich denke ich habe ein wenig Respekt verdient. Und darunter fällt auch, dass auf der Unternehmensseite Gesprächspartner sitzen die Entscheidungen treffen können, dürfen und wollen. Das man mir Ansprechpartner gibt, die Fragen zeitnah beantworten können. Das man mir meine Arbeit honoriert und damit meine ich keine Bezahlung für Presse-Arbeit.

Und ja, ich will verdammt nochmal die gleichen Rahmenbedingungen auf der Seite der Hersteller haben, wie meine (auch zum Teil von mir) wert geschätzten Motor-Presse Kollegen aus den letzten Dekaden des „Motor-Journalismus“.  Denn ich erledige – Minimum – den gleichen Job. Die netto Reichweite meines Blogs ist vergleichbar mit der Print-Auflage der AutoBild Schweiz und neben den Fahrberichte am Ende eines Tests, produziere ich ohne Budget:  Videos, Fotostrecken, lebe den social media Gedanken und stehe im Dialog mit den interessierten Lesern meiner Artikel.  Ich stehe zu meiner Meinung, zu meinen Berichten und zu meiner Arbeit.

Das ich mit meiner Erwartung, Respekt für meine Arbeit zu erhalten, nicht über das Ziel hinaus schieße, dass beweisen mir andere Hersteller und Importeure – nur in Ingolstadt tut man sich schwer.

Wäre ich ein Einzelfall. Wäre ich der einzige Blogger der sich über die Art der Zusammenarbeit aufregt, dann würde ich sagen: „Ja, es liegt an mir.“ – „Ja Habegger, Deine Arbeit ist scheiße“ – such Dir einfach was anderes. Werde Kieselstein-Putzer in der Wüste-Gobi oder ähnliches.

Und das schlimmste, bereits vor 2 Jahren war das wohl nicht anders. 

Ganz nebenbei:

In München bei BMW ist man sogar noch eine Nummer schlechter in der Disziplin „Blogger-Relations“, aber darüber rege ich mich schon gar nicht mehr auf. Über Audi muss ich mich aber aufregen. Nicht nur weil ich mal ein echter Audi-Fan war und der Marke wirklich lange die Treue hielt, nein – vor allem weil man es doch versucht hatte. Man hatte mit der A3 Präsentation angefangen – aber irgendwie läuft seitdem alles nur noch halbherzig. Und mit halbem Herzen, da überlebt niemand lange.

Noch eine „Bitte“ an meine bloggenden Kollegen zum Schluss:

Wenn Ihr schon auf einen Hersteller / Importeur trefft, der Euch ernst nimmt, der Euch sogar einen Testwagen stellt und Euch die gleichen Konditionen gewährt wie gegenüber den arrivierten Kollegen: Dann liefert auch ab. Produziert etwas! Erstellt etwas. Sagt Eure Meinung. Werdet nicht zu versnobten Künstlern die denken, die Welt würde sich nur um sie drehen und die Hersteller dürfen froh sein, wenn man mit Euch in Kontakt stehen darf!

Damit schadet Ihr auch mir und das finde ich noch mehr zum KOTZEN – als dieses halbherzige Vorgehen bei Audi!

Aktuelle Suchanfragen:
Previous ArticleNext Article
Bjoern
Autos und Motorsport - meine Leidenschaft seit über 20 Jahren. Für mich müssen Autos einfach Spaß machen und wenn ich heute Neuwagen teste, dann habe ich meine eigenen Kriterien die ein Fahrzeug erfüllen muss. Ob mich ein Auto so richtig begeistert hat, könnt ihr hier im Blog herausfinden. Dazu kommen Nachrichten aus der Welt des Automobils und des Motorsports. http://about.me/bhabegger

9 Comments

  1. Sehr interessante Beschreibung, die genau den Kern der Sache trifft: Social Media (einschl. Blogger-Relations) muss von der Unternehmensspitze her gedacht und organisiert werden. Alles andere führt zu überlangen Reaktionszeiten und mangelnder Flexibilität.

  2. Hart aber herzlich. Irgendwie stimmt es leider, vor allem mit dem Abfall der Aktivität nach der A3 Präsentation. Vielleicht liegt es auch eben daran, vielleicht konnten die Blogger während der Präsentation nicht ausreichend genug glänzen, was wiederum den Entscheidenden nicht gefallen hat. Der offene Dialog fehlt eben, sonst würde man evtl. wissen, wo es zwickt.

  3. Bei Audi hat man es halt noch nicht so ganz begriffen wie das Internet an sich funktioniert. Dauert halt bei den PR- und Marketing-Fuzzies immer etwas länger als es sollte.

Posaidon G RS 850 — Mercedes G-Klasse wird zum Sportwagen

Die Mercedes G-Klasse ist zwar ein äußerst potenter Geländewagen, aber weltweit greifen die meisten Käufer zu den extrem kräftigen AMG-Versionen. Wem die Power von Mercedes‘ Performance-Abteilung nicht reicht, dem hilft jetzt Posaidon mit einer 850-PS-Verison des Kult-Geländewagens.

Mit der Heckklappe vom G 500 4×4²

Als Basis für den Umbau dient dem im rheinland-pfälzischen Mülheim-Kärlich ansässigen Fahrzeugveredler Poseidon grundsätzlich eine G-Klasse mit M157-Triebwerk. Damit der Wagen bei seiner Premiere auch optisch richtig was her macht, haben sich die Tuner die ab Werk in knalligen Farben lackierte Crazy-Color-Edition des Hardcore-Geländewagens geschnappt – beim gezeigten Modell leuchtet die AMG-Sonderlackierung Solar-Beam. Am Heck des Wagens sorgt Poseidon für eine Besonderheit: Die Serien-Tür wird durch die reserveradfreie Tür des G 500 4×4² ersetzt. Innen gibt es dann die Lederausstattung mit Kontrastnähten und viele Karbon-Applikationen.

Dreistufiges Fahrwerk

In Sachen Fahrwerk kommt beim G RS 850 ein in drei Stufen verstellbares adaptives Dämpfungssystem zum Einsatz, den Kontakt zur Straße stellen Reifen der Dimension 285/40R22 auf 10,5×22-Felgen her. Laut Poseidon bieten die Hochleistungspneus eine besonders gute Haftung. Hinter den schwarzen Speichen der Leichtmetallfelgen schimmern die goldfarben lackierten Bremssättel der Karbon-Keramik-Bremsanlage, die Poseidon aus dem Mercedes-AMG S 63 adaptiert hat. Bei diesem System wirken vorne sechs Kolben aus Bremsscheiben mit einem Durchmesser von 420-Millimetern, an der Hinterachse drücken vier Kolben auf 360er-Scheiben.

V8 mit 850 PS

Den V8-Motor des Basismodells Mercedes-AMG G 63 powert Poseidon von 571 auf 850 PS hoch, das Drehmoment steigt von serienmäßig 760 auf abgeregelte 1.350 Newtonmeter. Die Leistungssteigerung um 279 PS und den Drehmomentzuwachs um 590 Newtonmeter erreichen die Spezialisten von Poseidon unter anderem durch den Einsatz von umgebauten Turboladern, die dann 40 Prozent mehr Ladeleistung liefern. Außerdem wurden das Ansaugsystem sowie die Ladeluftkühlung modifiziert sowie eine Edelstahl-Abgasanlage mit Klappensteuerung und Sport-Katalysatoren verbaut. Die Motorsteuerungs-Software wurde an die neuen Triebwerks-Komponenten angepasst. Um mit den deutlich heftigeren Momenten fertig zu werden, bekommt auch das AMG-Speedshift-Plus-7G-Tronic-Getriebe sowohl Hardware- als auch Software-Updates.

Extrem spurtstark

Dank des Tunings spurtet der 2,6 Tonnen schwere G RS 850 in 3,6 Sekunden von null auf 100 km/h, Höchstgeschwindigkeit ist bei abgeregelten 285 km/h erreicht. Zum Vergleich: Ein Mercedes-AMG G 63 sprintet in 5,4 Sekunden in den dreistelligen Geschwindigkeitsbereich und ist maximal 210 km/h schnell. Die V12-Variante G 65 erledigt den Referenzsprint in 5,3 Sekunden, die Beschleunigung endet hier bei 230 km/h.

Preis

Der Poseidon G RS 850 ist ab sofort verfügbar. Ein Komplettumbau schlägt mit 140.000 Euro zu Buche. Der Kunde kann aber auch nur einzelne Komponenten umbauen lassen.

Quelle: http://www.auto-motor-und-sport.de/news/posaidon-g-rs-850-mercedes-g-klasse-2017-12756640.html

McLaren F1 zu verkaufen — Unberührter Supersportwagen im Angebot

Der McLaren F1 gehört bis heute du den begehrtesten Supersportwagen. Jetzt steht einer zum Verkauf – im Auslieferungszustand von 1997 mit nur 239 km auf der Uhr.

Im Mai 2017 hatte McLaren selbst einen McLaren F1 offeriert, der knapp 12 Millionen Euro gebracht haben soll. Allerdings hatte der Superspiortwagen mit der Chassisnummer 69 schon 2.800 Meilen (4.506 Kilometer) auf der Uhr. Die Sonderabteilung MSO hatte den Dreisitzer aber komplett überholt und in den Neuzustand versetzt.

20 Jahre alt, dennoch Neuzustand

Den Neuzustand quasi nie verlassen hat das jetzt in Großbritannien angebotene McLaren-F1-Modell. Beim Nobelautohaus Tom Hartley Jnr steht die Chassisnummer 60 zum Verkauf – und zwar im Auslieferungszustand von 1997. Der in Dandelion Yellow lackierte F1 dürfte das McLaren F1-Modell sein, das weltweit den geringsten Kilometerstand aufweist. Auf dem Digitaldisplay stehen lediglich 239 Kilometer – das entspricht genau der Distanz, die jeder McLaren F1 als Testfahrt vor der Auslieferung an den Kunden absolvieren musste. darüber hinaus hat der gelbe Renner in den 20 Jahren seit seiner Auslieferung keinen einzigen Kilometer mehr gesammelt, auch wurde er nie zum Straßenverkehr zugelassen. Er wanderte direkt in die Aservatenkammer eines betuchten japanischen Sammlers.

Entsprechend finden sich im weitestgehend dunkelgrau gehaltenen Innenraum auch noch alle ab Werk angebrachten Schutzfolien. Armaturenbrett, Beifahrersitze, Konsolen – alle Flächen sind unter schützenden Folien und Klebebändern verborgen. Lenkrad und Schalthebel sowie Pedalerie präsentieren sich im jungfräulichen Gewand. Unter jeder Haube und Abdeckung entweicht Neuwagenduft.

Alles Werkszubehör originalverpackt dabei

Doch nicht nur der McLaren selbst ist absolut neuwertig, auch das dazu offerierte Zubehörpaket ist einzigartig. Es ist alles da, was den McLaren F1 einst zu seinem ersten Besitzer begleitet hat. Da wären die Handbücher im Ledereinband mit handschriftlich ausgefüllten Daten und Unterschrift von McLaren-F1-Designchef Gordon Murray, ein kompletter Werkstattwagen, die Bordwerkzeugrolle mit Werkzeug aus Titan, ein ebenfalls noch originalverpacktes Gepäckset, der Ersatzschlüssel sowie die limitierte TAG-Heuer-Uhr mit eingravierter Chassisnummer.

Des Weiteren hatte der Erstbesitzer noch ein mit Wildleder bezogenes Ersatzlenkrad, eine Sportabgasanlage, Sonderfußmatten und eine Tönungsfolie für die Windschutzscheibe geordert – alles liegt dem F1 bei – originalverpackt. Zu den weiteren Sonderausstattungen zählen noch eine Carbonsitzschale mit gelber Mittelbahn sowie eine Original-Unterschrift von Gordon Murray auf der rechte Flanke.

Ein McLaren F1 in diesem Zustand dürfte einzigartig sein. Eine Preis nennt Händler Tom Hartley nicht. Aber unter 12 Millionen Euro wird der McLaren F1 wohl kaum den Besitzer wechseln.

Vom McLaren F1 wurden zwischen 1993 und 1998 nur 64 Straßenmodelle (71 Modelle insgesamt) gefertigt. Der F1 gilt mit seiner Höchstgeschwindigkeit von 390 km/h noch heute als schnellster Sportwagen mit Saugmotor.

Quelle: http://www.auto-motor-und-sport.de/news/mclaren-f1-zu-verkaufen-unberuehrter-supersportwagen-2017-6462681.html