Weltpremiere AMG GT R in Goodwood

Weltpremiere AMG GT R in Goodwood

Goodwood, ein Mekka für Freunde des gepflegten Umgangs mit Herzschlag-Frequenz steigernden Vier- und Zweirädern, liegt im Südwesten Englands. In einem Landstrich, der außerhalb der beiden Festivals nicht viel mehr an Faszination und Beschäftigung anbietet, als die riesigen Wiesen mit ebenso großen New Holland Traktoren zu mähen und sich mit Schafen zur Abstimmung über Volksentscheide zu verabreden.

Das Festival of Speed und das Goodwood Revival Meeting sind die beiden Höhepunkte auf den Ländereien des „Earl of March and Kinrara“.

Als vor gut über zwanzig Jahren – 1993 – in der Formel 1 ein gewisser Alain Prost zum vierten Weltmeister-Titel fuhr, begründete Charles Gordon-Lennox, der Earl of March und Kinrara – oder eben besser bekannt als der Lord March, das erste Festival of Speed.

Seitdem wächst mit jedem Jahr die Begeisterung und der Umfang des Events, die Schlangen an den Kassenhäuschen werden länger und die Parkplätze, pardon, die riesigen zu Parkplätzen umfunktionierten und eigentlich von Schafen beweideten Wiesen rund um Goodwood müssen jedes Jahr mehr Besucher-Fahrzeuge aufnehmen. Wenn sich so ein Event vergrößert, dann wird es irgendwann von der Automobil-Industrie in Beschlag genommen. Und während es Automobil-Hersteller gibt, die Goodwood für die Premiere von neuen SUV oder Kleinwagen mißbrauchen – stürmt die AMG-Truppe aus Affalterbach den Berghang des Earls im neuen – verschärften – und dennoch grünsten AMG GT aller Zeiten hinauf.

Weltpremiere des AMG GT R

Goodwood ist anders – Der AMG GT R ist anders

AMG GT R 2016 Weltpremiere 008 FOS Goodwood

Dieses Festival of Speed zu beschreiben, ist nicht leicht. Ich könnte verfallen in die allfällige Prosa und Bezeichnungen wie „pittoresk“ für die Dörfchen rund um Goodwood benutzen. Ich könnte von Sportwagen schreiben, die sich durch die Kurve „grippen“ und natürlich von der Luft erzählen, deren Geruch geschwängert vom verbrannten Kraftstoffgemisch ist, von zu viel Sonnencreme auf englischer Haut, verbranntem Reifengummi, matschigen Böden, Schlamm, der bis auf Schritthöhe spritzt und dem Geruch von Fish&Chips, der zum Teil schwer über den Tribünen liegt und nun hier und dort vom Geruch der Trauben-Brause aufgemischt wird.

AMG GT R 2016 Weltpremiere 004 FOS Goodwood

Von der „Grünen Hölle“  in die Schlammwüste von Goodwood

585 PS stark, 700 Nm mächtig und 3.6 Sekunden auf 100 km/h schnell. Der Stammtisch jubelt. In Zuffenhausen rechnet man. Der AMG GT R nimmt die von den Mercedes-Jungs eröffnete Stuttgarter-Stadtmeisterschaft um den sportlichsten Schwaben mit in die nächste Runde. Da sind die blanken Zahlenwerte nur unnützes Prospekt-Füllmittel. Die Frage lautet doch: Wer baut den ernsthafteren Sportwagen mit Straßenzulassung?

Die Zeichen stehen gut, dass man bei AMG mit dem GT R zum Überkopf-Volley angesetzt hat.

Ein wenig wurde natürlich am Ladedruck geschraubt. Von 1.2 auf 1.35 bar. Aber ernsthafte Kopfarbeit wurde ebenso eingesetzt. Die Ventile auf der Ausgangsseite sind im Durchmesser gleich groß, dennoch wurde die Anströmung der Turbos optimiert, die eh bereits extrem kurzen Wege noch einmal geglättet, jeder Widerstand minimiert und auch das Laderrad des Turbos verändert.

Bevor der Chef persönlich das „grüne Biest“ durch den Vorgarten des Earl of March torpedierte, zog man am Vorabend in Brooklands die große Show-Nummer ab. Helikopter, Gewitterwolken, ein fliegender Container und ein F1-Weltmeister mit den Initialen L und H. Eine Show, angemessen dem Anlass möchte man da nur noch anmerken.

Carbon, mehr Carbon, Magnesium und eine lenkende Hinterachse

Wer sich mit einem Vierfach-Erfolg aus der längsten und härtesten Nacht des Motorsports, dem 24h-Rennen am Nürburgring, verabschiedet, dem nimmt man die Aussage, der GT R wurde in der „grünen Hölle“ auf der Rennstrecke – für die Rennstrecke entwickelt, auch wirklich ab.

Gewicht ist noch immer einer der wichtigsten Faktoren an einem Rennwagen und so hat man sich bei AMG nicht lumpen lassen und ordentlich an der Gewichtsspirale gedreht. Alleine 16 Kilogramm sparen die Sitze ein. Wer die Keramik-Bremse ordert, der bekommt noch einmal 17 Kilogramm weniger auf das Datenblatt getippt. Die neuen Sitz-Schalen und viele Details sorgen für ein ordentliches Abspecken und dennoch – am Ende ist der GT R nur ein wenig leichter als der Serien AMG GT s. Das liegt an der Extra-Portion Technik, die man eingepackt hat. Eine aktive Aerodynamik an der Front. Eine verstellbare Lippe, mit der sich ein Venturi-Effekt am Unterboden einstellen lässt. Eine Hinterachse, die binnen 20 Millisekundenmit bis zu 1.5° mitlenkt. Ein zentraler Titanauspuff mit eigenem Aerodynamik-Kit für die hintere Stoßstange gehört ebenso zum Paket.

Dass der AMG GT R es bis auf Tempo 318 schafft, ist eher eine Erwähnung am Rande wert, dass man sich jedoch per gelben Drehregler die Traktionskontrolle feinjustieren kann, eine echte Geschichte. Der große feststehende Heckflügel  lässt sich manuell justieren, ebenso die Höhe des Gewindefahrwerkes.

Der Kaufpreis? Tobias Moers, der AMG-Chef, er spricht von einer Überraschung und meint damit vermutlich: Der GT R wird weniger kosten, als man im ersten Augenblick denkt. Das wäre wirklich eine Überraschung – aber ich denke, eine 2 und 5 Nuller sind gesetzt. Oder zumindest ganz – GANZ – knapp darunter. Michelin Cup-Reifen auf neu geschüsselten Schmiederädern gehören zum Standard-Programm des AMG GT R, die um 46 und 57 Millimeter in die Breite gegangenen Backen und die Reminiszenz des Kühlergrills an den 1952 Panamericana-Sieger gehören zum optischen Programm des in „Green Hell Magno“ lackierten Sportlers.

Dass man mit 585 PS eine leicht halluzinogene Vorstellung beim Fahrer anrichtet, will ich dann aber zu einem späteren Zeitpunkt selbst noch nachprüfen.

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Bjoern
Autos und Motorsport - meine Leidenschaft seit über 20 Jahren. Für mich müssen Autos einfach Spaß machen und wenn ich heute Neuwagen teste, dann habe ich meine eigenen Kriterien die ein Fahrzeug erfüllen muss. Ob mich ein Auto so richtig begeistert hat, könnt ihr hier im Blog herausfinden. Dazu kommen Nachrichten aus der Welt des Automobils und des Motorsports. http://about.me/bhabegger

1 Comment

  1. Ich finde den AMG GT R sehr böse und schön. Der normale GT/GTs hat mir immer nicht ganz gefallen, der war zu brav. Aber der GT R sieht vor allem von hinten meiner Meinung nach viel besser aus als der normale. Das Grün wie bei diesem GT ist zwar nicht ganz mein Fall, aber es gibt ja auch noch andere Farben 🙂

Lotus Elise Cup 260 — Absolut limitierter Rennableger

Der britische Sportwagenbauer Lotus legt mit der Elise Cup 260 eine auf weltweit 30 Fahrzeuge limitierte Sonderserie auf, die ganz dicht am Rennfahrzeug Elise Race 250 bleibt.

Lotus setzt weiter auf Diversifizierung seiner Baureihen und bringt mit der Elise Cup 260 eine neue Modellvariante des leichten Zweisitzers. Diese ist zwar für die Straße zugelassen, soll aber technisch ganz nah am Rennwagen Elise Race 250 liegen. Von der extremsten Elise aller Zeiten sollen nur 30 Exemplare für den gesamten Weltmarkt gebaut werden.

Im Lotus Elise Cup 260 kommt der 1,8-Liter-Kompressormotor auf 253 PS und stellt ab 4.000 Touren ein maximales Drehmoment von 255 Nm bereit. Damit soll der Zweisitzer in 4,2 Sekunden von Null auf 100 km/h beschleunigen können und maximal 243 km/h schnell werden. Geschaltet wird per manuellem Sechsgang-Sportgetriebe, die Traktion optimiert ein elektronisches Sperrdifferenzial.

Neue Aeroparts für deutlich mehr Abtrieb

Zur Ausstattung des Lotus Elise Cup 260 zählen Vorderradkotflügel mit Entlüftungsöffnungen, die den Abtrieb weiter erhöhen, ein Frontsplitter aus Carbon sowie Carbon-Hauben vorne und hinten und ein großer Heckspoiler – ebenfalls aus Kohlefaserlaminat gefertigt. Alle neue Aerobauteile zusammen sollen den Abtrieb bei Topspeed um 180 kg erhöhen. In den Radläufen drehen sich an einer um 10 mm verbreiterten Spur extrem leichte Schmiedefelgen mit schwarzem Finish in den Dimensionen 16 und 17 Zoll. Vorne sind 205/45er Pneus aufgezogen, hinten drehen sich 235/40er Reifen. Hinter den Felgen lugen rot lackierte Bremssättel hervor. Alle Leichtbauteile zusammen senken das Gewicht der Elise um 15 kg auf trocken 862 kg. Neu sind auch die einstellbaren Federbeine

Den Innenraum haben die Briten mit schwarzem Alcantara mit gelben Kontrastnähten ausgeschlagen. Die beiden Passagiere sitzen in Carbonschalen, der Fahrer greift in ein mit Alcantara bezogenes Sportlenkrad, während sich die Augen an Carbonapplikationen ergötzen können. Die sechs Gänge werden mit einem polierten Schaltknauf angesteuert, kommt die elise zum Stillstand so arretiert ein Lederhandbremshebel die Stopper.

In Deutschland ist die neue Lotus Elise Cup 260 ab sofort ab 76.000 Euro bestellbar.

Quelle: http://www.auto-motor-und-sport.de/news/lotus-elise-cup-260-daten-infos-marktstart-preis-8563182.html

Alpina XD3 Erlkönig (2018) — SUV mit über 350-PS-Diesel

BMW hat den SUV X3 gerade aktualisiert. Jetzt steht Kleinserienhersteller Alpina in den Startlöchern mit dem ebenfalls renovrierten Alpina XD3 Biturbo.

Mit dem X3 hat Alpina nur einen einzigen SUV im Angebot und der ist auch nur als Diesel zu haben. BMW hat jetzt das Basismodell für den Alpina XD3 renoviert, Zeit für Alpina auch den XD3 zu modernisieren.

Mehr Power mit Diesel aus D5 S

Der neue Alpina XD3 baut wieder auf dem X3 mit Reihensechszylinder-Turbodiesel und drei Liter Hubraum auf. Im noch aktuellen Alpina XD3 leistet der Biturbo-Selbstzünder 350 PS und kommt auf ein maximales Drehmoment von 700 Nm. Damit spurtet der SUV in 4,9 Sekunden auf Tempo 100 und erreicht maximal 251 km/h.

Im neuen XD3 könnte Alpina die Chance nutzen und den Power-SUV noch kräftiger zu machen. Im Alpina D5 S stünde dazu der Biturbodiesel in einer Leistungsvariante mit 388 PS und 800 Nm bereit. Zur Modellpflege gehören selbstverständlich wieder eine neue Frontschürze, eine Vierrohrabgasanlage sowie ein speziell abgestimmtes Fahrwerk und Alpina-Leichtmetallräder.

Sein Debüt dürfte der neue Alpina XD3 auf dem Genfer Autosalon 2018 geben. Die Preise dürften bei rund 70.000 Euro starten.

Quelle: http://www.auto-motor-und-sport.de/news/alpina-xd3-erlkoenig-2018-daten-infos-marktstart-preis-8876619.html