Erste Fahrt: Der neue Opel Corsa

Erste Fahrt: Der neue Opel Corsa

Umleitung statt umgeparkt

Mit dem Slogan „Umparken im Kopf“ will Opel das eigene Marken-Image neu positionieren. Und in der Tat, ich hatte die Marke Opel nicht mehr so richtig auf der Liste. Natürlich kennt man den Zafira, Omega, Astra und auch den Corsa. Dieser ist mir immer als kleiner Flitzer, ohne Ecken und Kanten, dafür mit knutschig runder Optik in Erinnerung geblieben. Aber eben mehr so in „Erinnerung“. Mit dem neuen Corsa (eigentlich ist es nur ein großes Facelift!) wollen die Hessen nun wieder ganz groß in das Bewusstsein der Autokäufer. Von der „Knutsch-Corsa-Geschichte“ ist beim neuen Opel Corsa, der jetzt in seiner 5. Generation auf den Markt, kommt nicht mehr viel übrig geblieben. Bei ihm heißt es zum Teil „Back to the Roots“ und zwar ganz weit zurück, denn er präsentiert sich wieder markanter. In seiner Erfolgsgeschichte, die 1982 mit dem Opel Corsa A begann, verkaufte sich der Rüsselsheimer-Junior bereits über 12,5 Millionen Mal auf der Welt.

Klar, dass man bei Opel mit dem neuen Opel Corsa E an diese Erfolgsgeschichte, im beliebtesten Preissegment auf dem deutschen Automarkt, anknüpfen will. Während der letzten Jahrzehnte hat sich der Opel Corsa nicht nur vom Design her verändert, auch in der Länge hat er stetig zugelegt. Betrug seine Länge 1982 noch knuddelige 3,62 Meter, kommt der neue Corsa jetzt mit 4,02 Meter um die Ecke. Die Größe macht es manchmal eben doch.

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Der „kleine Große“ soll seinem Käufer mehr Komfort, mehr Präzision und mehr Effizienz bieten als bisher. Zusätzlich zeigt er sich dank jeder Menge Sicherheits-Assistentssysteme von seiner verantwortungsbewussten Seite. Erstmals halten hier Features Einzug, die in dieser Fahrzeugklasse eher seltener anzutreffen sind. Etwa der automatische Parkassistent der zweiten Generation, der das Fahrzeug ohne Hände am Lenkrad in die Parklücke bugsiert oder die modernen Bi-Xenon-Scheinwerfer mit Abbiegelicht und integriertem LED-Tagfahrlicht. Darüber hinaus bietet der neue Corsa erstmals das preisgekrönte IntelliLink-Infotainment-System. Es holt die Smartphone-Welt von Apple iOS- genauso wie von Android-Geräten ins Auto und sorgt dafür, dass der Fahrer im neuen Corsa nie die Verbindung zu seiner digitalen Umwelt verliert.

Die Testfahrt beginnt direkt am Frankfurter Flughafen, wo eine ganze Kolonne der Fahrzeuge auf uns wartet. Mein erster Testwagen war ein 1.0 ECOTEC Direct Injection Turbo-Dreizylinder der neuen Generation mit 115 PS in Karbon-Silber. Es gibt genug Stauraum und Beinfreiheit, zumindest für die vorderen Fahrinsassen. Hinten wird es schon ein bisschen enger, zumindest für Sitzriesen, die zwar nach oben hin genug Platz haben aber um ein paar Knie kürzer gemacht werden sobald auch vorn jemand mit längeren Beinen sitzt.

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Das IntelliLink-System bietet dem Fahrer ein sieben Zoll Farb-Touchscreen und ist für einen Aufpreis von 300 Euro zu haben. Apps wie BringGo, die Navigation im neuen Opel Corsa, kann man sich für ca. 50 Euro auf sein Smartphone herunterladen. Über die Radio-Apps Stitcher und Tune-In Smartphone-Connect gibt es dann die entspannte Beschallung aus insgesamt vier Lautsprechern. Das BringGo-Navigationssystem ist als Kartenversion für Ost- und Westeuropa im App-Store erhältlich. Nach dem Download bleiben die Kartendaten auf dem Smartphone gespeichert, so dass bei Auslandsreisen keine dauerhafte Internetverbindung benötigt wird, denn BringGo nutzt das GPS des Smartphones. Trotzdem wird es problematisch sollte das Mobiltelefon schlapp machen. Da empfiehlt es sich zusätzliches Offline-Kartenmaterial im Fahrzeug zu haben.

Die erste Fahrt im Frankfurter Raum gestaltete sich für mich als Beifahrer noch recht entspannt. Erst nach dem Lunch und der Presseeinführung, bei der immer wieder das Wort „sophisticated“ fiel und besonders das Design des neuen Corsa E gelobt wurde, durfte ich hinter das Steuer. Ja, die Rüsselsheimer sind verdammt stolz auf ihren Neuzugang. Ich schnappte mir direkt einen rassigen Magenta-Roten Flitzer und begab mich in die ländliche Umgebung Frankfurts. Der zweite Eindruck, dieses Mal hinter dem Steuer, bestätigt schon den ersten. Der kleine Opel Corsa ist erwachsen geworden und sportlich dazu. Es dauert zwar ein bisschen, bis der kleine rote Flitzer davon schießt doch immerhin schafft er die Null auf 100 km/h in 10,4 Sekunden. Der neue Motor zeigt sich besonders geräuscharm und vibriert kaum noch. Bis 2018 wollen die Rüsselsheimer insgesamt 17 brandneue Motoren auf den Markt bringen. Da haben sie sich ganz schön etwas vor genommen, doch mit dem neuen Opel Corsa haben sie einen ganz ordentlichen Start hingelegt. Einzig der 1,4-Liter Turbobenziner mit 74 kW/100 PS und 200 Nm Drehmoment wird es nicht in allen Märkten geben.

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Ausgestattet mit allen Raffinessen, macht der kleine Opel einfach Spaß nur auf der Straße, allerdings ohne Begeisterungsstürme zu erzeugen. Aber das muss er auch nicht, denn er erfüllt die Anforderungen, die man an ihn stellt, mit Bravour. Dank kleinem Wendekreise von 11 Metern, sind auch engere Wendemanöver drin. Perfekt wenn man keine Lust auf einen Stau in die Frankfurter Innenstadt hat. In seinem kleinen Kofferraum mit 285 Litern (umgeklappt 710 Liter) geht nicht viel rein, aber genug wenn man sparsam gepackt unterwegs ist. Dank seiner Länge von 4,02 ist er recht überschaubar, einzig die Sicht nach vorn ist ein wenig durch die etwas zu langgezogene Schnauze und das dadurch verlängerte Armaturenbrett behindert. Ansonsten wirkt der neue Corsa aufgeräumt. „Sophisticated“ eben. Ein paar Schwierigkeiten bereitete uns das Navigationssystem BringGo, das sich zwanghaft weigerte Routen zu löschen oder Zwischenstopps anzunehmen. Jedenfalls konnten wir die Routenführung nicht löschen und fuhren in der Frankfurtern Innenstadt ein bisschen verloren im Kreis herum. Schwierig wenn das Ziel mitten in der Einkaufsstraße liegt. So wurde es nichts mit dem „Umparken um Kopf“ – Umleitung fahren war erst einmal angesagt.

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Fazit:
Alles in allem haben es die Rüsselsheimer geschafft, den Corsa ordentlich aufzufrischen. Die Basis-Version ist ab 12.000 € erhältlich. Sportliche Fahrdynamik ist im Corsa E allerdings eher nicht zu finden. Dafür muss man noch ein wenig auf den Corsa OPC mit saftigen 200+ PS warten. Bis dahin kommt der Corsa E mit einem Komfortfahrwerk oder mit einem Sportfahrwerk, das genügend Fahrspaß für die Stadt bietet. Er ist Individualisierbar und in der Color Edition bietet Opel einen Corsa a la „bunten Hund“.

Weitere Impressionen:

Text & Fotos: Simone Amores / Opel

Weitere Artikel zum neuen Opel Corsa: motoreport.de

leser-hinweis
Wenn es für den Opel Corsa in 1 zu 1 noch nicht reicht:
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Der Opel Corsa als 1:87 Modell Modell Car World präsentiert:
foto (1)

Opel Corsa D, silber-blau, 3-Türer

Maßstab: 1:43 – Metall / Kunststoff – Fertigmodell
Norev – Nr. 138959

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Simone Amores
Autos waren schon immer meine Passion, aber erst vor ein paar Jahren fing ich damit an, auch darüber zu berichten. Als freie Online-Journalistin genieße ich die Zeit auf vier Rädern so oft es geht. Neben dem modeln und reisen surfe ich aber auch gerne auf der virtuellen Welle. Frei nach dem Motto: „Lieber dauernd online als ständig von der Rolle.“

Als ich einmal fast die Bodensee-Klassik gewann. Oder so.

Der Opel Kadett C Coupé als GT/E war ein Bubentraum für viele, damals. Und natürlich nur so richtig original in der „gelb-weißen“ Original Lackierung der 1000-Serie von ’77-’79. Schlanke Karosserie und Heckantrieb. Der Endgegner für die Golf GTI-Fraktion. Entweder Volkswagen oder Opel GT/E. Zwei Liter Hubraum, der Motor längs montiert und dank Bosch L-Jetronic 115 PS stark. Wer damals den Oberlippenbart pflegte und VoKuHiLa trug, der stand auch auf das knackige Sportler-Coupé der Rüsselsheimer. Heute ein gesuchter Kult-Youngtimer. Auf dem Weg zum Oldie. Der Serien GT/E hatte nicht nur den bekannten 2.0 Liter 115 PS Einspritzer, sondern auch ein Sperr-Differential und ein knackig kurzes Fünfgang-Sportgetriebe von ZF verpasst bekommen. Das Leergewicht des Coupés ? Für heutige Verhältnisse eine Besonderheit. Easy unter 1.000 Kilogramm! So konditioniert, war das Kadett Coupé natürlich prädestiniert für den Motorsport. Der Einstiegspreis damals lag im übrigen bei 16.900 D-Mark! Kein Schnäppchen, aber für Sportfahrer ein erreichbarer Fixpunkt!

Mit dem Herzen eines Rallye-Helden zur Bodensee-Klassik 2017

Dann kann auch Gesamtplatz 47 ein Sieg sein!

Die Bodensee-Klassik ist eine Veranstaltung für Menschen mit Benzin im Blut. Umgeben vom wundervollen Panorama des Allgäus, der Alpen und des Bodensees lässt sich der Autofahrer-Alltag mit der Hilfe von „altem Blech“ und knackigen Touren vergessen. Zurück in eine Zeit, in der das Autofahren primär eine Lust war.

Damit der sportliche Ehrgeiz nicht durch übereifrige Polizisten mit Laserpistolen und absurden Strafsummen für klitzekleines Überschreiten des Tempolimits ausgebremst wird – ist die Prämisse der Ausfahrt: „Reisen statt rasen“ und der sportliche Wettkampf wird in „Wertungsprüfungen“ auf Parkplätzen abgehalten. Aber auch hier geht es dann nicht um „Rekordrundenzeiten“, sondern um Präzision – um das 1/100 bei der Einhaltung von Zeitvorgaben. Festgehalten im Roadbook, stellen sich die Teams den Aufgaben. Der Beifahrer gibt vor, der Fahrer reagiert. 100 Meter in 16 Sekunden die Ansage und der Fahrer muss genau dies einhalten. Es ist ein Teamsport. Und nicht selten sind Teams an diesen Aufgaben zerbrochen.

Lämmle und Habby in der Startnummer 32

Die Rollen im Cockpit waren fix verteilt. Meine Co-Pilotin sollte Sarah Elsser sein, eine Moderatorin, bekannt aus dem TV. Und diese Frau würde mir sagen, wo es lang geht. Das liest sich, als wäre der Chauvi am Steuer nicht wegzudiskutieren. Klassische Geschlechterrollen während der Rallye? Nein. Aber Habby ist ein Autoblogger und ein miserabler Beifahrer. Umso wichtiger zudem die Rolle des Co: Die Richtung und die Zeiten ansagen. Während der obligatorischen Rallye-Schulung war sich ein älteres Paar eine Sitzreihe hinter uns dann auch einig: „Was Lämmle sagt, wird gemacht.“ Oder so ähnlich der Wortlaut des Paares in den 60-70zigern. Lämmle von nun an der Rufname der Co-Piloten Sarah, und was Lämmle sagt, wird Habby tun. Da links abbiegen? Und wenn alle vor einem rechts fahren? Dann wird dennoch links abgebogen. Lämmle hat das Kommando. So klassisch chauvinistisch war die Aufgabenteilung also nicht.

Der Papiertiger

Das Rallye-Fahrzeug von Achim Warmbold sollten wir fahren. Eine Rallye-Variante des Opel Kadett C Coupe GT/E. 160 PS stark, mit kurzem Getriebe und Sperrdiffferential ausgerüstet. Verstärkte Dämpfer, kürzere Federn und ein Überrolbügel vervollständigen das Setup. Ein erstes Anlassen: Oh, der läuft ja rau. Die ersten Meter: Oh, der hat sicher keine 160 PS. So ist das mit den Presse-Fahrzeugen. Nicht alles, was nach Rallye aussieht, fährt auch wie „Rallye“. Unsere Startnummer 32 hatte die „35“ von Achim Warmbold 1978 auf Platz 2 in der Deutschen Rallyemeisterschaft getrieben. Aber leider nur die Optik des Ex-Werkswagens und die Startnummer – die Leistung entsprach dem Serien GT/E und vermutlich auch das nur mit viel Liebe.

Berg-Etappen wurden so zur Berg-Prüfung für das ZF-Getriebe. Unter 2.500 Umdrehungen lief unser Kadett nicht wirklich rund und wollte kein Gas annehmen, ab 3.5 zog er – bei 4 ging ihm die Luft aus und auf 4.5 wurde er vor allem lauter – aber nicht mehr schneller. Fleißiges Rühren im knackigen Sport-Getriebe. Der erste Gang hinten links, zwei vorne und so weiter. Das kann in der Hektik einer Zeitprüfung schon mal irritieren – war das jetzt der zweite, der dritte, oder doch der vierte Gang? Unser Kadett nahm es mit herzlichen Reaktionen auf. Immerhin die Optik stimmte und so strahlten nicht selten die Herzen von älteren Männern am Straßenrand. Bei einem Tankstopp lächelte die kastanienrot gefärbte Kassiererin milde und setze einen verträumten Blick auf: „So einen hatte mein Mann auch mal“. Ich denke – die Episode zwischen ihr und ihrem Mann hatte durchaus Höhepunkte im Kadett GT/E.

Klassensiege und schmerzliche Niederlagen

Man könnte die Bodensee-Klassik nicht so lieben, würde sie nicht von einem Profi-Team organisiert werden. Nach dem ersten Wertungstag war die Stimmung im Team „Lämmle und Habby“ großartig. Lämmle hatte die Beschilderung durch Chinesen-Zeichen sofort verstanden und Habby den rechten Weg gewiesen. Und auch die ersten Wertungsprüfungen verliefen extrem erfolgreich. Für so ein junges Team. Für Lämmle war es immerhin die erste Klassik-Rallye. Platz 29 von 173 Teilnehmern. Da darf man schon ein wenig stolz sein. Mit diesem Stolz startete der Freitag der Rallye. Zwei Etappen, mehrere Wertungsprüfungen und am Abend sollten wir festgestellt haben, wenn die Tankuhr „leer“ anzeigt, dann ist der Kadett auch wirklich leer. Komplett leer. Zum Glück ging uns der Sprit erst kurz vor einer Tankstelle aus. So durfte Lämmle ans Steuer und Habby freute sch über das gute Leistungsgewicht des Rallye-Optik-GT/E. Ein wenig Sport konnte dem guten Gefühl keinen Dämpfer verpassen. Ein katastrophales Ergebnis schon.

Platz 65 am zweiten Tag – eine herbe Enttäuschung. Was war passiert?

Eine doppelt versteckte Durchfahrtsprüfung übersehen – und zweimal bei einer Wertungsprüfung in den Himmel geschaut. Das reichte, um im knappen Feld der Top-Leute eine rote Laterne zu kassieren. Jede 1/100 Sekunde Abweichung ein Strafpunkt, eine verpasste Durchfahrtskontrolle, 300 Strafpunkte und am Abend von Tag zwei standen 1323 Punkte auf dem Konto. Am Vortag waren es noch 814 und die Spitzen-Teams bleiben unter 400 pro Tag. 🙁 Das muss Motorsport sein. Dieses Gefühl. Eigentlich geht es ja um nichts. Aber auf der anderen Seite eben doch um alles. Team Lämmle und Habby unter Druck.

Tag 3 – ein versöhnliches Ende

Der dritte Tag belohnte die Teilnehmer mit grandiosen Strecken. Enge und verwinkelte Berg-Passagen, der GT/E röhrt zwischen dem dritten und zweiten Gang und 3 bis 4.000 Umdrehungen hin- und her. So langsam bildet sich Hornhaut an der rechten Hand. Ungewöhnlich harsch der Druck, mit dem die Schaltung geführt werden will, wenig schmeichelnd in der Hand der Schaltknauf. Die Ohren haben sich derweil an den mit wenig Dämmung versehenen Rallye-Advokaten gewöhnt. Es ist halt laut im GT/E.

Konzentration bei Lämmle, Konzentration bei Habby. Noch einmal das gute Ergebnis vom Freitag wiederholen. Zeigen, dass der Freitag kein Glücksgriff war, sondern Ergebnis von guter Teamarbeit. Und prompt geht die erste Wertungsprüfung des Tages in die Hose. Doch Lämmle baut den frustrierten Habby wieder auf. Dank der Gesangseinlagen der Co-Pilotin kann die Stimmung im ’79 VoKuHiLa-Traumwagen nicht schlecht bleiben. Und mit 377 Strafpunkten am Samstag steigern wir uns sogar. Platz 17 im Starterfeld und damit noch einmal ordentlich Land gut gemacht.  Und mit einer 0.00 in der allerletzten Wertungsprüfung haben wir sogar eine Wertungsprüfung gewonnen. Doch dieser Sieg bleibt unbelohnt, denn wir sitzen in einem Fahrzeug des Sponsors. ZF ist Partner der Bodensee-Klassik und unser Fahrzeug wurde von ZF zur Teilnahme angemeldet. Wie gewonnen, so – glücklich. Punkt. Doch wir blieben das beste ZF-Team und der Drittbeste Opel – man muss sie nur finden, die Gründe zum feiern!

Am Ende fühlt sich diese Bodensee-Klassik an, als hätten wir sie gewonnen. Danke an „Lämmle“, du warst eine tolle Co-Pilotin! 

 

 

 

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Opel Ampera-e – Freiheit für das Elektroauto

Opel will E-Autofahrern die Reichweitenangst austreiben. Der ab Herbst erhältliche Ampera-e kommt dank Riesenakku mehr als 500 Kilometer weit, bietet dazu jede Menge Platz auf kleiner Grundfläche, modisches Design und satte Fahrleistungen. Der Preis für den 150 kW/204 PS starken Elektro-Crossover startet bei 39.330 Euro, nach Abzug der Umweltprämie bleiben 34.950 Euro zu zahlen.

Prunkstück des Ampera-e ist die extra große Batterie. 60 kWh an Stromvorrat fasst sie, rund doppelt so viel wie bei den meisten Konkurrenten. Im offiziellen NEFZ-Testzyklus reicht der Speicher für 520 Kilometer, nach der realistischeren WLTP-Norm sind es immer noch 380 Kilometer. Auch hier schlägt der Opel Modelle wie BMW i3, Renault Zoe und den VW E-Golf deutlich. Noch weiter kommt man theoretisch nur in den deutlich teureren Teslamodellen.

Prunkstück des Ampera-e ist die extra große Batterie. 60 kWh an Stromvorrat fasst sie, rund doppelt so viel wie bei den meisten Konkurrenten.

Bei ersten Testfahrten in Norwegen erwiesen sich die Herstellerangaben als realistisch. 385 Kilometer zeigte der Bordcomputer bei Fahrtantritt mit voller Batterie, nach 146 Kilometer Fahrt wären laut der Anzeige im Cockpit noch 264 weitere möglich. Der bange Blick auf die Reststreckenanzeige entfällt also. Stattdessen kann man entspannt die dynamischen Vorzüge des Elektroantriebs ausreizen. Lähmt die Sorge um den Stromvorrat bei vielen anderen Elektroautos den Gasfuß, darf man hier bedenkenlos zutreten:

Wer an der Haushaltssteckdose laden will, sollte einen kompletten Tag für eine volle Ladung einplanen – der Fluch des großen Akkus.

Wie ein Aufziehauto mit der Schwungfeder auf Anschlag sirrt der Ampera-e dann vom Start weg los, Zwischenspurts beim Überholen gelingen so spielerisch wie in einem Sportwagen. Auch in Kurven zeigt sich der kleine Crossover bemerkenswert zackig; dort machen sich die unterflur eingebauten Akkus bemerkbar, die den Schwerpunkt des hoch bauenden Autos absenken. Trotzdem kommt der Fahrkomfort nicht zu kurz, der Opel federt sanft und bügelt schlechte Straßen zuverlässig glatt. Negativ fallen höchstens die deutlichen Antriebseinflüsse in der Lenkung auf – bei 360 Nm Durchzug direkt vom Start verwundert das jedoch nicht. Das emotionale Versprechen des E-Antriebs ist nun endgültig auch unterhalb der Tesla-Liga endlich eingelöst.

Permanent übertreiben sollte man es mit dem flotten Fahren aber nicht. Denn der Ampera-e hat zwar einen starken Akku, aber auch ein schwach ausgelegtes Bordladegerät. Der für den US-Markt optimierte einphasige Wechselstromlader nimmt maximal 7,5 kW auf – BMW i3, Renault Zoe und andere laden da an öffentlichen Ladesäulen mit dreifacher Kraft. Hier hat Opel zu stark gespart: Ein dreiphasiger Lader würde den Alltagsnutzen deutlich erhöhen.

Voll punkten kann der Opel hingegen beim Raumangebot.

Genaue Werte für die Ladedauer nennt Opel nicht, doch in weniger als acht Stunden ist der Ampera-e per Wallbox oder am Straßenrand nicht voll zu kriegen. Es sei denn, man findet eine der zurzeit noch seltenen CCS-Schnellladesäulen für Gleichstrom. Dort ist nach einer halben Stunde genug Energie für weitere 150 Kilometer an Bord. Wer an der Haushaltssteckdose laden will, sollte einen kompletten Tag für eine volle Ladung einplanen – der Fluch des großen Akkus.

Voll punkten kann der Opel hingegen beim Raumangebot. Weil die Fahrzeugarchitektur von Anfang an für den platzsparenden E-Antrieb entwickelt wurde, ist er trotz innenstadtfreundlicher 4,17 Meter Länge innen geräumig wie ein ausgewachsener Kompaktwagen. Selbst hinten haben drei Erwachsene problemlos Platz, kein Kardantunnel stört die Füße, keine erhöhten Seitenschweller werden zur Stolperfalle. Der Gepäckraum ist mit 381 Litern für diese Fahrzeugklasse zudem ausgesprochen üppig.

Das emotionale Versprechen des E-Antriebs ist nun endgültig auch unterhalb der Tesla-Liga endlich eingelöst.

Knapp 40.000 Euro will Opel für die Basisvariante seines Elektroautos. Dafür gibt es neben der sorgenfreien Langstreckenfahrt unter anderem Xenonlicht, Klimaautomatik, den Online-Butler On Star und das Intellilink-Infotainmentsystem. Verfügbar ist das Einstiegsmodell jedoch zunächst nicht. Zum Marktstart gibt es den Ampera-e erst einmal nur als „First Edition“ mit Komplettausstattung zum Preis von 44.060 Euro. Dann mit Ledersitzen, umfangreichem Assistenz-Paket und Metallic-Lack. Ein Navi gibt es für beide Ausführungen nicht, stattdessen können Googles und Apples Kartendienst auf den Zentralbildschirm gespiegelt werden. Zusätzlich stellt Opel eine App zur Verfügung, die neben der Routenfindung auch die Vorklimatisierung und das Abfragen des Ladezustands aus der Ferne ermöglicht.

Wer einen Ampera-e kaufen will, braucht jedoch Glück oder Geduld. Wie viele Autos in diesem Jahr in Deutschland verfügbar sind, sagt Opel nicht. Lässt aber durchblicken, dass die weltweite Nachfrage die Kapazitäten im US-Produktionswerk deutlich übertrifft. So dürften hier wohl zunächst nur einige hundert Fahrzeuge zu haben sein. Der Großteil davon soll zudem an Leasingkunden gehen, für Privatkäufer bleibt also womöglich nur eine Handvoll Autos übrig. Wie es 2018 weitergeht, lässt sich kaum prognostizieren.