News: Porsche – Der 911 kommt als Plug-in-Hybrid

News: Porsche – Der 911 kommt als Plug-in-Hybrid

In naher Zukunft wird Porsche in allen Baureihen auch Hybridversionen anbieten. Der neue Vorstandsvorsitzende Oliver Blume (47) kündigt schon für 2018 eine Plug-in-Hybrid-Version der Sportwagen-Ikone 911 an. Sie soll über eine rein elektrische Reichweite von 50 Kilometern verfügen. Als Höhepunkt der Elektrifizierungsoffensive wird ein Jahr später der Mission E kommen, ein reines Elektrofahrzeug mit einer Reichweite von mehr als 500 Kilometern.

Blume betont, dass auch ein Sportwagenhersteller auf die veränderten Ansprüche der Kunden reagieren muss. „Elektrifizierung, Digitalisierung und Konnektivität – das sind die großen Drei des Automobilbaus im neuen Jahrhundert.“ Wichtig sei, wie das Kauf- und Nutzungsverhalten der Kunden auf neue Generationen übertragen werde, ohne dabei an den Grundfesten der Marke zu rütteln. „Auch wenn sich unser Angebot verändern wird: Wo Porsche drauf steht, muss immer Porsche drin sein.“

Auf den Mission E bezogen heißt das: 600 PS Systemleistung, von null auf 100 in unter 3,5 Sekunden und die Runde auf der Nordschleife des Nürburgrings in weniger als acht Minuten. Im Vergleich zu derzeit aktuellen E-Autos bedeutet der dann eingesetzte 800-Volt-Antrieb eine Spannungsverdoppelung. 80 Prozent der elektrischen Energie sind in etwa 15 Minuten nachgeladen. Die im Wagenboden liegende Unterbodenbatterie auf Basis der neuesten Lithium-Ionen-Technologie erstreckt sich im Mission E auf voller Länge zwischen Vorder- und Hinterachse. Das Drehmoment wird automatisch auf die einzelnen Räder übertragen.

Der 911er erhält einen Plug-in-Hybridantrieb
Der 911er erhält einen Plug-in-Hybridantrieb

Deutlich kritische Worte findet Blume dagegen zum Thema autonomes Fahren. „Das ist so verlockende wie eine Rolex fürs Eierkochen. Einen Porsche will man selbst fahren.“ Gleichwohl unterstreicht der Porsche-Chef, es sei fahrlässig, „wenn wir die stark veränderte Welt der Mobilität nicht zur Kenntnis nehmen und daraus unsere Schlüsse ziehen“. Blume spricht hier die Vernetzung und die richtige Kombination aus Bedienbarkeit und neuer Technologie an. „Unsere Autos sollen sich sinnvoll mit der Umgebung verbinden. Doch für uns gehört ein iPhone in die Tasche, nicht auf die Straße.“

Auch aus diesem Grund sieht er derzeit keinen Grund für eine Partnerschaft mit einem großen IT-Dienstleister. „Partnerschaften sind generell keine schlechte Idee, wenn die eigenen Kompetenzen nicht ausreichen. Wir aber sind zum einen Teil eines starken Konzerns und haben zum anderen nicht den Anspruch, auf diesem Feld vorneweg zu marschieren.“ Ausdrücklich betont der Porsche-Vorstand, dass er Apple, Google und Co bei deren Innovationen zum Thema Mobilität keinesfalls unterschätze. Andererseits sieht er aber auch keinen Grund sich zu fürchten. „Kann Apple einen vergleichbaren Porsche bauen? Nein. Will Apple einen Porsche bauen? Nein.“

Der Mission E soll dagegen ein „dickes Ausrufezeichen für die Zukunft der Marke“ setzen. Allein die Investitionen belaufen sich laut Blume auf eine Milliarde Euro – 700 Millionen davon am Stammwerk in Zuffenhausen. Das Geld geht unter anderem in eine neue Lackiererei, eine neue Montagelinie sowie den Ausbau des Motorenwerks für die Herstellung der E-Antriebe und des Karosseriebaus. Rund 1.000 zusätzliche Arbeitsplätze sollen so geschaffen werden.

Autor: Walter Stieghorst – SP-X

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Porsche 911 GT3 – Endlich hat man‘s wieder selbst in der Hand

Mit dem Lifting des Topmodells GT3 schließt Porsche nun die Überarbeitung des Sportwagens 911 ab. Der puristische Leichtbaurenner wird nicht nur optisch und in Sachen Leistung überarbeitet, sondern erhält auch wieder die zuletzt fehlende Handschalter-Option. Die Markteinführung erfolgt Mitte Juni zu Preisen ab 152.000 Euro.

Bei seiner Vorstellung 2013 war der Aufschrei groß, als Porsche den GT3 zwar weiterhin mit Saugmotor vorstellte, aber ausschließlich in Kombination mit einem Doppelkupplungsgetriebe anbot. Dieses wird für den GT3 auch weiterhin zu haben sein, doch optional kann man sich künftig wieder für ein manuelles Getriebe entscheiden.

Darüber hinaus bietet der GT3 künftig etwas mehr Leistung. Der nunmehr bis 9.000 Touren drehende Vierliter-Boxer darf unter anderem dank einer neuen Kurbelwelle und eines neuen Ventiltriebs 368 kW/500 PS statt 350 kW/475 PS mobilisieren. Im Zusammenspiel mit der Automatik absolviert das Coupé in 3,4 Sekunden den 100-km/h-Sprint und erreicht maximal 318 km/h. Die Handschalter-Variante hat beim Sprint mit 3,9 Sekunden das Nachsehen, ist in der Spitze mit 320 km/h aber etwas schneller.

Darüber hinaus hat Porsche das Aerodynamik-Design des GT3 überarbeitet. Der Abtrieb soll sich im Vergleich zum Vorgänger um 20 Prozent verbessert haben. Front- und Heckschürze haben die Stuttgarter zudem optisch leicht modifiziert, ebenso die Heckleuchten, die nun dreidimensionaler geformt sind. Zudem trägt der mächtige Carbon-Heckspoiler künftig schwarz lackierte Seitenblätter. Innen profitiert der GT3 von den allgemeinen Modellpflegemaßnahmen der Baureihe. So ist etwa das aufgefrischte Infotainment-System mit Siebenzoll-Touchscreen mit Online-Funktionen serienmäßig an Bord.

(Holger Holzer/SP-X)

Kreisel Evex 910e – Viele Emotionen, null Emissionen

Auf der Oldtimer-Messe Techno Classica in Essen (5. bis 9. April) feiert ein Porsche 910 seine Wiederauferstehung. Angetrieben wird der einstige 60er-Jahre-Rennwagen allerdings von einem Elektromotor. Der stammt von der Firma Kreisel – ein in Kitzbühel beheimateter Spezialist für elektrische Antriebskomponenten.

Der aufgrund der schweren Batterie gut 1,1 Tonnen schwere 910e soll in nur 2.5 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 sprinten

Bei dem 910 handelt es sich zudem um einen Nachbau der Firma Evex. Der im rheinländischen Langenfeld beheimatete Fahrzeugbauer hat bereits in den 1970er-Jahren eine Handvoll 910-Replikas gebaut, dann allerdings die Produktion eingestellt. Kreisel will nun einige wenige Evex-910-Nachbauten mit E-Antrieb ausstatten und für eine Million Euro zum Kauf anbieten. Die Fahrzeuge sollen eine Straßenzulassung bekommen.

Unter dem Blechkleid des 910e steckt Antriebstechnik der Firma Kreisel

Neben der exklusiven Optik bietet der Kreisel Evex 910e einen schnellen Antrieb. Lediglich 2,5 Sekunden soll der Sprint des 1,1-Tonners aus dem Stand auf Tempo 100 dauern, mehr als 300 km/h sollen möglich sein. Zum Vergleich: Das nur etwa halb so schwere Original erreichte in seiner stärksten Variante 910/8 Coupé maximal 280 km/h. Verantwortlich für die enormen Fahrwerte ist ein 360 kW/490 PS und 770 Newtonmeter leistender E-Motor in Kombination mit einem von Kreisel selbst entwickeltem automatisierten Zweigang-Getriebe. Der für den Vortrieb nötige Strom kommt aus einer 53-kWh-Lithium-Ionen-Batterie, die eine Reichweite von 350 Kilometer erlaubt.

Kreisel ist ein in Österreich beheimateter Spezialist für elektrische Antriebskomponenten

Der Stromspeicher ist laut Kreisel für bidirektionales Laden ausgelegt, was zum Beispiel Haushalten mit einer Photovoltaikanlage ein intelligentes Energiemanagement erlaubt. So kann die Fahrzeugbatterie unter anderem als Zwischenspeicher für den regenerativ gewonnenen Strom genutzt werden. (Mario Hommen/SP-X)