Land Rover Offroad-Erfahrungen

Land Rover Offroad-Erfahrungen

Land Rover Experience Center

Mein Oberkörper hängt mit viel Gewicht im Gurt, mit beiden Armen stütze ich mich fest am Lenkrad ab. Doch dieses Mal ist es nicht die Verzögerung die meinen gesamten Körper in Richtung Lenkrad drückt – dieses Mal blicken meine Augen durch das Glasschiebedach direkt in Richtung Horizont, während der Wagen auf einer 110° steilen Abwärtsrampe parkt.

Königlich kultig durch das Gelände

Mein erstes Mal ohne Asphalt führt mich sehr schnell an einen Punkt, an dem ich den Instruktor an meiner Beifahrerseite mit ernsten Unterton fragte, ob er sich wirklich  sicher ist. Vor mir öffnet sich der grau verhangene Himmel des Bergischen Land – eine asphaltierte Straße sehe ich schon lange nicht mehr. Einzig die Tatsache, dass es vor mir steil Bergab geht, ist mir bekannt. Geschätzte 50 Meter Höhenunterschied sind zu bewältigen und alles was ich nun tun soll ist, die Bremse lösen, unseren Range Rover Sport in das weite „Nichts“ vor der Windschutzscheibe rollen lassen und dann bloß nicht mit mehr mit den Füßen auf das Bremspedal steigen.

Range Rover Sport Pfütze

Ich vertraue meinem Co-Piloten und Instruktur, auch wenn mir – ich gebe es zu – ein wenig mulmig dabei zumute ist. Die 2 Tonnen des Range Rover Sport kippen vorne über und noch bevor ich den Druck in meinen Armen verstärken konnte, um den Oberkörper vor dem satten eintauchen in den Gurt zu bewahren, hat die Bergabfahrhilfe des englischen Offroaders eingegriffen und lässt die wuchtige englische Adelskutsche mit kontrolliertem Schlupf an den Rädern in slow motion die 110° Gefälle hinab rollen.

Range Rover Sport

Tatort: Das  Gelände des Land Rover-Experience-Center bei Wülfrath im „Bergischen Land“. Der mittlerweile in indischer Hand befindlichen Allrad-Spezialist aus  dem Land des „five o’clock teas“ hat inmitten eines alten Steinbruchs ein abwechslungsreiches Gelände mit unterhaltsamen Offroad-Szenarien geschaffen, die den unerwarteten Geländewagen-Fahrer zunächst vor ernsthafte Sinnfragen stellt.  Und dennoch – über Stock und Stein und mit Neigung über Rampen zu fahren, die man sonst nicht einmal zu Fuß begehen würde, dass war eine echte Erfahrung mit anhaltendem Unterhaltungswert.

Auf über 100.000 m² lassen sich der kultige Land Rover Defender, Soccer-Mums Liebling der Range Rover Sport, die erste Wahl des englischen Königshaus – der neue Range Rover, der Lifestyler  Evoque, der Freelander 2 und natürlich der Discovery 4 ordentlich nutzen. Endlich den Allradantrieb auskosten und den Unterschied zwischen einem Geländewagen-Urvieh (Defender) und einem Lifestyle-SUV (Evoque) erfahren. Wenig überraschend wird die Ausfahrt im Defender zu einer Zeitreise zurück in die Gründerväterzeit des Allradantriebes.

Land Rover Defender

DEFENDER

Die Sitzposition des Urvaters vieler Geländewagen ist, für vom Wohlstand der neuen Kompaktwagenklasse verwöhnte Fahrer, ungewöhnlich nah an der Fahrertür. Mit kräftigen und immer wieder für Kontakt zwischen Seitenscheibe und Ellenbogen sorgenden Lenkbewegungen, lässt sich die Zeitreise zurück auf den Kutschbock erleben. Aufrecht und mit intimen Kontakt zwischen Fahrerbrust und Lenkrad freut man sich über eine unschlagbare Übersichtlichkeit im Gelände. Dank einer Karosseriegestaltung die einzig ein Lineal als Hilfsmittel kannte – blicken Fahrer und Beifahrer vom uneitlen Thron der Offroad-Funktionalitäten auf die schroffe Landschaft hinaus. Der Schalthebel setzt eine Fahrerpersönlichkeit voraus, die genau weiß was sie will. Ebenso unwirsch zur Zusammenarbeit bereit, zeigt sich der zweite Hebel, zuständig  für die Getriebe-Untersetzung und das Mitten-Differential.  Wer haptische Eleganz erwartet, darf den Urvater des 4×4-Lebens nicht als Geländewagen-Alternative in betracht ziehen.

Der Defender ist ehrlich, schroff, ein Tier, einer der im Gelände nicht nachgibt. Liebhaber von Pussy-Schubkarren suchen sich bitte ein anderes Modell.

Land Rover Defender

 

Land Rover Evoque

Evoque

Wenn Lifestyle-Attitude auf Geländewagen-Ernsthaftigkeit trifft, dann muss am Ende eine der beiden Eigenschaften unter der Dominanz der anderen leiden. Im Falle des Evoque kann man positiv vom „geilsten“ Land Rover Design aller Zeiten sprechen oder von einem Geländewagen, der zum ersten Mal in der launischen Geschichte des Empire, mehr Design als Offroad-Talent besitzt. Für alle Soccer-Mums sei an dieser Stelle zur Beruhigung jedoch dargelegt: Der Feldweg zum Fußballplatz beim Auswärtsspiel des Nachwuchses entlockt auch dem mondän gezeichneten Evoque nur ein müdes Lächeln.

Natürlich fehlen dem schneidig feschen Evoque zwei sperrbare Differentiale und zur vollständigen Kompromittierung der Geländewagen-Verwandschaft im eigenen Haus, kann man den Evoque sogar ohne Allradantrieb ordern.

Um der Welt jedoch zu zeigen – welcher Brut der, dem Zeitgeist folgende Kompakt-SUV entstammt – wird Land Rover 2013 mit 10 Evoque die 15.000 km lange Strecke von Deutschland nach Indien, zum großen Teil entlang der Seidenstraße fahren.

Range Rover Evoque wasser

Range Rover

Range Rover

Über 400 kg leichter als sein Vorgänger, mit einem Leergewicht von mehr als 2.2 Tonnen, aber noch immer kein Leichtgewicht. Der neue Range Rover verkörpert, wie der Defender, die traditionellen Werte des Hauses Land Rover. Nur deutlich komfortabler. Herrschaftlich wie ein englisches Landhaus.

Distinguiert feudales Ambiente empfängt die Insassen, sobald diese den loungartigen Innenraum erklommen haben. Einmal eingestiegen überlässt man die Probleme des Alltag dem Fahrzeug und seiner aufwendigen Allradtechnik. 90 Zentimeter tiefe Flussdurchfahrten? Kein Problem!  110° Gefälle hinab fahren, auf halber Strecke anhalten und dann wieder rückwärts hinauf? Kein Problem! Sand, Geröll und Schlaglöcher die so groß und tief sind, dass darin Kleinwagen verschwinden? Kein Problem!

Ein V8 Dieselmotor der die Kraft von 700 Nm über ein Drehzahlband von 1.750 bis 3.500 Umdrehungen bereitstellt und aus dieser  Leistungsdarbietung eine pathetische Hymne auf die Dramatik der Selbstzünder-Leistungsfähigkeit anstimmt, hat einen effektiven Antriebsstrang verdient. Im Falle des neuen Range sind es 8 Gänge, 2 elektronisch angesteuerte vollständig sperrbare Differentiale und eine Luftfederung die eine Differenz von über 60 Zentimeter überbrückt.

Die Aluminium-Karosserie des Range hat an Gewicht verloren, das Erscheinungsbild ist so dominant und selbstsicher wie immer.   Es ist diese Autorität im gesamten Erscheinungsbild, die aus einem schlicht überdimensional großen Geländewagen einen beeindruckenden Königswagen werden lässt. Besonders erfreulich dürfte für die Britische Königsfamilie (die aus Tradition auf den Range vertraut) die Tatsache sein, dass dem indischen Besitzer zum Trotz, kein englischer Geländewagen mehr so „royal“ wirkte, wie dieser neue Range. Ganz egal ob er vor dem Country-Club steht, auf dem Golfplatz oder auf einem Geländewagenpfad, der zu Fuß schlicht unbegehbar ist.

Range Rover

 

 

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Bjoern
Autos und Motorsport - meine Leidenschaft seit über 20 Jahren. Für mich müssen Autos einfach Spaß machen und wenn ich heute Neuwagen teste, dann habe ich meine eigenen Kriterien die ein Fahrzeug erfüllen muss. Ob mich ein Auto so richtig begeistert hat, könnt ihr hier im Blog herausfinden. Dazu kommen Nachrichten aus der Welt des Automobils und des Motorsports. http://about.me/bhabegger

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Der neue Range Rover Velar – Frisch aufgeschifft

Normalerweise trifft man Fahrzeuge im Allgemeinen ja auf Straßen oder Parkplätzen an. Ok, vielleicht manchmal noch auf Fähren aber im Schiffsbauch als Installation auf einem Frachtschiff doch eher selten. Land Rover dachte sich beim Range Rover Velar „Pfeif drauf, was alle sonst so machen. Wir nehmen ein Schiff und basta“. Gesagt, getan. Es stand nämlich außer Frage, dass ein simpler Messeauftritt für die Deutschlandpremiere des Range Rover Velar keine adäquate Bühne darstellt. In einem Gemeinschaftsprojekt der Frankfurter Agenturen makerelations, Voss+Fischer und Spark44 entstand das Projekt #PUREVELAR zur Aktivierung des deutschen Marktes vor der Verkaufspremiere.

Dafür fanden sich recht spannende Locations. Zum Beispiel die Technische Universität München mit ihrem reflexionsarmen Raum. Normalerweise nutzt man diesen akustischen Raum für technische Tests und wissenschaftliche Untersuchungen. Für den neuen Range Rover Velar eine ungewöhnliche, aber bestens passende, weil absolut reduzierte Umgebung. Auch die Premierenfeier war etwas Besonderes und wurde im kleinen Kreis gefeiert. Das Konzept der folgenden Deutschlandreise ist ebenso spektakulär wie der Auftakt. Denn mehr als zwei Monate lang dauert die #PUREVELAR-Tour mit einer eindrucksvollen statischen Präsentation – an Bord eben dieses Frachtschiffes.

Frisch aufgetischt – Pardon – aufgeschifft

In 18 Städten macht das Land Rover-Schiff in citynahen Lagen fest. Start war am 10. Mai in Potsdam. Über Berlin, Hamburg, Hannover, Düsseldorf, Köln, Mainz, Frankfurt am Main, Nürnberg, Mannheim und weitere Ziele geht es bis zum 16. Juli nach Esslingen. Dabei wurde für den Bauch des Schiffs eine besondere Installation entwickelt. Im Mittelpunkt hier natürlich ebenfalls das modern, minimalistische Design des Velar. Gedämpfte Akustik und ein wandelbarer Innenraum sorgen für eine spezielle Atmosphäre, Sound leitet die Besucher zum Auto, das Spiel mit Licht und Dunkelheit lenkt die volle Aufmerksamkeit auf das besondere Design. Die Installation verzichtet auf unnötige Showeffekte und schafft einen echten Spannungsbogen: ganz im Stil des von Reduktion geprägten Velar-Charakters.

Der Name „Velar“ (lat. „Enthüllen“) geht zurück auf den Prototypen von 1969. Damals konstruierten die Land Rover-Entwickler den ersten geheimen Prototypen, dem sie den Codenamen Velar gaben. Heute, nicht mehr ganz so geheim, feiert Land Rover mit seinen Fahrzeugen große Erfolge. Mit dem Velar wollen die Briten nun einen neuen hochkarätigen Vertreter ihrer Zunft auf die Straße schicken. „Mit seinem modernen Design verschafft sich der neue Velar eine herausragende Stellung in seiner Klasse. Er zeigt perfekt austarierte Proportionen, kraftvoll straffe Flächen und eine unverwechselbare Silhouette.“ sagt Gerry McGovern, Land Rover Chief Design Officer. Avantgardistisch und doch unverwechselbar Range Rover, so präsentiert er sich uns nach seiner Enthüllung im Schiffsbauch.

Eingelassene Türgriffe, reduziertes puristisches Design, kantisch und kraftvoll. In Zusammenarbeit mit Designer Sebastian Scherer konnte auch im Interieur mit reduziertem Design für Emotionalität gesorgt werden. Die Herausforderung dabei war, die Einfachheit mit Luxus zu kombinieren und ihn so zu einer Einzigartigkeit zu machen. Ein großes Thema dabei war: Nachhaltigkeit. Die Produktion fand sowohl unter Nutzung von Solar- und Wasserenergie als auch mit bis zu 60% recycelbaren Materialien statt. Als erstes Modell seiner Klasse bietet der neue Velar für die Sitzbezüge ein betont nachhaltiges Angebot in Gestalt von besonders umweltverträglichen Premium-Textilien als Alternative zu Leder. Der Premium-Stoff in Dapple Grey wurde in Kooperation mit Kvadrat entwickelt, dem europäischen Spezialisten für hochwertige Textilien in anspruchsvollem Design.

Puristisch Futuristisch

Ein großzügiges Platzangebot ergänzt durch hochwertige Materialien zeigt die hohe Verarbeitungsqualität, für die Land Rover bekannt ist. Besonders ins Auge fällt auch die Tatsache, dass die Zahl der Schalter und Bedieneinheiten im Velar auf ein absolutes Minimum beschränkt wurde. Gleich zwei hochauflösende 10,2-Zoll-HD-Touchscreens sind gekonnt in die Innenraumarchitektur integriert und gewährleisten beste Unterhaltung sowie volle Kontrolle über das Wohlbefinden. Dabei arbeiten die intuitiv bedienbaren Bildschirme perfekt zusammen und fügen sich harmonisch in die puristische Innenraumgestaltung ein. Ein mit 673 Liter Volumen angelegter Kofferraum sorgt für weitere Staumöglichkeiten.

Ab dem 3. Quartal diesen Jahres wird der Range Rover Velar ab 56.400 Euro zu haben sein. Wer ihn sich vorher noch mal live ansehen will: Interessenten können sich bei Land Rover unter www.velar-circle.de anmelden und ihren Platz gratis auf der #PUREVELAR-Tour. An den jeweiligen Veranstaltungstagen ist das Schiff in der Regel zwischen 10 und 18 Uhr geöffnet. Und auch wer nicht teilnehmen kann, darf sich dem Velar nähern: Mitglieder des Velar-Circle können von zu Hause eine Kamera steuern und sich dem Velar damit aus jedem Blickwinkel nähern.

 

Bericht: Simone Amores

Fotos: Simone Amores / Land Rover

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Range Rover Velar – Der dynamischere Landy

Es läuft gut, bei Land Rover. Der anhaltende Trend zu SUV und Geländewagen beschert den Briten volle Auftragsbücher und den Produktstrategen reichlich Arbeit. Schließlich sollen die Verkaufszahlen weiter nach oben gehen, und damit jeder Kunde das richtige Modell findet, muss noch die eine oder andere Lücke im Angebot geschlossen werden. Neuester Streich: der Land Rover Velar. Er ist nur geringfügig kleiner als der Ranger Rover Sport, zielt aber preislich auf die Porsche-Macan-Liga. Premiere feiert der Neuzugang auf dem Genfer Auto Salon, zum Händler rollt er Ende Juli für knapp 57.000 Euro.

Der Range Rover Velar ist geringfügig kleiner als der Ranger Rover Sport, zielt aber preislich auf die Porsche-Macan-Liga

Nicht mal ganze fünf Zentimeter misst der 4,80 Meter lange Velar weniger als der Range Rover Sport, ist dafür aber um mehr als zehn Zentimeter niedriger – was ihm zu einem cW-Wert von 0,32 verhilft und ihn so zum Aerodynamik-Champion der Marke macht. Auch ist er eine gute Handbreit schmaler, das sorgt, zusammen mit den nochmal schärferen Scheinwerfern (mit Matrix-LED-Technik und 550 Meter Laser-Fernlicht), den extrem schmalen Rückleuchten, einem kecken Dachkantenspoiler und der schräg stehenden C-Säule für einen deutlich kompakteren und dynamischeren Auftritt. Ein nettes Detail: Die Türgriffe verschwinden bündig in der Karosserie.

Premiere feiert der Neuzugang auf dem Genfer Auto Salon, zum Händler rollt er Ende Juli für knapp 57.000 Euro

Damit der Velar die hohen Erwartungen, die das sportliche Blechkleid hervorruft, auch erfüllen kann, liefert ein V6-Benziner 278 kW/380 PS und wuchtet das SUV in 5,7 Sekunden auf Tempo 100. Aber auch die schwächeren Motoren können sich sehen lassen: Keine der sechs Motorisierungen wartet mit weniger als 132 kW/180 PS (Vierzylinder-Diesel) auf und länger als neun Sekunden auf Tempo 100 braucht auch keiner. Premiere im Velar feiert außerdem ein neuer, 220 kW/300 PS starker Otto-Motor – damit leistet der Vierzylinder genauso viel wie der Sechszylinder-Diesel, dürfte in Anbetracht von dessen 700 Newtonmeter Drehmoment allerdings in dieser Disziplin das Nachsehen haben.

Die Wattiefe des Velar beträgt 65 Zentimeter

Während die Designer die typische Range-Rover-Optik noch weiter verfeinert und auf die Spitze getrieben haben, besannen sich die Offroad-Experten ihrer Kernkompetenzen. Sprich: Auch der Velar ist absolut geländetauglich. Dafür sorgen neben der aktuellen Allradgeneration bis zu 25 Zentimeter Bodenfreiheit (mit optionaler Luftfederung) und eine Wattiefe von maximal 65 Zentimetern. Allerdings, und das weiß auch Land Rover, fahren immer weniger Kunden wirklich abseits der Straße. Deshalb lag beim Velar, wie schon zuvor beim jüngst vorgestellten Discovery, der Schwerpunkt auf der Onroad-Nutzung – und beim Velar ganz besonders auf dem Innenraum.

Ein drittes, berührungsempfindliches Display, das unterhalb des Infotainement-Bildschirms ausfährt, macht nahezu alle klassischen Tasten überflüssig

Zwar haben die Briten mit ihrem überbreiten, variabel konfigurierbaren Infotainment-Touchscreen seit einiger Zeit ein zeitgemäßes System im Angebot. Vor allem das Kombiinstrument mutete allerdings immer noch wie vor ein, zwei Generationen an. Damit macht der Velar nun Schluss: Hinter dem großen Volant gibt es moderne, digitale Instrumente und dazu eine überarbeitete Lenkradsteuerung mit Touch-Tasten. Darüber hinaus haben die Entwickler dem Velar gleich noch ein drittes, berührungsempfindliches Display spendiert, das unterhalb des Infotainment-Bildschirms ausfährt und nahezu alle klassischen Tasten überflüssig macht. Der Clou dabei: Die zwei sogenannten Magic Rotary Switches, also Drehregler, die je nach Bedarf verschiedene Funktionen übernehmen können. Selbst das Terrain-Response-System, über das sich der Allradantrieb regeln und der Velar sich auf Fahrten im schweren Gelände vorbereiten lässt, ist in das digitale Menü gewandert, vielleicht ein weiterer Tribut an die vielen Straßen- und nur wenige Offroad-Kilometer, die Land-Rover-Fahrer zurücklegen.

Hinter dem großen Volant gibt es moderne, digitale Instrumente und dazu eine überarbeitete Lenkradsteuerung mit Touch-Tasten

Abgerundet wird das neue Bedienkonzept durch den fast schon obligatorischen Internetzugang mit 4G-Geschwindigkeit und der Möglichkeit, bis zu acht Geräte an den Wlan-Hotspot anzuschließen. Damit dürfte auch auf längeren Urlaubsfahrten (die 673 Liter Kofferraum-Volumen sind absolut reisetauglich) für Ruhe im Fond gesorgt sein, vorausgesetzt, der Nachwuchs ist noch nicht allzu groß. Denn trotz seiner stattlichen Abmessungen und dem mit 2,90 Metern doch reichlich großen Radstands, geht es auf der Rückbank ziemlich eng zu, wie unsere erste Sitzprobe in einem frühen Prototypen gezeigt hat. Richtig angenehm fühlt sich dagegen die neue Stoff-Innenausstattung an, die Land Rover zusammen mit dem dänischen Hersteller Kvadrat entwickelt hat. Dabei handelt es sich nicht um die günstige Basisversion, sondern um eine „vegetarische“ Variante, die auf Tierhäute verzichtet und mit Velour-Einsätzen aus recycelten Plastikflaschen arbeitet, und die preislich auf dem Niveau der teuren Lederausstattung liegt. Wie üblich wird aber wohl sowieso kaum ein Velar das Werk für den Einstiegstarif von 56.400 Euro verlassen. Schon die Standardpreisliste reicht bis zu 90.850 Euro und für das First-Edition-Sondermodell zum Marktstart verlangt Land Rover stolze 108.750 Euro. (Michael Gebhardt/SP-X)

Trotz der stattlichen Größe des Velar darf man innen keine Raumwunder erwarten