Für wen lohnt sich Leasing und was ist beim Rechtsgeschäft wichtig?

Für wen lohnt sich Leasing und was ist beim Rechtsgeschäft wichtig?

Wer hätte gedacht, dass man einmal den Handyvertrag mit dem Fahrzeugleasing verbinden kann. Seit kurzem ist genau das möglich, 1&1 und Sixt sei Dank. Einen Peugeot 208 ab 99,99 Euro monatlich? Klingt verlockend. Ich will die Gelegenheit dieses aktuellen Medienhypes nutzen und habe nachfolgend einige Tipps und Fakten rund um das Thema Leasing arrangiert. Dabei bin ich der Frage nachgegangen, für wen sich ein solcher Nutzungsüberlassungsvertrag lohnt.

Fakten zum Leasing

Beim Leasen überlässt der Leasinggeber dem Leasingnehmer ein neues oder gebrauchtes Fahrzeug auf Zeit. Soll heißen, es kommt ein Vertrag zwischen den Parteien zustande, der besagt, dass der Leasingnehmer das Auto über einen festgelegten Zeitraum nutzen darf. Eigentümer bleibt aber über die gesamte Vertragslaufzeit der Leasinggeber. Für die Nutzung zahlt der Leasingnehmer eine monatliche Rate. Zinsen und verschiedene Gebühren inklusive. Während der Nutzungsdauer ist der Leasingnehmer für Pflege, Reparatur und Wartung des Leasingobjektes verantwortlich. Leasingverträge sind von teilweise unübersichtlichen Klauseln geprägt. Hier den Durchblick zu wahren, ist für Laien nicht leicht.

Es gibt unterschiedliche Leasingformen. Die zwei gängigen Modelle möchte ich kurz erläutern:

  1. Kilometer-Leasing: Dabei zahlt der Leasingnehmer eine monatliche Rate und darf das Fahrzeug im Gegenzug innerhalb einer fixen Kilometerleistung fahren. Werden am Ende der Vertragslaufzeit mehr gefahrene Kilometer festgestellt, kostet jeder Kilometer extra. Wie hoch die Zusatzkosten ausfallen, hängt vom Anbieter ab. Wer weniger Strecke zurückgelegt hat, erhält in der Regel eine Erstattung. Im Vertrag muss geregelt sein, ob der Leasingnehmer das Objekt nach Vertragsablauf kaufen kann. Ansonsten sind Fahrzeugrückgabe oder Anschlussleasing typische Optionen. Grundsätzlich gilt: Je höher die vereinbarte Kilometerleistung, desto höher die Leasingraten.
  2. Restwert-Leasing: Die monatliche Rate wird hier anhand des Differenzbetrags zwischen Fahrzeugpreis und Restwert bei Vertragsende berechnet. Als Fahrzeugpreis muss der Händlereinkaufspreis angesetzt werden, nicht der Verkaufspreis des Händlers. Wird der Händlerverkaufspreis als Berechnungsgrundlage verwendet, kann das den Leasingnehmer bis zu 15 Prozent mehr kosten. Das Verlockende an dieser Leasingform sind die oft unrealistisch angesetzten Leasingraten. Bei Vertragsablauf werden die Kunden dann nicht selten mit heftigen Kosten konfrontiert, weil der Restwert zu Beginn viel zu hoch festgelegt war. Hier sollte man sich nicht von Lockangeboten blenden lassen. Das kann teuer werden.

Wie findet man das perfekte Angebot?

Wie einfach es heute sein kann, sich umfassend über aktuelle Leasingfahrzeuge zu informieren, beweisen zahlreiche Anbieter mit virtuellem Angebot. Ein Beispiel: Ford Leasing Angebote für Privat- und Gewerbekunden präsentiert der in München ansässige Anbieter DMF Leasing. Mit einem Klick auf die jeweiligen Fahrzeuge erfahren Interessenten mehr über die Konditionen und Leistungen. Individuelle Leasingangebote können direkt über die Internetseite kostenlos und unverbindlich angefordert werden. Von der CO2-Effizienzklasse über Sonderzahlungen bis hin zu den technischen Fahrzeugdaten erfahren Verbraucher und Unternehmer online alles, was sie zu den Leasingangeboten wissen müssen. Dank übersichtlicher Datenblätter fällt es leicht, mehrere Anbieter zu vergleichen, um die jeweils attraktivste Variante zu finden.

Die Raten im Fokus

Beim Betrachten der verschiedenen Angebote ist oft nicht direkt ersichtlich, wie sich die monatlichen Leasingraten zusammensetzen und wodurch diese beeinflusst werden. Um ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen, habe ich die klassischen Einflussfaktoren aufgeführt:

  • Fahrzeugpreis
  • Wertverlust
  • Kilometerleistung (beim Kilometer-Leasing)
  • Laufzeit
  • Zinsen
  • Verwaltungskosten
  • Ausfallrisikogebühr
  • Gewinnmarge
  • Höhe der Anzahlung

Woran viele Leasingnehmer erst denken, wenn es zu spät ist, sind die teilweise hohen Ausgaben für Reparatur und Wartung. Bei den meisten Verträgen ist die Nutzung von freien Werkstätten nicht erlaubt. Stattdessen muss man zur teuren Markenwerkstatt gehen und deutlich mehr zahlen als bei der freien Alternative. Eine beruhigende Lösung kann das Full-Service-Leasing sein. Hier muss der Kunde zwar mit höheren Raten rechnen, dafür wird er aber nicht mit Rechnungen für Inspektionen belastet. Die übernimmt der Leasinggeber. Ob und wenn ja, welche Reparaturen von diesem „Full-Service“-Versprechen umfasst sind, muss erfragt werden. Auch das Thema Versicherung kann bei den Extrakosten unangenehm zu Buche schlagen. Eine Vollkaskoversicherung ist schließlich kostenintensiv. Leasingangebote inklusive Versicherungsschutz sind detailliert zu begutachten, um nicht draufzuzahlen. Auf beispielhafte Kosten, die potenziellen Leasingnehmern bewusst sein sollte, macht das Onlinemagazin zur Auto Bild in diesem Leasing Ratgeber aufmerksam.

Für wen lohnt sich Leasing?

Freiberufler und Selbstständige profitieren beim Leasing besonders, weil sich die Leasingraten steuermindernd auswirken. Bei privaten Leasingnehmern ist der steuerliche Vorteil nicht gegeben. Interessenten, die sich einen Neuwagen oder guten Gebrauchten gönnen möchten und das nötige Budget dafür gespart haben, brauchen sich über Leasing wenig Gedanken machen. Deutlich interessanter ist das Thema für alle, die gerne einen Neuwagen fahren würden, den Preis dafür aber nicht zahlen können oder gar wollen. Ob Leasing in diesem Fall die bessere Variante ist als die klassische Finanzierung, klärt Abenteuer Auto in der folgenden Sendung:

Lese-Tipp: Weitere Informationen zur Autofinanzierung im Blogbeitrag zum Traum vom eigenen Fahrzeug.

 

 

 

Bilder: Unsplash (Mercedes) – shanequreshi (Ford) – Freie kommerzielle Verwendung über https://pixabay.com