News: Seat Ateca – Spaniens erstes SUV

News: Seat Ateca – Spaniens erstes SUV

Zuschauen, wie andere sich die dicken Stücke vom SUV-Kuchen abschneiden? Geht gar nicht, sagte man sich bei Seat. Schließlich passe so ein cooles Gefährt bestens zur Marke. Nun ist es so weit. In ihrer Lifestyle-City Barcelona präsentierte die spanische VW-Tochter jüngst ihr erstes SUV, genannt Ateca. Auf dem Genfer Autosalon wird der kompakte Crossover seine Messe-Premiere haben, im Sommer soll er in den Verkauf gehen.

„Mit dem Ateca zielen wir vor allem auf Modelle wie den Nissan Qashqai“, sagt Ulrich Selzer, zuständig für den weltweiten Vertrieb. Entsprechend niedrig ist der Einstiegspreis. Auch wenn Seat offiziell noch nichts verlautbaren lässt, bei kurz unter 20.000 Euro dürfte es losgehen. Eine Kampfansage. Seat kann hier bewusst knapp kalkulieren, schließlich musste man die sündhaft teuren Entwicklungskosten nicht alleine stemmen. Vieles stammt aus dem Konzernregal von der Mutter in Wolfsburg. Hauptsächlich sind dies das Chassis und die gesamte Antriebsarchitektur. Das knackige Kleid hingegen könnte spanischer gar nicht sein, erinnert in der Linienführung an den hauseigenen Léon.Als Besonderheit ließ man sich LED-Tagfahrleuchten einfallen, die auch gleichzeitig die Blinkerfunktion übernehmen. Und als sogenanntes „Welcome-Light“, schickt ein Lichtspot unter dem Außenspiegel Signatur und Namen des Autos auf den Straßenbelag, sobald man die Türen entriegelt hat.

Seat präsentierte jüngst ihr erstes SUV, genannt Ateca.
Seat präsentierte jüngst ihr erstes SUV, genannt Ateca.

Den Fahrer empfangen sportlich konturierte Sitze und ein klassisches, funktionales Cockpit mit sauber konturierten Instrumenten sowie einem 8-Zoll-Display in der Armaturenbrettmitte. Darunter befinden sich die üblichen Drehregler für Klima und Lüftung. Bei der Bedienung dürfte also keiner überfordert sein. Alles wirkt sauber und hochwertig verarbeitet. Seat hält hier guten Anschluss an das Qualitätslevel von Volkswagen. Geld für ein kleines Gimmick hatte man sogar auch noch. Auf dem Starterknopf pulsiert die rote Schrift, sobald man ins Auto einsteigt. Ein nettes Feature, das man sich wohl bei Jaguar abgeschaut hat.

In Sachen Konnektivität bedient sich Seat aus dem Modularen Infotainment Baukasten (MIB) der zweiten Generation.
In Sachen Konnektivität bedient sich Seat aus dem Modularen Infotainment Baukasten (MIB) der zweiten Generation.

Mit 4,36 Metern ist der Ateca etwa so groß wie der erste Tiguan. Der Radstand beträgt 2,64 Meter. Auch hinten sitzen Erwachsene sehr kommod. Im Kofferraum bleiben recht üppige 510 Liter Gepäckvolumen. Allerdings nur bei der Frontantriebsvariante. Die Allradversion büßt 25 Liter ein. Optional steht eine elektrische Heckklappe mit Gestensteuerung zur Verfügung. Sie lässt sich mit einem Fußschwenk nicht nur berührungslos öffnen, sondern auch wieder schließen. „Zudem haben wir die niedrigste Ladekante im Segment“, sagt Seat Entwicklungsvorstand Matthias Rabe. Eine verschiebbare Rücksitzbank, wie sie der größere Tiguan II besitzt, hat der Ateca nicht. Dafür können die Lehnen per Fernentriegelung aus dem Kofferraum flachgelegt werden.

Großen Wert legten die Ingenieure während der Entwicklung auf Agilität. „Kein Wettbewerber im Vergleich fährt sich handlicher“, verspricht Rabe, der für den Ateca selbst den Dreizylinder-TSI abgesegnet hat. Das kleine Einliter-Aggregat bildet mit 115 PS die Einstiegsmotorisierung und ist laut Rabe „mit dem Fahrzeug in keiner Weise überfordert“. Dafür aber ungemein sparsam, jedenfalls auf dem Rollenprüfstand. Hier soll der Verbrauch bei nur 5,2 Liter liegen. Als zweiten Benziner bietet Seat den bekannten 1,4-Liter-TSI mit 150 PS an. Bei den Dieseln stehen zwei Motoren zur Auswahl, ein 1,6-Liter-TDI mit 115 PS (Verbrauch 4,3 Liter) und ein Zweiliter-TDI mit 150 sowie 190 PS. Später soll noch eine sportliche FR-Version folgen. Die ganz heiße Top-Variante namens Cupra wird derzeit diskutiert.

Mit 4,36 Metern ist der Ateca etwa so groß wie der erste Tiguan. Im Kofferraum bleiben recht üppige 510 Liter Gepäckvolumen.
Mit 4,36 Metern ist der Ateca etwa so groß wie der erste Tiguan. Im Kofferraum bleiben recht üppige 510 Liter Gepäckvolumen.

In Sachen Konnektivität bedient sich Seat aus dem Modularen Infotainment Baukasten (MIB) der zweiten Generation. Sämtliche Smartphone-Betriebssysteme lassen sich problemlos mit dem Auto verknüpfen. Außerdem gibt es eine kabellose Ladeschale fürs Handy. Auch bei den Assistenzsystemen fährt der Ateca auf Höhe der Zeit. Im Stop&Go-Verkehr bremst und lenkt der Wagen selbstständig. Neu ist der Notfallassistent. Hier hält das Auto automatisch an und bleibt in der Spur, falls der Fahrer ohnmächtig wird.

Der Ateca bleibt nicht der einzige SUV-Schuss von Seat. Schon Ende nächsten Jahres wird ein weiteres Fahrzeug an den Start gehen. Diesmal haben die Spanier das City-SUV-Segment im Visier. Hier sollen Typen wie Opel Mokka und Nissan Juke nicht länger den Alleinunterhalter spielen.

Autor: Michael Specht/SP-X

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Test: Seat Arona 1.5 TSI FR – klein, flott, cool?

Man kann ja von SUVs und Crossover halten, was man will, wenn man allerdings als Fahrzeughersteller auf Volumen setzt, dann kann man diese Fahrzeugklasse einfach nicht ignorieren. Und das in allen Größen. Von klein bis ganz groß – ein SUV gehört zum guten Ton. Nach Volkswagen und Skoda, darf mittlerweile auch die Konzerntochter Seat den Markt aufrollen. Nach dem erfolgreichen Ateca präsentiert SEAT nun den Arona. Einen kleinen SUV in der Klasse seines Brüderchen Ibiza. Eine Nummer kleiner als der Ateca. mein-auto-blog ist den neuen SEAT Arona als 1.5 TSI in der FR-Variante bereits gefahren. 

Testbericht: Seat Arona FR 1.5 TSI

Wer braucht schon Allradantrieb?

Die spanische Volkswagen-Tochter darf, nach dem Seat Ibiza, nun auch ein kleines SUV vor den anderen Marken auf der Top-aktuellen MQB-A0 Plattform präsentieren. Der neue Arona findet sich im besonders wichtigen Segment der kleinen SUV, der Crossover im Kleinwagensegment wieder. Das man dort nicht unbedingt Allradantrieb braucht, sehen auch andere Hersteller so. Und da der Arona die gleiche Plattform besitzt wie der Ibiza, wäre ein Allradantrieb auch gar nicht möglich. Denn auch den Ibiza gibt es nicht mit Allradantrieb.

Der neue Arona teilt sich die Plattform mit dem Ibiza, ist allerdings ein wenig länger (+8cm), fast 10 cm höher, jedoch 4 cm schmaler. Mit seinen Abmaßen von 4138x1735x1543mm wirkt er dann auch direkt mehr nach SUV. Das er mit seiner erhöhten Sitzposition zudem auch mehr Bodenfreiheit bietet, sollte den Wünschen nach martialischer Optik genüge tun.

Im Innenraum überwiegt ein luftiges Raumgefühl. Der Arona bietet genug Kopffreiheit und trotz der etwas verlorenen Breite, spürt man sich im Innenraum nicht eingeschnürt. Seine SUV-Talente darf der kleine Arona mit den SEAT-typischen Designmerkmalen unterstreichen.

Scharfe Sichtkanten wechseln sich mit massiven Sicken ab. Vor allem an der Front lässt er keine Zweifel zu, aus welchem Hause er stammt. Mit der großen (18-Zoll) Bereifung des FR-Topmodells wirkt der Arona dann auch gänzlich erwachsen. Kurze Überhänge, vor allem das Heck wirkt knackig, unterstützen das Design.

Vielfalt auf spanisch

Den Arona wird in vier Ausstattungslinien dargestellt. Die Basis bildet das Reference-Modell, darüber rangiert der Style und dann kommen Xcellence und FR. Xcellence und FR bilden gemeinsam die Spitze, der eine die Urban-gehobene Version, der andere ist das sportliche Top-Modell. Der FR bekommt zudem, vorerst, den neuen 1.5 Liter TSI-EVO Topmotor mit Zylinderabschaltung. Der 150 PS starke Motor stand uns für eine erste Testfahrt zur Verfügung. Neben dem Top-Motor gibt es noch zwei Benziner mit 95 oder 115 PS, sowie zwei 1.6 Liter Dieselmotoren mit der Wahl zwischen ebenso 95 und 115 PS. Gegen Ende des Jahres 2018 wird zudem ein Erdgas (CNG) Antrieb angeboten. Dieser wird mit 90 PS den ersten Erdgas-SUV in dieser Fahrzeugklasse motorisieren.

Derzeit wieder groß im kommen sind Farbversionen die das Dach mit Kontrastlacken absetzen. Auch der Arona bekommt dieses Stylingmerkmal. Der Kunde kann das Dach in einer der Lackfarben wählen, oder in Grau, Schwarz oder Orange lackieren. Damit bestehen dann 68 verschiedene Farbkombinationen für das kleine Lifestyle-SUV.

So fährt sich der 150 PS SEAT Arona FR

Nein, ein kleines SUV ist sicher keine Sportskanone. Im Gegenteil. Ein wenig mehr Bodenfreiheit, ein wenig mehr Sensibilität bei der Dämpfung. Wer sich für einen kleinen Crossover interessiert, der freut sich vermutlich über gestiegenen Federungskomfort. Eigentlich ist das auch so. Allerdings haben wir uns bei der ersten Testfahrt für den „sportlichen FR“ entschieden. Einfach weil dieser mit dem neuen 1.5 Liter TSI-Motor mit Zylinderabschaltung erhältlich ist. Es gibt ihn vorerst nur mit 6-Gang Schaltgetriebe.

Mit den 250 Nm ist der Arona mehr als vernünftig im Kampf gegen die Elemente gewappnet. Das der FR wiederum mit großen Rädern, 18-Zoll und 215er Bereifung antritt und zudem optional mit adaptiven Dämpfern erhältlich ist, steigert seine Asphaltdynamik spürbar. Nein – er ist kein Sportwagen, für eine unterhaltsame Tour über Land steht er jedoch ganz klar zur Verfügung. Eine moderne Plattform ist eben doch eine wichtige Basis für ein gutes Auto.

Das der 1.5 Liter Vierzylinder-Turbo im Arbeitsgeräusch nicht unmerklich bleibt, mag beim Komfort Abzüge geben – aber, die kleinen Dreizylinder sind noch einmal deutlich knurriger und prägnanter. Bei der Schaltung können sich alle manuell betätigten ARONA noch ein wenig zusammenreissen, aber den Doppelkupplungsautomaten gibt es derzeit nur für den kleinen Diesel, oder den 115 PS Benziner.

Voll vernetzt im Spanier

Seat dreht beim Thema Connectivity voll auf. Die Spanier im VW-Konzern sind die Ersten die nun auf die Cloud-Technologie der Spracherkennung von Amazons Alexa setzen dürfen. Dabei vergisst man die Basics nicht. Der Arona bekommt einen hochmodernen 8-Zoll großen Touchscreen der über das „Full-Link System“ sowohl mit Apple als auch mit Google-Smartphones nahtlos zusammenarbeitet. Der große Touchscreen hat – das wird Analog-Freunde freuen – auch zwei klassische Dreh-Drücksteller und damit lässt sich dann – fast blind – auch die Lautstelle verändern, ohne genau hinzuschauen.

Seat spielt die „digitale Karte“ sehr überzeugend und die gesamte Integration der digitalen Systeme passt hervorragend in den kleinen Lifestyle-Crossover. Im kommenden Jahr wird der ARONA zudem (optional) mit dem neuen virtuellen TFT-Cockpit bestellbar sein.
Auch bei den Assistenzsystemen spielt der Arona auf dem Level seines großen SUV-Bruders. Neben einem adaptiven Tempomaten, Auffahrwarner, Totwinkelwarner und Rückfahrkamera bietet er alles, was man von einem modernen „Urban-Vehicle“ erwartet.

Was kostet der spanische Spaß-SUV?

Der neue Arona startet bei 15.990 €. Dafür bekommt man das Reference-Basismodell mit dem 95 PS Motor. Die andere Ende der Skala formt der FR mit dem 150 PS Top-Motor, hier stehen 23.200 € auf dem Preisschild.

Habbys Fazit:

Es ist das richtige Auto, zur richtigen Zeit – nicht nur für SEAT. Der Arona ist genau das, was Kunden derzeit suchen. Damit wird sich die Erfolgsstory von SEAT in 2018 ebenso gut entwickeln, wie 2017 – einem der Besten Geschäftsjahre die SEAT je gesehen hat. Jetzt warten wir auf die Plug-in Hybrid Varianten …

Motor und Getriebe

SEAT

ARONA FR 1.5 TSI

Motor Turbo-Benziner VW EA211 evo
Hubraum 1.498 ccm³
Leistung 150 PS @ 5.-6.000 U/min
Kraft 250 Nm @ 1.5-3.500 U/min
Getriebe 6-Gang manuell
Antriebsachse Frontantrieb

Abmessungen und Fahrleistungen

Länge, Breite, Höhe 4.138, 1.780, 1.552 mm
Radstand 2.566 mm
Leergewicht 1.222 kg
Wendekreis – m
Höchstgeschwindigkeit 205 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h 8,0 sec
Normverbrauch 5.1 l/100 km

 

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Auf dem Prüfstand – Wann ist das Auto ein Auto?

Man kennt das ja: Nigelnagelneu steht das Traumauto beim Hersteller, blinkt und funkelt den geneigten Interessenten an und sieht einfach top aus. Dass dem ellenlange Tests und Prozesse vorangegangen sind, sieht man den Autos natürlich nicht an. Was es heißt, bei einem Autohersteller auf dem Prüfstand zu stehen, hat nun SEAT anschaulich erklärt. Jedes eingebaute Teil eines Fahrzeugs, das bei dem Spanier in Serie vom Band rollt, wurde vorher eingehend einer regelrechten Tortur unterzogen. So werden beispielsweise Türen bis zu 30000 Mal geöffnet und wieder geschlossen. Oder Sitzpolster und besonders Rückenlehnen bis zu 20000 einem Belastungstest ausgesetzt und jede Taste bis zu 5000 Mal gedrückt, um sicher zu gehen, dass auch alles reibungslos funktioniert.

Die meisten Tests werden mit dem eines Serienfahrzeugs vorangegangenen Prototyp durchgeführt. Andere werden wiederum an allen Produktionsfahrzeugen durchgeführt, kurz bevor sie das Werk verlassen. Dabei gilt es die Qualität und Zuverlässigkeit des gesamten Fahrzeugs und seiner einzelnen Bestandteile zu gewährleisten. Hinter diesen ganzen wichtigen Prozessen stehen rund 50 Ingenieure, die die Fahrzeuge pro Jahr mehr als 1,2 Millionen Kilometer in extremen Gelände fahren lassen. Alle Radbauteile müssen sowohl den eisigen Straßenverhältnissen in Russland als auch der sengenden 50-Grad-Hitze der marokkanischen Wüste standhalten.

Das bedeutet auch, dass das Fahrzeug nicht nur hunderttausende Gesteinsfragmente aushalten muss, sondern generell das Fahren einer langen Strecke auf unebenem Geländer verkraften muss. Glücklicherweise können manche Tests von Maschinen ausgeführt werden, denn einem Menschen möchte man das Reiben an den Stoffen der Sitzpolster und Rückenlehnen nicht unbedingt zumuten. Das gäbe schnell einen Bandscheibenvorfall. Darüber hinaus werden die Sitzlehnen bei jedem Fahrzeugmodell bis zu 20.000 Mal umgeklappt, um ihre Widerstandsfähigkeit zu prüfen und auch das wäre von menschlicher Hand unmöglich zu bewerkstelligen. Das gilt auch für das Öffnen und Schließen der Türen, dessen Geräusch, ein leichtes Klicken, dem Kunden das Gefühl von fest verschlossenen Türen vermitteln soll.

Auch die Tasten auf dem Navigationsbildschirm, dem Radio und der Klimaanlagenschaltung werden aufs Äußerte malträtiert, um auch weiterhin ein Gefühl von Qualität und Präzision auf Knopfdruck vermitteln. Diese Tests führt die Haptik-Abteilung bereits drei Jahre vor der Einführung der Fahrzeuge durch. Bei täglich 2.200 vom Band laufenden Fahrzeugen muss man auch frühzeitig anfangen. Besonderes, was die Wind- und Wetterfestigkeit betrifft. 2.500 Liter Wasser werden als Regen simuliert über das Fahrzeug gekippt, natürlich wieder verwendbar. Erst wenn alle Tests einwandfrei bestätigen, dass ein Fahrzeug keine störenden Geräusche oder Fehler aufweist, kommt es in die Serienproduktion und damit blitzeblank und tiptop in den Handel, in der Hoffnung, schnell einen neuen Besitzer zu finden. Möge die Kaufkraft mit ihnen sein.

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