Subaru WRX STi – Damenwahl zum Abschlussball

Rundenzeiten sind beim Wintertraining mit dem Subaru WRX STi heute nicht entscheidend. Schon  eher die Zeit, die man für einen Fahrerwechsel auf spiegelglattem Eis mit zentimeterhoch stehendem Regenwasser braucht. Da bekommt der mächtige Spoiler, den die Fangemeinde der kompakten Sportlimousine liebevoll Theke oder auch Bügelbrett nennt, als Haltegriff mal einen ganz anderen Nutzwert. Eigentlich dient er ja dazu, den 300 PS starken japanischen Krawallbruder bei hohen Geschwindigkeiten Stabilität in Längsrichtung zu verleihen. Leider hat der 2,5 Liter Turbo Boxermotor mächtig Durst (10,9Liter) und mächtig viel Co2-Ausstoß (252 g/100 g/km), was angesichts des ab 2020 geltenden strengeren Abgasgrenzwertes von 95 g/km nicht mehr zeitgemäß ist und von Subaru auch nicht über die Flotte ausgeglichen werden kann. Deshalb verzichten die Japaner nach 25 Jahren und einer letzten Überarbeitung in Europa auf einen Weiterverkauf der ab 44.500 Euro teuren Sportlimousine.

Heute geht es auf dem Übungsgelände im österreichischen Lungau nicht darum, mit dem beachtlichen Drehmoment von 407 Newtonmetern in 5,2 Sekunden von 0 auf 100 km/h zu spurten, sondern den Japaner mal richtig nett tanzen zu lassen. Permanenter Allradantrieb und reichlich Motorleistung sind ja an für sich schon gute Zutaten für einen Drift. Selbstredend bei ausgeschaltetem ESP. Was den meisten der Teilnehmerinnen des Trainings allerdings fehlt, ist die Übung. Während die Boxermotoren vernehmlich und trotz des strömenden Regens unternehmungslustig vor sich hin brummeln, erklärt Tim Schrick, deutscher Rennfahrer und zusammen mit Werner und Moritz Gusenbauer Moderator und Instruktor des Kurses, die Unterschiede zum Quertreiben mit Hecktrieblern. Die neigen ja anders als ein eher stoischer Allradler ohnehin eher zum Übersteuern, also zum kontrollierten Ausbrechen des Hecks. Doch ist man mit der Kraft an alle vier Räder einmal im richtigen Driftwinkel angekommen, bedarf es viel weniger Lenkeinschlag und weniger Gas als beim Hecktriebler.

„Viel Gefühl am Lenkrad und im Gasfuß ist perfekt, aber da sind Frauen ja ohnehin im Vorteil, schmunzelt Tim. „Dann kriegt ihr den Allradler durch kurzes Einlenken, wir nennen es Impulslenken, und sofortiges Bremsen schnell zum Schwenken des Hecks, dann leichtes Gegenlenken und Gas, und schon klappt das mit dem Tanzen.“ Soviel zur Theorie. Doch am Ende des Tages sind die Instruktoren zufrieden. Nicht nur, weil keiner der Scoobies“ in der Farbe Blue Pearl Schaden gelitten hat trotz einiger Ausrutscher ins Abseits. Sondern auch, weil sie jeder der Teilnehmerinnen bestätigen können, ein würdiger Tanzpartner für den WRZ STi gewesen zu sein. Für den Abschlussball steht dann vielleicht in Bälde eine auf das Viziv Performance Concept Car folgende Sportlimousine von Subaru parat.

Text und Bilder : Solveig Grewe

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