Erste Fahrt: Der neue Suzuki Swift

Erste Fahrt: Der neue Suzuki Swift

Suzuki Swift im Fahrbericht

Stadtflitzer mit der Kraft der zwei Herzen

Der kleinste Suzuki, der Swift, ist bereits seit 1980 auf dem europäischen und deutschen Markt erhältlich. Über 310.000 Einheiten konnten die Suzuki-Verantwortlichen in Deutschland auf dem für sie größten europäischen Markt  absetzen. Generell hält sich der Autobauer aus Japan mit einem leichten Aufwärtstrend auch in 2016. Mehr als 31.000 Einheiten wurden vermarktet und das mit einem Allradanteil von 47,3 %. Zugpferde sind dabei der Vitara mit 9.700 Einheiten und eben jener Swift in der 5. Generation mit 7.500 Einheiten. Mit seinen gerade für den Stadtverkehr perfekten Maßen von aktuell 3,84 Metern Länge präsentiert sich der Swift in Bestform. Ab Mai diesen Jahres nun möchte Suzuki seine Erfolgsgeschichte rund um den Kleinen weiter ausbauen und stellt ein komplett neues Auto auf die Straße. Für den Marktstart bieten die Japaner zwei Benziner an, unter anderem mit Unterstützung eines Mild Hybrid. Den Einstieg findet der kleine Suzuki bei 13.790 Euro.

Peppiges Chassis

Nicht nur peppig und klein kommt der Stadtflitzer daher, er hat auch noch jede Menge Platz für ein Fahrzeug seiner Kategorie. Obwohl Suzukis Ingenieure den Swift um 10 mm kürzer und 30 mm flacher gegenüber dem Vorgänger bauen, wird er um 40 mm breiter und man kann 54 Liter mehr in den Kofferraum laden. Das Konzept ist klar: Stadtfahrzeug mit hohem Nutz- und Spaßfaktor. Das Außenkleid des Vorgängers nahmen die Designer als Vorbild und brachten die markanten Stellen hervor. Der niedrige Fahrzeugschwerpunkt wird zusätzlich von der B-Säule betont. Frontscheinwerfer und Kühlergrill geben dem Wagen einen breiten und selbstbewußten Auftritt. Die hinteren Türgriffe sind in die C-Säule eingelassen. Seine Motorisierung bleibt, wie schon beim Vorgänger, übersichtlich mit zwei Benzinern. Von seinen Fahreigenschaften sowie seinem frischen Design konnten wir uns bereits vor Marktstart zwischen Nizza und dem Stadtstaat Monaco einen ersten Eindruck verschaffen.

Peppiges Design im Kraftpaket.

Mit Elektrounterstützung

Beim Antrieb konzentriert sich der japanische Autobauer nicht nur auf bestehende Vier-Zylinder-Motoren. Zusätzlich zum Einsatz bringen die Japaner ein Drei-Zylinder Boosterjet Aggregat, das außerdem mit einem Mild Hybrid bestückt werden kann. Eine Dieselvariante ist wie bei anderen Herstellern seiner Kleinwagenklasse kein Thema. Suzuki präsentierte für den dynamischen Test in Südfrankreich den neuen turboaufgeladenen Boosterjet Motor mit einem Liter Hubraum, 82 kW, 111 PS und dem optionalen Mild Hybrid SHVS-System. Es umfasst einen integrierten Startergenerator, der sowohl als Generator als auch als Elektromotor fungiert. Anders als bei den üblichen Mild Hybrid Systemen, die zusätzliche Pferdestärken zur Verfügung stellen, soll dieses System den Boosterjet Motor nur entlasten.

Hybridantrieb im Gepäck.

Später mit GTI-Variante

Die 170 Newtonmeter des „kleinen“ Benziners, die bei 2.000 – 3.500 Umdrehungen anliegen, sind für den reinen Stadtverkehr, für Landstraßen und Stadtautobahnen völlig ausreichend. In Verbindung mit seiner direkten Lenkung und seinem kleinen Wendekreis von 9,60 Metern lässt sich das Fahrzeug sehr leicht dirigieren und komfortabel fahren. Der „stärkere“ 1.2 Liter Dualjet Benziner mit einem Drehmomentmaximum von 120 Newtonmetern bei 4.400 Umdrehungen macht auf kürzeren Autobahnstrecken und urbanem Verkehr eine souveräne Figur. Dennoch kommen beide Motorisierungen naturgemäß knurrig daher. Eine sportliche GTI-Variante ist mit Markteinführung noch nicht vorgesehen, aber zu einem späteren Zeitpunkt vorstellbar, so die Verantwortlichen von Suzuki Deutschland.

Kleinwagen mit Hybridantrieb.

Geschmeidig im Verbrauch

Die für die neue Generation überarbeitete Fahrwerksabstimmung überzeugt mit strafferen Federn und einer Neupositionierung von Stoßdämpfern und Zahnradlenkung, was den Swift äußerst agil wirken lässt. Serienmäßig kombiniert werden beide Aggregate mit einem Fünfgang-Schaltgetriebe, das präzise und mit kurzen Schaltwegen arbeitet. Bestellbar zum 1.0-Liter-Motor ist eine Sechs-Stufen-Automatik. Eine Abwechslung bietet das mit dem 1,2 Liter Motor kombinierte Allrad-Allgrip 4WD-System. In Verbindung mit dem serienmäßig erhältlichen Start-Stopp-System erreichen die Motoren im Normtest recht gute Verbrauchswerte von kombinierten 4,6 (1.0 Liter Motor ohne SHVS-System), 4,3 (1.0 Liter Motor mit SHVS System) und 4,9 (1.2 Liter Motor mit Allgrip) Litern je 100 Kilometer. Die damit verbundenen Kohlendioxidemissionen (97 und 110 Gramm pro Kilometer) sprechen für sich. Beide Aggregate erfüllen die Abgasnorm 6. Gerade den Bedürfnissen seiner zunehmend jüngeren Kunden möchte Suzuki mit Ausstattungsmerkmalen wie einer Berganfahrhilfe, Licht- und Regensensor, Sitzheizung und einem 4,2-Zoll-Farb-TFT-LCD-Multi-informations-Display mit Smartphone-Anbindung „Apple Car Play“ und „Android-Auto“ gerecht werden. Hinzu kommt ein zusätzlich überarbeitetes und ansprechendes Interieur mit Chrom- und Klavierlack-Applikationen und einem nach unten abgeflachtem Multifunktion-Lederlenkrad.

Cockpit und Interieur wie im nächsten Segment.

Fahrerassistenzsysteme im Gepäck

Fahrerassistenzsysteme dürfen auch im Kleinwagen Swift nicht fehlen und so packt Suzuki auch einige Systeme on top. Den Anfang bildet dabei die Dual-Sensor gestützte aktive Bremsunterstützung (DSBS – Dual Sensor Brake Support). Das System warnt den Fahrer sowohl optisch, als auch akustisch vor einem bevorstehenden Risiko des Zusammenpralls. Nimmt das Risiko einer Kollision zu, wird das Fahrzeug automatisch abgebremst. Weiter im Paket erhältlich sind ein Spurhaltewarnsystem, eine Müdigkeitserkennung sowie ein Fernlichtassistent und eine millimeterwellenradar gesteuerte adaptive Geschwindigkeitsregelanlage, die im Regelbereich zwischen 40 und 160 km/h arbeitet. Preise sind zum Zeitpunkt der europäischen Vorstellung diese Woche leider noch nicht verfügbar. Diese werden wir aber zu einem späteren Zeitpunkt nachreichen. Der generell als Fünftürer vorgestellte Swift startet seine Verkaufstour mit der Ausstattung „Basic“ und dem 1.2 Liter DualJet Benziner bei einem Einstiegspreis von 13.790 Euro. Leider ist der effiziente Hybrid erst mit der dritten Ausstattungslinie „Comfort“ bestellbar. Dieser startet bei 16.940 Euro. Voll ausgestattet ist der kleine Japaner mit dem Hybrid Aggregat in der Ausstattung „Comfort +“ gemäß Hersteller bei 19.440 Euro. Dabei würde das optional auswählbare Automatikgetriebe nur noch 700 Euro Aufpreis kosten.

Sonnenverwöhnter kleiner Japaner.

Fazit: Suzuki wird auch mit der neuen Generation des Stadtflitzers SWIFT keine Wünsche für Einsteiger und Zweitwagenbesitzer offen lassen. Sowohl Fahrzeugleistung als auch Verarbeitung aller Materialien überzeugen in jeder Hinsicht.

Macht auch in elitärer Runde eine gute Figur.

Der neue Swift lässt als Kleinwagen keine Fragen offen. Als Allrounder für die Familie bestens geeignet. Nicht zu lange Passagen auf der Autobahn sind für ihn kein Problem. Als Alternative im Kleinwagenbereich schon im Preis-/Leistungssektor ein Muss.

Text: Stefan Beckmann, Beitragsbild: Hersteller Bild: Stefan Beckmann und Hersteller 

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Stefan Beckmann
Als Quereinsteiger kam ich in die Szene der Mobilität und bin nun seit nunmehr 16 Jahren total infiziert, was das bewerten von Autos und alles was von einem Motor angetrieben wird. Im Laufe diesen Jahres habe ich nun die Möglichkeit bekommen, dies neutral und nicht für einen Hersteller zu tun. Was soll ich sagen ? „Ein tolles Gefühl!“

Suzuki Swift – Günstigere Basis

Zu Preisen ab 13.790 Euro ist ab sofort die neue Generation des Suzuki Swift als Fünftürer bestellbar. Damit sinkt der Preis im Vergleich zum Vorgänger. Der wird in der fünftürigen Karosserievariante weiterhin für 14.590 Euro angeboten.

Für den neuen Swift offeriert Suzuki vier Ausstattungsniveaus. Die Einstiegsvariante heißt Basic. Sie bietet unter anderem elektrische Fensterheber vorn, Multifunktionsdisplay, Zentralverriegelung, Lichtsensor, sechs Airbags, ESP und ein höhenverstellbares Lenkrad. Einzig wählbarer Antrieb ist der 66 kW/90 PS starke 1.2 Dualjet in Kombination mit einer manuellen Fünfgangschaltung. Ebenfalls ausschließlich in Kombination mit diesem Motor wird die nächsthöhere Ausstattung Club angeboten. Sie verfügt für einen Aufpreis von 1.000 Euro zusätzlich über Klimaanlage, Lederlenkrad, CD-Radio, Funkfernbedienung, elektrische Außenspiegel, LED-Tagfahrlicht und einen höhenverstellbaren Fahrersitz.

Ab 15.740 Euro gibt es den Swift in der Ausstattung Comfort. Sie bietet zusätzlich Sitzheizung vorne, DAB-Radio, Bluetooth-Freisprechanlage, Nebelscheinwerfer, getönte Heckscheiben, 16-Zoll-Alus und eine Rückfahrkamera. Neben dem 1.2 Dualjet, der für 1.500 Euro Aufpreis auch mit Allradantrieb zu haben ist, gibt es alternativ für rund 17.000 Euro den 82 kW/111 PS starken 1.0 Ecoboost mit manueller Fünfgangschaltung.

Die Topversion heißt Comfort+. Sie gibt es ausschließlich mit dem Ecoboost-Motor wahlweise mit Mild-Hybrid-System (19.440 Euro) oder Automatikgetriebe (20.140 Euro). Die zusätzliche Ausstattung umfasst Fensterheber hinten, Abstandstempomat, Klimaautomatik, ein farbiges Multifunktionsdisplay, Navisystem, LED-Scheinwerfer, Keyless-Start, Kollisionsverhinderer, Müdigkeitserkennung und Spurhaltewarnsystem. (Mario Hommen/SP-X)

Suzuki Swift – Dynamisches Leichtgewicht

Suzuki hat den Swift auf Diät gesetzt. In der neuen Generation wiegt der sportliche Kleinwagen nur noch 840 Kilogramm – 120 weniger als bisher. Optisch hingegen wirkt der Fünftürer wesentlich muskulöser als das noch aktuelle Modell. Das wird im Mai abgelöst, ohne dass sich der Preis wesentlich verändern soll. Aktuell kostet der Fünftürer rund 14.500 Euro, den Dreitürer gibt es ab 11.200 Euro.

Satt steht er auf der Straße. Schon allein die im Vergleich zum Vorgänger breiter ausgestellten Schulterpartien geben dem Kleinwagen ein kraftvolles Äußeres. Dazu tragen aber auch die um 1,5 Zentimeter flacher gehaltene Karosserie, der in die Breite gezogene und steiler stehende Kühlergrill sowie die kürzeren Überhänge vorne und hinten bei. Die ergeben sich dadurch, dass der Swift zwar einen Zentimeter kürzer geworden ist, der Radstand gleichwohl aber um 2 Zentimeter auf 2,45 Meter verlängert wurde.

Das ist nicht nur eine optische Verbesserung, sondern schafft zudem mehr Platz im Innenraum. So wächst beispielsweise das Volumen des Kofferraums um 25 auf nun 265 Liter, kann bei umgeklappten Lehnen der Rückbank bis auf maximal 947 Liter erweitert werden. Das erhöht eindeutig die Alltagstauglichkeit. Wie schon beim Vorgänger ergibt sich aber nach dem Vorklappen eine Stufe in Höhe der Sitzpolster. Und der Ladeboden liegt hinter der recht hohen Ladekante wie gehabt weit unten. Rückenfreundlich ist anders.
Die Passagiere indessen reisen jetzt komfortabler. Alles wirkt irgendwie großzügiger, geräumiger. Die Designer haben die Sitzposition ein klein wenig abgesenkt, wodurch trotz der flacher gewordenen Karosserie vorn die Kopffreiheit gleichgeblieben, hinten sogar um 2,3 Zentimeter gewachsen ist. Zugelegt hat zudem die Schulterfreiheit vorn und hinten. Auch die Beinfreiheit hinten ist ordentlich. Auf die Rückbank gelangt man durch ausreichend weit öffende Türen, deren Griff oben in der schwarz eingefärbten C-Säule versteckt sind.

Vor dem Fahrer liegt ein aufgeräumter Armaturenträger, in dem die Mittelkonsole um fünf Grad zum Fahrer orientiert ist. Ebenso wie das unten abgeflachte Lenkrad ein Hinweis auf die durchaus sportliche Ausrichtung des Wagens. Dazu tragen auch das schwarz gehaltene Interieur mit Elementen in Weiß und Mattchrom bei. Die Materialien hinterlassen einen wertigen Eindruck. Je nach Ausstattung ist die Instrumententafel mit einem ein- oder mehrfarbigen 4,2-Zoll-Multifunktionsdisplay ausgestattet. Auf Wunsch gibt es ein Infotainmentsystem samt Smartphone-Einbindung über Apple CarPlay oder Android Auto samt einem Sieben-Zoll-Touchscreen.

Den größten Sprung hat die neue Generation des Swift aber fahrtechnisch gemacht. Die Gewichtsabnahme um 120 Kilogramm, vor allem zurückzuführen auf eine neue Plattform und der etwas verlängerte Radstand, erhöht Agilität und Dynamik. Wegen der Reduzierung des Gewichts haben die Motoren leichtes Spiel, um den Wagen anzutreiben. Zur Wahl steht nach wie vor der 1,2-Liter-Vierzylinder mit 90 PS, den es mit Front- und auch Allradantrieb gibt. Beim Vorgänger haben sich etwa zehn Prozent der Kunden für die 4WD-Variante Allgrip entschieden. Das System reagiert automatisch auf Schlupf und schickt bei Bedarf mehr Kraft auf die Hinterachse. Die Kraftübertragung erfolgt in beiden Versionen über ein gut abgestimmtes Fünfgang-Getriebe.

Neu im Angebot des Swift ist der Einliter-Dreizylinder (Boosterjet) mit Turboaufladung, der etwa 3.000 Euro mehr als der 1,2-Liter-Motor kosten dürfte. Das Triebwerk hängt prächtig am Gas und reagiert spontan, wenn mehr Leistung abgerufen wird. Die dann höheren Drehzahlen lassen auch die Arbeitsgeräusche des ansonsten erfreulich leise laufenden Dreizylinders ansteigen. Unangenehm laut aber wird es auch dann nicht. Der Normverbrauch von 4,6 Litern rückt jedoch in weitere Ferne, wenn der Gasfuß häufiger aktiv im Einsatz ist. Bei wirklich flotter Fahrt über Berg und Tal mit vielen Kurven und dadurch bedingten Brems- und Beschleunigungsmanövern zeigte der Bordcomputer schließlich 6,1 Liter an.

Ein wenig sparsamer kann man unterwegs sein, wenn man den Einliter-Motor mit dem Mild Hybrid System SHVS (Aufpreis etwa 3.000 Euro) wählt. Die Einheit beinhaltet einen Startergenerator, der als Elektromotor und als Generator fungiert, sowie eine Zwölf-Volt-Lithium-Ionen-Batterie. Beim Anfahren und Beschleunigen unterstützt das System den Benziner, nutzt dafür die beim Bremsen zurückgewonnene und in der Batterie gespeicherte Energie.

Fahrwerk und Lenkung hinterlassen bei diesem Streckenprofil einen Eindruck ohne Fehl und Tadel. Federung und Dämpfung sind so straff ausgelegt, dass es bei zügigem Tempo spurtreu um die Ecken geht. Die direkte Lenkung vermittelt dabei das Gefühl, den Wagen – Wendekreis 9,6 Meter – jederzeit sicher im Griff zu haben. Gleichwohl werden Straßenabschnitte mit ramponiertem Fahrbahnbelag so souverän genommen, dass kaum Stöße oder Schläge ins Passagierabteil übertragen werden. (Wolfgang Schäffer)