Ein unmoralisches Angebot: GLC 63 AMG

Stuttgart

Wer „low fat“ und „Kalorienreduzierte Kost“ für verschenkte Lebensfreude hält, selten einen Gin Tonic Abend ohne Absturz überlebt und im Casino die Bank sprengen will, und dann alles verspielt – der wird sich auch für die jüngste Kreation der „Affalterbacher-All inklusive-Freunde“ interessieren. Ein „fast“ kompaktes SUV mit unsittlichen Leistungswerten. Bescheidenheit? Das ist etwas für die anderen.

Ein unmoralisches Angebot – NSFW

Erste Testfahrt im neuen Mercedes-AMG GLC 63 4MATIC+

315er Winterreifen – mehr so eine Absichtserklärung

Wer hätte gedacht, das diese schwäbische Alb so viel zu bieten hat? Vom Fahrersitz eines GLC 63 aus betrachtet, sind die Straßen eng, winklig und höchst unterhaltsam. Das man sich mit 510 PS durch die Alb in Richtung Stuttgart bewegt, hört sich erst einmal unspektakulär an. Bis zu dem Moment an dem man zum ersten Mal, im sport+ Modus, die Relativität der Haftung von 315er Winterreifen bei 7° und Regen erfährt. Jetzt nur diesen einen Fehler nicht machen: Vom Gas gehen. Unter Last zieht sich das jüngste Angebot der Sünde, mit gehörigen Querlaufwinkeln aus der Kurve. Das war ja einfach.

Einfach beeindruckend. Bei AMG hat man sich überlegt, eine Nische ohne AMG, ist eine verlorene Nische. Und so hat man sich das Mid-Size SUV Segment als genau den Ort ausgesucht, in dem noch ein V8 Bi-Turbo-Monster fehlt. 510 PS in der S-Version – 476 PS in der nur scheinbar bescheideneren GLC 63 „Basis“.

Eine expressive Front – sagt die Pressemappe

Damit man vor der den Outlet-Stores dieser Welt richtig eingeordnet wird, hier hat schließlich jemand den Gegenwert von Opas alten Ländereien in der Alb eingesetzt, oder einen sündig teuren Leasingvertrag mit dem Blut von seltenen schwäbischen Öko-Einhörnern unterschrieben – trägt der GLC63 den Panamericana-Grill den AMG zuerst den reinrassigen GT-Brüdern auf den Leib formte. Eine Hommage an die Historie. GT-Sportwagen die leicht, klein und wieselflink die Feuerland-Strecke entlang rasten – oder waren es doch eher Güterzüge im Australischen Outback? Massiv, massig, überragend kraftvoll?

Das man sich vom Gelände nun endlich auch ernsthaft verabschiedet, dokumentieren die Anstrengungen die AMG-Ingenieure vollbrachten um das SUV auf die Straße zu kleben. Luftfeder-Dämpfung, Hinterachs-Sperrdifferenzial, sichtbarer Negativer Sturz und eine Bremsanlage die mit riesige Räder von Nöten macht.

Das man mit den 21-Zoll Reifen zudem eine  Mischbereifung im Supersportwagen-Format mitbekommt, macht optisch Eindruck. Unter der Last von 700 Nm lässt sich, im Sport Plus Modus dennoch die Haftgrenze schnell egalisieren. Gut 2 Tonnen hängen am 9-Gang Automatikgetriebe und wollen von der schieren Gewalt des 4-Liter V8 beeindruckt sein. Gerade die Kombination aus V8-Schub und 9-Stufen Automatik lässt Raum für viele Phantasien. Man könnte es auch ganz gediegen angehen lassen. Man könnte mit Leerlaufdrehzahl blubbernd Richtgeschwindigkeit in den Tempomaten einstellen. Man könnte. Man muss nicht.

Weil Regen auch nur eine nasse Form von Fahrspaß ist

ESP off ist bei den Testfahrten angesagt, man will ja wissen und spüren, wie der ganze Apparat arbeitet. Bei Sturzbächen über die Straße eine wenig kluge Entscheidung. Dennoch, Aquaplaning im dynamischen Ritt lässt den ganzen Spaß nur kurz ins Stocken geraten. Die Dynamiklenkung des AMG wirkt im S+ Modus ordentlich direkt und vermittelt eine Restportion an Feedback aus den Radhäusern.

Natürlich wählt man das „S-Modell“

Wie üblich bietet Mercedes-AMG eine „nicht S-Variante“ an, die wohl Menschen adressiert, die mehr Image denn Leistungswerte interessiert und eine „S-Variante“ die mit groben Zahlen hantiert und das auch in Vortrieb umsetzt. Während der Einstieg also mit 476 PS und 650 Nm zufrieden sein muss, spüren 99% der Menschheit den Sprung zu den 700 Nm und 510 PS vermutlich eh nicht. Es ist mehr so eine Synapsen-Befriedigung im eigenen Ego.

In die gleiche Rolle fällt die Coupé-Version des GLC. Noch immer viertürig, aber eben noch eine Nummer abgedrehter. Sind V8, Bi-Turbo und Sportwagen-Fahrwerk im SUV schon eine krude Welt, toppt der um Kopffreiheit in Reihe zwei beraubte 5-Türer-Coupé diese Maßstäbe der Sinnlosigkeit erneut.

Fazit

Weil es geil ist, nicht bescheiden zu sein

Beeindruckender als diese Mischung, dürfte auch ein rosa Elefant der sich gerade eine Line Koks vor der Baustelle von Stuttgart21 zieht, nicht sein. Wer wie Hannibal über die Alpen reiten will, der ist bei dieser absurden Spielart genau richtig.

Dabei darf man eines aber nicht vergessen: Mercedes-AMG stellt in der Tat ein „kompaktes SUV“ auf die Straße, dass sich weder bei den Stammtischwerten, (3.8 Sekunden 0-100, 250 km/h) noch bei der Einlösbarkeit der sportlichen Versprechen, lumpen lässt. Was fahrdynamisch mit dem Zweitonner möglich ist, sollte auf öffentlichen Straßen nur ausprobieren, wer einen russischen Zweitführerschein oder Diplomatische Immunität besitzt.

 

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BMW M5 (2018) – Der König ist tot, lang lebe der König

Der neueste Wurf aus der Powerlimousinen Baureihe der Münchner packt 600PS unter die Haube und beschleunigt mit 3.4 Sekunden auf 100km/h.

Auf der IAA im September kann man ihn das erste Mal live sehen, präsentiert hat ihn BMW im Rahmen der Gamescom diese Woche schon. Basierend auf der aktuellen G30-Generation der 5er Limousine markiert der intern F90 genannte M5 die sechste Evolution des M5-Labels.

Whaaat? Allradantrieb?

Doch das erste Mal in seiner über 30-jährigen Geschichte wird der neue BMW M5 nicht mehr nur von den Hinterrädern angetrieben. Mit dem M xDrive verbauen die Münchner einen sportiven Allradantrieb, der der gestiegenen Leistung – vor allem aber auch der Konkurrenz – Rechnung tragen soll.

Mit 600PS und 750Nm Drehmoment ist die aktuelle Ausbaustufe des S63-Triebwerks leistungsfähiger denn je. Überarbeitete Turbolader mit optimierter Abgasführung in Krümmern und Schalldämpfern wirken in Kombination mit einer effizienteren Ladeluftkühlung und einer neuen Direkteinspritzung mit nun 350bar Kraftstoffdruck.

Bei der Leistung, ganz bescheiden?

Derart ausgestattet wuchtet der 4.4 Liter große V8-Motor die Powerlimousine in 3.4 Sekunden von 0 auf 100km/h, was einer beeindruckenden Verbesserung um 0,9 Sekunden gegenüber dem Vorgänger entspricht. Noch interessanter ist der Sprint auf 200km/h. Hier notiert der neue M5 mit 11.1 Sekunden, was ihn auf Augenhöhe mit dem Mercedes-AMG E63 S 4Matic+ hebt, der immerhin über 100 zusätzliche Newtonmeter und 12 Mehr-PS verfügt.
Möglich macht dass das Gewicht des schnellsten BMWs. Ein Leergewicht von 1855kg sind glatt 100 Kilogramm unter dem Stuttgarter Konkurrenten und sogar 10 Kilogramm weniger als der rein heckgetriebene M5-Vorgänger. Der großzügige Einsatz von Aluminium an Fahrwerk, Kotflügeln und Vorderwagen ist dafür ebenso verantwortlich wie die Dachhaut aus Kohlefaser. Wer die Keramikbremsanlage ordert, spart zusätzliche 23 Kilogramm.

Ebenso für die starken Sprintleistungen verantwortlich ist der komplett neue Antriebsstrang des BMW M5. Der BMW M xDrive arbeitet im Prinzip wie die bekannten Allradantriebe der Marke, hier natürlich in seiner Drehmomentverteilung an das M-Umfeld angepasst. Generell ist die Momentenverteilung vollvariabel, der M5 ist also im Normalbetrieb beinahe ausnahmslos als Hecktriebler unterwegs, der Momentenanteil zur Vorderachse wird rein aus den Fahrdynamikprogrammen errechnet und je nach Schärfe der Modi entsprechend früher oder später zugeteilt.

„4WD“ nennt sich hier der Standardmodus, „4WD Sport“ hält die Vorderachse etwas mehr zurück und lässt dabei größere Schräglaufwinkel zu. „2WD“ kann der Fahrer dann nur auswählen, wenn er ASC und DSC ausschaltet und die 600PS allein mit seinen Eingaben an Pedalen und Lenkrad verwaltet, ohne jedes elektronische Sicherungsnetz.

Dass das nicht nötig ist verspricht M-Chef Frank van Meel während der Präsentation: „Fahrpräzision und Fahrdynamik des neuen BMW M5 sind besser als bei allen Vorgängern.“ Traktion und Fahrstabilität seien mit einem Zweiradantrieb nicht zu erreichen.

Optisch setzt sich der M5 nicht stark von seinen Brüdern ab. Die Front mit großen Lüftungsöffnungen ist familienbekannt, ebenso die Entlüftungen auf den Kotflügeln, die Abrisskante am Heck und der angedeutete Diffusor rund um die vier Endrohre. Auch das Carbondach ist nun hinreichend aus den anderen M-Baureihen bekannt. Im Vergleich zu den AMG-Mercedes und RS-Audis ist der stärkste BMW hier etwas gar zurückhaltend. Keine ausgestellten Radhäuser, kein besonderer Sturz an den Rädern, die 600PS sind wirklich zurückhaltend verpackt. Dazu kommt, dass nun auf Knopfdruck „die akustische Präsenz reduziert werden kann“. Leise statt laut als neue Form der Zurückhaltung?

Ob es für den neuen, zarten M5 gegen die starke Konkurrenz reicht, werden wir spätestens im November erfahren, wenn wir ihn das erste Mal fahren dürfen. Bisweilen können sich interessierte durch die Preisliste wühlen, wo der M5 mit 117.900 EUR Grundpreis notiert.

Cadillac CTS-V: Haudrauf mit Manieren

Die Klasse der übersportlichen Power-Limousinen ist klar aufgeteilt: Mercedes-AMG E63, BMW M5 und Audi RS6 – das war´s. Oder? Mitnichten! Aus den Vereinigten Staaten scharrt ein Kandidat nicht gerade leise mit den Hufen, um es der deutschen Konkurrenz so richtig zu zeigen: Der Cadillac CTS-V. Sein Rezept ist ein 6,2 Liter V8 mit Kompressor und irrwitzigen 649 PS. Da kann die Konkurrenz nicht mithalten. Aber schafft es der Caddy sich die deutsche Premium-Konkurrenz auch beim Fahren vom Hals zu halten oder ist er nur ein Papier-Tiger? Fahrbericht. Read more

Mercedes-AMG GLC 63 – Der neue im Studio

Man geht dreimal in der Woche trainieren, stemmt Eisen, spult zig Kilometer auf dem Laufband ab und erblickt dann ihn – den Neuen. Man gehört schon seit längerem zu den schweren Jungs im Fitnessstudio und dann kommt plötzlich der Neue und gehört einfach so dazu. Die Rede ist hier vom Mercedes-AMG GLC 63, der nun die Riege der Spitzensportler bei Mercedes komplettiert. Allerdings muss man ihm zugutehalten, dass er nicht ohne Vorwarnung da war, sondern sich seinen Weg geebnet hat. Read more

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Audi RS5 – Mächtig geladen

Die Zeiten potenter V8-Maschinen in der A4/A5-Familie sind endgültig vorbei. Auf dem Genfer Autosalon (9. bis 19. März) präsentiert Audi den stärksten Spross der Mittelklasse-Baureihe, den RS5, in einer Neuauflage mit Sechszylinder. Trotz Downsizing ist das Sportcoupé dynamischer denn je. Im Juni kommt es für rund 81.000 Euro in Deutschland auf den Markt.

In 3,9 Sekunden soll der neue RS5 aus dem Stand auf Tempo 100 stürmen

Wie der Vorgänger mit 4,2-Liter-Achtzylinder leistet der neue RS5 330 kW/450 PS. Deutlich muskulöser gibt sich der 2,9-Liter-Biturbo-V6 indes beim Drehmoment, das von 430 auf 600 Newtonmeter gestiegen ist und zudem noch über ein breites Drehzahlband von 1.900 bis 5.000 Touren zur Verfügung steht. Gekoppelt an eine Achtgang-Automatik mit kurz übersetzten unteren Gängen stürmt der um über einen Zentner auf 1.655 Kilogramm abgespeckte Allradler in 3,9 Sekunden auf Tempo 100. Bei 250 km/h muss nicht Schluss sein, denn Audi bietet gegen Aufpreis eine Anhebung auf 280 km/h an. Der Normverbrauch liegt bei 8,7 Litern. Zum Vergleich: Der alte RS5 benötigte für den Sprint 4,5 Sekunden und 10,5 Liter Benzin auf 100 Kilometer.

Am Heck fallen zwei großvolumige, ovale Auspuffendrohre auf

Auch optisch hat Audi dem neuen RS5 eine Testosteron-Kur verpasst. Der mächtige Single-Frame-Kühlergrill mit schwarzem Gitter wird von großen Nüstern in der unteren, splitter-bewährten Frontschürze flankiert. Zusätzlich sorgen kleine Lüftungsschlitze an den äußeren Rändern der Frontscheinwerfer für eine Breitenbetonung, wie auch die um 1,5 Zentimeter stärker ausgestellten Radhäuser, die bis zu 20 Zoll große Felgen aufnehmen können (Serie ist 19 Zoll). Das Heck wurde mit Diffusoreinsatz und zwei großen ovalen Auspuffendrohren der durchgängig zweiflutigen Auspuffanlage aufgewertet.

Serienmäßig steht der RS5 auf 19-Zöllern, optional gibt es 20-Zöller im Fünfspeichendesign

Der Innenraum ist sportlich eingerichtet. Im RS5 gibt es lederbezogene Sportsitze, ein griffiges Sportlenkrad, viel Carbon und Alcantara sowie reichlich rote Ziernähte. Das Virtual Cockpit bietet zusätzlich einige RS-spezifische Anzeigen wie Stoppuhr oder Beschleunigungskräfte. Optional ist ein Head-up-Display mit Schaltblitzfunktion und Rundenzeitenanzeige bestellbar.

Auch der Innenraum des RS5 wurde sportlich gestaltet

Serienmäßig gibt es den Audi RS5 mit Sportfahrwerk. Ergänzend kann man den Boliden mit Dynamiklenkung, Keramikbremsen und Dynamic Ride Control aufrüsten. Letzteres lässt dem Fahrer die Wahl zwischen den drei Fahrwerksmodi Komfort, Normal und Sport. (Mario Hommen/SP-X)

Die Sportsitze im RS5 dürften reichlich Seitenhalt bieten

Mercedes-AMG GTVier – Kommt er auch als Diesel?

Eben erst in Genf auf dem Automobil-Salon präsentiert, zeigt sich das neue Mercedes-AMG GT-Concept jetzt auf mein-auto-blog in einer digitalen Computerretusche, reif für die Straße. Mercedes-AMG GT4, der interne Projektname, der allerdings weniger eine Klassifizierung für den Motorsport darstellt, wie das GT3-Signet seiner Brüder, sondern vielmehr ein Hinweis auf die „pragmatischen“ Seiten des ersten reinen AMG-Sportwagens sein soll. 

Viersitzer AMG mit Dieselschub?

Mercedes-AMG GT-Concept „GTvier“

Politisch korrekt stellte Mercedes-AMG das Concept-Fahrzeug als „EQ Power+“ in Genf vor. Die vermutlich coolste Kombination derzeit. Eigenständiger AMG-Sportwagen mit Platz für bis zu vier Personen, aber mit einem hypermodernen Antrieb, der V8-Power mit lautloser E-Technik kombiniert. Bis zu 815 PS sind im Gespräch, wenn man bei Mercedes-AMG über den zukünftigen Gegner von Porsche Panamera und Audi A7 spricht. Das man die Marke EQ, die im Konzern für die saubere Technik der Zukunft steht, gleich einmal in Verbindung mit einem neuen Supersportler bringt, zeigt aber auch die Ernsthaftigkeit mit der man nun endgültig das Thema „neue Antriebstechniken“ angeht.

Das einem da vor lauter Öko-Correctness nicht der grüne Schauer am Rücken hinab läuft, dafür dürfte der Ausblick auf die Performance eines 800+ PS Sportlers mit Allradantrieb und, ganz sicher, auch Allradlenkung stehen. Allerdings wird damit auch ein Grundsatz von Tobias Moers, dem AMG-Chef mit dem Sportfahrer-Herzen in Frage gestellt. Denn für die richtige Skalierung eines völlig neuen AMG-Sportlers muss eine Bandbreite an Antrieben ermöglicht werden.

Und stehen A7, 6er Grand Coupe und Porsche Panamera im Fadenkreuz, dann muss es den AMG GTVier auch als Diesel geben. Was noch deutlich spektakulärer wäre, als der Viersitzer an sich. Ein R6-Diesel mit dreifach Ladung und – ganz easy – 400 PS?

Wir werden es erleben. Als V8 und Plug-in Hybrid wird man den viersitzigen „Pure AMG“ Sportler ganz sicher erleben, als Diesel? Ich würde da eine Wette eingehen … unser „graue“ Mercedes-AMG GTVier ist eine Computerretusche, aber so könnte er kommen.

 

Und hier die Fotos des Concept-Fahrzeuges:

 

NAIAS 2017: Erweiterung des Mercedes-AMG GT Programms

„Let´s go to Detroit“, heißt es in einem meiner Lieblingsfilme – „Out of Sight“. Man mag über den Streifen sagen was man will, aber der Satz stimmt in diesem Jahr, wie selten. Neben der Modellpflege des Kompakt-SUV Mercedes-Benz GLA zeigen die Stuttgarter auf der NAIAS 2017 in Detroit die Auffrischung des Mercedes-AMG GT. Und sich diesen Boliden aus der Nähe anzusehen lohnt sich wirklich, schließlich sprechen wir hier von mehr als ein reines Facelift: Der Parade-Sportler wird um den Mercedes-AMG GT C ergänzt, der zwischen AMG GT S und AMG GT R positioniert wird. Zu viel Buchstaben-Wirrwarr? Wir bringen Licht ins Dunkel! Read more

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Shell Helix Heartbeat Challenge 2016

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Kennt Ihr das? Ihr sitzt mit weit aufgerissenen Augen auf dem Beifahrersitz, seid bleich geworden und denkt nur: „Ich will hier raus!“. Und spätestens wenn der gute Kumpel, der gerade fährt, sagt: „Puh, das war aber knapp!“, wisst Ihr zwei Dinge. Erstens, ob Ihr bei extremen Fahrmanövern cool bleibt und zweitens, dass man solche Fahrten lieber einem Profi überlässt. Einem Mann, wie etwa Augusto Farfus, seines Zeichens BMW Werksfahrer. In der Shell Helix Heartbeat Challenge 2016 konnten drei Kandidaten eine exklusive Mitfahrt im BMW M4 DTM auf dem legendären Nürburgring gewinnen – der gefährlichsten Rennstrecke der Welt. Ob sie dabei cool geblieben sind?

Ob Matthias Malmedie genauso cool bleiben würde, wie die drei Gewinner?

Viele Video-Beiträge beweisen es: Die Nordschleife ist nicht nur einen der legendärsten Rennstrecken dieser Welt, sondern auch eine der gefährlichsten. Wer es hier auf dem Beifahrersitz eines Rennwagens schafft, es nicht mit der Angst zu bekommen, dürfte zu den besonders abgebrühten Kandidaten gehören. Etwa so, wie die drei Gewinner der Shell Helix Heartbeat Challenge 2016.

Are you cool?

Sie wurden in einem BMW M4 DTM von Augusto Farfus pilotiert und konnten die „Grüne Hölle“ hautnah erleben. Der Rennsport-Bolide holt aus seinem 4.0 Liter V8 satte 480 PS, die auf einen tiefen Schwerpunkt und wenig Gewicht treffen. Allein bei diesen technischen Daten cool zu bleiben, ist eine schwierige Hürde. Wer dabei am coolsten bleibt? Das sieht man im Video.

Klar ist aber, dass eine Menge Spaß und adrenalinreiche Action mit von der Partie waren. Möchte man jeden Tag auf den Rennstrecken dieser Welt dabei sein, sollte man sich aber auch im Klaren darüber sein, dass man über eine extreme Fitness verfügen muss – so wie Augusto Farfus. Um sich fit zu halten, geht der Profi-Rennfahrer jeden Tag laufen. Doch nicht nur der Fahrer muss leistungsstark sein, sondern auch das Auto und deshalb bekommt der BMW M4 DTM die besten Zutaten spendiert, die einen Rennwagen überhaupt erst zu einem DTM-Boliden machen. Und dazu zählt auch das Motorenöl – besonders wichtig, damit alles wie geschmiert läuft.

Shell Helix Ultra gibt (Erd-)Gas

Was wenige wissen: Ein Rennwagen muss mit so wenig Schmierstoffen, wie nur irgend möglich auskommen, um Gewicht zu sparen. Was sogar noch weniger wissen: Shell Helix Ultra wird aus Erdgas hergestellt. Durch einen innovativen Prozess wird dieses Gas jedoch in kristallklares Grundöl umgewandelt, das zu 99,5 Prozent rein ist. Der Vorteil: Eine verbesserte Reinigungs- und Schutzwirkung, aus der ein unübertroffener Schutz vor Schlammbildung resultiert. Kein anderes Motorenöl bietet bessere Reinigungseigenschaften. Nur so wird vermieden, dass Schmutzpartikel verklumpen, Schlamm bilden und in der Folge die Motorleistung negativ beeinträchtigen.

Da würde Malmedie am liebsten selbst am Steuer sitzen. Kein wunder bei einem V8 mit 480 PS

Weiterer Vorteil des Shell Helix Ultra: Man muss weniger Nachfüllen. Dank einer speziellen Formel fallen bis zu 50 Prozent geringere Verdampfungsverluste an, vergleicht man das High-End-Produkt mit minderwertigeren Ölen. Zudem ist das Ultra Helix auch bei extremen Temperaturen einsatzbereit – selbst bei minus 40 Grad Celsius. Die Viskosität, also die Fließgeschwindigkeit ist jederzeit optimal, was eine kürzere Aufwärmzeit des Motors zur Folge hat. Und nur dann kann ein Aggregat, wie etwa der 4.0 Liter Achtzylinder im BMW M4 DTM seine volle Leistung bringen. Und dass Shell Helix Ultra bestens funktioniert, sieht man schon daran, dass es bereits im zweiten Jahr der Partnerschaft zwischen Shell und BMW keine Probleme bereitet.

Ein Blick ins Cockpit

So cool, wie Shell und BMW die Herausforderungen des Rennsports meistern, mussten die Beifahrer erstmal sein. Unterstützt wurden sie dabei vom Auto-Experten und TV-Moderator Matthias Malmedie. Der Petrolhead war ganz in seiner Materie, schließlich ging es um einen PS-starken Boliden und eine legendäre Rennstrecke. Ob Ihr genauso cool bei der Fahrt über die Nordschleife bleiben würdet, wie die drei Gewinner der Heartbeat Challenge 2016, könnt ihr überprüfen, indem Ihr euch virtuell mit ins Auto setzt. Ein echter Höllenritt!

Und als Special-Addon – ein Interview mit Augusto Farfus;

Augusto, wie war´s nach über 20 Jahren mit deinem DTM-Renntaxi auf die Nordschleife zurückzukehren?
Antwort: „Unglaublich! Der Tag wird mir lange in Erinnerung bleiben. Das Team hat einen super Job gemacht und meine Beifahrer waren große Klasse.
Die Strecke ist etwas ganz besonders und bereitet mir sehr viel Fahrspaß. Das DTM-Renntaxi wurde speziell an die Bedingungen der Nordschleife angepasst und so würde ich es die perfekte Rückkehr auf die Nordschleife nennen. Ich hoffe, es dauert nicht wieder so lange bis zum nächsten Mal.

Um mal einen deiner Beifahrer zu zitieren: Du bist einfach „crazy“! Was war deiner Meinung nach noch ausschlaggebend dafür, dass der Shell BMW M4 DTM zu Höchstleistungen auflief?
Antwort: „Es ist nicht nur der Fahrer, der hier „crazy“ sein muss. Nur wer ein starkes Team im Hintergrund hat, dass das Auto und seine Bedürfnisse versteht, kann auch auf der Strecke die beste Performance hinlegen.
Wir sind inzwischen ein eingespieltes Team und verstehen uns Blind und das ist unbezahlbar. Wenn dazu noch Verlass auf den Motor ist, kann nichts mehr schiefgehen.

Worauf kommt es beim Fahren auf dem Nürburgring/der Grünen Hölle an?
Antwort: „Kontrolle und Konzentration sind hier die Zauberworte. Wer das Auto versteht und kontrollieren kann, kann auf der Strecke alles geben und so die beste Zeit einfahren.
Durch die vielen Kurven ist der Streckenverlauf am Nürburgring sehr anspruchsvoll, nur einmal falsch abgebremst oder zu spät eingelenkt und du landest im Kiesbett.“

Was ist bei der Verwendung von Motorenöl zu beachten – dein ganz persönlicher Tipp?
Antwort: „Motorenöl wird oft unterschätzt. Man kann es nicht sehen, also ist es für viele Autofahrer unwichtig. Aber das ist eine falsche Annahme! Das richtige Motorenöl trägt zur Erhaltung des Motors, aber auch zur Steigerung Performance bei. Aufgrund seiner reinen Basis ist Shell Helix Ultra mit der Shell Pure Plus Technology daher meine klare Empfehlung, denn egal wofür und unter welchen Bedingungen, Shell Helix Ultra hat mich noch nie hängen lassen.“

Bentley Bentayga Diesel – Acht statt zwölf

Als Alternative zum Zwölfzylinderbenziner gibt es für das Luxus-SUV Bentley Bentayga nun einen V8-Diesel. Der erste jemals von der britischen Marke angebotene Selbstzünder schöpft aus vier Litern Hubraum 320 kW/435 PS Leistung, den Verbrauch gibt der Hersteller mit 7,9 Litern auf 100 Kilometern an.

Der Bentayga Diesel ist aber nicht nur der wohl sparsamste Bentley aller Zeiten, sondern auch der aktuell günstigste. Mit einem Basispreis von 174.335 Euro liegt er rund 34.000 Euro unter der W12-Ausführung und einige hundert Euro unter dem bisherigen Einstiegs-Coupé GT V8.

Den V8-Diesel übernimmt die britische VW-Tochter aus dem technisch verwandten Audi SQ7, aus dem auch die ungewöhnliche Konfiguration mit zwei Abgasturboladern und einem elektrisch angetriebenen Verdichter stammt, der über ein zusätzliches 48-Volt-Bordnetz mit Strom versorgt wird. Das maximale Drehmoment von 900 Nm liegt dadurch bereits bei 1.000 Umdrehungen an. Den Spurt auf Tempo 100 absolviert der Allrader mit Achtgangautomatik in 4,8 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 270 km/h.

Optisch macht der Bentayga aus seinem markenuntypischen Motor keine große Sache. Die Kennschilder an der Karosserie nennen lediglich die Zylinderzahl, nicht jedoch die Arbeitsweise. Eingeweihte erkennen den Diesel am schwarzen Kühlergrillgitter. Die Markteinführung startet Anfang 2017 in Europa, später sollen unter anderem Russland, Südafrika und Australien folgen. Eine Einführung in den USA ist nicht vorgesehen.

(Holger Holzer/SP-X)

Erster Test: Mercedes-AMG E63 S 4matic+ „Wo soll das nur hindriften?“

Die Eckdaten sind schnell aufgelistet: 4,0l Biturbo V8. 612 PS, 850 Nm. Vollfettstufe also oder wie man in Affalterbach mit stolz geschwellter Brust formuliert: „Die stärkste E-Klasse aller Zeiten“. Die korrekte Anrede lautet dann: Mercedes-AMG E63 S 4matic+. Ehrfürchtig möchte man der Limousine beim Blick in die streng dreinblickenden Doppelbraue der Tagfahrlichter und den schwarzen Lidschatten über den Kühllufteinlässen das Sie anbieten. Doch das ausladende Heck mit der kecken Abrisskante, dem Diffusor samt vier üppigen Endrohren, der es in Kombination trotzdem nur mühsam schafft, die 295er Reifen zu verbergen, entlockt einem eher ein „Hey Du, Bock zu hoonen?“ Hier die Antwort auf unsere plumpe Anmache.

Erster Test der Anabolika E-Klasse: E63 S 4matic+

Mercedes-AMG bittet zum wilden Tanz

Ob der PS-Krieg in der oberen Mittelklasse jemals endet? CO2 Ausstoß hin, alternative Antriebe her, aktuell scheint noch keine Ende in Sicht. Audi knallt vor dem A6 Modellwechsel in 2017 noch schnell den RS6 performance mit 605 PS der Konkurrenz vor den Latz, während sich BMW mit der M5 „Competition Edition“  samt 600 PS selbst abfeiert, bevor der Nachfolger im Kleid des G30 an den Start rollt. Mercedes-Benz hat den Modellwechsel mit dem W213 bereits Anfang des Jahres vollzogen und nutzt den Rückenwind jetzt, um die Messlatte gleich mal ein wenig nach oben zu legen. 612 PS! Das sind 27 Affalterbacher Hengste mehr, als beim Vorgänger und auch das Drehmoment ist trotz 1,5l weniger Hubraum um 50 Newtonmeter gestiegen, da können München & Ingolstadt aktuell nur trocken schlucken. Wie machen die Schwaben das nur? Mit zwei größeren Turboladern im Inneren des Zylinder Vs, deren Schaufeln jeweils von zwei Abgaskanälen angeblasen werden. Twin Scroll heißt die Technik, die auch im A45 verwendet wird und für einen schnelleren Druckaufbau und direkteres Ansprechverhalten sorgen

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Der Honnigan im feinen Zwirn

Das Ergebnis liest sich beeindruckend: 0-100 km/h in 3,4 Sekunden und 300 km/h Spitze, wenn man sich das feine AMG Driver’s Package gönnt. Damit das aber auch so reibungslos klappt, wie auf dem Papier beschrieben, gibt es zwei Gründe: Allradantrieb und das erstmals in einem AMG verbaute 9-Gang-Getriebe. Eine sportliche Evolution der 9G-Tronic. Der Wandler fliegt dabei raus aus der Getriebglocke und wird durch eine nasse Anfahrkupplung ersetzt. Die Schaltgeschwindigkeiten verkürzen sich dadurch rapide und das Ansprechverhalten auf Gaspedalbefehle verbessert sich immens. Überhaupt ist dieses AMG Speedshift MCT 9-Gang-Sportgetriebe (so der etwas sperrige offizielle Name) in unseren Augen DAS Sahnestück des neuen E63: Immer mit dem richtigen Gang zur Stelle und der perfekte Begleiter in allen Lebenslagen: Beim cruisen auf der Autobahn im Comfort Modus oder bei der Time Attack im Race Modus.

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Drift Mode nun auch in Schwaben

Also hat der E63 S 4Matic+ wirklich Bock zu hoonen? Nun, für schwarze Striche auf der Straße muss man schon ein wenig tricksen, aber es geht: Fahrprogramm „Race“, ESP aus, Getriebe auf manuell und einmal an den Schaltpaddeln gezupft, dann wird der Allradler zum reinrassigen Hecktriebler. „Drift Mode“ heißt das und bleibt so lange aktiv, bis das Gummi auf den 10J x 20 Felgen sich in Rauch aufgelöst haben, oder der Hoonigan Erbarmen mit den winselnden Pneus hat. Doch hoonen geht auch anders und darum schickt uns Mercedes-AMG an der Algarve auf ein herrliches Asphaltband Namens „Portimao“. Auf der Rennstrecke soll der E63 S 4Matic+ zeigen, was er wirklich kann. Elektronisches Hinterachs-Sperrdifferenzial, eine optionale Keramik Verbundbremsanlage, dynamische Motorlager, Luftfederung, zusätzliche Aussteifungsmaßnahmen, geänderte Radträger, höherer negativer Sturz und voll variabler Momentenverteilung zwischen den angetriebenen Achsen wurden aufgefahren, um eins zu erreichen: Die Physik austricksen. Doch Naturgesetze sind ein echt übler Endgegner, an dem sich leider auch die besten schwäbischen Ingenieure die Zähne ausbeissen. Denn auch wenn es der AMG Sledgehammer in den ersten Runden noch schafft sein Gewicht vergessen zu machen, schlägt irgendwann die Physik gnadenlos zurück und zeigt dem 1,9 Tonnen Schiff erbarmungslos, wo der Hammer hängt. Die Reifen beginnen zu schmieren, die Lenkpräzision lässt nach, der Bremsweg wird länger. Nein, der E63 S ist kein Tracktool. Doch hatte das überhaupt jemand erwartet? Anscheinend ja, denn AMG erklärt, dass eine erklecklich Zahl von Kunden ihre sportliche E-Klasse auf Rennstrecken ausführen.

Die schnellste Verbindung zwischen zwei Kurven? Der Druck des Hot-V V8 aus Affalterbach

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Das verblüfft uns, denn auch wenn die obere Mittelklasse von Mercedes-Benz vieles sehr gut kann, als AMG unfassbar schnell ist und an Dynamik im Vergleich zum Vorgänger einen Quantensprung gemacht hat: ein Racer ist sie nicht. Doch was ist der E63 S 4Matic+ letztendlich? Eine zu Siezenden Powerlimousine, oder der Duz-Kumpel für ein paar Hot Laps? Irgendwie entsteigen wir dem jüngsten Produkt der Affalterbacher etwas unschlüssig nach dem ersten Test. Der kleinere Bruder C63 S gefiel uns an gleicher Stelle besser, auch wenn er ungehobelter daherkam. Er passte einfach perfekt wie ein Handschuh, wo der E63 etwas überfrachtet wirkt. Doch wahrscheinlich ist es genau das, was der Hauptmarkt USA an dieser Limousine so liebt: den Überfluss. Und so wird auch dieser AMG wieder Richtung Erfolg driften.

Nachtrag: der stampfende und trampelnde Stier im E AMG

Eins werden wir nach diesem Test nicht mehr vergessen: Der Anblick, wenn der E63 S mit seinem Air Body Control Fahrwerk ohne Seitenneigung durch die unfassbar schnelle, doch leicht hängende Start-Ziel Kurve von Portimao stampft und trampelt, nur um anschließend mit herzzerreißendem V8-Gebrüll auf der Geraden Richtung Sonnenuntergang zu hämmern.

Ob der Autor Spaß hatte?

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Konventionelle Antriebe dominieren die LA Auto Show – Hubraum statt Hochvolt

Benzin ist in den USA, verglichen mit unseren Preisen, immer noch spottbillig und abgesehen von den Küstenregionen begegnen Elektroautos den meisten Amerikanern nur in den Abendnachrichten, wenn mal wieder eine Batterie in Flammen aufgeht. Zwischen Kentucky und Nevada sind nach wie vor große Autos mit noch größeren Motoren das Maß der Dinge. Die aber sind nicht gerade geeignet, um die strengen, ab 2025 geltenden Abgas-Grenzwerte einzuhalten. Den voluminösen V-Achts das Spritsparen zu lehren, ist eine Mammutaufgabe, das Volk von kleineren, effizienteren Fahrzeugen – womöglich mit E-Antrieb – zu überzeugen aber auch. Wie praktisch wäre es da für die Autoindustrie, wenn die erlassenen Regelungen noch einmal korrigiert würden – schließlich sind sie eine Errungenschaft der Obama-Regierung, und die ist, wie wir seit kurzem wissen, bald Geschichte.

Nur wenige Tage vergingen nach der Präsidenten-Wahl, bis sich die Alliance of Automobile Manufacturers, ein Verband dem unter anderem GM, Ford und Toyota angehören, beim neuen Mann im weißen Haus zu Wort gemeldet hat. In einem Brief fordern sie Trump auf, „einen Zukunftsweg zu finden“, wenn es darum geht, kommende Effizienz-Standards zu definieren und die bestehenden Regeln „zu harmonisieren und anzupassen“ – was nichts anders heißt, als die strengen Vorgaben aufzuweichen. Bei einem Präsidenten, der den Klimawandel oft schon in Frage gestellt hat, dürften solche Vorschläge durchaus auf offene Ohren treffen.

Auch der GMC Sierra Denali setzt auf Hubraum
Auch der GMC Sierra Denali setzt auf Hubraum

Äußern will sich von den Herstellern dieser Tage auf der Los Angeles Auto Show dazu freilich noch niemand. Schaut man sich allerdings auf der Messe um, könnte man meinen, Obamas Pläne seien schon abgeschrieben. Elektro-Autos? Hybrid-Modelle? Ja, die gibt’s, aber in der ersten Reihe der Messestände stehen (wieder) große Verbrenner-Modelle. Chevrolet beispielsweise stellt den Colorado ZR2 in den Mittelpunkt, einen Pick-up mit Vier- oder Sechszylinder-Benziner; GMC setzt beim artverwandten Sierra 2500 HD sogar auf einen Diesel mit Sage und Schreibe 6,6 Liter Hubraum. Das sind nur zwei von vielen Beispielen, und auch abseits der Trucks scheint das Thema Elektrifizierung keine große Rolle mehr zu spielen: Statt einer E-Version des Sentras legt Nissan lieber eine Nismo-Tuning-Version auf. Kia schiebt beim – bereits mit Stromantrieb erhältlichen – Soul einen neuen, starken Turbo-Motor nach und Ford zeigt sein neues Mini-SUV Ecosport ebenfalls nur konventionell betrieben.

Die Umwelt-Fahne wird, abgesehen von ein paar Öko-Modellen, wie der nicht mehr ganz brandneuen Hyundai-Ioniq-Flotte, vor allem von den Europäern hochgehalten: Smart zeigt, wenn auch ebenfalls etwas versteckt, erstmals seine Strom-Versionen in Amerika, VW stellt den serienfertigen E-Golf aus, Mini zeigt die Hybrid-Variante des Countryman und Jaguar präsentiert sein Elektro-SUV I-Pace, das noch 2018 auf den Markt kommen soll. Damit wollen die Briten Mercedes in die Parade fahren, die in Paris ihr E-SUV EQC als Studie gezeigt und auch gleich eine neue Sub-Marke gegründet haben. Und selbst Sportwagen-Spezialist Porsche hat erkannt, dass es ohne Strom nicht mehr geht: Der Panamera E-Hybrid feiert seine USA Premiere, und zukünftig ist der Doppelherz-Antrieb auch erstmals in der Executive-Langversion erhältlich.

Ob sich Donald Trump im Januar, wenn er im Oval Office eingezogen ist, wirklich zu Korrekturen der geplanten Abgasgrenzwerte für den US-amerikanischen Markt hinreisen lässt, steht noch in den Sternen. Zumindest lässt seine jüngst Forderung nach einem Schutzwall um einen seiner Golfplätze in Irland, der den steigenden Meeresspiegel in Zaum halten soll, Hoffnung aufkommen, dass der zukünftige Präsident die Zeichen des Klimawandels doch erkannt hat. Und natürlich wird auch der Republikaner die Trendwende hin zum Elektroauto nicht mehr aufhalten können. Verzögern allerdings könnte er sie durchaus. Und das, so wirkt es auf der Auto Show, dürfte vielen amerikanischen Herstellern nur allzu gut in den Kram passen. (Michael Gebhardt/SP-X)

Fahrbericht: Mercedes-AMG GT, die Buchhalter-Seele?

Da wartet man 4 Monate auf diesen Termin. 7 Tage waren eingeplant. Nur 7 kurze Tage. Mit einem Sportwagen, nach dem sich derzeit jede Redaktion die Finger leckt. Die Weltpremiere damals live erlebt. Die Fahrveranstaltung in Laguna Seca, live erlebt und dennoch – der Mercedes-AMG GT, er musste noch einmal zu Besuch kommen. Das Herz des Auto-Bloggers erwärmen, verzücken, einem Defibrilator gleich den Herzschlag beschleunigen. Und dann? Dann hast du Rücken. Der Testwagen kommt und du hast Rücken. Den schlimmsten Rücken aller Zeiten. Nerven? Muskeln? Bandscheibe? Bestialische Rückenschmerzen und vor der Bürotür: 462 PS.

Test und Fahrbericht: Mercedes AMG GT

„Buchhalter-Glück“

Einen GT ohne S? Freiwillig nicht das 510 PS starke Topmodell anfragen? Sondern die Krämerseele sich an der Basisversion laben lassen? Nur 462 PS. Kein adaptives Fahrwerk. Keine aktive Akustik für den Auspuff. Kein aktives Differential, nur das einfache, mechanische. Das oberste der Gefühle? Keramik für die Bremse. 116.382,00 € stehen auf dem Wunschzettel. Mindestens. Ganz ohne Extras. Ohne den Klimbim der sonstigen Testwagen. Der Test sollte den puren AMG GT zeigen. Adaptives Fahrwerk? Hat man doch früher auch nicht gebraucht. Und sollte ein Sportwagen nicht pur sein?

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Da war mehr drin

Vier Tage hat sich der Fotograf mit dem Mercedes-AMG vergnügt. Am vorletzten Tag wurde der Medizinschrank geplündert. Ibuprofen dosiert, um ein Pferd ruhig zu stellen. Der GT musste seiner Bestimmung zugeführt werden. Zwei schnelle Stunden auf den geschwungenen Pfaden im Spessart.

462 PS können sich auch wie 510 PS anfühlen. Vermutlich ist es nicht einmal eine Sache des Presse-Testfahrzeuges, Turbotriebwerke stehen einfach zu oft sehr gut im Futter. Der Mercedes-AMG GT – ohne S – war nicht zimperlich. Herzhaft sein Druck in jeder Drehzahl. Rennwagen-Feeling, ganz ohne S-Getue. Natürlich verstehe ich die Idee hinter dem „Basis-Modell“ und dem „Top-Modell“. Und ich verstehe die lange Aufpreisliste. Wer sich am Schaufenster der 120.000 € Liga nicht die Nase platt drückt, sondern mit der goldenen Kreditkarte zum Shopping antritt, dem ist das eine oder andere Kilo auf der Preisliste egal. Wird ja eh geleast. 1.200 € Leasing oder 1.400 €? Welchen Unterschied macht das noch? Dacia-Käufer müssen leicht verstört schauend zurückzucken, aber „hello and welcome“, das hier ist eben eine gänzlich andere Welt. Umso spannender die Grenzerfahrung des Verzichts. Das Buchhalter-Modell gewählt, alles weggelassen, was sonst am Stammtisch für Verwirrung sorgt. V8, Turbo, Heckantrieb und Transaxle, das muss reichen.

Und wie das reicht. Der Mercedes-AMG GT spielt die Drama-Queen ab der ersten Zündung. Leise? Kann sie nicht. Es rockt immer aus den Trompeten am Heck. Keine aktive Akustik bedeutet auch, hier ist immer Party-Stimmung. Das mag nach der dritten Autobahnstunde anstrengend werden, zwei Stunden im Spessart unterhält es köstlich. Atemraubend und hinterlässt ein leichtes Klingeln in den Ohren und schummrige Gedanken, wobei, das kann auch von 800 mg Ibu kommen.

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Tief eingebaut, sitzt man als Pilot im Cockpit des Affalterbacher-Porscheschrecks. Eine innige Beziehung aufbauend. Der Herzschlag synchronisiert sich mit dem Hot-V Turbotriebwerk. Wummernd jagen die Bässe seiner Verbrennungslustmaschine durch den Körper.

Ansatzlos reagiert der GT auf das Schild und die Botschaft: Hier endet die Ortschaft. Wild hämmernd jagen sich die acht Kolben in Richtung 7.200 Umdrehungen. Hier mit Geschwindigkeitsangaben zu prahlen, würde bedeuten, den freiwilligen Verzicht auf die Fahrerlaubnis zu verkünden. Es muss langen zu sagen: Der AMG GT geht, ohne S, ansatzlos und gnadenfrei gen Waldrand und weit darüber hinaus. Zwei Turbos sollen dort Druck machen? Druck ja. Verzögerung? Vermutlich auch ohne Ibuprofen nicht spürbar.

Ohne AMG-Ride-Control, ohne die adaptiven Dämpfer braucht es noch viel mehr eine gute Balance bei der Abstimmung des Fahrwerks. Das Getriebe in Richtung Hinterachse zu packen und den Motor beinah auf den Schoss des Fahrers, es hilft dabei. Dabei bleibt der AMG GT trotz allem so schön klassisch im Layout. Eine lange Schnauze, ein kurzer Arsch, kurze Überhänge, Heckantrieb und das alles kombiniert in eine erotische Hülle, die Porsche 911 Käufer kurz zum Weinen bringt. Der erste Aufschlag der AMG-Jungs, der SLS, war mächtig, der zweite Aufschlag ist brutal. Und effektiv. Die Balance des AMG GT – frei von adaptiven Spielereien – unterstützt nur von einem mechanischen Differential und den Grip-Sachverständigen aus Frankreich, den Michelin Pilot Super Sport, ist phänomenal. Du kennst jederzeit den Reibwert, du sprichst sofort eine Sprache mit der Vorderachse, da nuschelt niemand was von undefinierten Lenkwinkeln. Du befiehlst, der AMG GT führt aus.

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Zwei Stunden müssen ausreichen

Braucht es das „S“? Nur für den Stammtisch. Wer den AMG GT richtig ran nimmt, wer ihn ausführt und die Grenzen seiner Dynamik auslotet, der verliert binnen Minuten den Führerschein. Wer es nicht tut, braucht auch keinen AMG GT-S, einzig der Komfort steigt. Das mag jetzt überraschend sein, aber wer schnell sein will, wer am Wochenende auf dem kleinen Kurs von Hockenheim die Stuttgarter-Stadtmeisterschaft ausfahren will, der kommt mit der Buchhalter-Version gut zurecht. Wer im Alltag nicht immer die letzte Rille sucht, lange Strecken gänzlich ohne Ibuprofen fahren will, der freut sich über die Möglichkeit des optionalen Sportauspuffs, denn der kann auch leise. Und das optionale AMG Dynamic-Ride Fahrwerk kann auch sanfter als der AMG GT. So wird am Ende klar, das S steht für „Sänfte“ – nicht für Sport – denn den puren Sportler, den bekommt man bereits für 116.382,00 € 😉

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Alle Fotos: SB-Medien, Stefan Baldauf, Guido ten Brink

BMW 507 – Mit prominentem Vorbesitz

Einer der legendärsten Roadster überhaupt? Klar, der BMW 507! Mit seiner betörenden Linienführung und den klassischen Roadster-Proportionen hat er seinerzeit auch einen ganz besonderen Mann um den Finger wickeln können: Elvis Presley. Kein geringerer als der King of Rock´n´Roll kaufte sich eines von insgesamt nur 254 gebauten Exemplaren während seiner Militär-Zeit in Deutschland. Lange galt das Cabrio als verschollen, doch bei einem typischen Scheunenfund tauchte der BMW 507 wieder auf. Zumindest das, was von ihm übrig war. Read more

Kamingespräch mit Aston Martin CEO Andy Palmer

Andy Palmer ist seit 2014 der CEO von Aston Martin. Der Zeitpunkt zur Übernahme der Leitung des 1913 gegründeten Automobilherstellers hätte nicht schwieriger sein können. Der seit 2000 amtierende CEO Ulrich Bez wechselte bereits Ende 2013 in den Aufsichtsrat und somit war der Traditionshersteller quasi führungslos. Dazu gesellten sich wieder einmal die für Aston Martin so typischen finanziellen Engpässe, denn nach der von Bez anfangs erfolgreich geführten Modelloffensive zu Beginn des Jahrtausends sackte der Absatz von über 7.000 Einheiten in 2007 auf rund 4.500 Fahrzeuge in 2013 ab. Doch genau diese Herausforderung suchte der einflußreiche Automobilmanager Palmer nach 23 Dienstjahren bei Nissan. Und nach zwei Jahren am Ruder zeigt sich langsam ein Silberstreif am Horizont: Frisches Geld von Investoren wurde gefunden und die Entwicklung einer modularen Plattform wurde abgeschlossen. Erstes Produkt dieser Arbeit ist der DB11 und im Rahmen der Fahrveranstaltung zu diesem Coupé wurde mein-auto-blog.de zu einem exklusiven Gespräch in ein Kaminzimmer geladen, das Mr. Palmer mit den Worten begann: „We are at the end of the beginning“

Wir sind mehr als James Bonds Firmenwagen

Palmer schönt dabei die aktuelle Situation nicht und betont, dass die Produkte auf der neuen Plattform zünden müssen, um eigenständig bleiben zu können. Sonst würde sich auch die vielversprechende Partnerschaft mit der Daimler AG nicht auszahlen. Die Schwaben hatten Ende 2013 fünf Prozent des britischen Sportwagenherstellers erworben und im Rahmen einer technischen Partnerschaft erhält Aston Martin künftig den Mercedes-AMG 4,0l V8 Bi-Turbo Motor sowie die aktuellen ICE Komponenten.

Neue Plattform

Welche Möglichkeiten die neue Aluminiumplattform bietet, zeigt der CEO mit seinem Launchplan auf: Im August ist die Produktion für den DB11 gestartet, 2017 kommt das „Volumenmodell“ Vantage, von dem bereits erste Prototypen gesichtet wurden, danach Vanquish und DBS. Doch nicht nur Sportwagen können mit der modularen Plattform realisiert werden, sondern auch ein Crossover mit Allradantrieb, ein „luxurious and exclusive super saloon“ unter dem wiederbelebten Namen Lagonda, sowie der erste Elektro Aston Martin auf Basis des nächsten Rapide. Dieses Elektroauto wird übrigens mit LeEco entwickelt, die auch hinter Farady Future stecken.

Steigender Absatz?

Da drängt sich die Frage auf, mit welchen Absatzzielen Palmer rechnet: „Wir wollen im ersten Schritt wieder dahin, wo wir 2007 standen“ und ergänzt „mit 7.000 Einheiten ist das Werk in Gaydon aber auch komplett ausgelastet. Eine Erweiterung dieses Standorts für die Sportwagenproduktion ist jedoch nicht geplant. Für alles, was darüber hinaus geplant ist, wird ab 2017 ein zweites Werk im walisischen Ort St. Athan errichtet, dort werden dann ab 2020 der Crossover DBX und die luxuriösen Lagonda Limousinen produziert.“ Und der maximale Output in diesem Werk? „Da Gaydon der Blueprint für St. Athan ist, wird auch in diesem Werk die Obergrenze bei 7.000 Einheiten liegen.“ Wir meinen: Ein sportliches Ziel, doch Andy Palmer kontert mit spürbarem Stolz: „Für den DB11 liegen bereits 2.000 Bestellungen vor. Und ich möchte noch ein paar weitere Zahlen liefern zum Status unserer aktuellen Sonderserien“

Erstmals richtet sich der Aston Chef im knarzenden Club Chair aus seiner entspannten Haltung auf und legt los: „Die 100 Einheiten des Vantage GT12 sind ausverkauft, und ich versichere Ihnen, wir konnten uns bei der Anzahl der Anfragen die Kunden aussuchen. Doch auch die 24 Einheiten des Vulcan haben ihre Käufer gefunden“ (Anm. d. Red.: diese dürfen dann über 2 Mio. Euro an AM überweisen, ein paar Track Days sind dann sogar inklusive). Das handgerissene und auf 150 Einheiten limitierte Trackday Spielzeug „Vantage GT8“ kann man mit 200.000 Euro dagegen schon fast als Schnäppchen bezeichnen. Doch was für Palmer noch wichtiger ist: „Auch dieser Aston Martin ist bereits komplett vergriffen.“ Mit einem Lächeln verkündet der 53-jährige danach, dass das erst im Mai auf dem Concorso d’Eleganza Villa d’Este vorgestellte Concept des Vanquish Zagato auf Grund der konkreten Nachfragen tatsächlich gebaut wird: 99 Mal und raten Sie mal? „Sold out. For sure.“

Weltpremiere Aston Martin Red Bull 010 AM-RB 001

AM-RB-001

Den größten Knaller servierte Palmer jedoch mit der Info, dass es für den vor wenigen Wochen präsentierten AM-RB-001 bereits 400 konkrete Anfragen gibt. Wir reden hier von einem Hypercar, das irgendwo zwischen zwei bis drei Millionen Pfund kosten wird und nur maximal 150 Mal gebaut werden soll. Und Palmer versicherte: „Ich kümmere mich höchst persönlich darum, dass der zungenbrecherische Name noch geändert wird.“

Wir sind nicht nur James Bond 

Als Zuhörer beeindrucken diese Infos durchaus, doch Aston Martin lebt nicht allein von aufwendigen Sonderserien, die handverlesen an den Markt abgegeben werden, sondern es muss bei den angestrebten Wachstumszahlen auch ein vernünftiges Händlernetz dahinter stehen. „Darum wollen und müssen wir speziell in China unsere Zahl der Händler gezielt erhöhen“ Ach, und in Europa und den USA nicht? „Nein, da sehen wir aktuell keinen Handlungsbedarf. Wichtiger ist es, einen kontinuierlichen Buzz rund um Marke und Fahrzeuge zu kreieren.“ Wie so etwas aussehen könnte, schiebt der vierfache Familienvater gleich hinterher: „Aston Martin ist wie Cricket: jeder kennt es, aber außer im vereinten Königreich weiß keiner, wie man es spielt. Das wollen wir ändern, denn so charmant das auf den ersten Blick wirkt: Aston ist nicht nur James Bond. Wir sind eine Marke mit langer Tradition und vielen sportlichen Erfolgen. Diese Botschaft gilt es zu übermitteln.“

Palmer betont dabei oft „the love for beauty“, welche die ganze Belegschaft bei der Verfolgung dieses Ziels beflügelt. Den Chef inklusive, denn eine Vorgabe hat er sich ganz klar gesetzt: Er will nicht der CEO sein, der einen Vierzylinder in einen Aston einbauen lässt. „Wir können die weltweiten Emissionsgrenzen auch mit unserem eigenständig entwickelten V12 ohne übermäßiges Downsizing erreichen.“ Wir können Andy Palmer für diese Aussage und das exklusive Gespräch nur danken sowie hoffen, dass sein Plan aufgeht, damit uns Aston Martin noch lange erhalten bleibt.

BMW M5 Competition Edition – Streng limitiert

Mit einer Leistungssteigerung von 560 auf 600 PS und einem maximalen Drehmoment von 700 Nm steht er nicht gerade schlecht im Futter: Die Rede ist von keinem geringeren als dem BMW M5 Competition Edition. Der auf 200 Exemplare limitierte Business-Renner zählt zu den leistungsstärksten BMW aller Zeiten und will mit seiner individualisierten Optik, dem Competition Paket und viel Sonderausstattung noch einmal die Werbetrommel rühren. Read more

Aktuelle Suchanfragen:

Chevrolet Camaro – Zum Mustangfressen nach Südengland

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Der neue Camaro in seiner sechsten Generation zeigt sich dem Publikum von Goodwood.

Drei Tage lang, eine gefühlte Ewigkeit, muss er aus seinen grimmigen schräg geschlitzten Augen den ewigen Rivalen Mustang beobachten, der sich in Sichtweite selbstgefällig auf der Ausstellungsfläche des Festivals of Speed, kurz FOS genannt, präsentiert. Jedes Jahr aufs Neue und das seit 1993 öffnet Charles Gordon-Lennox, bekannt als Lord March, die Pforten seines Anwesens Goodwood zu einer riesigen Auto-Gartenparty, auf der es Oldtimer, Renn – und Supersportwagen zu bestaunen gibt.

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Jedes Jahr treffen sich im Sommer begeisterte Autonarren bei Woodstock-ähnlicher Atmosphäre in Goodwood.

Für Autohersteller eine gediegene wie prachtvolle Gelegenheit, sich Autofans mit ihren neuesten sportlichen Modelle vorzustellen. Chevrolet lässt es sich natürlich nicht nehmen, den neuen Camaro in seiner sechsten Generation hierher zu verschaffen. Ein um das andere Mal betatschen von Softeis und Pommes verschmierte Kinderhände sein bulliges Heck, schieben Mütter lächelnd ihre Kinderwagen gefährlich nahe an seinen edlen 20-Zoll-Felgen vorbei. Viel wohlgefälliger sind da schon die sehnsüchtigen Blicke der jungen und jung gebliebenen Männer. In schicken Polohemden, mit oder ohne Tattoo auf den Unterarmen, sammeln sie sich um den Hardcore-Amerikaner und beten ehrfürchtig seine Kennziffern herunter: 453 PS bei 5.700 Umdrehungen in der Minute, ein Drehmoment von 617 Nm bei 4600 Umdrehungen, Höchstgeschwindigkeit: 290 km/h und in 4,6 Sekunden von 0 auf 100 km.

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Im Camaro S arbeitet die 6,2 Liter Maschine aus der Corvette Stingray, angepasst an den Camaro, ebenfalls mit Direkteinspritzung, variabler Ventilsteuerung und Zylinderabschaltung.

Immer wieder schweifen neugierige Blicke auf seinen Motor, wenn die Haube mal einen Moment zur Ansicht gelupft wurde. Was kann denn schon Besonderes an diesem Achtzylinder sein, der nun mal klassisch amerikanisch auf Hubraum setzt. Das passt und passte zum Camaro – schon immer. Aber auch ein Urgestein spürt den Klimawandel: Chevrolet bestückt den Camaro inzwischen auch mit Sechszylinder und sogar Vierzylinder-Motoren. Ford hat es ja beim Mustang vorgemacht. Und weil die Europäer auch in Sachen Fahrverhalten mit ihren kurvigen Landstraßen anders als US-Kunden ticken, hat Chevrolet seinen Camaro für die alte Welt straffer abgestimmt und passend zu den europäischen Spritpreisen auch auf Verbrauch getrimmt. Die halbe Portion Achtzylinder leistet immer noch 270 PS, bringt 400 Newtonmeter auf die Kurbelwelle und soll nur 8,1 Liter auf 100 km verbrauchen.

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Der ZL1, der stärkste Camaro aller Zeiten, startet auf den Hill Climb.

Das Fachsimpeln der Besucher über Sinn und Zweck kleiner Motoren und die guten alten Zeiten unterbricht oder übertönt das martialische Kreischen aufgedrehter Motoren, wenn wieder einmal ein Auto über den berühmten Hill Drive, dem 1,8 Kilometer langen, sehr engen und von Strohballen gesäumten Parcours auf dem Gelände gejagt wird. Ring frei für den stärksten Camaro aller Zeiten, der ZL1 dreht seine Runde. Wie Musik klingt es in den Ohren, wenn der Achtzylinder mit 649 PS, einem maximalen Drehmoment von 868 Nm und offenen Abgasanlagenklappen von der Kette gelassen wird und endlich auch seine schwarzen Streifen auf dem Asphalt hinterlässt.

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Das Publikum von Goodwood vereint die Begeisterung für den Geruch von verbranntem Öl, Bier und Fish&Chips.
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Eine große Motorhaube, eine hohe Gürtellinie und schmale Fenster kennzeichnen den Camaro unverkennbar.
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Sechs Zentimeter kürzer, zwei Zentimeter schmaler und vier Zentimeter flacher als vorher.

Düfte von Chips&Fish, Lagerbier und verbranntem Gummi liegen noch in der Luft, die Party ist zu Ende  und die zivilere Variante des Achtender Ami Schlittens bahnt sich ihren Weg vorbei an den zertrampelten Rasenflächen des aristokratischen Anwesen. Jenseits des Ärmelkanals, den er mit dem Autozug und pausierendem Aggregat durchquert hat, inhaliert er gierig frische kontinentaleuropäische Luft mit einer Duftnote von frisch gemähtem Gras. Der Motor blubbert satt, die Kolben rotieren in den acht Zylindern mit 6,2 Litern Hubraum. Wann immer ein heimischer Bummler das Vorwärtskommen über Gebühr bremst, wirft sich der Camaro kurz ins Zeug und lässt ihn mit dem tiefen Grollen des archaischen Saugers hinter sich.

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Für den Fahrspaß im neuen Camaro mit dem Achtzylinder sollte man schon mal mindestens 45 900 Euro parat halten.

 

 

 

 

 

Text: Solveig Grewe / Fotos: Thorsten Weigl

 

 

Test: Ford Mustang 5.0 GT

Über 50 Jahre baut FORD bereits den legendären Mustang. Aber wir mussten lange auf ihn warten. Zu ungehobelt? Zu derbe? Zu durstig? Die Gründe, uns den Mustang vor zu enthalten, können vielfältig gewesen sein – aber sie sind endgültig Geschichte. Seit dem letzten Jahr gibt es das legendäre „Pony-Car“ nun auch ganz offiziell beim Ford-Händler. Die Zeit der US-Importe ist damit vorbei. Doch was kauft man sich da eigentlich? Ein Stück US-Kultur?

US-Boy sucht Fan

Test Ford Mustang 5.0 GT

Das Design des Mustang ist eine stete und vor allem sehr gelungene Evolution des klassischen Pony-Cars. Ohne die eigene Historie zu verleugnen, erfindet sich der Mustang dennoch immer wieder neu. Zwei Türen, ein flaches Dach, eine lange Motorhaube und mit 4,80 Metern alles, nur nicht klein. Unter der langen Haube gibt es eine Alternative. Es muss eine Entscheidung getroffen werden. Ein 2.3 Liter Vierzylinder – oder? ODER! Immer oder! Der Mustang braucht den V8, er will den V8. Auch wenn ein kleiner Vierzylinder mit Turboaufladung sparsamer sein könnte. Der V8 gehört zum Mustang.

Test Fahrbericht 003 Ford Mustang GT 5 Liter V8

 

Klare Botschaft

Die Grundform des Mustang, das stramm und sportlich auf der Gasse stehende Coupé, ist eine klare und deutliche Ansage. Da muss man sich nicht weiter in die Details begeben. An der Flanke weist eine 5.0 auf die inneren Werte hin. Nur die Ford-Pflaume, die verkneift man sich. Selbst am Kühlergrill prangt nicht das Ford-Logo, sondern ein Pferd im vollen Galopp, mit wehendem Schweif. Der Mustang. Kein Pony!

Die Ansage ist jedoch auch im Innenraum recht deutlich. „This is ‚america“. Da sieht dann verchromtes Plastik eben auch aus wie verchromtes Plastik. Und hartes Plastik ist hartes Plastik. Über die Verarbeitung lässt man sich auch nicht aus. Aber immerhin, die Show stimmt. Die Cockpit- und Ambientebeleuchtung lässt sich in drölfzig verschiedenen Farben einstellen, im „My Colour“-Modus sogar mit ganz individueller Note. Und wer im Dunkeln die Türen öffnet, dem wird das Mustang-Zeichen auf den Asphalt oder Bordstein geworfen. Show muss sein.

Dass er die ganz große Show unterstützt, zeigt das „Line-Lock“ Feature. Modus aktiviert und der Mustang blockiert nur die Vorderachse. Die Hinterachse darf dann im Burn-out die edlen Pirelli P Zero in Rauch verwandeln. Wozu das gut ist? Na – fragen Sie mal ihren 18-Jahre alten Junior …

Test Fahrbericht 002 Ford Mustang GT 5 Liter V8

Hier spielt die Musik

Es geht eben nichts über Hubraum. Und 5 Liter sind etwas, damit kann man dann auch arbeiten. Dem Achtender ist die Lebensfreude in den Block gegossen. Der Sound alleine ist die unfassbare Show. „Goosebumps“ nennt der Amerikaner die „Hummel-Titten“ auf dem Arm. Emotionen sind Klang, Klang ist emotional. Und das passt beim Ford Mustang. Der V8 reagiert ungewohnt leichtfüßig auf den Fahrerwunsch nach Drehzahl. Mal eben die Drehzahlmesser-Nadel schwindlig drehen lassen. Dem V8 alter Schule ist selbst das nicht fremd. Untermalt vom Brummel-Brabbel-Jubel-Sound des V8-Motors. So kann man das machen.

Es gäbe da eine Automatik. Echte Männer aber, die schalten von Hand.

Selbst wenn es ein wenig widerborstig ist, wie im Ford Mustang. Man verspürt die massiven Kräfte, die sich bewegen lassen müssen. Einfach mal locker die Kupplung lupfen? Durchaus nicht ganz simpel. Der Mustang spielt im Bereich Schaltung und Getriebe den Macho. Lässt seine Gene durchblicken.

Doch wie könnte man ihm bei diesem Klang irgend etwas übel nehmen? Sein Durchzug ist klassisch in Richtung Drehzahl orientiert. Man ist von den vielen Turbodiesel und deren Drehmoment-Fülle schlicht versaut, kurz kommt der Gedanke auf: Wozu sollte man sich auf einen Saugmotor-V8 einlassen, wenn Turbomotoren heute einfach alles besser können? Und dann vibriert ab gut 160 km/h auch noch die Motorhaube. Es ist viel Wind, der sich da irgendwo sammelt und dem Fahrer von Potentialen in der Aerodynamik berichten will. Doch wozu der Feinschliff, wenn man unter der Haube mit 421 PS und 530 Nm protzt?

Test Fahrbericht 012 Ford Mustang GT 5 Liter V8

Der Doppel-Whopper

Die vibrierende Motorhaube gehört zu den Punkten, die man einfach akzeptiert. Geschenkt. Dass der Mustang aber bei Tempo 260 über eine Bodenwelle hüpft wie ein schlecht getunter Golf GTI , ist bedenklich. Es gibt da eine Stelle auf der Autobahn A3 zwischen Flughafen-Frankfurt und Aschaffenburg, da stellt sich eine Querfuge in den Weg des ambitionierten Linke-Spur-Piloten. Es gibt Autos, die bringen bei 260 km/h dort nicht mal die Wimpern zum zucken. Der Mustang drückt sich kurz in die Federn, verliert dann ein wenig Traktion, die Traktionskontrolle will regulierend eingreifen und würgt dem Motor gleich einmal die ganze Leistung weg. Der Fahrer hängt sich derweil in die Gurte. Schafft das Vertrauen? Auf jeden Fall zeigt es wieder, in welche Richtung der Mustang geht. Wer ihn zügig bewegen will, braucht Eier. Punkt.

Fünf Fahrmodi lassen sich beim Mustang abrufen, Normal, Sport, Sport plus und Rennstrecke sowie Schnee/Nässe. Wer sich daran versucht, verstellt die Parameter für Lenkung, Gasannahme, Schaltzeitpunkte und ESP-Auftrag. Wobei die Übersetzung für „Track“ (Rennstrecke) mit dem Begriff Gelände im Testwagen noch immer den gleichen Fehler enthielt wie bereits im vergangenen Jahr zur Premiere des Ford Mustang in Deutschland.

Doch es muss nicht immer schnell sein. Souveränes Cruisen beherrscht der mittlerweile meistverkaufte Sportwagen der Welt ebenso. Das zügelt auch ein wenig den Durst des wilden Pferdes, der sich während unseres Tests zwischen 11,9 und 16,6 Litern pro 100 Kilometer bewegte und damit streckenweise sogar unter dem Normverbrauch.

Die Starrachse ist zwar nicht mehr an Bord – aber auch die Einzelradaufhängung ist eher für den US-Style of Drive entwickelt. Dafür kommen die deutschen Ford Mustang in Serie mit dem Performance-Paket. Das besitzt nicht nur die modifizierte Fahrwerksabstimmung, zusätzliche Streben im Motorraum und einen größeren Stabi an der Hinterachse, sondern auch die standfeste Brembo-Bremsanlage.

Beim schnellen Ausflug über winklige Landstraßen fehlt dem Mustang ein wenig das Feingefühl in der Lenkung. Vor allem in der Mittellage lässt sich kaum feststellen, was nun genau das Zentrum ist. ESP off und das Thema mit der Mittellage ist eh Geschichte. Der Mustang lässt sich dank seines aggressiv am Gas hängenden V8 im Prinzip zu jeder Zeit einfach quer um die Ecke werfen. Dass der Mustang kein Leichtgewicht ist, es spielt beim Quertreiben keine so große Rolle.

Fazit

Er ist eine Ikone. Er bleibt eine Ikone. Und wäre der Innenraum nicht mit den üblichen Unzulänglichkeiten gesegnet, wäre er übersichtlicher, leichter zu schalten und weniger durstig – es würde dennoch nicht mehr Spaß machen. Der Mustang lebt von seinem V8 und wer sich für die Ikone entscheidet, der kann nur eine Wahl treffen: Handschalter + V8. Punkt.

Test Fahrbericht 001 Ford Mustang GT 5 Liter V8

[toggle title=“Motor und Getriebe“]

Ford Mustang GT 5.0
Motor V8, Saugmotor, Direkteinspritzer
Hubraum 4.951 ccm³
Leistung 421 PS @ 6.600 U/min
Kraft 530 Nm @ 4.250 U/min
Getriebe 6-Gang Getriebe, manuell
Antriebsachse Heckantrieb, mech. Differentialsperre

[/toggle]

[toggle title=“Abmessungen und Fahrleistungen“]

Länge, Breite, Höhe  4.78, 1.91, 1.38
Radstand 2.720 mm
Leergewicht 1.720 kg
Wendekreis 12,2 m
Höchstgeschwindigkeit 250 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h 4,9 sec
Normverbrauch 13,5l /100 km

[/toggle]

[toggle title=“Verbrauch im Test“]

Alltagsfahrer 12-13 l / 100 km
Öko-Experte 9,2 l / 100 km
Außendienst-Modus 21 l / 100 km
 Neue Normrunde (klein) 10,8 l / 100 km

[/toggle]

 

(Fotos: Ford)

Aktuelle Suchanfragen:

Erste Fahrt: Mercedes-AMG C-Klasse Cabriolet C63s

Das C ohne Dach, mit feisten 4.0 Litern und Druck bis zum Abwinken, ist Teil der größten Modell-Offensive, die man bei AMG, pardon, Mercedes-AMG, je aufgefahren hat. Und es ist die sündige Versuchung, ein Genussmobil mit dem Herzen eines Racers zu verbinden. Ein Fahrbericht von der ersten Ausfahrt, zwischen Triest und slowenischem Niemandsland.

Das C63s Cabriolet von Mercedes-AMG im ersten Fahrbericht

Schönes Biest

Schalensitze im Cabriolet. Klingt nach Eiscreme im Plastikdispenser. Doch wer das Hot-V Aggregat unter der Motorhaube sitzen hat, der sollte, weil es einfach besser ist, gewappnet sein. Im C-Klasse Cabriolet aus der Affalterbacher Donnerschmiede kombiniert man die Würgegriff-Sitzschalen mit dem Gurtbringer. So ein Gurtbringer ist bei Cabrios und Coupés durchaus sinnvoll. Die weit zurückgesetzte B-Säule würde den Griff zum Gurt sonst nur in Arbeit ausarten lassen. Und wer Cabriolet fährt, der will gerade jetzt erstmal genießen – nicht arbeiten. Im Falle des C63s Cabriolets genießt man die Arbeit des V8 Bi-Turbotriebwerks. Zusammen mit dem 7-Gang Sportgetriebe (Ja. Natürlich ist es automatisch!) kennt das 510 PS Triebwerk eine beeindruckende Spannweite an Willensbekundungen. Von leise blubbernd und – was ist eigentlich die Steigerung von – souverän schiebend bis lauthals brüllend und im zornigen Trommeln des 90°-Zündwinkels die Besatzung den G-Kräften unterwerfend.

Mercedes-AMG 060 Erste Fahrt C63s Cabriolet

Kein Mensch braucht die 510 PS im Cabriolet

Gelogen. Denn wer sich der überzeugenden Quer- und Längsdynamik verpflichtet fühlt und sich gleichzeitig die volle Prise Open-Air-Feeling gönnen will, der kommt am neuen C63s-Cabriolet nicht vorbei. V8 Bi-Turbo und Cabriofeeling? In dieser Klasse einzigartig. Die AMG-Kur verstärkt zudem die Optik des Cabriolets auf ein beinahe erotisches Level. Breite Spur, massive Radhäuser – sowohl vorne als auch hinten wächst das Cabriolet massiv in die Breite. Vorne sind das 6.4 Zentimeter mehr Breite, hinten gar 6.6 Zentimeter. Die s-Version der C63-Variante rollt in Serie auf 19-Zoll Felgen mit einer Breite von 9 Zoll vorne und 10.5 Zoll hinten. Die Spur der Hinterachse ist um 2.5 Zentimeter breiter gegenüber den Basismodellen. Eine gänzlich eigene Hinterachskonstruktion (wie bereits beim Coupé) übernimmt die Verantwortung für das massive Auftreten und die pornöse Optik.

Und so steht gerade die AMG-Version des Cabriolets in einer optischen Dominanz auf der Straße, dass man als Fahrer durchaus über ein gesundes Selbstvertrauen verfügen sollte, bevor man vor der Eisdiele parkt.

Mercedes-AMG 016 Erste Fahrt C63s Cabriolet

Auch offen ein echter AMG

Der V8 gehört zu den Triebwerken, die in Affalterbach von Hand zusammengebaut werden. Und das ist gut so. Während AMG aber zudem eine aufwendige Differenzierung der beiden C63 Modelle betreibt – so hat der eine (C63) eine Bremsanlage mit 360 mm Durchmesser an der Vorderachse und der andere (C63s) eine 390 mm große Scheibe, der eine (C63) ein rein mechanisches Hinterachsdifferential und der andere (C63s) ein elektronisch geregeltes, der eine (C63) rollt in Serie auf 18-Zoll und der andere (C63s) auf 19-Zoll – so echt und authentisch sind dennoch ihre AMG-Gene. Oben offen, quer und im Drift mit rauchenden Reifen über die Rennstrecke? Natürlich ist das auch im Cabriolet möglich. Ehrliches Feedback von der Vorderachse, eine Präzision, wie man sie beim Cruisen nicht braucht. Fast schon eine Dosis zu viel von allem. Zuviel Leistung zum Flanieren. Ein Fahrwerk mit immensen Reserven. Die Präzision eines Skalpells für den Alltag eines Buttermessers.

Mercedes-AMG 031 Erste Fahrt C63s Cabriolet

Dynamik auf Knopfdruck

Dass man sich per Knopfdruck dem Sport verpflichtet fühlt, gehört heute zum guten Ton. Auch dem C-Klasse Cabriolet im AMG-Kleid gehen diese Ambitionen nicht ab. Im Gegensatz zu den normalen Brüdern besitzen die AMG-Varianten keine Luftfederungs-Option, adaptive Dämpfer sind dennoch on board. Und eine Fokussierung auf die Dynamik bei den Dynamic Select Fahrprogrammen. Der Race-Modus schärft die Gasannahme, verkürzt die Schaltzeiten auf ein Minimum und öffnet die Auspuffklappen für das martialische Soundgewitter des Achtzylinders. Zudem lockert es die Leinen des ESP-Systems und ermöglicht sachte Driftwinkel.

Im Alltag ist der Comfort-Modus richtig. Es bleibt ein solides Maß an Restfederkomfort, Senioren werden durch das Overrun-Brabbeln und Rotzen des V8 nicht zu Tode erschreckt und die dynamischen Motorlager spielen die Komfortnummer. Dass man sich im schärfsten Cabriolet der Neuzeit befindet, spürt man dann – fast– nur noch am unfassbar sämigen Schub bei niedrigsten Drehzahlen.

Mercedes-AMG 023 Erste Fahrt C63s Cabriolet

Performance-Master mit Stoffverdeck

Zwei Dinge passen nicht zusammen. Die 4.1 Sekunden auf 100 km/h und die 20 Sekunden für das Stoffverdeck. Denn das lässt sich offiziell nur bis Tempo 50 öffnen. Wer also genussvoll das Verdeck öffnen will und dabei von einer zu früh eintretenden Grünphase an der Ampel überrascht wird, der sollte nicht per Kickdown zur nächsten Ampel donnern. Abseits von diesem Spurt-Szenario sind die 20-Sekunden für das dreilagige Stoffverdeck zügig genug, die 50 km/h-Grenze im Alltag schnell genug.

Airscarf: Problem gelöst

Wer es nicht mitbekommen hat. Mercedes hat das „urplötzlich“ auftauchende Airscarf-Problem in aller Stille gelöst, erzählt auch der Presse nichts über den Lösungsweg und kündigt nur an, Airscarf wie gehabt weiter produzieren zu können. Wobei dieses Problem den geneigten AMG-Käufer sowieso nicht tangiert, hier muss man aufgrund der Klemmstocksitze auf den Nackenföhn verzichten.

Fazit: Sieger nach PS und Lustfaktor

Auf der nach oben offenen Skala der plötzlichen „Haben-Will“ Automobile nistet sich das C63s-Cabriolet auf Anhieb auf einer Pole-Position ein. Sinnlos, weil offen eh nie so schnell wie das Coupé und für den einfach nur „Offen- Fahrspaß“ schmerzhaft teuer, triggert die Kombination aus Leistung und Cabrio-Lust dennoch ein Zentrum in dem Hirnareal an, das sofortige Endorphin-Ausschüttung verantwortet. Alles richtig gemacht. Mal wieder. 

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V8-Diesel – Der VW-Konzern setzt auf Big-Block

Mit der Präsentation des Audi SQ7, derzeit das stärkste Diesel-SUV weltweit, feiert auch der intern genannte Motor EA 898 sein Debüt. Das Vierliter-V8-Dieselaggregat wurde komplett in Ingolstadt entwickelt, bleibt aber nicht allein Audi vorbehalten. „Wir streben eine konzernweite Verwendung an“, sagt Andreas Fröhlich von der Aggregate-Entwicklung. Der EA 898 ersetzt den bisherigen 4,2-Liter-V8, wie er derzeit noch im Audi A8 und im Porsche Cayenne S Diesel verwendet wird.

Der Volkswagenkonzern bleibt damit der weltweit einzige Hersteller im Pkw-Segment mit einem V8-Dieselmotor. BMW und Mercedes-Benz haben sich bereits seit Längerem von dieser Bauweise verabschiedet, setzen stattdessen auf kleineren Hubraum und Sechszylinder. Die jüngste Neuentwicklung von BMW, ein Reihensechszylinder-Diesel mit Vierfach-Turboaufladung wird in München bereits intern als „V8-Fighter“ angesehen. Die Stuttgarter kehren vom V6-Diesel sogar auf die Reihenanordnung L6 zurück. Der OM 656 befindet sich derzeit in der finalen Entwicklungsstufe, wird vermutlich noch in diesem Jahr seinen Serienanlauf starten. „Wir sehen den V8-Diesel im Konzern als USP“, sagt Audi-Entwickler Fröhlich.

Grundsätzlich passt der V8-Selbstzünder in alle Fahrzeuge, die auf dem modularen Längsbaukasten MLB evo basieren. Doch nicht nur das. Porsche könnte diesen Motor bereits im nächsten Panamera verwenden, der auf der MSB (Sportwagen-Plattform) steht. Damit dürfte der Weg auch für den nächsten Bentley Continental frei sein. Zunächst aber soll der High-Tech-Selbstzünder den Bentley Bentayga antreiben. Erstmals nagelt dann unter einer Bentley-Haube überhaupt ein Dieselmotor. Ebenso vorgesehen ist der EA 898 für den kommenden Porsche Cayenne und den VW Touareg. Denkbar ist auch die Lieferung an Lamborghini. Dort entsteht das SUV-Modell Urus.
Bei Audi kommen nicht nur Fahrer des SQ7 und des nächsten A8 in den Genuss von gigantischen 900 Newtonmeter Drehmoment, sondern auch Käufer der zweiten A7-Generation und des SUV-Flaggschiffs Q8. Ob der EA 898 eine Stufe tiefer den nächsten A6 befeuern wird, ist noch nicht entschieden. Möglich wäre es. Versuchsträger sind bereits unterwegs.

Der EA 898, wie er im Flaggschiff Q7 eingebaut wird, soll zudem Audis Anspruch „Vorsprung durch Technik“ zu neuem Leben verhelfen. In dem 435 PS starken Hightech-Aggregat mit Biturboaufladung kommt zum ersten Mal im Automobilbau ein elektrisch angetriebener Verdichter zum Einsatz, der seine Energie aus einem 48-Volt-Teilbordnetz erhält. Innerhalb von einer viertel Sekunde beschleunigt das Verdichterrad von null auf 70.000 U/min und unterstützt den ersten der beiden Turbolader beim frühen Druckaufbau. Das Resultat verblüfft. Das Drehmomentmaximum von 900 Nm stellt der Dieselmotor schon bei 1000 U/min bereit – einmalig im Segment des Achtzylinders. „Das Turboloch gehört der Vergangenheit an“, sagt Klaus Bugelnig, Technischer Projektleiter. Der Leistung steht ein Normverbrauch von nur 7,2 l/100 km entgegen. Bugelnig: „Der Audi SQ7 ist für uns ein zentraler Botschafter für Vorsprung durch Technik.“

(Michael Specht/SP-X)

Landsitz: Range Rover 5.0 SVAutobiography

Natürlich besitzen alle Eigentümer eines Range Rover ein Landgestüt, gehen in ihrer Freizeit einem elitären Sport nach und würden nie etwas auf Ihre Majestät, die Königin, kommen lassen. Oder so. In der Realität dürfte dem Großteil der Range-Käufer das britische Königshaus wumpe sein und der Range Rover ist doch eher bequemes Reise- und Prestigemobil denn Gelände-Hochsitz. Dabei gehört der Range Rover zu den Vertretern der Gattung: „Wir können es auch im Gelände richtig.“

Kurz gefahren: Range Rover 5.0 SVAutobiography

No sports, please

Man sitzt wirklich weit oben. Fahrer von Kleintransportern blicken auf. Doch dieser Range ist unter seinen Brüdern vom Schlage Range Rover noch einmal etwas besonderes: Langer Radstand, Fünfliter V8 mit Aufladung per Kompressor und eine Innenausstattung, die manche Eigentumswohnung in Upper Manhattan ärmlich erscheinen lässt. Willkommen im „LWB Autobiography“. Dem Range Rover mit dem „bisschen mehr“. Von allem.

Test Fahrbericht 65 Range Rover LWB V8 SVAutobiography

Das fängt bei der Länge an. Mit 5.20 Metern und der Höhe eines Einfamilienhauses ist der Range Rover vor allem in der LWB-Version eine unfassbar präsente Erscheinung auf der Straße. Der Range Rover wirkt nicht groß. Er ist groß. Und wer sich die „vollste“ der „vollen Hütten“ gönnt, der erhält einen V8 Kompressor, der in der SVAutobiography-Version noch einmal zusätzlich „aufgeblasen“ wurde. Mit 550 PS ist dies der vermutlich schnellste Landsitz, den man sich als Adliger zulegen kann.

Und für den Adel ist dieser Range auch gedacht. Denn das auf dem Autobiography basierende Testfahrzeug wurde von den Spezialisten der Konzern eigenen Truppe Special Vehicles noch einmal so ordentlich ran genommen. Was dem Mercedes der Maybach, ist dem Range Rover nun der „SVAutobiography“. Die Vergleichbarkeit des großen Range ist fast nicht mehr möglich. Einzig der neue Bentayga von Bentley schafft es unter Umständen, noch eine gemeinsame Basis zu finden.  Im Gegensatz zum Bentayga darf der Range Rover jedoch auf Generationen von überzeugten Aristokraten zurückblicken und die wissen, was sie am großen Range haben.

Test Fahrbericht 133 Range Rover LWB V8 SVAutobiography

Welcome to the lounge

Theoretisch darf man sich die SVAutobiography-Ausstattung zu jedem Range Rover ordern. Aber nur im „LWB“ und dem feisten Kompressor-V8 macht es so richtig Laune. Wenn, dann richtig. Ein Kaminzimmer plant man ja auch nicht in einer Studenten-Bude ein.

Zudem bekommt der SVAutobiography-Range neben den Massage-Loungesesseln und dem überwältigend verwendeten Leder auch eine PS-Spritze. 40 PS und 55 Newtonmeter plus. Auf dem Papier. Einmal in Fahrt, kommt es auf die Details eh nicht mehr an. Er spurtet aus dem Startblock, als wäre ein Pfändungsbescheid am Schlosstor hinterlegt. Mit dem Gaspedal sollte man also sensibel umgehen. Zu schnell verliert man sonst in Reihe zwei die Contenance. Und Beschwerden hört man in Reihe eins eh kaum noch. Zu groß der Abstand zwischen den Sitzreihen.

Dass der wüst mit Newtonmetern um sich werfende V8 so gefühlvoll agieren kann, ist auch ein Verdienst des Automatikgetriebes. Die von ZF stammende Achtgangbox hält einfach stets die korrekte Übersetzung parat und fällt – sinnigerweise – gerne in einen Modus, in dem man sich vom Drehmoment des Kompressor-V8 treiben lässt.

Test Fahrbericht 83 Range Rover LWB V8 SVAutobiography

Landsitz bis Tempo 250

Trotz der 22-Zöller, ein Range Rover ist immer auch einer, den man mit ernsthaften Absichten durch das Gelände jagen kann. Aber man macht es nicht. Nicht mit dieser Variante. Viel zu schade wäre es um Hochfloor-Teppich und Edelhölzer. Und auch dem Lack will man keine Schmutzspritzer verpassen. Tätscheln, streicheln und einfach darin sitzen bleiben. Den Komfort erleben. Und das soll sogar bis Tempo 250 machbar sein. Wir haben es nicht ausprobiert. Wir widerstanden auch der Verführung, den Offroad-Talenten auf das Leder zu gehen. Nein. Genießen mit allen Sinnen war angesagt.

Der Range Rover ist, gerade als LWB SVAutobiography, die ideale Ergänzung zum mondänen Landsitz – oder, falls der Pfändungsbescheid am Schloßstor kein Alptraum war, der einzig ernsthafte Ersatz zum Landsitz.

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News: Jeep mit extrovertierten Konzepten im Markenstil

Die Easter Jeep Safari jährt sich zum 50. Mal und das will man beim amerikanischen Geländewagenhersteller mit sieben neuen Concept-Cars sowie eine Vielzahl von Mopar- und Jeep-Performanceteilen feiern. Dabei betont jedes dieser Modelle, wie robust und anachronistisch die Marke sein möchte, obwohl die Verbindung mit Fiat diese Identität teilweise etwas weichspült. Ein kurzer Überblick über die Konzepte, die uns erwarten. Read more

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News: Audi SQ 7 – SUV mit Diesel-Dampf

Das neue Topmodell der Oberklasse-SUV von Audi hört auf den Namen SQ7. Wie man es vom kleiner Bruder SQ5 kennt, gibt es das Flaggschiff mit einem Dieselantrieb. Beim SQ7 ist allerdings kein weiteres Aggregat vorgesehen, wie beim SQ5. Klotzen anstatt zu kleckern schien die Devise bei der Entwicklung des imposanten Ingolstädters, schließlich schlummert unter seiner Haube ein dreifach aufgeladener Turbodiesel , der sicherlich noch in anderen Baureihen für Schub sorgen wird. Zunächst aber zum Audi SQ7.

Static photo, Colour: Sepang Blue

435 PS leistet der Selbstzünder. Das ist nicht weit entfernt von den 500 Pferden, die einst der Audi Q7 V12 TDI auf seine dicke Kurbelwelle hievte. Die Tuner werden sich früher oder später ohnehin am SQ7 vergreifen und ihm noch mehr auf die Sprünge helfen, also es die Ingolstädter schon tun. So hat der Selbstzünder drei Lader unter seiner großflächigen Haube. Einer davon ist rein elektrischer Natur und will mit einem konkurrenzlosen Ansprechverhalten für sich werben. Damit soll die Anfahrperformance optimiert werden, sodass das berühmte Turboloch der Vergangenheit angehört. Hinzu gesellen sich zwei gewöhnlich Abgasturbolader, die in Reihe geschaltet sind und damit dem Prinzip der Registeraufladung folgen. Demnach arbeitet der erste Turbo bei geringer Last, während sich der zweite bei hoher Last zuschaltet.

Audi SQ7 TDI

So ausgerüstet stemmt der Audi SQ7 gewaltige 900 Newtonmeter, die über einen klassischen, permanenten Quattro-Antrieb auf alle vier Räder geleitet werden. Damit kann der neu entwickelte 4-Liter V8-Diesel das große SUV in 4,8 Sekunden auf 100 km/h drücken und mit einer Höchstgeschwindigkeit von 250 Stundenkilometern Entfernungen schmelzen lassen. Übertragen wird die Kraft mittels einer neu entwickelten Achtstufen-Tiptronic, die nicht nur in Windeseile schaltet, sondern auch auskuppeln und segeln kann. Insgesamt soll sich, durch die Verwendung des elektrischen Turbos, ein Einsparpotential zeigen, das nicht von schlechten Eltern ist. 7,4 Liter sollen durchschnittlich durch die acht Brennräume fließen, was eher Sechszylinders-Niveau entspricht.

Audi SQ7 TDI

Für die entsprechende Soundkulisse sorgt ein Soundaktuator, der den Achtzylinder-Sound eines Benziners nachahmt. Das soll nicht ganz so gekünstelt klingen, wie man es bislang kannte. Bei Nichtgefallen kann der Fahrer aber nun Einfluss auf dem Klang nehmen und das Spektakel schärfen oder schüren – je nach Lust, Laune und Situation. Die Einstellung erfolgt über das Audi drive select. Wer es mit dem Dickschiff richtig bunt treiben möchte, der kann optional ein Fahrdynamikpaket dazu bestellen, das drei Komponenten bietet: ein Sportdifferenzial, eine elektromechanische, aktive Wankstabilisierung sowie eine Allradlenkung. Angesteuert wird all dies von einem zentralen Fahrwerkssteuergerät. Durch die Bündelung dieser Funktionen in nur einem Steuergerät kann eine optimale Vernetzung und Abstimmung der verschiedenen Komponenten gewährleistet werden. Das Resultat soll das, je nach Situation, bestmögliche Fahrverhalten sein.

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News: Jaguar F-Type SVR – Die Raubkatze im Detail

Das Bessere ist des Guten Feind, das war schon immer so. Und da der Mensch immer mehr möchte, frei nach dem Motto „höher, schneller, weiter“, setzt Jaguar auch noch eins drauf und krönt die Spitze der F-Type-Varianten mit dem SVR. Alle Details, alle Leistungsdaten und die wichtigesten Features des sportlichen Coupés liegen nicht mehr im Verborgenen und wollen preisgegeben werden. Die Details zeigen die nächsten Zeilen. Read more

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News: Bentley Flying Spur V8S – Die sportliche Seite des Luxus

Es ist nicht so, als hätte ein Bentley Flying Spur zu wenig Leistung. Allein die „kleinste“ Motorvariante liefert 507 PS an alle vier Räder. Etwas mehr leistet der neue Bentley Flying Spur V8 S und reiht sich damit zwischen der Einstiegsversion – wenn man das so sagen darf – und der Topmotorisierung, dem W12, ein. Dabei hat der V8 S den Charakter des Sportlers inne, wenn man bei einer Luxus-Limousine dieses Formats überhaupt davon sprechen kann. Aber dieser Flying Spur will von den drei Varianten am meisten das Fahrerauto sein, das von seinem Eigner auch gern mal selbst pilotiert wird, wenn er keine Lust hat hinten rechts zu sitzen. Read more

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Getaway: Pretty Woman am Rodeo Drive

Erinnerst du dich an Pretty Woman? Den Film mit Julia Roberts und Richard Gere? Julia Roberts spielt ein leichtes Mädchen, genauer: die Prostituierte Vivian Ward. Der „schöne“ Richard Gere den reichen Geschäftsmann Edward, der wiederum Gefühle für die Liebes-Expertin entwickelt. Oder so. Auf jeden Fall gibt es diese eine Szene, in der „Pretty Woman“ zum Einkaufen geht. In ihrer ganz eigenen Arbeitskleidung. Sie betritt eine edle Boutique und die beiden Verkäuferinnen lassen Julia Roberts in ihrer Rolle als Vivian überheblich und süffisant auflaufen. Diese Szenen spielten am Rodeo Drive. Der wohl teuersten Einkaufsmeile der USA.

Einmal fühlen wie Pretty Woman

Im Aston Martin Vantage GT Roadster über den Rodeo Drive

Im Nordwesten der Hollywood-Metropole Los Angeles liegt der Rodeo Drive. Gucci, Prada, Versace, Dolce & Gabbana und Armani. Es sind die ganz großen Namen, die dort zu finden sind. Und es sind die „Schönen und Reichen“ Hollywoods, die dort zum Shopping gehen wie du und ich sonst in der Outlet Mall. Schon lange ist der Rodeo Drive aber mehr als nur das Kreditkarten-Armageddon der „Oberen Zehntausend“. Die gut einen Kilometer lange Straße ist auch ein Magnet für Touristen geworden. Für Schaulustige. Für Menschen, die dem „Pretty Woman“ Feeling nachgeben wollen.

Waren es bis vor ein paar Jahren vor allem Hollywood-Stars und Öl-Scheichs, die sich am Rodeo-Drive die Koffer füllten, spricht man heute gerne mal chinesisch an der teuersten Shopping-Meile.

Ich persönlich kaufe meine Unterhosen ja eher bei Ross als bei Armani, doch auch für den geneigten Auto-Blogger bietet der Rodeo Drive einen kurzweiligen Zeitvertreib. Sehen und gesehen werden wurde vermutlich hier erfunden. Unsere Pretty Woman kommt an diesem Tag aus England. Der Aston Martin GT Roadster in einer auffälligen Kontrastlackierung. Alloro Green mit gelben Akzenten. In etwa so unscheinbar wie Vivian Ward bei ihrem ersten Besuch in einer Boutique am Rodeo Drive.

Aston Martin 086 2 Rodeo Drive Hollywood

Aston Martin GT Roadster

Der 4.7 Liter V8 grummelt an der Ampel Ecke Rodeo Drive El Camino Drive ungeduldig vor sich hin. Shopping ist ja gar nicht so seins. Ginge es nach den 430 PS unter der Haube des britischen Beau, dann würden wir jetzt den Mulholland Drive entlang cruisen. Uns mit Mühe an die restriktiven 35 Meilen per Stunde dort halten. Im Schatten einer lang gezogenen Kurve das automatisierte Sieben-Gang Getriebe zwei Gänge herunterschalten lassen, den V8 in seine Hoonigan-Ära drehen lassen. Wenn sich kurz unterhalb von 5.800 Umdrehungen die britische Kultur der Zurückhaltung verabschiedet, es aus den beiden armdicken Endrohren erregend von einer so simplen Sache wie dem Gaswechsel frohlockt, dann erhalten die beiden Insassen ein exklusives Konzert für Freunde edler Verbrennungsmaschinen.

Zielrichtung? Westen. An die Küste. Im Herzen des Aston Martin Vantage GT Roadsters pocht die Sehnsucht nach Sonne. Lebensfreude mixt er dann doch lieber mit Sunblocker-Duft und V8-Brüllen denn mit teuren Park-Tickets.

Aston Martin 078 Rodeo Drive Hollywood

Ein wenig wie Pretty Woman in der Designer-Boutique

Doch zuerst muss die sündige Meile der Edel-Boutiquen abgehandelt werden. Die Payback-Bonuskarte darf getrost zuhause bleiben. Wer hier einkauft, kennt den Stand seiner Kreditkarte nicht. Wozu auch. Limit ist für die Menschen gedacht, die nach dem Einkauf die Cent-Münzen in den Parkscheinautomaten werfen.

Unser Aston Martin Vantage hat die richtigen Gene, um sich zwischen Louis Vuitton und Patek Philippe trittsicher zu bewegen. Ganz ohne sich deswegen um seine Rennwagen-Gene zu bemühen. Ein steifes Rückrat aus Aluminium, eine perfekte Gewichtsbalance dank Transaxle-Getriebe an der Hinterachse? Ein Ölsumpf für den Sportmotor. Hier am Rodeo-Drive so wichtig wie der Schufa-Background-Check bei chinesischen Tech-Milliardären.  An der Vorderachse drehen sich die 380 mm großen Karbon-Scheiben. Gelb eingefärbte Faustsättel langweilen sich zwischen den Ampelstopps. Diese Bremsen warten auf das Ende der Hunaudières-Gerade. Das Sperrdifferential macht sich schwerlich locker, als es in Richtung Malibu geht. Langeweile für die Hardcore-Technik des Briten.

Sicher. Du fährst am Rode-Drive mit dem Engländer vor, als wäre es dein gänzlich natürliches Habitat. Sehen und gesehen werden. Unser aufrichtig ernsthaft von der Leidenschaft gezeichneter Roadster mit seinen gelben Zierfarben schüttelt sich dennoch. Leicht unwohl ist ihm in seiner Rolle – ähnlich Vivian bei ihrem ersten Besuch in der Mode-Boutique am Rodeo-Drive.

Aston Martin 114 Rodeo Drive Hollywood

Nur im Aston Martin lässt dich niemand auflaufen

Doch die Show gehört zu den Amerikanern. Und wenn man die Last zwischen Rolle und Persönlichkeit irgendwo perfekt versteht, dann ist das eben in Hollywood. Hier erkennen sie den Schauspieler. Sie erkennen aber auch das Talent. Daher nickt man dem Aston Martin freundlich zu. Man erkennt die spezielle Persönlichkeit. Man akzeptiert seine Rolle als Rennpferd im Pony-Laufstall. Und Neid ist an der Westküste auch ein unbedeutendes Wort aus vier Buchstaben. Egal, wie man sich den eigenen Aston Martin verdient hat, man hat ihn sich verdient und dafür gibt es die Daumen hoch. Egal wo. Dem Vantage bleibt, trotz seiner Kontrastfarben-Schminke das Schicksal von Pretty Woman erspart und am Ende einer kurzen Schnupperrunde entlang des Rodeo Drive habe ich ihn an die US-1 geführt. Diese wunderbare Straße entlang der Brandung des Pazifiks. Der Geruch von Salz, der Wind in den Haaren, das Kreischen der Möwen.

Egal, wie edel dieser Rodeo Drive ist, war, wird, das Glücksgefühl einer Ausfahrt im offenen Roadster von der Insel, dessen Motor im übrigen aus Köln kommt, wird man mir damit nicht schenken können. Dann doch lieber den authentischen Sound des Achtenders, die kompromisslose Klarheit seiner Lenkung und das automatisierte Schaltgetriebe von Hand befeuert zwischen Gang drei und sechs … das absurde Tempolimit natürlich immer im Augenwinkel!

Aston Martin 021 2 Rodeo Drive Hollywood

 

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Premiere in Detroit: Lexus LC 500 – Das Über-Coupé

Coupélinien, V8 und Hinterradantrieb – Lexus hat mit dem LC 500 ein besonders emotionales Paket geschnürt. Aber auch Technik-Freaks mit Zahlenfetisch kommen auf ihre Kosten.

Lexus stellt auf der Auto Show in Detroit (11. bis 24. Januar) ein Luxus-Coupé mit V8-Motor vor. Der 2+2-sitzige LC 500 soll mit 348 kW/473 PS unter anderem gegen Modelle wie BMW 6er, Mercedes SL oder Porsche 911 antreten. Seine vornehmste Aufgabe ist jedoch die Beschleunigung des Markenimages, die auch dank rasanten Designs gelingen soll. Auf den deutschen Markt kommt der Zweitürer wohl erst 2017.

Optisches Vorbild des LC 500 ist die Studie LF-LC, die erstmals vor vier Jahren an gleicher Stelle präsentiert wurde. Auch das 4,76 Meter lange Serienmodell zeigt die klassischen Coupé-Proportionen mit langer Schnauze und kurzem Heck. Auffällige Gestaltungsmerkmale sind der extra große Kühlergrill sowie Lufteinlässe vor jedem Rad. Der Innenraum ist dezidiert luxuriös und edel gehalten, zeigt mit seinem stark fahrerzentrierten Cockpit aber auch sportliche Ambitionen.

Für den Antrieb sorgt der 5,0 Liter große Achtzylinder-Saugmotor, der bereits im Mittelklassecoupé RC F und in der Sportlimousine GS F Dienst tut. Neu hingegen ist das Getriebe, eine Zehngang-Automatik – eine der ersten ihrer Art in einem Serienauto. In Europa zumindest bildeten bislang Mercedes und ZF mit jeweils neun Gängen die Spitze der technischen Entwicklung, Standard sind heutzutage sechs bis acht Stufen. Der neue Lexus-Automat transferiert 527 Nm Durchzugskraft vom Motor Richtung Hinterachse und beschleunigt das Coupé in weniger als 4,5 Sekunden auf Tempo 100. Angaben zum Verbrauch macht der Hersteller nicht.

Auch bei der Elektronik will der LC 500 der Rolle als Marken-Flaggschiff gerecht werden. So feiert in ihm ein neues Multimediasystem Premiere, das serienmäßig ein Highend-Soundsystem umfasst. Für Sicherheit an Bord sorgen unter anderem Notbrems-, Fernlicht- und Spurhalteassistent. Ein Preis nennt Lexus noch nicht; er könnte aber knapp sechsstellig ausfallen.

Erste Fahrt: Der neue Lexus GS-F

Spanien, Madrid, Jarama Circuit. Noch nie davon gehört? Gut, dann sind Sie vielleicht einfach zu jung, um die Glanzzeiten der 4,8 Kilometer langen Rennstrecke vor den Toren der spanischen Hauptstadt erlebt haben zu können, oder Sie interessieren sich überhaupt nicht für die Formel 1. Ja, auf diesem rauen, schmalen Asphaltband wurde tatsächlich mehrmals zwischen 1968 und 1981 der GP von Spanien ausgetragen. Kaum zu glauben, wenn man heute die Boxengasse verlässt und die erste Spitzkehre anbremst. Auslaufzonen? Keine oder in einem Zustand, dass man auf keinen Fall darin landen möchte. Dazu ist der Kurs im Uhrzeigersinn auch noch verdammt anspruchsvoll mit nicht einsehbaren Kurven, Kuppen und Senken. Das alles muss mein-auto-blog.de ausgerechnet in einem fünf Meter Schiff mit 1,9 Tonnen Lebendgewicht erfahren. Doch wer kommt denn überhaupt auf eine solche Idee? Lexus, denn die japanische Marke präsentiert der internationalen Presse genau hier ihr viertes Sportmodell, den GS-F.

Platzhirsch auf japanisch

Lexus GS-F im ersten Fahrbericht

Noch einmal ohne Turbo

Man muss schon verdammt überzeugt von seinem Produkt sein, wenn man den direkten Wettbewerber zu Audi RS7, BMW M5 und Mercedes-Benz E63 AMG ausgerechnet auf diesem vergessenen Rundkurs in die Hände der hetzerischen Journalistenmeute gibt und sie danach sogar noch auf die gottverlassenen Sträßchen ins madrilenische Hinterland schickt. Ein hoffnungsloses Unterfangen? Nun, es kommt noch schlimmer. Während Ingolstadt, München und Stuttgart ihre V8 Ballermänner schön längst mit der Hilfe von Turboladern mit weniger als 550 PS gar nicht erst an den Start schicken, kommt der Lexus GS-F unter Mühen auf 477 PS, denn ihm fehlt die Zwangsbeatmung und somit auch der Hammer des Herrn Newton, der bei den deutschen Limousinen bereits kurz über der Leerlaufdrehzahl erbarmungslos zuschlägt.

Spiel, Satz, Sieg

Doch wer jetzt glaubt, das Spiel ist schon entschieden, bevor es angepfiffen wurde, der täuscht sich. Denn der Lexus überrascht. Dazu zählt natürlich zuerst einmal das expressive Design, das die Toyota Tochter ihren Baureihen seit einiger Zeit angedeihen lassen darf. Beim GS-F bedeutet dies, dass der 2012 etablierte sanduhrartige „Diabolo Kühlergrill“ sich noch etwas dreidimensionaler über die 1,85 m breite Front spannt, nur noch begrenzt von Kühllufteinlässen und grimmig dreinschauenden Bi-LED Scheinwerferschlitzen. Am Heck dominiert dagegen die Batterie der vier trapezförmigen Auspuffendrohre, die mittlerweile ein Erkennungszeichen für die F-Modelle geworden sind und zwischen dem Diffusor feuerbereit hervorlugen. Ja, den eigenen Stil hat Lexus mittlerweile gefunden und als Premium-Sportlimousine (so sagt es Lexus über den GS-F) versprüht der Viertürer auch die notwendige Aggressivität. Das Design der japanischen Marke polarisiert dabei ganz bewusst und zeugt auch von dem erwachsenen Selbstbewusstsein, das sich die Marke seit ihrer Gründung 1989 erarbeitet hat.

Eine weitere Überraschung ist das Interieur. Wo das 2014 präsentierte RC-F Coupé im Innenraum noch etwas gefangen scheint in der Endlosschleife des für die Japaner so typischen 80er Jahre Stylings, glänzt der große Bruder mit feinen Akzenten. Nein, dem Perfektionswahn in Haptik, Materialmix und intuitiver Bedienung der deutschen Premium Hersteller kann der GS-F nicht standhalten, aber der Einsatz von Alcantara, Leder, Aluminium und Kunststoff darf durchaus als gelungen bezeichnet werden. Dominiert wird dabei das Cockpit von einem 12,3 Zoll großen Bildschirm und einer breiten mit Reglern und Schaltern übersäten Mittelkonsole. Dazu gehört auch ein Remote Touch Bedienelement, über das man alle Funktionen des Audiosystems, der Klimaautomatik, des Telefons und des Navigationssystems (alles serienmäßig!) bedienen und konfigurieren kann. Lexus geht damit beim GS einen sehr speziellen Weg, denn auf dem Control Pad haben zwei Finger zu liegen, die durch Kippen des Pads in alle Richtungen einen Mauszeiger im Display bewegen und durch Drücken die Menüpunkte aktivieren. Leider schien in unserem Testfahrzeug die Computermaus auf Crack gewesen zu sein, denn sie bewegte sich so hektisch, dass wir nur mühsam dahin klicken konnten, wohin wir wirklich wollten. Doch wir vermuten: alles Gewöhnungssache und in irgendeinem Submenü gibt es bestimmt auch die Option, die Zeigerbewegung zu reduzieren.

Die Kunst, eine Maschine zu bauen

Die nächste Überraschung kauert mit einem blau schimmernden Ansaugtrakt unter der Motorhaube. Der fünf Liter V8 ist schon ein feines Stückchen Maschinenbaukunst. Der Einsatz von 32 aus Titan gefertigten Ventilen und acht hochfest geschmiedeten Pleuel hat sich gelohnt. Dieses Triebwerk liebt es, bis in höchste Drehzahlregionen zu jubilieren. Erst bei 7.300 U/min schiebt der Drehzahlbegrenzer dem Kurzhuber den Riegel vor. Bis dahin steht eigentlich stets genügend Leistung zur Verfügung. „Eigentlich“? Ja, denn der großvolumige Sauger ist an eine Achtgang-Automatik gekoppelt. Die kann zwar für ein klassisches Wandlergetriebe erstaunlich schnell die Gänge wechseln, aber nur, wenn man im Fahrdynamikmodus „Sport S“ oder „Sport S+“ unterwegs ist. Sollte man im Normal- oder gar Eco-Modus unterwegs sein, braucht es vom Kick-Down Befehl bis zur Einsortierung der benötigten Fahrstufe gefühlt: zu lange. Doch wenn dann erstmal die richtige Welle anliegt, beginnt ein Feuerwerk, das den GS-F in 4,6 Sekunden auf 100 km/h katapultiert und dem erst bei elektronisch begrenzten 270 km/h Einhalt geboten wird.

Lexus GS-F 017 Test Fahrbericht Axel griesinger

Sicherlich, die deutschen Wettbewerber der oberen Mittelklasse können das bis zu einer Sekunde schneller und bieten auch noch Launch Control Unterstützung an, aber sind wir mal ehrlich: wer braucht das? In dieser Leistungsklasse ist man für die Gesetzeshüter immer schnell zu schnell. Entscheidend ist also das „Wie“ und das macht der GS-F schon sehr fein, auch wenn Lexus bei der dabei entstehenden akustischen Untermalung ein wenig schummelt. Adaptive Sound Control (ASC) heißt der (per Schalter deaktivierbare) Übeltäter, der sowohl Ansauggeräusch, als auch Motor- und Auspuffsound elektronisch aufbereitet und über die Front- und Hecklautsprecher im Innenraum durchaus angenehm verteilt. Der Ohrenschmaus liegt dabei irgendwo zwischen dem alten BMW M3 mit 4,0l V8 Motor und dem mächtigen AMG 6,2l V8 Sauger. Nicht ganz so hochfrequent wie der BMW und etwas weniger hämmernd als der Mercedes. Besonders empfehlenswert: bei 3.500 U/min die Drosselklappen schlagartig öffnen lassen und die leichte Gänsehaut geniessen, wenn die Airbox mit der angesaugten Luft akustisch beinahe zu platzen scheint. Doch wie fährt sich das japanische Dickschiff auf der eingangs erwähnten Rennstrecke und den herrlichen spanischen Landstraßen?

Lexus GS-F 018 Test Fahrbericht Axel griesinger

Mr. Handsome

Verblüffend handlich und das ist sicherlich die größte Überraschung am GS-F, aber auch eine erklärbare. Zum einen ist der Viertürer deutlich leichter, als die erwähnten schwäbischen und bayerischen Sportlimousinen und zum anderen ist der GS-F nur knapp 30kg schwerer als das deutlich kleinere RC-F Coupé mit dem gleichen Antriebsstrang. Beiden gemein ist somit auch das feine Torque Vectoring Differential. Es sorgt dafür, dass die Kraft des Motors zwischen rechten und linken Hinterrad in Abhängigkeit von Gaspedalstellung, Bremsbetätigung, Gierrate, Längs- und Querbeschleunigung verteilt wird. Wie gut das funktioniert, spürt man bereits in der Standardeinstellung. Beim Herausbeschleunigen aus engen Kehren drängt der hintere Überhang ganz untypisch für einen Hecktriebler kaum nach außen und das kurveninnere Rad hat keinen Schlupf. Drückt man zusätzlich in der Mittelkonsole das TVD Knöpfchen und wartet bis im Drehzahlmesser der Begriff „Slalom“ auftaucht, steht einer kleinen Kurvenhatz auf engen Bergstraßen nichts mehr im Wege. Als ob der GS-F plötzlich 200 Kilogramm Gewicht abgeworfen hätte, wuselt er um alle Kehren und je enger der Radius, desto lieber. Auf der Rennstrecke schaltet man dagegen lieber den Track Modus ein, denn dann sorgen die elektrischen Aktuatoren für maximale Stabilität auch bei hohem Tempo und harten Bremsen. Belohnt wird man dann mit minimalem Untersteuern und herrlicher Traktion in allen Lebenslagen. Wem das noch nicht reicht, der muss das kaum spürbar regelnde ESP deaktivieren und den „Expert Mode“ aktivieren. Dann kann man auch herrliche Drifts auf den spanischen Asphalt brennen. Dabei helfen dann auch die ergonomisch einwandfreien Sportsitze und die ordentliche Rückmeldung der elektrischen Servolenkung. Einzig die Bremse könnte etwas präziser sein. Nicht, dass den Brembo-Kneiffern die Kraft fehlt, doch der Druckpunkt ist speziell beim Anbremsen aus hohen Geschwindigkeiten etwas teigig.

Galerie001 Lexus GS-F

Die Verantwortlichen aus Fernost können also zu Recht vom GS-F und seinen fahrdynamischen Eigenschaften überzeugt sein. Dieser Lexus ist durchaus eine Alternative zu den germanischen Platzhirschen. Man muss nur das nötige Selbstbewusstsein haben und den Wunsch zum Anderssein. Dafür wird man dann aber auch mit einem fast schon unanständigen Preis belohnt: 99.750 Euro rufen die Japaner auf und stellen einem dann ein nahezu komplett ausgestattete Power-Limousine vor die Türe, zur der auch unzählige Assistenzsysteme gehören. Doch wer jetzt Geldscheine wedelnd zu einem der neun deutschen Lexus Foren stürzen möchte, muss sich noch etwas gedulden. Erst ab 23.01.2016 ist der GS-F bei den Händlern verfügbar.

Der Fahrzeugschein für den Lexus GS-F 2016

Verkaufsstart:  23. Januar 2016
Basispreis:  Ab 99.750 €
Motorleistung:  477 PS @ 7.100 U/min | 530 Nm @ 4.800 – 5.600 U/min
Antrieb und Getriebe:  Achtgang Automatik
Beschleunigung:  4.6 Sekunden für 0-100 km/h
Verbrauch – kombiniert:  11.2 Liter / 100 km NEFZ-Norm (CO2: 260 g/km)
Höchstgeschwindigkeit:  270 km/h
Länge, Breite, Höhe, Radstand  4.915, 1.845, 1.440, 2.850 mm
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