Der neue Mercedes-Benz CLS – Der Vorreiter

2003 rollte er zum ersten Mal auf unsere Straßen und verband die Eleganz und Dynamik eines Coupés mit der Funktionalität einer Limousine. Die Rede kann nur von einem Fahrzeug sein, dem Mercedes-Benz CLS! Nun kommt das neue Modell, also die dritte Generation, und will als Vorreiter gelten. Alles neu macht also nicht der Mai, sondern Mercedes mit dem CLS, da der hübsche Stuttgarter eine komplett neue Design-Sprache implizieren möchte. Geprägt ist sie von klaren Formen und reduzierten Linien – sinnliche Klarheit at it´s best also. Hinzu kommen eine nach unten öffnende Grillkontur, die nach vorn ansteigende Front sowie breite, niedrige Scheinwerfer. Vorhang auf für das neue Modell!

Design – Der Mercedes CLS ist nicht nur sinnlich…

… sondern auch klar, womit man von einem Design sprechen kann, das dem Stuttgarter eine zeitlose Ausstrahlung verpasst. Das war bereits beim Ur-Modell, dem Mercedes-Benz CLS der ersten Generation so. Das viertürige Coupé war einst der Begründer eines neuen Segments. Und obwohl andere Hersteller bis heute längst nachgezogen haben ist die echte Design-Ikone dennoch allein der CLS.

Der neue Mercedes-Benz CLS erinnert mit seiner Linienführung an die erste Generation

Wirkte die zweite Generation limousinenhafter als das Ur-Modell, knüpft der neue Mercedes-Benz CLS an die Anfänge an und offeriert einen adretten Coupé-Charme. Das unterstützen die flache Seitenscheiben, das geduckte Greenhouse sowie die gestreckten Proportionen. Sieht man sich die Gestaltung genau an, wird man eine Reduzierung der Sicken und Kanten feststellen, worin sich die gekonnte Weiterentwicklung der sinnlichen Klarheit widerspiegelt. Hinzu kommen markante Details an der Front, wie der Diamantgrill mit einer Lamelle oder die Grill-Silhouette selbst, die sich nach unten hin öffnet und den Panamericana-Grill des Mercedes-AMG GT erinnert. Doch nicht nur das Design per se gewann, sondern auch die Aerodynamik: Der neue Mercedes-Benz CLS bietet einen Cw-Wert von gerade einmal 0,26

Interieur – Vom Exterieur abgeleitet

Im Inneren des Beaus erwartet die Passagiere natürlich Luxus pur. Dieser spiegelt sich nicht in überbordenden Schnörkeln wider, sondern in seiner klaren Grundform, die vom Exterieur abgeleitet wurde und sich sinnlich-fließend darbietet. Dabei fanden natürlich nur hochwertige Materialien Verwendung und wurden penibel verarbeitet.

Fließende Linien: Innen wie außen. Die Ambiente-Beleuchtung kennt 64 Farbtöne

Um ein großzügiges Raumgefühl zu erzeugen spendierte man dem Mercedes-Benz CLS ein bereitenbetontes Cockpit. Eine Extra Portion an Charme bringt darüber hinaus die Ambiente-Beleuchtung, die in 64 Farben Club-Atmosphäre schafft. Sie erstreckt sich bis in die illuminierten, an Flugzeugturbinen angelehnten Luftausströmer, die wir bereits im neuen A-Klasse Cockpit gesehen haben. Je nach Einstellung der Temperatur wechselt die Lichtfarbe der Ambiente-Beleuchtung zu einem warmen oder kalten Farbton.

Natürlich kommt kein modernes Automobil heutzutage ohne hochauflösendes Displays aus. Entsprechend bietet der Mercedes-Benz CLS ein Widescreen-Cockpit mit zwei 12,3 Zoll großen Bildschirmen, die ein gemeinsames, durchgängiges Deckglas verbindet. Dabei ist das volldigitale Cockpit frei konfigurierbar – je nach persönlichen Gusto.

Der Kreis zur ersten Generation schließt sich auch bei der Wahl des Holzes: Man kann eine hochglänzende oder eine offenporige Mittelkonsolenverkleidung wählen – sehr edel. Neben dem gesteigerten Nutzwert – der Mercedes-Benz CLS ist erstmals als Fünftürer konzipiert und lässt seien Lehnen im Verhältnis 20/40/20 fallen – will das viertürige Coupé vor allem den Komfort steigern. Dazu steht die ENERGIZING Komfortsteuerung bereit. Sie vernetzt verschiedene Komfortsysteme miteinander, wie etwa die Klimaanlage inklusive der Beduftung, die Sitze mit ihrer Heizung, Belüftung und Massage, sowie die Flächen- und Lenkradheizung mit der Licht- und Musikstimmung. Je nach Bedürfnis der Passagiere lässt sich in verschiedenen Programmen ein echtes Wellness-Setup für den Mercedes-Benz CLS kreieren.

Motoren – In Reih und Glied!

Im neuen Mercedes-Benz CLS bieten die Schwaben eine komplett neue Motorenpalette an, die zum Marktstart drei Sechszylinder bereithält. Los geht es mit dem CLS 350 d 4MATIC, der bereits sehr dynamische 286 PS und stämmige 600 Nm generiert. Mit ihm soll es binnen 5,7 Sekunden auf 100 km/h gehen, während der Verbrauch mit 5,6 Litern der schwäbischen Tradition des Sparens mehr als gerecht wird. Darüber rangiert der CLS 400 d 4MATIC, der ebenfalls mit Allradantrieb und gleichem Spatzendrust vorfährt. Sein Output sind aber nochmals kräftigere 340 PS und äußerst nachdrückliche 700 Nm an maximalem Drehmoment. Die 100 km/h-Marke lässt dieser Mercedes-Benz CLS in 5,0 Sekunden hinter sich.

Der Stuttgarter ist nicht nur elegant, sondern bei Bedarf auch richtig sportlich

Der neue Reihensechszylinder ist der Mercedes-Benz CLS 450 4MATIC. Das Aggregat erfährt seine Unterstützung durch einen EQ Boost – also einen integrierten E-Motor – woraus bärenstarke Leistungsdaten entstehen. Auf dem Papier bedeutet dies 367 PS aus dem Ottomotor, die von 22 Zusatz-PS des EQ Boost ergänzt werden. Auf der Straße spürt man dies anhand einer Beschleunigung auf 100 km/h in 4,8 Sekunden. Dass der EQ Boost aber nicht nur das sportliche Potential, sondern auch das Sparen fördert, zeigt der Verbrauch von 7,5 Litern im Mix.

Fahren – Sicher, komfortabel, assistiert

Sicherheit wird beim Mercedes-Benz CLS großgeschrieben. Das zeigt sich bereits darin, dass die jüngste Fahrassistenzsystem-Generation teilweise serienmäßig an Bord ist. Auf einen aktiven Bremsassistenten, einen Spurhalte- und Aufmerksamkeitsassistenten sowie auf den Speedlimit-Assistenten muss man ebenso wenig verzichten, wie auf das Insassenschutzsystem PRE-SAFE. Optional steht das Fahrassistenz-Paket bereit, das einen aktiven Abstandsassistenten, einen Bremsassistenten mit Kreuzungsfunktion und einen Ausweich-Lenkassistenten mitbringt. Jener passt die Geschwindigkeit vor Kurven an, sodass man wie auf Schienen fährt. Zudem bietet das System einen aktiven Totwinkel-Warner, einen aktiven Spurhalte-Assistenten und PRE-SAFE Plus. Erhältlich ist auch ein neuer Stau-Assistent für Autobahnen und ähnlichen Straßen, der Stopps bis zu 30 Sekunden erlaubt. Da Sicherheit – besonders in der dunkeln Jahreszeit – auch mit Sicht zu tun hat, kann man den Mercedes-Benz CLS mit einem Ultrarange-Fernlicht für die Multibeam LED-Scheinwerfer aufrüsten, die eine maximal zulässige Lichtstärke bieten.

Die neuen Multibeam LED-Scheinwerfer erhöhen die Sicherheit bei Dunkelheit enorm

Der CLS ist grundsätzlich ein Komfort-orientiertes Fahrzeug. Dennoch lässt er dem Fahrer die Wahl zwischen drei Fahrwerken. Grundsätzlich baut das viertürige Coupé auf einer Vierlenker-Vorderachse und Fünflenker-Hinterachse auf und verbindet im Serien-Trimm eine Stahlfederung mit diesen Komponenten. Optional kann man die Dynamik Body Control wählen, die eine sportliche Abstimmung darstellt und auf eine kontinuierliche Verstelldämpfung vertraut. Es stehen die Fahrprogramme Sport und Sport+ sowie Comfort bereit. Daneben kann man in der Aufpreisliste noch ein Kreuz beim Luftfahrwerk, der Air Body Control, setzen, das besonders fein regelbare und adaptive Dämpfer mitbringt.

Da man in der heutigen Zeit „always on“ ist und ständig und überall arbeitet, lässt sich aus dem Mercedes-Benz CLS sogar ein In-Car-Office – also ein mobiles Büro – machen. Das ermöglich der Mercedes me Dienst, der die Ortsangabe von Kalendereinträgen in das Navigationssystem übernimmt und eine lästige Eingabe überflüssig macht. Auch in Telefonkonferenzen kann man sich über einen entsprechenden Kalendereintrag automatisch einwählen lassen – sogar mit der eventuell notwendigen PIN, die automatisch erkannt wird.

Für „Early Adopters“ – Die Edition 1

Das AMG-Paket trägt am CLS etwas dick auf

Rund ein Jahr lang steht ab Marktstart der Mercedes-Benz CLS als Edition 1 bereit. Entscheidet man sich für diese Version, steht ein spezielles Interieurkonzept mit „Leder Nappa“ und kupferfarbene Akzenten bereit. Eine Analoguhr im ICW-Design steigert den Luxus-Touch des Stuttgarters. Von außen erkennt man das limitierte Modell am einzigartigen Diamantgrill, sowie an der AMG Line und den Multibeam LED-Scheinwerfern. Als Räderwerk dienen 20-Zoll-AMG-Felgen. Damit wäre sicherlich auch Hollywood-Raubein Ray Donovan gern bei seinen anspruchsvollen Klienten vorgefahren.

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Volkswagen Arteon – Der Klassen-Patient

#läuft – ein Hashtag, der bei Volkswagen nicht immer passend scheint. Der Volkswagen Phaeton? Ein Prestige-Objekt, ein tolles Auto, aber dennoch ein Flop. Der Volkswagen Passat CC bzw. nur „CC“ – wie er später hieß? Auch nicht gerade das, was man einen Kassenschlager nennen würde. Die Diesel-Thematik wollen wir jetzt nicht auch noch hervorkramen. Und dennoch: Volkswagen ist einer der erfolgreichsten Automobil-Konzerne der Welt, der allerdings ohne ein echtes Flaggschiff auskommen musste – bis jetzt! Dieser Aufgabe möchte sich der neue Volkswagen Arteon annehmen und gleichzeitig den CC wie auch den Volkswagen Phaeton beerben.

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VW Arteon –  mehr als nur ein Passat Coupé

Weltpremiere in Genf: Der VW Arteon. Die Wolfsburger bringen einen fünftürigen Gran Turismo mit in die Schweiz, der oberhalb des Passat angesiedelt wird. Der Fünfsitzer soll Designelemente eines Sportwagens mit der Eleganz und dem Raum eines Fastbacks – also einem Fließheck – vereinen. Mit seinen serienmäßigen LED-Scheinwerfern und weiteren neuen Elementen ergibt sich eine völlig neue Frontpartie. Damit es im Inneren luftig zugeht, bietet der Wolfsburger einen langen Radstand sowie eine große Heckklappe, hinter der sich mindestens 563 Liter Kofferraumvolumen verbergen. Wir schauen uns den neuen VW Arteon genauer an. Read more

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Peugeot 308 – Viertüriges Coupe geplant?

Get es nach dem UK-Car-Magazin carsuk.net, dann plant Peugeot ein viertüriges Coupé vom Peugeot 308. Was – wenn man darüber nachdenkt – gar keine dumme Idee ist. Der Peugeot 308 wurde von mir, nicht nur, wegen seines unspektakulären Designs gelobt. Unaufgeregt, clean und endlich ohne diese furchtbar dicke Lippe des Vorgängers.

Der neue 308 fährt sich souverän, verzichtet auf Design-Experimente, orientiert sich an der Qualität des Wolfsburger-Klassenprimus und das Ergebnis ist ein Golf-Gegner .. Zitat aus dem Fahrbericht zum Peugeot 308.

Nach der Pflicht, der Brot & Butter Version, könnte man sich nun an einem neuen viertürigen Coupé versuchen. Diese Bauart erlebt gerade, neben den kompakten  SUVs, den größten Run. Ein gutes Beispiel ist der Mercedes CLA. Eine schnittig gezeichnete A-Klasse, mit vier Türen, aber einem Coupéförmigen-Dachbogen. Weniger Platz – mehr Style.  Aber gerade deswegen so erfolgreich.

Der Computer-Grafiker Theopilus hat seine Variante der viertürigen 308-Version online gestellt:Peugeot 308 Viertüriges Coupe 408 Gt

Eine erste Fingerübung, aber für meinen Geschmack noch zu nah an einer klassischen Stufenheck-Limousine.  Wenn der Dachbogen noch ein wenig flacher ausfällt, das Geck ein wenig Extravaganz erhält, dann könnte der Peugeot zum Mitbewerber von CLA, 2er BMW und Volkswagen CC werden.

Laut carsuk.net will man diese Version 408 GT nennen. Auf den Markt könnte der 408 GT im Frühjahr 2016 kommen.

 

 

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CLA 45 AMG – Fahrbericht

Schnelle Sterne gibt es einige und üblicherweise tragen diese dann die Plakette der Edelschmiede AMG. Bislang war der Einstieg in diese elitäre Klasse der sportlichen Sternen-Modelle die C-Klasse mit dem fulminanten 6.2 Liter V8 Saugmotor. Seit diesem Jahr gibt es einen neuen Einstieg in die sportliche Klasse der AMG-Liga. Den A45 AMG und die viertürige Coupé-Variante der A-Klasse, den CLA 45 AMG.

CLA 45 AMG – Vier Türen, vier Zylinder, ein Turbo!

Über meine Erfahrungen mit dem A45 AMG auf der Rennstrecke „Bilster Berg“ habe ich bereits geschrieben und auch wenn der CLA 45 AMG unter dem Blechkleid die gleiche Technik zur Verfügung gestellt bekam, so ändert sich der Charakter des Paketes mit der Karosserie. Klingt merkwürdig – ist aber so. Warum? Das will ich versuchen in diesem Artikel über den CLA 45 AMG zu erklären.

Mercedes-Benz CLA 14 45 AMG Beauty unter Drogen

Vierzylinder 360 PS im viertürigen Coupé

Während der A45 AMG direkt in der Fahrzeugklasse des Kompaktwagen Volkswagen Golf wildert, dort allerdings derzeit völlig ohne Mitbewerber, die Spitze der Leistungsgesellschaft alleine bildet, ist ein CLA von Haus aus in einer ganz andere Sphäre zu Hause. Auch wenn der Innenraum furchtbar klein ist. Die Kopffreiheit in der zweiten Reihe eigentlich eine Frechheit ist. Und auch wenn man sich bewusst wird, dass man hier zum Preis einer guten Mittelklasse, nur einen Vertreter des Segments darunter bekommt. Doch dies alles, die Bedenken, die Kritik und die Tadel wischt der CLA mit der Sympathie seiner gelungenen Form hinweg. Das wundervolle kleine Kuppeldach, die eleganten Schultern, der schöne Hintern. Der CLA spielt die Karte des „Beauty-Modells“ aus.  Und hier trifft dann der stärkste Motor seiner Klasse auf ein Supermodell. Power trifft Eleganz und das ergibt eine andere Erwartungshaltung als beim Über-GTI, dem A45 AMG.

Mercedes-Benz CLA 04 45 AMG Beauty unter Drogen

Motorleistung:

360 PS

Beschleunigung 0 bis 100:

4,6 Sek.

Vmax:

250 km/h

Die Kraft bleibt gleich, das Ergebnis ist ein anderes

Auch im CLA 45 AMG trifft der beeindruckende Vierzylinder-Turboprotz auf den 4matic Allradantrieb und bekommt als Getriebepartner die 7-Gang Doppelkupplung mit dem Daimlerischen-Zusatz: Speedshift zur Kraftverwaltung an die Seite gestellt. Und dennoch: Beruhigt durch das elegante äußere will man lieber flanieren, anstatt den Zweiliter-Motor auszuquetschen. In 4.6 Sekunden auf 100 km/h? Das ist möglich, aber lass uns doch lieber flanieren. 

Subjektiv ist der Sound des CLA45 bei weitem nicht so obszön, wie das bratzeln des A45-Auspuffs. Hier spielt die Karosse mit dem geschlossenen Kofferraumabteil die Rolle des zusätzlichen Geräuschdämpfers.

Im Kopf die elegante Außenwirkung des CLA, der zwar die übliche AMG-Maskerade zur Schau trägt, aber aufgrund seiner flüssigeren Form einfach nicht so schamlos mit seiner Kraft in Erscheinung tritt. Hier fährt ein kraftvolles, ein dynamisches, ein voller Spannung, gezeichnetes Coupé (versehentlich mit vier Türen ausgeliefert).  Dazu eine weniger akustische Motivation an den Fahrer, doch bitte im manuellen Modus des DCT-Getriebes, die Gänge unter massivem Auspuff-Krawall in jedem Gang aus zu drehen.  Und schon ändert sich die gesamte Aura des Fahrzeuges.

Vom krawalligen A45 zum kraftvollen Schönling. 

Mercedes-Benz CLA 01 45 AMG Beauty unter Drogen

Druck machen
Allerdings sollte man sich nicht täuschen lassen. Sobald man es darauf ankommen lässt, drückt der CLA massiv durch das Tachoband. Zu jederzeit besteht die Möglichkeit den Kopf des Beifahrers an dessen, in die Sportsitze integrierten, Kopfstützen zu drücken. Dabei faucht der Turbo-Vierzylinder aggressiv den Sound eines massiv aufgeladenen Sportmotors. Der Auspuff frotzelt vor allem beim herunter schalten, aber eben weniger frech und vorlaut als im A45. Subjektiv.

Den CLA 45 konnte ich nicht auf der Rennstrecke bewegen – nur auf öffentlichen Straßen und da ich meinen Führerschein behalten will, muss ich mich auf die Eindrücke beschränken, die innerhalb der Speedlimits möglich sind. Um es mit einem Satz zu machen:

Der CLA 45 AMG fährt sich wie gedopt. Ein Modell mit Koks-Spuren unter der Nase.

Mercedes-Benz CLA 06 45 AMG Beauty unter Drogen

 Und wie fährt sich der Bruder des CLA mit dem steilen Heck?  Fahrbericht A45 AMG

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BMW GranCoupé 640d: Tour Auto im GranCoupé

Man könnte auch fliegen.

Hamburg–Genf in ein paar Minuten. Eine Tasse Kaffee, eine Semmel mit Wurst und noch ein Plastikbecher Wasser, ohne Säure. Aussteigen, rüber in die Messehalle und am Abend ist man wieder zurück in Hamburg, die Tagesthemen schafft man vielleicht. Aber man verpasst was.

Adieu Tristesse. Manchmal müssen Madame und Monsieur tapfer sein. Ein elegantes Coupé aus Bavière schlendert durch die Grande Nation und erinnert an Zeiten, als man voller Stolz und Anmut vorfuhr. Beim Empfang gerieten damals die Kameras in Atemnot und auf dem Fernseher sah man nicht nur stilvoll gekleidete Damen, sondern auch sehr elegante Autos.

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Man könnte helfen.

Seit Frankreich auf vorzeigbare und staatstragende Limousinen verzichtet, werden Alternativen gesucht. Man könnte das GranCoupé aus dem Hause BMW zur Verfügung stellen. Vermutlich würde Nicolas Sarkozy mitsamt Gattin wieder zur Wahl antreten, der schicke Wagen dient als Motivationsspritze.

Genug der Politik, der BMW stellt sich vor der langen Reise dem Fotografen. Die einfache und noch schneefreie Landschaft Norddeutschlands bietet blauen Himmel ohne nennenswerte Wolken. Eine kleine Brücke über einen Bach ist der Laufsteg, klick. Aus der Ferne sieht man die Formen des 8er BMW. Lange Haube und lange Linien. Flach, schnell und irgendwie anders. Vier Türen als Zugang zu sehr bequemer Unterkunft. Feines Leder, viel Raum und, man merkt es nach den ersten Kilometern, jede Menge Bequemlichkeit. Bonjour style de vie.

Die ersten Kilometer gehören der Autobahn, freie Fahrt. Winterreifenaufkleber auf der Mittelkonsole sorgen für ein Tempolimit. 240 km/h, mehr geht nicht. Es reicht, der Bayer fliegt, schwebt und rollt, als säße ein Président im Fond. Genug Raum für eine ausgebreitete „Le Parisien“ ist vorhanden, die Knie halten ausreichend Abstand zur Rückenlehne des Vordersitzes. Es sitzt sich sehr bequem, quasi präsidial.

Nach einem kurzen Tankstopp in Luxemburg, 1,24 Euro pro Liter Diesel, rauscht der Wagen in die Nacht. Richtung Lyon, vorbei an den Ufern der Moselle, später begleitet uns die Rhône und dann werden Berge erklommen. Noch bevor die Sonne den Tag wärmt, diffundiert der feine BMW durch die Kreise der französischen Verkehrsberuhigungs-Maßnahme. Dritte Ausfahrt, zweite Ausfahrt, das Navi denkt immer mit. Auf dem riesigen Monitor werden aus Wegen und Straßen dreidimensionale Dinge, die 313 PS wollen hier und da von der Kette und der Wagen springt nach vorn, als hätte man einem Windhund die Leine vom Hals gelassen und ihn zu einem Wettlauf mit einem Gepard motiviert. Oh là là – Diesel mit Twinturbo.

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Das Jura grüßt mit Schnee und Straßenbegrenzungsstangen. Links und rechts türmt sich meterhoch die weiße Pracht auf, der BMW meistert den Kurvenslalom mit Bravour und innerer Ruhe. Das 8-Gang-Getriebe schaltet automatisch, mit den Paddeln am Volant kann man als Virtuose noch zackiger die Gipfel stürmen. Aber wir wollen sparsam sein, der Bordcomputer hatte uns nach dem letzten Tankstopp eine Reichweite von 1.066 Kilometer versprochen. Mit 70 Liter Diesel macht das 6,5 Liter pro 100 Kilometer. Eco-Pro im System per Knopfdruck gewählt, la voiture wird den Haushalt nicht über Gebühr belasten. Am Wegesrand steht ein bicyclette, hier wurde gedopt, das ist unverkennbar und nicht sehr sportlich. Wir würden das Beweisstück gerne mitnehmen, aber der Kofferraum reicht nicht ganz.

In Genf gehen die Lichter an, die Hallen des Paléxpo am Flughafen füllen sich mit Leben. Am BMW-Stand steht der 3er Grand Turismo, die Kollegen aus Frankreich begeistern mit kompakter Raffinesse und unser Road-Trip-Kandidat scharrt mit den Hufen. Tiefgaragen sind keine Orte für schicke Autos, am Abend des zweiten Messetages rollen wir wieder Richtung Heimat. Wieder durch Frankreich, wieder Luxemburg. Immer ein Auge auf der Reichweiten-Anzeige. Der Bordcomuter meldet, dass wir Dank braver Dosierung der Motorkraft nun schon 16,5 Kilometer an Reichweite hinzugewonnen haben. Auf der A1 bei Köln wird der Computer uns nicht mehr mögen. Vollast, von der Beschleunigungsspur bis zum achten Gang, die LKW auf der rechten Spur fliegen vorbei. Hamburg rast uns entgegen und am Ende haben wir den Schnitt versaut. Im Büro zählen wir die Tankquittungen zusammen.

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Die Abrechnung:

Wir haben 177,06 Liter Diesel verbraucht und sind 2.627 Kilometer gefahren. Das ergibt einen Verbrauch von durchschnittlich 6,7 Liter auf 100 Kilometer. Während der gesamten Reise (mit sehr wenigen Ausnahmen) wurde die „Eco-Pro“-Einstellung verwendet, der Bordcomputer zeigt nach der Fahrt einen Verbrauch von „7,7 l/“ an.

Unser Fazit: Das GranCoupé aus München ist ein viertüriges Coupé der Luxus-Klasse. Mit allen technischen Wassern gewaschen, hoch kultiviert in seiner Fahrkunst. Mit dem Reihen-Sechszylinder lässt sich so manche Dienstreise auf angenehmste Art unternehmen. Als offizielle Staatskarosse wäre der BMW durchaus geeignet, er hat die Linie, den Stil und die vornehme Größe.

 

  • Text: Ralf Bernert
  • Fotos Interieur: BMW
  • Fotos Exterieur: Ralf Bernert

Mercedes Benz CLA

Anders als die anderen – mal wieder.

Die Vorstellung des Mercedes-Benz CLA

Unsere Generation erfindet sich ständig neu. Wir warten nicht mehr ab bis man uns erklärt wie die Welt funktioniert, wir gestalten unser Umfeld immer häufiger selbst und verändern unsere eigenen Lebensgewohnheiten ebenso,  schneller und immer öfter. Automobile erfüllen heute mehr als nur einen Nutzen. Vom einstigen Erfüllungsgehilfen für den Weg von A nach B, sind Autos heute ein Teil unseres Lebensstils. Sie sind Lifestyle abgefüllt in eine Blechhülle.

Darf ein Coupé nur zwei Türen haben? Muss eine Limousine bieder wirken?

Bereits mit der Präsentation der ersten CLS-Generation 2004 hat Mercedes eine Frage beantwortet, die zuvor niemand gestellt hat. Die Antwort fiel jedoch so überzeugend aus, dass man jetzt ein Modell präsentiert, dass die Idee des viertürigen Coupés in eine Klasse darunter transportiert. In Zeiten stetigen Wachstums, bedeutet das noch immer keinen wirklichen Verzicht.  Oder?

mercedes cla coupe vier türen

Tausche Funktion gegen Style

Verzicht üben muss ich als Fahrer des neuen CLA bei der Rundumsicht, das wiederum ist nichts besonderes. Das Diktat des Windkanals und die passive Crash-Sicherheit fordern im Prinzip eine geschlossene Büchse auf Aluminiumfelgen. Hier muss auch der CLA seinen Tribut zollen und schränkt vor allem die Möglichkeit der Sicht nach hinten und schräg hinten massiv ein. Aber wie war das? Wer schön sein will?

Und schön ist er. Da gibt es keine Diskussion für mich. Der CLA bringt eine völlig neue Dimension von Eleganz in ein ganzes Segment von Mittel- und Kompaktlimousinen.

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Kompakte Mittelklasse?

Die Basis des CLA ist – nicht die C-Klasse, auch wenn die Nomenklatur des Namens dies vermuten lassen und die Gesamtlänge des CLA dies bestätigen würde. Der schöne Rücken bildet eine alternative Formgebung der neuen A-Klasse. Und weil diese mit einem quer eingebauten Motor und Antrieb auf der Vorderachse auskommen muss – ist auch der CLA  eines von derzeit drei Mercedes-Modellen mit Frontantrieb.

Wohin die Reise führt

Ein viertüriges Coupé, eine Kombiversion von einem viertürigen Coupé, Limousinen mit Allradantrieb und mehr Bodenfreiheit, Cabrios mit Allradantrieb und Dieselmotor. Der Automobil-Markt bietet heute jede Mischform von Automobil an, die Nischen sollten doch wirklich alle besetzt sein. Dachte ich. Doch mit der kompakten Variante des viertürigen Copués hat Mercedes (mal wieder) eine neue Fahrzeugklasse erschaffen und was dabei heraus kam, konnte mich bereits im Stand in Verzückung bringen.

Dabei bringt der schöne neue Baby-Benz nicht nur optische Überzeugungskraft zur ersten Testfahrt mit, nein es gibt mit einem cW-Wert von 0.22 auch einen Rekord zu vermelden.  Und seine aerodynamische Meisterleistung konnte ich jedoch bereits im Stand spüren. Spätestens jedoch beim einsteigen, denn da muss der Kopf an der massiven und frühzeitig flach verlaufenden und nach innen gezogenen A-Säule vorbei geführt werden. Sonst Beule.

mercedes-benz cla am strand

Fahrvergnügen

Die beiden Integral-Sitzen in der ersten Reihe sind Bekannte aus der neuen A-Klasse bereits, erst einmal per Knöpfchen-Mikado die Sitzposition eingerichtet – bleibt Zeit das modern gezeichnete Cockpit zu inspizieren, dass man ebenfalls aus der A-Klasse kennt – überzeugend. Nicht ungewöhnlich, nicht revolutionär. Daimlerisch. Auch wenn der CLA mit 4.63 m ein wenig länger ist, als die aktuelle C-Klasse – die Rücksitzbank ist für kinderlose und junge Paare besser geeignet, als für die Familie mit zwei Kindern.

Wer kein Freund des Frontantriebs ist (so wie ich), der kann einen CLA mit Allradantrieb, im Mercedes-Jargon 4matic genannt, wählen und darauf vertrauen das die Regelsysteme des 4matic von alleine dafür Sorge tragen, bis zu 50 % der Kraft nach hinten zu schicken.

Doch auch mit 211 PS (CLA 250) und reinem Frontantrieb fährt sich der CLA ausgesprochen erwachsen. Nix da „Baby-Benz“.  Souverän zieht er seine Bahnen und leichtes rupfen in der Lenkung konnte ich nur dann provozieren, wenn ich mich als grobmotorischeren Gaspedalnutzer betätigte.

Im Alltag gefällt mir vor allem die Kombination aus mittlerem Dieselmotor (CDI 220)  und Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe. Dieses 7-Gang DCT Automatikgetriebe fühlt sich dem Komfort verpflichtet und verzichtet auf ruppige Gangwechsel. Jedoch nur, so lange man die Wahltaste in der Mittelkonsole auf „E“ belässt. Im Sportmodus „S“ arbeitet das Getriebe deutlich aggressiver und schaltet später.

Mercedes CLA Kaimauer

Mein erster Eindruck:

Mit Lifestyle-Fahrzeugen kann ich üblicherweise nichts anfangen. Für mich sind Autos Technologieträger, Quellen der Fahrfreude und der Lust am Vierrad. Das Platzangebot einer Limousine durch das aufsetzen eines Coupé-Daches einzuschränken, das hört sich doch auch für mich erst einmal sau dämlich an.

Aber – es sieht einfach verdammt gut aus. 

Im Falle des CLA kann ich mich auch mit dem Frontantrieb anfreunden. Denn ähnlich wie bereits bei der A-Klasse, ist auch das Fahrwerk des CLA erstaunlich agil und handlich ausgelegt und bietet mehr Reserven als Flensburg zulässt. Hier liegt die Fahrfreude ganz weit vorne. Was allerdings auch im Falle des „Comfort-Fahrwerks“auf einer eher straffen Ausführung führt des Fahrwerks beruht. Während das Sport-Fahrwerk meine Erwartungen erfüllt, finde ich die Abstimmung der komfortablen Fahrwerksvariante schlicht unausgereift. Hier erwarte ich eine sensiblere Reaktion auf Kanaldeckel und Straßenschäden.

Mercedes CLA Vor Kirche Frankreich

Wie ihn der Hersteller beschreibt:

Widerstand zwecklos

Atemberaubende Proportionen und der Begründer eines neuen Segments.

Was mir besonders positiv aufgefallen ist: 

  1. Der Frontantrieb ist mit der Leistung des CLA 250 (211 PS) noch nicht überfordert.
  2. Mercedes wird bei der Verarbeitung im Innenraum immer besser. Bei den Testfahrzeugen konnte vor allem das belederte Armaturenbrett und die Haptik des Lenkrads überzeugen.
  3. Die Integralsitze aus der A-Klasse wirken wie für den CLA gemacht und bieten eine gute Sitzposition.

Mercedes-Benz CLA Cockpit

Was kann er besser als seine Mitbewerber?

Er hat keine Mitbewerber. Der CLA ist wie sein größerer Bruder, der CLS, ein Vorreiter für eine neue Klasse von Automobilen. Ob jemand danach gefragt hatte? Nein – vermutlich nicht, aber unser Lebensstil erlaubt auch bislang unbekannte Antworten. Auch bevor die Frage gestellt wurde.

Mercedes CLA Innenraum

Was würde ich mir an Verbesserungen wünschen?

Das auch das letzte Stück Hartplastik aus dem Cockpit verschwindet und eine Shooting-Brake-Version. Eben wie beim großen Bruder 😉

Mercedes CLA Autobahn

Faktenlage:

  • Als CLA 180 BE cW-Wert-Bestmarke von 0.22
  • Vier Benziner von 122 bis 211 PS zum Start
  • Ein Diesel mit 170 PS zum Start
  • Effizientklasse A+ für den CLA 220 CDI
  • Die Benziner starten bei 28.976,50 €
  • Der Diesel startet bei 37.990,75 €

Fazit – Der neue CLA bietet …

.. eine essentielle Form der Lifestyle-Automobilität, abgefüllt in eine atemberaubend gut gelungene Blechhülle.

Ob der CLA ein Erfolg auf dem Markt wird, dass wird bei ihm ebenso wenig eine Frage von Vergleichstests und Zahlenwerten sein, wie bei seinem großen Bruder CLS – es ist einfach nur eine Frage, ob der CLA den Lebensstil seiner Zielgruppe wieder spiegelt.

Ein Fahrbericht in bunten und bewegten Bildern, von den Kollegen Jan und Jens:

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Fahrbericht Mercedes-Benz CLA

Das der neue CLA seine Besitzer glücklichen machen wird, hoffen wir. Sicher macht der die Händler mit dem Stern auf dem Dach glücklich, denn das Auto dürfte eine gut betuchte Zielgruppe ansprechen. Coupés mit vier Türen sind grad im Trend. Allen voran der große Bruder des CLA, der CLS, ist erfolgreicher als man bei Mercedes angenommen hatte …

… Sehr kompakt also, der Benz. Kein Wunder, basiert der Viertürer doch auf der neuen A-Klasse von Daimler. Darum empfehlen wir die Lektüre des Test des A 250. Vom «kleinen» Bruder kommen entsprechend auch die Motoren. Will heißen, dass es den CLA mit Triebwerken von 122 bis 211 PS. Vorerst zumindest, denn bei der A-Klasse wird bald aufgerüstet. Der A 45 AMG mit 360 PS ist bereits startbereit …

Diese Text-Passagen stammen nicht von mir, sondern vom geschätzten radical-mag.com Magazin des nicht minder geschätzten „Kollegen“ Peter Ruch! Seine Arbeit und sein Magazin kann ich nur empfehlen und da er mit seiner „Erfahrung“ deutlich vor den Kollegen in Deutschland startet, ist der Link zu seiner Webseite kaum in Gold auf zu wiegen. Zumindest, wenn man Benzin im Blut hat und den neuen CLA ebenso sexy findet wie ich.

Wobei ich – ganz persönlich – auf den CLA 45 AMG warte – live konnte ich ihn bereits bewundern und mich an seinen Carbon-Ansätzen ergötzen. Fotomaterial gibt es indes noch keines 🙂 nur vom „normalen“ CLA

Mercedes-Benz CLA – frisch aus Genf:

Wie wird der CLA 45 AMG wohl aussehen? Jan spekuliert…