BoB 2015: Wenn Windschutzscheiben ihren Meister finden

Mehr als 200 Bewerber aus ganz Deutschland haben sich auch in diesem Jahr um die Krone des besten Autoglasers bemüht. Es ist bereits eine gute Tradition, den „Champion“, den „Best of Belron“ zu küren. Belron? BoB? CARGLASS?

Belron ist der CARGLASS-Mutterkonzern und BoB die Abkürzung für „Best of Belron„. In 15 Ländern wird in einem Vorentscheid der „BoB“ des Landes gekürt. Alle zwei Jahre – 2016 im Mai wird es in Lissabon soweit sein – ziehen dann diese 15 Landesmeister in den Wettkampf um den Titel des „Best of Belron“. Bevor es soweit ist, musste in der vergangenen Woche der „Beste Fahrzeugglasmonteur Deutschlands“ gefunden werden. Im Landschaftspark Duisburg fanden sich 15 Finalisten wieder. Ein Wettkampf der Qualität, Performance und Servicetalent bewertet. Von der Windschutzscheibe mit Steinschlag (Glas-Kosmetik oder Steinschlag-Reparatur) über den Austausch einer Seitenscheibe bis hin zum Austausch der Windschutzscheibe. Die Disziplinen im BoB 2015 sind den Autoglas-Monteuren bestens vertraut. Sie sind die Experten im Thema Autoglas. Die Anspannung unter den Teilnehmern dennoch spürbar. 15 Teilnehmer. 15 potentielle Sieger. Und das spürt man an der Konzentration der Monteure. Hier nimmt niemand seine Arbeit auf die leichte Schulter. Gewinnen und 2016 in Lissabon um den internationalen Titel kämpfen, das war die Mission aller Teilnehmer.

Bruch der Seitenscheibe in Slow-Motion

Doch bevor etwas repariert werden kann, muss erst einmal etwas zu Bruch gehen, so wie diese Seitenscheibe:

Best of Belron 2015 – Bruch der Seitenscheibe in slow motion from Habegger on Vimeo.

Carglass repariert, Carglass tauscht aus

Glasbrösel neben dem Fahrzeug, Scherben und Splitter im Fahrzeug. Neben dem reinen handwerklichen Geschick muss sich der „Best of Belron“-Monteur auch in so banalen Aufgaben wie dem Reinigen des Fahrzeuges beweisen. Wer will als Autobesitzer schon mit Glasscherben in Kontakt kommen? Die Autoglas-Experten von CARGLASS demonstrieren das eigene Geschick am Fließband, 15 Fahrzeuge stehen in der Halle, 15 mal wird in Präzision das Handwerk ausgeübt.

autos sixt best of belron

Glassplitter und High-Tech, Hand in Hand

Doch wer denkt, ein Autoglas-Monteur hätte es immer leicht, der irrt. Natürlich gehört der Staubsauger zum Werkzeug, wenn es Glas-Splitter gibt. Aber die Zukunft des Automobils hat längst begonnen und auch wenn wir noch nicht autonom fahren, so gibt es unzählige Assistenzsysteme, die im Fahrzeug verbaut sind. Einige davon direkt an der Windschutzscheibe. Sensoren und Kameras die den Verkehr vor dem Fahrzeug im Blick behalten.  Der Austausch einer solchen Windschutzscheibe ist Arbeit für Experten. Neben dem reinen Handwerk müssen Autoglas-Monteure die Sicherheit und die Funktion der elektronischen Assistenten garantieren. Ganz neu in diesem Jahr daher, die Justage der „Kamera“ im „Kundenfahrzeug“.

Als „Kundenfahrzeug“ mussten 15 schwarze C-Klassen vom Vermieter SIXT herhalten. Alle Fahrzeuge ausgerüstet mit einer Vorfeld-Kamera unterhalb des Innenspiegels. CARGLASS hat zusammen mit HELLA Gutmann ein Prüf-System entwickelt. Mit der Hilfe der Software und der Prüftafeln lassen sich minimale Abweichungen der Kamera justieren.

Best of Belron – Nur einer kann gewinnen

Doch auch bei diesem neunten „BoB“ konnte nur einer der 15 Autoglas-Monteure den Titel mit nach Hause nehmen. Und nur einer konnte sich zum „Meister der Scheiben“ küren. In den Disziplinen „Glas-Kosmetik“, Seitenscheiben austauschen und Windschutzscheibe ersetzen konnte 2015 im Landschaftspark Duisburg der aus Lehrte stammende Sebastian Ernst überzeugen!

Sebastian Ernst gewinnt Best of Belron 2015
Sebastian Ernst gewinnt Best of Belron 2015

Sebastian Ernst wird nun – nachdem er sich erst einmal von seiner Filiale in der Region Hannover ordentlich feiern lassen durfte – die Verantwortung übernehmen und im Mai 2016 in Lissabon die deutschen CARGLASS-Monteure vertreten.

Wir wünschen schon heute: Viel Erfolg!

 

 

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Über Carglass

Carglass in Deutschland ist Spezialist für die Reparatur und den Neueinbau von Fahrzeugglas. In Deutschland beschäftigt Carglass rund 2.200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, davon sind circa 1.500 speziell geschulte Carglass-Monteure. Mehr als 300 Mitarbeiter arbeiten in der Hauptverwaltung in Köln, über 200 Mitarbeiter sind im Customer Contact Center (Call Center) beschäftigt. Das Unternehmen bearbeitet rund 1,2 Mio. Kundenkontakte pro Jahr und hilft Autofahrern in ganz Deutschland, entweder in einem der 330 Service Center oder unterwegs mit mehr als 380 mobilen Einheiten.

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Carglass

Carglass repariert, Carglass tauscht aus.

Feine Sache dieser Slogan, nur leider per TV-Werbung derart heftig penetriert, das er auf meiner persönlichen „Werbe-Nerv-Liste“ kurz nach Seitenbacher-Müslis auftaucht.  Über 67 Millionen Euro hat Carglass in 2011 für Werbung ausgegeben – eine stolze Summe und erklärend für die Penetranz des Slogans im TV.  Mit 269 Niederlassung spielt Carglass in Deutschland mittlerweile den großen Autoglaser und 29 Millionen Euro Gewinn (vor Steuern) sprechen eine deutliche Sprache. Das Geschäft mit dem Autoglas läuft und Carglass ist der Platzhirsch.

Und „Erfolg“ macht angreifbar.

Wie bei jedem Unternehmerischen Erfolg, wird ein Unternehmen mit jeder neuen Umsatzsteigerung angreifbar für Neider, Intellektuelle und natürlich für Menschen, die gerne auch mal an Verschwörungen und dunkle Mächte glauben. Mal subtil, mal weniger subtil. Im Falles eines Zeitungsartikels der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ bin ich mir noch nicht ganz sicher, was den jungen FAZ-Redakteur zu seinem Artikel veranlasst hat. Manchmal muss man sich im frischen Job (Seit 4 Monaten bei der FAZ) ein wenig kräftiger strecken um wahr genommen zu werden. Eventuell dies, oder eine persönliche negative Erfahrung mit dem Unternehmen Carglass oder eventuell einfach nur der Wunsch nach einem tollen, kritischen Artikel für die Sonntags-Lektüre (wer liest eigentlich die FAZ-Sonntag?).

So kann man in dem Beitrag des jungen Journalisten zum Bsp. lesen:

Ob sich das Wachstums-Tempo halten lässt, ist indes fraglich…sind die Versicherer doch mittlerweile…nicht mehr so richtig überzeugt davon, dass auch sie vom Erfolg der Carglass-Kette profitieren…

Leider ohne Hinweis auf die Quelle der Aussage. Weiter geht es mit einer Aussage, deren Sinn wohl die vollständige Arbeit des erfolgreichen Kölner-Unternehmens und viel wichtiger, die Frage nach der Glaubwürdigkeit des Unternehmens angreifen soll:

Sachverständigenorganisationen weisen darauf hin, dass nicht jeder winzige Steinschlag, der außerhalb des Sichtbereiches des Fahrers liegt, unbedingt behoben werden muss.

Zu keiner Zeit habe ich in einem der Werbe-Spots von Carglass, ganz egal wie nervig deren Werbe-Claim ist, eine Aussage gehört – die mit einer undifferenzierten Definition von Steinschlag, Panik verursachen will. Im Gegenteil. Die gezeigten Steinschläge sind immer regelrechte Krater und gut sichtbare Flatscher. Der Artikel packt an dieser Stelle, völlig undifferenziert, jeden Steinschlag in die gleiche Kategorie.

Warum so undifferenziert?

Man könnte vermuten, Hr. Coekoll hat sich schlicht keine Gedanken gemacht über Steinschläge – oder über den Alltag einer Windschutzscheibe. Oder hat er eventuell gute Argumente? Hat er Fälle in denen Kunden mit winzigen kleinen Steinschlägen zu unnötigen Reparaturen überredet wurde? Nein. Einfach nur den Begriff Steinschlag nicht differenziert betrachtet. Keine Gedanken darüber gemacht, dass es Fälle gibt, in denen die Verbundglas-Scheibe vom Steinschlag so getroffen wurde, das die Folie im Inneren der Scheibe offen liegt. Denn es gibt eine Vielzahl von Schäden – die sicher, weder auffallen – noch repariert werden müssen. Nur das Carglass hier für eine Reparatur dieser Bagatellen spricht, das kann ich nicht erkennen. Also – was war die Initialzündung des Artikels?

Eventuell kann dieser Satz zur Klärung beitragen?

Carglass hat den Menschen eingeredet, dass jeder kleine Steinschlag sofort repariert werden muss

Okay, verständlich. Wenn ich ein Produkt habe, mit dem ich Geld verdienen will, dann bewerbe ich natürlich und stelle die Merkmale und die Notwendigkeit meines Produktes heraus – in so fern eigentlich, absolut keine Erwähnung wert. Doch interessant von wem der Satz stammt. Der Satz stammt von „Thomas Klein“ dem Chef des Bundesverbandes der Autoglaser. Und nun raten Sie mal, wer nicht im Bundesverband der Autoglaser vertreten ist?

Richtig: Carglass. 

Nun, besonders subtil ist die Intention des Artikels und die gewünschte Message am „Skandal Carglass“ damit nicht mehr.  Vor allem wenn der BVA e.V. selbst mit der „Steinschlagreparatur“ wirbt.

Nachdem dann in der vorletzten Woche auch die „AutoBild“ den schwachsinnigen Artikel aus der FAZ aufgegriffen hatte und lediglich für die eigene Zielgruppe versimpelt und verkürzt, erneut veröffentlicht hatte,  war mein Interesse auch geweckt. Anders als die AutoBild, habe ich das Gespräch mit Carglass gesucht und mich vor Ort informiert.

 

Meine Erfahrung mit Carglass – meine Meinung:

Auf die Kontaktanfrage hat man bei Carglass schnell und offen reagiert. Der Wunsch nach einem „get together“ und einer Demonstration der Arbeit wurde zeitnah umgesetzt. Bereits da war ich erstaunt, wie offen und flexibel eine Firma sein kann, die derart nervig wirbt ;).

Am letzten Donnerstag war ich vor Ort und habe, zusammen mit anderen Bloggern, einen Blick hinter die Kulissen von Carglass geworfen. Unter anderem habe ich mir auch die Methoden der Glas-Reparatur zeigen lassen. Wir haben uns die typischen Steinschlag-Schäden angeschaut und konnten mit „Maulkorb“ freien und nicht gecasteten Mitarbeitern über das Unternehmen sprechen.

An diesem Foto wird deutlich, über welche Art von Steinschlagschäden man bei Carglass spricht:

Beim prüfen, nach der Reparatur.

Kein Krater mehr vorhanden!

Carglass hat sich als Gesprächspartner präsentiert, der ohne schlechtes Gewissen und völlig offen, über die Details der eigenen Arbeit geredet hat.  Wirtschaftlichen Erfolg, oder den Erfolg einer Werbe-Kampagne mit fiktiven Vorwürfen zum Skandal aufbauschen, diese Art der Presse-Arbeit kann ich nachvollziehen. Aber eventuell sind das einfach die „lauen Lüfte“ die man im Bereich der alten Print-Medien benötigt. Mehr Substanz lässt sich am „Vorwurf“ der FAZ, der völlig unreflektiert in der AutoBild wiederholt wurde, nicht finden.

Lange Rede kurzer Sinn:

Hätte man journalistisch gearbeitet – dann wäre der Platz in beiden Print-Publikation wohl frei geblieben. Peinlich ist die Nummer vor allem für AutoBild.  Im übrigen hat Carglass kein Werbe-Budget für Print-Kampagnen, nur mal so als Information. (Nicht das ich hier irgendwas, irgendwem unterstellen wollte.)

 

Edit: Roberts Artikel zum Carglass Besuch.

 

 

Information: Dieser Artikel wurde nicht von Carglass bezahlt, gekauft oder direkt beeinflusst in Text oder Inhalt. Und nein, Carglass hat auch bei mir keine Werbung gebucht!

 

 

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