Fahrzeuganalyse – App-Check entlarvt Tachomanipulation

Fahrzeuganalyse – App-Check entlarvt Tachomanipulation

Beim Gebrauchtwagenkauf ist stets Vorsicht geboten, denn Autos mit getürktem Tachostand sind keineswegs selten. Ein kritischer Blick auf den Zustand und die Fahrzeughistorie bringt auch nicht immer endgültige Sicherheit. Interessant scheint deshalb der digitale Check, den die Firma Carly aus München anbietet. Mit Hilfe dieser Computer-Analyse lassen sich manipulierte Tachostände entlarven.

Dabei macht sich Carly die Onboard-Diagnose der Fahrzeuge zunutze, über die moderne Autos in der Regel verfügen. Über einen OBD-Anschluß, der sich in der Regel links unterhalb vom Lenkrad befindet, kann man auf die Onboard-Diagnose zugreifen. Um zu überprüfen, ob ein Tachostand manipuliert wurde, muss man lediglich einen 30 bis 40 Euro teuren Dongle an den OBD anschließen und anschließend diesen mit einem Smartphone oder Tablet verbinden. Läuft auf dem Computer die entsprechende Carly-App, kann es losgehen.

Dieser Dongle ebnet den Weg in das Onboard-Diagnose-System von Fahrzeuge und erlaubt die Verbindung mit Smartphones oder Tabs

Der Gebrauchtwagen-Check von Carly sucht nach Plausibilitätslücken im Fahrzeugrechner. So werden Kilometerstände in der Regel in mehreren Speichern im Fahrzeug hinterlegt. Bei der klassischen Tachomanipulation wird hingegen meist nur der Stand des Kilometerzählers verändert. Sollte nun die Carly-Analyse beim Auslesen aller Tachostände Abweichungen feststellen, ist eine Manipulation wahrscheinlich. Außerdem wird anhand der Fahrzeugbetriebsstunden und dem Kilometerstand eine Durchschnittsgeschwindigkeit berechnet. Liegt diese beispielsweise bei 15 km/h, ist eine Tachomanipulation ebenfalls wahrscheinlich. Schließlich kann man mit dem Gebraucht-Check auch überprüfen, ob ein Fahrzeug materialschonend oder verschleißintensiv genutzt wurde.

Carly bietet seine App derzeit für Fahrzeuge von BMW und Mini in einer Light-Version kostenlos an. Ab dem 16. Dezember 2016 wird dieses Angebot auf Mercedes erweitert. Anfang 2017 sollen noch einige Marken aus dem VW-Konzern folgen. Die kostenlose Variante bietet einige bereits interessante Funktionen. Noch deutlich mehr Möglichkeiten bietet dem Nutzer eine 45 Euro teure Pro-Version. Diese erlaubt unter anderem eine professionelle Fehleranalyse des Fahrzeugs, die es dem Laien ermöglicht, die Ursache für einem Fahrzeugdefekt selber zu finden, ohne dafür eine Werkstatt zu konsultieren. (Mario Hommen/SP-X)

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