Techrules Ren Serienversion – Hypercar mit Jeansstoff

Techrules Ren Serienversion – Hypercar mit Jeansstoff

Meist kommt im Autobau die faszinierende Studie, irgendwann später folgt die ernüchternde Serienversion. Bei der chinesischen Firma Techrules läuft das umgekehrt, sofern man bei Handarbeit von Serie sprechen kann: Den über 1.000 PS starken Sportwagen-Studien AT96 und GT96 aus dem Jahr 2016 ist nur ein Jahr später die Serienversion Ren gefolgt, die optisch und technisch die Vorjahres-Konzepte zu Langweilern degradiert.

So soll der von Giugiaro gezeichnete Elektrosportwagen Techrules Ren in Serie gehen

Die Fahrgastzelle bietet eine außergewöhnliche Bestuhlung für drei Passagiere. Während Fahrer und Lenkrad mittig platziert wurden, können nach hinten versetzt links und rechts von ihm zwei Gäste einsteigen. Ein Konzept, dass vom McLaren F1 der neunziger Jahre bekannt ist. Jeder Gast hat dabei im transparenten Dach seine eigene Wölbung. Die Designer-Stühle sind mit braunen Leder im Vintage-Look und Bluejeans-Stoff bezogen. Der Denim hat sogar typische Jeanshosennähte und Hosentaschen-Andeutungen. Wiederum ganz futuristisch wirkt das freischwebende Armaturenbrett im Jetflügel-Stil. Auf Türen hat man beim Ren verzichtet, stattdessen öffnet sich die Triple-Bubble-Kanzel nach oben und hinten.

Eindrucksvoll sind unter anderem die mächtigen Luftöffnungen am Heck des Techrules Ren

Die weiße Abdeckung vom Vorderwagen ist mittig von einem Plexiglasstreifen unterteilt, der den Blick auf die vordere Radaufhängung freigibt. Vorne wie hinten rahmen riesige L-förmige LED-Leuchten jeweils riesige Luftöffnungen. In den Flanken fallen 22-Zoll-Räder im Turbinendesign ins Auge.

Interessante Sitzordnung: Der Fahrer sitzt mittig, während links und rechts von ihm noch Platz für zwei weitere Passagiere ist

Das Design der Räder verrät bereits einiges über den Antrieb. Im Kern handelt es sich um ein Elektrofahrzeug, das neben einer Traktionsbatterie noch einen Range-Extender in Form einer Micro-Turbine an Bord hat. Dabei kann der Kunde zwischen einer Vielzahl von Antriebsvarianten wählen. Das geht mit den Motoren los. Die Basisversion wird von zwei E-Maschinen jeweils an den Hinterrädern angetrieben. Diese Version hat 320 kW/435 PS. Außerdem will Techrules eine Version mit vier Motoren anbieten, bei der zusätzlich die Vorderräder einzeln angetrieben werden. Gleichzeitig verdoppelt sich die Leistung. Schließlich gibt es noch eine sechsmotorige Variante, bei der jeweils zwei Motoren pro Hinterrad und je ein Motor pro Vorderrad verbaut werden. Diese Topversion leistet 960 kW/1.305 PS und 7.800 Newtonmeter Drehmoment. Damit soll der 1,7-Tonner den Standardsprint in 2,5 Sekunden schaffen und maximal 320 km/h erreichen.

Im Heck steckt eine Mikroturbine als Reichweitenverlängerer

Primär kommt der Strom aus einer Traktionsbatterie. Hier bietet Techrules die drei Kapazitätsstufen 14 kWh, 25 kWh und 32 kWh an. Als weiteren Clou verfügt der Ren über einen Range-Extender in Form einer Microturbine. Dabei gibt es einen auf Effizienz getrimmten Reichweitenverlängerer mit 30 kW, oder eine Hochleistungsturbine mit 80 kW. Während eine Batterieladung bis zu 200 Kilometer Reichweite ermöglicht, soll dank der Turbine das Reichweitenfenster auf bis zu 2.000 Kilometer steigen können. Für die Hochleistungsturbine ist dank eines 80 Liter fassenden Dieseltanks in Kombination mit der 25-kWh-Batterie eine Reichweite von 1.170 Kilometer realisierbar.

Kurios: Das Designergestühl mit Vintage-Leder ist auch mit Jeansstoff bezogen

In so ziemlich allen Aspekten wirkt der Ren wie ein Auto, das niemals gebaut wird. Doch noch in diesem Jahr soll die Serienproduktion in Italien anlaufen. Preise werden nicht genannt, vermutlich wird der in kleiner Stückzahl in Handarbeit gefertigte Hightech-Renner jedoch einige Millionen kosten. (Mario Hommen/SP-X)

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Markenausblick Mercedes – Die S-Klasse will Weltklasse bleiben

Auch eine S-Klasse kommt in die Jahre. Selbst wenn man ihr das äußerlich nicht unbedingt ansieht. Nach knapp vier Produktionsjahren sieht Mercedes jedoch Bedarf für Veränderungen. Diese sind umso wichtiger, weil zeitgleich im Herbst der neue A8 (Generation D5) auf den Markt kommt, für den Audi eine Menge an Innovationen verspricht.

Die Überarbeitung des Mercedes Flaggschiffs fiel daher nicht gerade knauserig aus: Gesicht neu, Motoren neu, Cockpit neu, Intelligenz neu. „Die Entwicklung war sehr umfassend. Die S-Klasse soll mit einer ganzen Reihe neuer Features und Funktionen technologischer Vorreiter bleiben“, sagt Entwicklungsvorstand Ola Källenius. Das intern „Mopf“ genannte Facelift soll die erfolgreichste Oberklasse-Limousine der Welt für die kommenden drei Jahre weiterhin dort fahren lassen, wo sie auch zuvor fuhr: auf Platz eins.

Sowohl der Siebener-BMW als auch der Audi A8 fahren beim globalen Absatz bislang hinterher. Die meisten S-Klasse-Neuzulassungen werden in China, den USA und Südkorea registriert. Seit Markteinführung im Sommer 2013 sind weltweit über 300.000 Einheiten verkauft worden, 90 Prozent davon mit langem Radstand. Für die 2015 eingeführte Luxusvariante Maybach verzeichnet Mercedes einen Anteil von über zehn Prozent. Die S-Klasse ist im Portfolio der Schwaben eine Lizenz zum Gelddrucken.

Entsprechend spendabel zeigt man sich nun bei der Modellpflege. Allerdings: Ans Blech ging es dem Luxusliner nicht. Dies hätte dann doch zu hohe Kosten bei den Presswerkzeugen nach sich gezogen. Zudem gab es, was das Design angeht, keine Beschwerden aus Kundensicht. Leicht geändert wurden Frontschürze und Scheinwerfer. Innen erhielt die S-Klasse nach Vorlage der eine Nummer kleineren neuen E-Klasse jetzt einen durchgehend großen Bildschirm und ein neues Multifunktionslenkrad. Es enthält die mit der E-Klasse eingeführten Mini-Pads zur Menübedienung und – erstmals bei Mercedes – sitzt im Lenkrad der Tempomat. Der traditionelle Lenkstockhebel gehört damit der Vergangenheit an.

In Sachen Assistenzsysteme und Intelligenz gehen die Stuttgarter Autobauer einen weiteren Schritt in Richtung autonomes Fahren. Der aktive Abstands-Assistent Distronic greift nun auf Kartenmaterial von Here zurück, erkennt Kreisverkehre, Kurven, Kreuzungen und ähnliches und passt automatisch das Tempo an. Die Stärke der Verzögerung hängt davon ab, welcher Modus (Eco, Comfort oder Sport) eingeschaltet ist. Im Stau kann die S-Klasse bis zu 30 Sekunden stehen. In diesem Zeitfenster fährt sie automatisch wieder an. Neu sind zudem die Car-to-X-Kommunikation, das automatische Quer- und Längsparken sowie das selbstständige Ein- und Ausparken, ohne das jemand hinter dem Lenkrad sitzt.

Premiere haben die neu entwickelten Dreiliter-Reihensechszylinder. Der Diesel trägt die interne Bezeichnung OM 656 und leistet 229 kW/313 PS. Zum Vierzylinder OM 654 besitzt er einen hohen Verblockungsgrad, wie Motoren-Entwickler es nennen, wenn viele Gleichteile verwendet werden. Der Zweiliter-Selbstzünder OM 654 hatte voriges Jahr seine Premiere in der E-Klasse W 213. Noch ist nicht entschieden, ob Mercedes sein Flaggschiff in Zukunft erneut auch als Diesel-Mildhybrid S 300 h – dann mit dem OM 654 – anbieten wird. Die alte Version, unter deren Haube noch der OM 651 arbeitete, wurde bereits eingestellt.

Bei den Benzinern dürfte der M 256 einen neuen Maßstab im Segment markieren. Er leistet 299 kW/408 PS und soll, bestückt mit einem 48-Volt-Teilbordnetz mit elektrischem Zusatzverdichter und integriertem Starter Generator (ISG), nicht nur der sparsamste, sondern auch der sauberste Sechszylinder seines Segments sein. Serienmäßig ist ein Partikelfilter an Bord, den, sukzessive, auch die anderen Baureihen erhalten werden, inklusive der Vierzylinder-Modelle. Alle Motoren der S-Klasse sind nun einheitlich mit dem 9-Gang-Automatikgetriebe (NAG3) gekoppelt.

Als weltweit erste Plug-in-Hybrid-Limousine wird der S 500 e mit einem induktiven Ladesystem ausgestattet. Es ermöglicht das kabellose Laden der Batterie, was für den Kunden einen deutlichen Komfortgewinn bedeutet. Das System, es wurde zusammen mit BMW entwickelt, steht allerdings nicht gleich zur Markteinführung zur Verfügung, es kommt voraussichtlich in der ersten Jahreshälfte 2018.

Der Verkauf der neuen S-Klasse beginnt diesen Herbst. Neben der Limousine W 222 erhalten auch der V 222 (längerer Radstand), der X 222 (Mercedes-Maybach) und der Maybach Pullmann VV 222 sowie die AMG-Varianten ihre entsprechende Modellüberarbeitung. Zum Ende des Jahres sind dann das Coupé (C 217) und das Cabriolet (A 217) dran. Ob Letzteres auch in nächster Generation die Gruppe der „Dream Cars“ bereichern soll, ist ungewiss. Mercedes plant, sein heutiges Angebot von sechs offenen Autos, auf fünf oder gar vier zu reduzieren. (Michael Specht/SP-X)

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Porsche 911 GT3 – Endlich hat man‘s wieder selbst in der Hand

Mit dem Lifting des Topmodells GT3 schließt Porsche nun die Überarbeitung des Sportwagens 911 ab. Der puristische Leichtbaurenner wird nicht nur optisch und in Sachen Leistung überarbeitet, sondern erhält auch wieder die zuletzt fehlende Handschalter-Option. Die Markteinführung erfolgt Mitte Juni zu Preisen ab 152.000 Euro.

Bei seiner Vorstellung 2013 war der Aufschrei groß, als Porsche den GT3 zwar weiterhin mit Saugmotor vorstellte, aber ausschließlich in Kombination mit einem Doppelkupplungsgetriebe anbot. Dieses wird für den GT3 auch weiterhin zu haben sein, doch optional kann man sich künftig wieder für ein manuelles Getriebe entscheiden.

Darüber hinaus bietet der GT3 künftig etwas mehr Leistung. Der nunmehr bis 9.000 Touren drehende Vierliter-Boxer darf unter anderem dank einer neuen Kurbelwelle und eines neuen Ventiltriebs 368 kW/500 PS statt 350 kW/475 PS mobilisieren. Im Zusammenspiel mit der Automatik absolviert das Coupé in 3,4 Sekunden den 100-km/h-Sprint und erreicht maximal 318 km/h. Die Handschalter-Variante hat beim Sprint mit 3,9 Sekunden das Nachsehen, ist in der Spitze mit 320 km/h aber etwas schneller.

Darüber hinaus hat Porsche das Aerodynamik-Design des GT3 überarbeitet. Der Abtrieb soll sich im Vergleich zum Vorgänger um 20 Prozent verbessert haben. Front- und Heckschürze haben die Stuttgarter zudem optisch leicht modifiziert, ebenso die Heckleuchten, die nun dreidimensionaler geformt sind. Zudem trägt der mächtige Carbon-Heckspoiler künftig schwarz lackierte Seitenblätter. Innen profitiert der GT3 von den allgemeinen Modellpflegemaßnahmen der Baureihe. So ist etwa das aufgefrischte Infotainment-System mit Siebenzoll-Touchscreen mit Online-Funktionen serienmäßig an Bord.

(Holger Holzer/SP-X)