Volvo XC60 – Das kostet das Schweden-SUV

Noch im April 2017 startet Volvo die Produktion des neuen XC60. Die zweite Generation des SUVs rollt im Volvo-Stammwerk im schwedischen Torslanda vom Band. Der Marktstart des mit vielen neuen Assistenz-Systemen ausgerüsteten XC60 – unter anderem geht es teilautonom bis auf 130 km/h – ist für den Sommer geplant. Los geht es bei 48.050 Euro. Immer an Bord: Allradantrieb und Achtgangautomatik. Das alte Modell gab es bereits ab 36.400 Euro, allerdings nur mit Frontantrieb.

Der neue XC60 teilt sich die Basis mit dem größeren XC90, es kommen ausschließlich Vierzylinder-Motoren zum Einsatz. Der Einstiegs-Diesel leistet 190 PS, der kleinste Benziner 235 PS. Der T8-Pug-in-Hybrid schafft es dank 407 PS in 5,3 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100. (Max Friedhoff/SP-X)

Volvo XC60 – Von wegen alter Schwede

Zwar war der Volvo XC60 bislang klar als Volvo zu erkennen und auch immer noch attraktiv, doch sah man ihm mittlerweile an, dass er nicht mehr recht ins Design passt. Die mittlerweile typischen Proportionen und Design-Elemente fehlten ihm. Doch nun zeigen die Schweden die zweite Generation des Bestsellers in Genf und schlagen damit voll ein. Wir schauen uns an, ob der neue Volvo XC60 auch das Potential hat, zum Bestseller zu werden, wie es die erste Generation vorgemacht hat.

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Neue Volvo-Assistenten – Hilfe beim Ausweichen

Wenn das Bremsen nicht mehr ausreicht, helfen Volvo-Pkw ihrem Fahrer künftig auch beim Ausweichen vor Hindernissen. Die sogenannte Lenkunterstützung wird zunächst in der neuen Generation des Mittelklasse-SUV XC60 eingeführt, die auf dem Genfer Automobilsalon (9. bis 19. März) Premiere feiert und im Laufe des Jahres auf den Markt kommt.

Droht die Kollision mit anderen Fahrzeugen, Fußgängern, Radfahrern oder Wildtieren, leitet Volvos City Safety System zunächst wie gehabt eine Notbremsung ein. Reicht das nicht aus, um das Fahrzeug rechtzeitig zu stoppen, wird dem Fahrer per Lenkimpuls beim Umfahren des Hindernisses geholfen. Die Technik ist im Geschwindigkeitsbereich von 50 bis 100 km/h aktiv. Der aktive Lenkeingriff kann aber auch in anderen Situationen erfolgen. Etwa, wenn das Auto versehentlich auf die Gegenfahrbahn gelangt oder wenn der Fahrer trotz Anschlagen des Totwinkelwarners zum Spurwechsel ansetzt.

Ähnliche Fahrerassistenten sind auch in der Mercedes E-Klasse und dem BMW 5er zu haben. Allerdings ist der Funktionsumfang dort weniger umfassend. Mercedes etwa beschränkt den Ausweichhelfer aktuell auf das Verhindern von Fußgängerunfällen. (Holger Holzer/SP-X)

Volvo V90 D4 AWD – Das schwedischste aller Schwedenautos

Wie viele Hersteller hat auch Volvo sein Produktportfolio in den letzten Jahren ausgeweitet und bietet nun zum Beispiel auch SUVs, Crossover und leistungsstarke Versionen seiner zivilen Varianten an. Alles Segmente, ohne die es heute ja offenbar nicht mehr geht. Wenn man aber das schwedische Auto schlechthin definieren müsste, dann käme am Ende sicher mehr oder weniger unser Testwagen dabei heraus: Ein großer Kombi mit vernünftiger Motorisierung und innen wie außen im typischen Schweden-Style gehalten. Voila, der neue Volvo V90.

Der Fünfsitzer mit der großen Heckklappe hat im vergangenen Herbst die Nachfolge des allerdings eine Nummer kleineren V70 angetreten. Herausgekommen ist ein eleganter, sich auf satte 4,94 Meter streckender Kombi, der mit seiner Heckklappe deutlich stimmiger wirkt, als die in diesem Bereich doch arg konservativ geratene Limousine S90.

Maßstäbe beim Laderaum setzt der große Volvo-Kombi nicht mehr

Von einem schwedischen Raumtransporter erwartet man aber vor allem Fassungsvermögen und Variabilität. Gerade beim Ladevolumen setzten schwedische Kombis nicht zuletzt wegen ihres kastenartigen Designs in früherer Zeit häufig Maßstäbe. Das ist leider vorbei, denn die schöne Form des V90 fordert Tribut. Der durch eine breite Heckklappe gut erreichbare Laderaum fasst zwar immerhin 560 Liter, die lassen sich durch Umklappen der Rücksitzlehnen aber nur auf 1.526 Liter erweitern. Da hatte selbst der deutlich kürzere V70 mit rund 1.600 Litern mehr zu bieten. Und gegenüber dem Klassenprimus, dem T-Modell der Mercedes E-Klasse, verliert der Volvo sogar 330 Liter. Andererseits: Wie häufig benötige ich so viel Stauraum? Und wenn es mal wirklich was zu transportieren gibt – so in der Liga Kühlschrank, Sessel oder Buchregal – würden wir sowieso einen Mietwagen vorziehen. Einfach, um den schönen Schweden auch nicht ansatzweise zu beschädigen. Mehr gestört hat uns da das etwas fummelige Laderaumrollo, für das es zudem, wenn man es für den Transport eines höheren Gegenstandes abbaut, auch keine gute Ablagemöglichkeit gibt.

Innen ist der V90 richtig fein gemacht. Das Leder der Sitze wurde üppig aufgebracht und riecht auch so

Innen ist der V90 ansonsten richtig fein gemacht. Das Leder der Sitze wurde üppig aufgebracht und riecht auch so. Weiche Kunststoffe und edles Holz ergänzen diesen Eindruck – zumindest in den höheren Ausstattungsstufen. Bei der Qualität des Innenraums und der Verarbeitung lässt sich Volvo in dieser Klasse höchstens noch von Audi toppen. In der Mittelkonsole thront der inzwischen schon aus dem SUV XC90 und dem S90 bekannte 9,2 Zoll große, hochkant montierte Bildschirm. Dessen fehlerlose Bedienung muss man anfangs ein wenig proben, dann allerdings funktioniert das meiste problemlos und manchmal sogar intuitiv. Weniger gut gefallen hat uns das Navi-System, speziell dessen Staumeldungen. Nicht nur einmal lenkte es uns trotz vorhandener Alternativen kaltlächelnd in eine viel Zeit kostende Autobahn-Warteschlange.

Wer den vor dem übrigens nicht serienmäßigen Achtgang-Automatikgetriebe platzierten Knopf dreht, erweckt den Motor zu leben. Nominell leistet der 2,0-Liter-Diesel 140 kW/190 PS und entsprechend zügig geht es zunächst los. Das Konzept der Schweden, sowohl bei Selbstzündern wie bei Ottomotoren nur noch einen Hubraum und nur noch vier Zylinder anzubieten, stößt allerdings spätestens dann an Grenzen, wenn man den Antrieb fordert. Dann hat der Turbomotor seine Probleme, wird laut und von der Souveränität des Aggregats geht einiges verloren. Unser Testverbrauch lag mit 6,8 Litern im erwartbaren Rahmen über der Normangabe von 4,9 Litern Diesel. Das Achtgang-Getriebe verrichtet seine Arbeit dagegen unaufgeregt und präzise. Der Aufpreis zum manuellen Sechsgang-Getriebe ist mit 2.250 Euro happig, die Investition lohnt sich aber auf jeden Fall, weil der Automat einfach viel besser zum Fahrzeug passt.

Nominell leistet der 2,0-Liter-Diesel 140 kW/190 PS und entsprechend zügig geht es zunächst los

Wer es etwas sportlicher mag, sollte aber gleich die stärkere Version (D5, 235 PS) kaufen. Der D4 ist trotz immerhin bis zu 400 Newtonmeter Drehmoment eher ein Antrieb für zurückhaltende Fahrer, was aber ja zu einem Volvo-Besitzer vielleicht ganz gut passt. Auch das Fahrwerk ist nicht sportlich ausgelegt, sondern soll in erster Linie viel Komfort bieten. Das gelingt auch recht gut, auf schlechten Strecken reagiert es allerdings schon mal mit Stuckern. Gegen Aufpreis steht eine adaptive Luftfederung für die Hinterachse zur Verfügung. Auch ein Sportfahrwerk wird angeboten, die Erfahrung lehrt allerdings, dass man darauf im Interesse des eigenen Rückens getrost verzichten kann. Zudem ist der D4 von der gesamten Grundidee her eindeutig auf Alltag und Reise ausgelegt, ein Komfort-Kombi also, der die Kurvenjagd weder braucht noch goutiert.

Volvo bietet in vielerlei Hinsicht inzwischen wirklich jenes Premiumniveau, das die Schweden schon seit ein paar Jahren versprechen. Das gilt insbesondere für die neuen Modelle der 90er-Baureihe. Dass dann auch entsprechende Preise ausgerufen werden, darf nicht verwundern. 49.300 Euro beträgt der Bruttogrundpreis für den V90 mit dieser Motorisierung, Allrad und Automatik. Mit Vollausstattung kostete unser Testwagen rund 75.000 (!) Euro. Gegenüber einem Audi A6, einem BMW 5er oder einer Mercedes E-Klasse spart der V90-Käufer allenfalls ausstattungsbereinigt und auch dann nur im einstelligen Prozentbereich. Ein Schnäppchen ist der große Schwedenkombi also nicht, aber dafür der schwedischste Kombi überhaupt. (Peter Eck/SP-X)

Volvo S90/V90 D3 – Basis-Arbeit

Im vergangenen Jahr ging der Volvo S80 nach fast zehn Jahren Laufzeit in den Ruhestand. Mit den Nachfolgemodellen S90 (Limousine) und V90 (Kombi) versuchen die Schweden nun, in der Geschäftswagen-Klasse erfolgreicher Fuß zu fassen. Die neuen Modelle orientieren sich klar an der deutschen Konkurrenz von 5er BMW, Mercedes E-Klasse und Audi A6. Jetzt haben die Schweden einen neuen Basisdiesel nachgeliefert, der die Chancen nochmals verbessern soll, da die Einstiegshürde auf 41.500 Euro sinkt.

Basis, das klingt immer ein bisschen nach Sparmaßnahme, doch lässt sich auch der schwächste 90er-Volvo zumindest mit allen erdenklichen Annehmlichkeiten ausstatten. Vom digitalen Kombiinstrument über das riesige Infotainmentsystem bis hin zum teilautonomen Fahren auf der Autobahn steht der D3 seinen großen Brüdern in nichts nach. Auch der Motor selbst ist keine Verzichtserklärung: Der wie alle Volvo-Antriebe zwei Liter große Vierzylinder entwickelt geschmeidige 110 kW/150 PS und 320 Newtonmeter Drehmoment. Genug Kraft, um die knapp 1,8 Tonnen schwere Limousine standesgemäß in Bewegung zu setzen. Zwar sind 9,9 Sekunden für den Standardsprint kein Bestwert und eine gleichstarke E-Klasse nimmt dem Volvo hier spielend anderthalb Sekunden ab, doch wirkt der S90 keinesfalls träge oder zu langsam.

Bis Tempo 100 meistert er den Alltag souverän, erst darüber wird es etwas zäher

Ganz im Gegenteil, bis Tempo 100 meistert er den Alltag souverän, erst darüber wird es etwas zäher. Doch wer auf spontane Zwischensprints verzichtet und seine Überholmanöver etwas vorausschauender plant, der fühlt sich mit dem D3 auch auf der Autobahn wohl. Allerdings sollte das persönliche Reisetempo nicht deutlich über 170 km/h liegen. Zwar gibt Volvo eine Höchstgeschwindigkeit von 205 km/h an, doch braucht’s dafür reichlich Anlauf und besagter E 200d etwa eilt mit 224 Sachen hier locker davon.

Innen ist der D3 gewohnt hochwertig – hier die optionale R-Design-Ausstattung

Serienmäßig kommt der D3 mit einem präzise geführten Sechsgang-Getriebe. Das früh anliegende Drehmoment – schon ab 1.500 Touren packt der Volvo ordentlich zu, die Maximal-Kraft steht bei 250 Umdrehungen mehr bereit – erlaubt eine angenehm schaltfaule Gangart. Wer die Arbeit aber lieber abgegeben will, bekommt für 2.250 Euro auch eine sechsstufige Automatik. An den Fahrleistungen ändert sich dadurch nichts, sogar der Normverbrauch bleibt mit 4,4 Liter Diesel je 100 Kilometer gleich.

Der D3-Diesel kostet (mit leicht anderer Ausstattung als die Limousine) im V90 42.450 Euro, also einen knappen Tausender mehr. Entsprechend geht der Kombi mit Automatik für 44.700 Euro in Kundenhand über. Ob der 150-PS-Diesel im V90 allerdings die richtige Wahl ist, hängt vom persönlichen Einsatzzweck ab. Man bedenke, dass der Kombi leer schon über 60 Kilogramm mehr zu schleppen hat und in den bis zu 1.526 Liter großen Kofferraum geht ja noch einiges an Extra-Gewicht rein.

Nur der V90 D3 kann auch mit Allradantrieb (ab 47.200 Euro) geordert werden

Wer sich davon nicht abschrecken lässt und definitiv zum Kombi greifen will, für den halten die Schweden noch ein Schmankerl bereit: Nur der V90 D3 kann nämlich auch mit Allradantrieb (ab 47.200 Euro) geordert werden. Damit schafft sich Volvo ein Alleinstellungsmerkmal, dem weder die Mercedes E-Klasse noch der Audi A6 in dieser Motorisierung Paroli bieten können. Im neuen Cross-Country-Stil – also etwas höher gelegt, mit Plastikplanken versehen und komfortabler abgestimmt – ist der D3 trotz Allrad nicht erhältlich, wohl aber mit der R-Design-Ausstattung. Hier lautet Volvos Devise scheinbar: Nur weil man zum schwächsten Motor greift, muss man auf sportliche Optik nicht verzichten. (Michael Gebhardt/SP-X)

Volvo V90 Cross Country – Rustikaler Allrad-Kombi

Vor 20 Jahren war es vielleicht noch ein Wagnis, als der schwedische Hersteller Volvo mit dem ersten V70 Cross Country eine völlig neue Fahrzeug-Gattung ins Leben rief. In der Zwischenzeit hat das Segment der rustikalen Allrad-Kombis im Crossover-Design zahlreiche Nachahmer gefunden, die Allroad, Alltrack oder, wie das jüngste Clubmitglied aus dem Hause Mercedes, All-Terrain heißen und sich allseits großer Nachfrage erfreuen.

Keine Frage also, dass die Schweden die Erfolgsgeschichte ihres Outdoor-Kombis, der zuletzt als XC70 firmierte, zum 20-jährigen Jubiläum fortschreiben wollen und im Februar die vierte Generation des kombinösen Allrounders an den Start schicken. Der wird jedoch als V90 Cross Country höher positioniert, passt sich von der Nomenklatur her dem aktuellen Schema an (das XC-Kürzel bleibt nun ausschließlich den SUVs vorbehalten) und komplettiert zu Preisen ab 56.300 Euro die bisher aus dem SUV, der Limousine und dem „normalen“ Kombi bestehende 90er-Baureihe.

Vom normalen V90 unterscheiden den CC unter anderem die Offroad-Planken

Zur Fahrpräsentation des robusten Neulings, der sich mit dem Unterfahrschutz vorn wie hinten, der auffälligen Beplankung an den Flanken und Radläufen sowie der speziellen Dachreling vor allem an Outdoor-affine Kunden mit aktivem Lebensstil wenden soll, wagten sich die Skandinavier in die Höhle des Löwen. Riesige Audi-Plakate mit der Aufschrift „Home of quattro“ empfangen die Reisenden nämlich schon am Flughafen der Wintersport-Region um Östersund und Are. Wie auch an anderen großen Skigebieten Europas demonstrieren die Ingolstädter Herren der Ringe mit großformatigen Werbeflächen ihre Partnerschaft zur alpinen Weltspitze und wollen damit den Bogen zu ihrer Allrad-Kompetenz schlagen.

Volvo hält ungeniert dagegen und lässt sich bei seinem Heimspiel im nördlichen Schweden nicht die Butter vom Brot nehmen. Auf den zum Teil vereisten Straßen rund um das alpine WM-Gebiet 2019 und noch mehr auf der Eisplatte des zugefrorenen Antsjön beweist der V90 Cross Country, der ausschließlich mit Allradantrieb angeboten wird, beste Traktion und lässt sich auch auf der spiegelglatten Seeoberfläche beim Slalom durch den Pylonenkurs nicht aus der Ruhe bringen. Wozu freilich auch die in Skandinavien erlaubte Spike-Bereifung ihren Teil dazu beiträgt.

Allradantrieb ist Serie

Weiteres großes Plus auf Touren abseits asphaltierter Wege: Der Crossover-Kombi verfügt über eine um sechs Zentimeter auf insgesamt 21 Zentimeter erhöhte Bodenfreiheit. Den Spagat zwischen schneller, komfortabler Autobahnfahrt und guten Offroad-Handling meistert der rustikale Schwede bestens.

So robust der Cross Country von außen wirkt, so edel präsentiert er sich im Innenraum, der einschließlich des großen Touchscreens in der Mitte des Armaturenbretts mit der „normalen“ Kombi-Variante identisch ist. Auch die verfügbaren Motoren sind aus den Schwestermodellen bekannt. Im Allrad-Kombi stehen je zwei Diesel und Benziner zur Wahl, die ein Leistungsspektrum von 140 kW/190 PS bis 235 kW/320 PS abdecken und ausschließlich in Verbindung mit dem Achtgang-Automatikgetriebe angeboten werden. Besonders der größere D5-Diesel mit 173 kW/235 PS hinterließ mit stattlichen 400 Nm Drehmoment einen kraftvollen Eindruck, der nur durch einen zu hohen Testverbrauch von 9,3 Litern (Normangabe 5,3 Liter) geschmälert wurde. Spar-Primus laut Normzyklus ist der kleinere D4-Diesel (140 kW/190 PS) mit 5,2 Liter.

In puncto Sicherheit erlaubt sich der Cross Country keine Schwächen. Beim gerade durchgeführten Euro-NCAP-Crashtest erhielt der robuste Schwede die Bestwertung von fünf Sternen. Unter anderem weil neben den zahlreichen optional angebotenen Assistenzsystemen bis hin zum teilautonomen „Drive Pilot“, der allerdings nicht wie die Mercedes E-Klasse selbstständige Spurwechsel vollziehen kann, auch der Notbremsassistent mit Fußgänger- und Radfahrer-Erkennung bei Tag und bei Nacht an Bord ist. Ja, das City-Safety-System hilft sogar, Zusammenstöße mit großen Wildtieren zu vermeiden.

So robust der Cross Country von außen wirkt, so edel präsentiert er sich im Innen-raum

Der Volvo V90 Cross Country ist in zwei Ausstattungsvarianten zu haben. Schon die Basis rollt mit Ledersitzen, Sitzheizung vorn, Klimaautomatik und LED-Scheinwerfern an den Start. Die jeweils 4.200 Euro teurere Pro-Ausstattung beinhaltet auch LED-Nebelscheinwerfer mit Abbiegelicht, 19-Zoll-Alufelgen und eine automatisch öffnende Heckklappe.

An der Nummer-1-Position des stark nachgefragten, großen SUVs XC90 wird der Cross-Country ebensowenig wie Limousine und „normaler“ Kombi rütteln können. In der Kölner Deutschland-Zentrale rechnet man allerdings damit, dass das Modell mit über 2.000 Zulassungen in einem vollen Jahr hierzulande einen Anteil von gut fünf Prozent am Gesamtabsatz der Schweden-Marke erreichen kann. (Michael Lennartz)

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Volvo V90 Cross Country – Eleganz auf schlechten Straßen

Wem Volvos Oberklasse-SUV XC90 zu massig ist, soll bei den Schweden nun trotzdem wieder fündig werden. Der V90 Cross Country führt die Tradition des Offroad-Kombis XC70 weiter, interpretiert sie aber eine ganze Ecke edler. Die Markteinführung erfolgt im Februar zu Preisen ab 56.300 Euro.

Optisch setzt sich der Cross Country unter anderem durch Unterfahrschutz, auffällige Beplankung an den Flanken und einer speziellen Dachreling vom normalen V90-Businesskombi ab. Dazu kommt eine um sechs Zentimeter auf insgesamt 21 Zentimeter erhöhte Bodenfreiheit. Nicht zu sehen ist der immer serienmäßige Allradantrieb.

So robust der Cross Country von außen wirkt, so edel präsentiert er sich im Innenraum, der einschließlich des großen Touchscreens in der Mitte des Armaturenbretts mit der „normalen“ Kombi-Variante identisch ist. Auch die verfügbaren Motoren sind aus den Schwestermodellen bekannt. Im Allrad-Kombi stehen je zwei Diesel und Benziner zur Wahl, die ein Leistungsspektrum von 140 kW/190 PS bis 235 kW/320 PS abdecken und ausschließlich in Verbindung mit dem Achtgang-Automatikgetriebe angeboten werden. Besonders der größere D5-Diesel mit 173 kW/235 PS hinterließ mit stattlichen 400 Nm Drehmoment einen kraftvollen Eindruck, der nur durch einen zu hohen Testverbrauch von 9,3 Litern (Normangabe 5,3 Liter) geschmälert wurde. Spar-Primus laut Normzyklus ist der kleinere D4-Diesel (140 kW/190 PS) mit 5,2 Liter.

In puncto Sicherheit erlaubt sich der Cross Country keine Schwächen. Neben den zahlreichen optional angebotenen Assistenzsystemen bis hin zum teilautonomen „Drive Pilot“ gibt es auch einen Notbremsassistent mit Fußgänger- und Radfahrer-Erkennung bei Tag und bei Nacht. Das System hilft sogar, Zusammenstöße mit großen Wildtieren zu vermeiden.

Der Volvo V90 Cross Country ist in zwei Ausstattungsvarianten zu haben. Schon die Basis rollt mit Ledersitzen, Sitzheizung vorn, Klimaautomatik und LED-Scheinwerfern an den Start. Die jeweils 4.200 Euro teurere Pro-Ausstattung beinhaltet auch LED-Nebelscheinwerfer mit Abbiegelicht, 19-Zoll-Alufelgen und eine automatisch öffnende Heckklappe. (Michael Lennartz)

Volvo erweitert Software-Umfang – Telko am Steuer

Volvo erweitert das Software-Angebot an Bord seiner Modelle um die Telefonkonferenz-App „Skype for Business“. Der Microsoft-Dienst wird im Laufe des Jahres zunächst für die Modelle der 90er-Baureihe angeboten, bereits ausgelieferte Fahrzeuge können per Online-Update nachgerüstet werden. Die Bedienung der App ist in das Infotainment-System an Bord eingebunden und erfolgt über den zentralen Touchscreen.

„Skype for Business“, früher unter dem Namen Lynk angeboten, ist eine kostenpflichtige Erweiterung des bekannten Internet-Telefonie-Dienstes und wird vor allem für Online-Konferenzen genutzt. In den Volvo-Fahrzeugen ist zunächst nur das Sprechen und Hören möglich, die Funktion Videotelefonie und das Verfolgen von Präsentationen sind nicht freigeschaltet. (Holger Holzer/SP-X)

Volvo S90/V90 R-Design – Auf Sport getrimmt

Volvo bietet seine Business-Modelle S90 und V90 nun auch in einer sportlich gestalteten „R-Design“-Ausführung an. Zu den Merkmalen zählen ein schwarzer Kühlergrill, 18-Zoll-Felgen und eine spezielle Front- sowie Heckschürze. Hinzu kommen Sportfahrwerk, Teilleder-Sportsitze und Aluminium-Pedale. Kombinierbar ist das Ausstattungspaket mit allen Motoren, vom 110 kW/150 PS starken Einstiegsdiesel bis zum Top-Benziner mit 235 kW/320 PS und Allradantrieb. Die Preise für den S90 R-Design starten bei 46.800 Euro, der V90 R-Design kostet ab 50.150 Euro. Der Aufpreis gegenüber der günstigsten Ausstattungsvariante beträgt 7.400 Euro. (Holger Holzer/SP-X)

Volvo V90 Cross Country – Mehr Druck mit Polestar

Anfang 2017 bringt Volvo den neuen V90 Cross Country nach Deutschland. Noch vor dem offiziellen Marktstart können Kunden bereits für alle drei verfügbaren Antriebsvarianten D4, D5 und T6 Leistungskits vom Haustuner Polestar Performance ordern.

Im Fall des Einstiegsdiesels D4 AWD geht die Leistung um 7 kW/10 PS auf 147 kW/ 200 PS und auf 440 Newtonmeter Drehmoment nach oben, während der D5 AWD um 3 kW/5 PS auf 176 kW/240 PS zulegt. Die Topmotorisierung T6 AWD verzeichnet das größte Plus: Hier kommen 10 kW/ 14 PS obendrauf, was 246 kW/334 PS und 440 Newtonmeter beschert.

Neben der Motorsteuerung wird im Zuge der Polestar-Kur auch die Achtstufen-Automatik neu kalibriert. Volvo verspricht ein dadurch insgesamt besseres Ansprechverhalten, was sich vor allem im mittleren Drehzahlbereich bemerkbar machen soll. Unter anderem beim Herausbeschleunigen aus Kurven vermittelt der Antrieb so ein sportlicheres Fahrverhalten.

Die Leistungssteigerung wird allein durch eine modifizierte Software erreicht, die ohne Eingriffe in die Hardware aufgespielt wird. Auf die NEFZ-Verbrauchswerte hat das Performance-Plus keine Auswirkungen. Auch die Herstellergarantie in vollem Umfang erhalten. Kostenpunkt für die Leistungssteigerung: rund 1.200 Euro. (Mario Hommen/SP-X)

Volvo Trucks zeigt den „Flying Passenger“

Die Schweden von Volvo zeigen einen weiteren Live Test – und der hat sich wahrlich gewaschen. Beim „The Flying Passanger“, der nicht mit Iggy Pops Kult-Song “The Passenger” zu verwechseln ist, geht es um einen spektakulären Paragliding-Stunt, der in dieser Form noch nie dagewesen ist. Das Erfolgsrezept dahinter: Der einzigartige Antriebsstrang des Volvo FH mit I-Shift-Doppelkupplungsgetriebe. Es sorgt für den nachdrücklichen Schub den der Gleitschirmflieger braucht. 

Zum ersten Mal überhaupt zieht ein LKW einen Gleitschirmflieger hinter sich hier. Als Zugmaschine dient kein anderer Truck als ein Volvo FH. Mit ihm wollen die Schweden zeigen welches Potential in ihrem einzigartigen Doppelkupplungsgetriebe steckt. Dennoch könnte man sich an dieser Stelle fragen, was an der Aktion so spannend ist. Ein LKW zieht einen Gleitschirm, was ist daran spektakulär? Diese Frage ist schnell beantwortet: Die Umgebung.

Mit Feingefühl: Die Fahrerin Louise Mariott

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Vorteil des Paragliders: Der ungefilterte Genuss der traumhaften Kulisse Kroatiens

Der Volvo FH, pilotiert von der Neuseeländerin Louise Marriott, fährt nicht etwa eine lange Gerade entlang, sondern schlängelt sich durch gewundene Pass- und Bergstraßen im malerischen Kroatien. Und jeder, der schon einmal durch eine bergige Region gefahren ist, wird sich an die LKW erinnern, die sich mühsam und mit den letzten Kraftreserven die Steigungen hinaufschleppen. Dementsprechend bedarf es schon eines besonderen Gefährts, wie dem Volvo FH mit I-Shift-Getriebe, um diese Aufgabe zu meistern. Schließlich hat der französische Gleitschirmflieger Guillaume Galvani nur wenig Lust auf Bodenkontakt.

Welche Präzision bei der Stunt-Fahrt nötig ist, zeigt eine besondere Passage: Die Durchfahrt unter einer Hängebrücke. Die Fahrerin muss nicht nur die hohe Reisegeschwindigkeit beibehalten, damit der Paraglider auf Zug und in der Luft bleibt, sondern ihr Tempo auch so anpassen, dass Galvani durch die schmale Öffnung der Hängebrücke hindurchgleiten kann. Ein Stunt, der seinesgleichen sucht. Und jener hätte wohl kaum geklappt, wäre die Zugmaschine nicht mit einem starken Aggregat mit I-Shift-Doppelkupplungsgetriebe ausgerüstet.

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Der Paraglider hat mehr als nur eine Handbreit Luft unter den Füßen dank I-Shift-Getriebe

Mit I-Shift immer auf Zug

Und da es beim „Flying Passenger“ um die Unversehrtheit des Gleitschirmfleigers geht, gibt es keinen Spielraum für Fehler. Hilfreich ist beim Fahren natürlich das I-Shift-Doppelkupplungsgetriebe. Mit ihm kann die Leistung des 13 Liter großen D13 Diesel-Motor aufrechterhalten werden. Dabei ist es fast gleich, welche Steigung sich dem großvolumigen Selbstzünder in den Weg stellt. Die Kombination aus starker Motorleistung und einem Getriebe, das jederzeit ein präzises und kraftvolles Fahren ermöglicht, ist für diesen Stunt optimal. Und Leistung hat der Volvo FH reichlich. Los geht es bei 420 PS. Erhältlich ist der schwedische LKW aber auch mit 460, 500 oder 560 PS. Der Clou an der Kombination aus Motor und I-Shift ist jedoch, dass nicht nur die Leistung und ihre Abgabe im Fokus stehen, sondern zusätzlich die Umwelt. So ermöglicht der Antriebsstrang niedrige Verbräuche und die Einstufung nach der strengen Euro-6-Abgasnorm.

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Eine atemberaubende Kulisse für einen höchst spannenden Stunt

Geballte Power aus 13 Litern Hubraum

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Abschleppen mal anders beim Stunt „The Flying Passenger“

Was aber passiert bei den steilen Bergpassagen im Getriebe? Dank vollautomatisierter Gangwechsel wird das Drehmoment beibehalten, da Zugkraftunterbrechungen der Vergangenheit angehören. Hier geht bei herkömmlichen Getrieben viel Kraft verloren, sodass der Gleitschirm nicht gezogen werden könnte. Besonders smart ist am Doppelkupplungsgetriebe zudem, dass die Gangwechselstrategie an die Umgebungsbedingungen angepasst werden. Und sollte der Fahrer einmal die Lust verspüren selbst Hand anzulegen, kann er manuell eingreifen. Von Vorteil ist außerdem das geringe Gewicht des I-Shift-Getriebes. Dank seiner kompakten Bauweise und dem Alu-Gehäuse fällt es recht leicht aus. Vorteil: Der Motor hat weniger Masse zu ziehen und verbraucht weniger. Beim „Flying Passanger“ zählte das aber weniger. Viel eindrucksvoller war hier, wie leichtfüßig sich der Volvo FH die kroatischen Berge hinauf schob. Besonders zur Freude des Gleitschirmfliegers.

Volvo S60 Polestar – Auf die harte Tour

BMW tat es und Mercedes auch: Die Übernahme ehemaliger Haustuner ins Unternehmen ist zumindest bei sogenannten Premium-Anbietern Usus geworden, und so fliegen M oder AMG inzwischen unter dem Markensegel. Da wollte Volvo nicht zurückstehen und hat nach langjähriger Zusammenarbeit zunächst im Motorsport und dann beim tunen von Serienmodellen im vergangenen Jahr Polestar übernommen. Erste Frucht der neuen Art von Zusammenarbeit sind die aufgepeppten Mittelklasse-Modelle V60 (Kombi) und S60 (Limousine). Wir entschieden uns für die Limousine.

Motorseitig, in Sachen Leistung und Drehmoment, macht dies keinen Unterschied. Wir sprechen hier von 367 PS, bis zu 470 Newtonmetern Drehmoment, einem Standardspurtwert von 4,7 Sekunden und einer Spitzengeschwindigkeit von 250 km/h – um nur mal die wichtigsten Eckdaten zu nennen. Ach ja, diese Werte kitzeln die Polarstern-Ingenieure, wie mittlerweile bei Volvo ja üblich, aus vier Zylindern und zwei Litern Hubraum. Basis ist das sogenannte Drive-E-Aggregat T6, dessen ohnehin nicht gerade geringe Leistung hier um 61 PS gesteigert wurde, das Drehmoment legte um 70 Newtonmeter zu.

Zum Einsatz kommen ein größerer Turbolader und ein dadurch notwendiger größerer Lufteinlass, neue Pleuel und schärfere Nockenwellen
Zum Einsatz kommen ein größerer Turbolader und ein dadurch notwendiger größerer Lufteinlass, neue Pleuel und schärfere Nockenwellen

Wen es interessiert: Erreicht wurde dies durch Tuning guter alter Schule. Zum Einsatz kommen ein größerer Turbolader und ein dadurch notwendiger größerer Lufteinlass, neue Pleuel und schärfere Nockenwellen. Das gesamte Motormanagement wurde neu kalibriert, zudem gibt es ein aktives Edelstahl-Abgassystem mit elektrisch gesteuertem Klappenauspuff. Zu dem kommen wir gleich noch. Zunächst bleibt festzuhalten, dass wie beim normalen T6 auch hier stets ein Allradantrieb dazu gehört und auch die gewohnte Achtgang-Automatik, die allerdings die Gänge wahrnehmbar fixer wechselt.

Und damit zum Fahrspaß: Dank der im Überfluss vorhandenen Leistung, immerhin werkeln hier mehr PS unter der Haube als etwa beim neuen Audi S4, macht sich das relativ hohe Leergewicht von 1.750 Kilo kaum bemerkbar. Mit sonorem Knurren meldet sich der per Turbo und Kompressor aufgeladene Motor zur Arbeit und verrichtet diese dann durch alle Drehzahlen und Gänge mühe- und gnadenlos. Bei höheren Drehzahlen geht der Vierzylinder in ein leichtes Sägen über, das allerdings nie wirklich unangenehm wird. Jetzt zum Klappenauspuff: Unserer Meinung nach sind diese Dinger überflüssig, eine akustische Zumutung und etwas für Angeber. Sie werden zurecht bald verboten. Als gute Schweden treibt es Volvo mit dem Ding allerdings nicht zu wild, die Geräuschemissionen halten sich so gerade noch im Rahmen.

Neben dem S60 gibt es auch den Kombi V60 als Polestar-Modell
Neben dem S60 gibt es auch den Kombi V60 als Polestar-Modell

Wählt man die „Sport“-Funktion, hält der S60 in Kurven stets den gewählten Gang, was eine prima Sache ist, speziell, wenn man einen Alpenpass erobern will – was wir aber leider nicht getan haben. Vollkommen überflüssig dagegen ist die „Launch Control“, die einen Rennstart aus dem Stand ermöglicht. Wir kennen so etwas von Porsche oder eben von getunten bürgerlichen Fahrzeugen. Auch nur was für Angeber und zudem keinesfalls besonders materialschonend. Nur damit wir es erwähnt haben: Es gibt außerdem noch eine „Sport+“-Funktion sowie fürs Gewissen eine Eco-Funktion. Können wir vergessen. Beide dürften im Alltag kaum gewählt werden.

Während die Fahrleistungen so oder so immer überzeugen, gilt dies weniger für den Verbrauch. Statt der versprochenen knapp 8 verbrauchten wir tatsächlich über 11 Liter im Durchschnitt. Und dies bei einem hohen Anteil zurückhaltend gefahrener Strecke. Es ist halt immer das gleiche Spiel, gerade bei den relativ kleinen Motoren: Nutzt man das Leistungspotenzial geht der Verbrauch exorbitant nach oben. Tut man es nicht, benötigt man eigentlich auch kein solches Auto. In der Praxis lockt der Leistungsüberschuss natürlich stets, den Fuß etwas tiefer ins Gaspedal zu drücken. Aber das wird der Käufer eines solchen Fahrzeugs einkalkulieren.

Der Volvo S60 Polestar ist unter den Hochleistungslimousinen so etwas wie der ehrliche Arbeiter
Der Volvo S60 Polestar ist unter den Hochleistungslimousinen so etwas wie der ehrliche Arbeiter

Hoffentlich hat er auch die Fahrwerksabstimmung vorher einkalkuliert, ergo mindestens eine ausgiebige Probefahrt gemacht. Wir waren von der gnadenlosen Härte des serienmäßig auf 20-Zoll-Felgen und wenig Reifengummi stehenden S60 Polestart jedenfalls schon überrascht. Der schnelle Schwede macht in dieser Hinsicht keine Gefangenen, gibt sich ziemlich rücksichtslos gegenüber empfindlichen Bandscheiben. Hier merkt man dem Fahrzeug wohl auch an, dass es bei seiner Entwicklung gar nicht auf solche Leistungen ausgelegt wurde, immerhin ist der S60 schon über sechs Jahre auf dem Markt. Die Spielräume der Tuner, Leistung mit Komfort zu verbinden, waren offensichtlich begrenzt. Das können neue Fahrzeuge dieser Leistungsklasse dann doch deutlich besser.

Als Reiselimousine ist der S60 Polestar trotz großzügiger Platzverhältnisse auch auf den hinteren Sitzen also nur bedingt geeignet. Hinzu kommt der mittlerweile in die Jahre gekommene Innenraum, mit Kunststoff nicht der allerersten Güte und der bekannt umständlichen Bedienung aller Volvo-Fahrzeuge dieser Zeit. Dies ändert sich mit der nächsten Generation, die ja nicht mehr so lange auf sich warten lassen wird und dann sicher ein ähnlich modernes und hochwertiges Interieur erhält wie etwa das gerade auf den Markt gekommene größere Schwestermodell S90.

Das gesamte Motormanagement wurde neu kalibriert, zudem gibt es ein aktives Edelstahl-Abgassystem mit elektrisch gesteuertem Klappenauspuff
Das gesamte Motormanagement wurde neu kalibriert, zudem gibt es ein aktives Edelstahl-Abgassystem mit elektrisch gesteuertem Klappenauspuff

Ja und dann wäre da noch der Preis. Die Schweden machen keine Mäzchen und bieten den S60 als Polestar gleich mit allem Pipapo an. So bleibt die Aufpreisliste super kurz, der Grundpreis schnellt aber auf 68.000 Euro. Das sind einige Tausender mehr als selbst die ähnlich leistungsstarke, aber in der Basis deutlich schlechter ausgestattete deutsche Konkurrenz aufruft. Auch hier fährt Volvo also selbstbewusst die harte Tour. (Peter Eck/SP-X)

Volvo S90 Excellence – Konkurrenz für die S-Klasse

Volvo macht aus dem Business-Modell S90 eine Luxuslimousine. Auf der Guangzhou Motor Show feiert nun mit der „Excellence“-Variante die neue Top-Ausführung des Viertürers Premiere. 2017 wird das Modell weltweit in den Handel kommen, produziert wird des in China.

Augenfälligster Unterschied zum Standard-S90: Der Beifahrersitz fehlt zugunsten der Beinfreiheit des rechten Fond-Insassen. Wie sein durch eine Bar in der Mittelkonsole getrenntes Pendant auf der linken Seite nimmt er in besonders komfortablen Massagesitzen Platz, klimatisierte Becherhalter und ein Multimediabildschirm runden das Angebot ab. Als einzigen Antrieb kündigen die Schweden ihren rund 400 PS starken Plug-in-Hybriden an.

Statt des Beifahrersitzes gibt es eine multifunktionale Konsole
Statt des Beifahrersitzes gibt es eine multifunktionale Konsole

Ein genaues Markteinführungsdatum für Europa sowie Preise nennt Volvo nicht. Als bisher einziges „Excellence“-Modell in Deutschland ist aktuell der XC90 mit einem Listenpreis von 123.150 Euro zu haben. Dort liegt der Aufpreis gegenüber der nächstbesten Variante „Inscription“ bei knapp 43.000 Euro. Ein S90 Excellence dürfte unwesentlich günstiger ausfallen. (Holger Holzer/SP-X)

Volvo S60 und V60 Polestar von Heico Sportiv – Das Tuning des Tunings

Volvo-Tuner Heico Sportiv bietet für die Über-Schweden V60 und S60 Polestar eine erneute Leistungssteigerung an: Mit dem e.motion-Kit leisten Mittelklasse-Kombi und –Limousine nun 294 kW/400 PS. Für den Tuner aus Weiterstadt ist das der stärkste Volvo in der 21-jährigen Firmengeschichte.

Mit der Übernahme des Haustuners Polestar im Sommer 2015 hat Volvo sein Performance-Programm erweitert. Heico Sportiv bietet nun gezielt Veredelungen für Polestar-Komplettfahrzeuge an. Der 2,0-Liter-Benziner T6 im S60 und V60 Polestar leistet von Hause aus bereits 270 kW/367 PS und 470 Newtonmeter, nun kommen 33 PS hinzu. Die Höchstgeschwindigkeit wird nun erst bei 275 km/h elektronisch begrenzt, im Sprint auf 100 km/h sind die getunten Tuning-Fahrzeuge 0,4 Sekunden schneller. Möglich wird das unter anderem durch neue Software, größeren Ladeluftkühler und einen Sportluftfilter-Einsatz.

Das Leistungskit ist ab November erhältlich und kostet 4.990 Euro inklusive Mehrwertsteuer. Für den S60 Polestar werden zudem 68.000 Euro, für den V60 69.600 Euro fällig. Für Deutschland sind pro Jahr lediglich 150 Fahrzeuge vorgesehen.
(Hanne Schweitzer/SP-X)

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Volvo V60 Polestar – Der Schweden-Express

Wer im feinen Premium-Klub etwas auf sich hält, braucht eine Sportabteilung. Mercedes schickt einige seiner Modelle zu AMG, BMW bittet die hauseigene „M GmbH“ an die Werkbank und jetzt hat auch Volvo seine Muckibude. Die ersten beiden Modelle mit dem Zusatz „Polestar“ sind da: Äußerlich dezent, aber unter der Haube umso potenter. Kombi und Limousine basieren auf der bekannten 60er-Baureihe, haben aber rund 50 Änderungen über sich ergehen lassen.

Das Kraftherz unter der Haube ist wie bei Volvo mittlerweile üblich mitnichten ein Sechszylinder mit großem Hubraum. Vier Töpfe und zwei Liter müssen reichen, um auf immerhin 270 kW/367 PS zu kommen. Was sich schon beim Druck auf den Startknopf rechts neben dem Lenkrad bewahrheitet. Der „kleine“ Motor bollert mit wohligem Baritontimbre los, kraftvoll aber unaufdringlich. Beim leichten Antippen des rechten Pedals bleibt der Sound gelassen, unterstützt aber akustisch die Schaltarbeit der Achtgang-Automatik mit wohlwollendem Blubbern.

Der „kleine“ Motor bollert mit wohligem Baritontimbre los, kraftvoll aber unaufdringlich
Der „kleine“ Motor bollert mit wohligem Baritontimbre los, kraftvoll aber unaufdringlich

Ein Kombi von Volvo als Sportgerät? Dabei ist es erst zwei Dekaden her, als schwedische Kombis im Ruf standen, in Scharen die für den sogenannten Lehrkörper reservierten Parkplätze höherer Lehranstalten zu bevölkern. „Sicherheit aus Schwedenstahl“ hieß das Motto, eine Alternative für die Alternativen, gelbe Anti-Atom-Aufkleber an vielen Heckklappen inklusive und das alles natürlich auch noch „anti-autoritär“.

Vieles von dem gilt noch heute, wenn auch sicher für eine andere Art von Volvo-Fans. Denn wer sich ein 250 km/h schneller Turbo-Geschoß aus dem hohen Norden in die Garage stellt, will auch ein Statement abgeben. Fast 400 PS, aber keine deutsche Kraftmeierei und auch keine flache, unpraktische Sportflunder. Dabei gerät beim Kurventanz im Taunus schnell in Vergessenheit, dass man in einem echten Kombi sitzt, dessen Laderaum immerhin 1,75 Meter lang ist und 1.240 Liter Gepäck fasst. Die Pferde-Herde kommt mit dem fast 1,8 Tonnen schweren Fünftürer locker zurecht, lässt ihn in weniger als fünf Sekunden auf 100 km/h galoppieren und zügelt erst bei Tempo 250 den Vorwärtsdrang. Das alles kombiniert mit einer feinen Lenkung und rabiat zupackenden Bremsen mit Brembo-Logo. Spaß pur beim Ausflug auf den Nürburgring, treuer Freund der Familie beim Wochenend-Trip ans Meer. Der V60 Polestar kann beides.

Allerdings ist er eben auch noch ein Vertreter der auslaufenden Volvo-Generation. Denn bislang wird nur der höher angesiedelten 90er-Baureihe die Segnung der neuen Plattform zuteil, die nach und nach allen Modellen ab den 60ern als Basis dienen wird. Im Gegensatz zum größeren V90 zum Beispiel ist der Innenraum hier nicht so topmodern und innovativ gestaltet, was sich an der Größe des Monitors ebenso festmacht wie an der Anordnung von Schaltern und Hebeln. Es dauert nun mal seine Zeit, bis alle Volvo-Modelle neu entwickelt sind. Der S60 und der V60 kommen aber auch bald an die Reihe.

Der Innenraum wirkt im Vergleich mit dem aktuellen Standard in den 90er-Modellen von Volvo schon etwas angestaubt
Der Innenraum wirkt im Vergleich mit dem aktuellen Standard in den 90er-Modellen von Volvo schon etwas angestaubt

Bis es soweit ist, wird der Superman aus Göteborg noch die schwedische Fahne auf dem Sportplatz hochhalten müssen. Kein Zweifel, dass ihm das gelingen wird. Auch wenn der Preis von 69.600 Euro seine Fangemeinde wohl überschaubar macht. Dafür aber steht ein Auto vor der Tür, das neben Leistung auch viel für sein Geld bietet. Die Aufpreisliste ist erfreulich kurz, das meiste ist bereits im Preis enthalten. (Peter Maahn/SP-X)

Volvo V90 – Das (T)Raum-Schiff

Das Schicksal der fünftürigen Dickschiffe von Stamme der Kombinationskraftwagen schien besiegelt. Die geräumigen SUV brechen reihenweise Verkaufsrekorde, bieten sie doch neben Platz vor allem die begehrte hohe Sitzposition mit stets gutem Überblick. Kombifahrer liefen in Scharen zur neumodischen Konkurrenz über. Bei Volvo ist alles ein bisschen anders: „Wir haben schon über 1.700 Bestellungen für den neuen V90“, berichtet Deutschland-Chef Thomas Bauch. „Schließlich sind wir seit langer Zeit nach Schweden der größte Abnehmer für Volvo-Kombis“.

Ob es Zufall ist? Der ab 42.500 Euro erhältliche V90 erscheint fast zeitgleich zu seinem größten Rivalen, dem T-Modell der E-Klasse. Wie der Stuttgarter ist der Volvo beliebt bei besserverdienenden Handelsvertretern oder Freiberuflern mit Zeit für platzraubende Hobbies, kann aber auch als Basis für Kranken- oder Bestattungswagen herhalten. Allerdings scheint die Größe des Laderaums nicht mehr im Vordergrund zu stehen. Lifestyle ist angesagt, denn so ein V90 ist schon optisch ein Statement. Flacher als früher, die abfallende Dachlinie soll Dynamik vermitteln, das einst kantige Heck wird vom deutlich angeschrägten Rückfenster geprägt.

Der Riese hängt treu am Gas und dreht besonders leichtfüßig hoch, wenn die Sportstellung der Wahltaste in der Mittelkonsole aktiviert ist
Der Riese hängt treu am Gas und dreht besonders leichtfüßig hoch, wenn die Sportstellung der Wahltaste in der Mittelkonsole aktiviert ist

Das durchaus sportive Design fordert aber seinen Tribut, wenn es um den Laderaum geht. Denn der Volvo kommt nur noch auf 1.526 Liter Volumen, 74 Liter weniger als der Vorgänger V70. Doch Peter Mertens, der deutsche Entwicklungschef in schwedischen Diensten, hält dagegen. „Wer transportiert heute noch seinen gerade gekauften Kühlschrank selbst nach Hause? Wir lassen uns doch inzwischen alles liefern.“ Daraus schließt der Ingenieur, der bei Mercedes einst Projektleiter für die A-Klasse war, dass ein schicker Kombi wie der V90 seinen betuchten Kunden nicht mehr unbedingt als Kleinlaster dienen wird.

Da Volvo längst zu den süddeutschen Premiumherstellern aufgeschlossen hat, sind die Preise des Edel-Nordmanns entsprechend. Das wird besonders beim getesteten Exemplar der V-Familie deutlich. Für den begehrten stärksten Diesel mit 173 kW/235 PS werden mindestens 57.500 Euro fällig, mit allerlei feines Extras schnellt der Preis problemlos um mehr als 15.000 Euro in die Höhe. Dafür gibt es dann Allradantrieb, eine perfekte Achtgang-Automatik, jede Menge Sicherheitssysteme und elektronische Assistenten und vor allem Oberklasse-Feeling, wohin man blickt: Sitze, Dekorelemente, Verkleidungen – alles vom Feinsten.

„Wir haben schon über 1.700 Bestellungen für den neuen V90“, berichtet  Deutschland-Chef Thomas Bauch. „Schließlich sind wir seit langer Zeit nach Schweden der größte Abnehmer für Volvo-Kombis“
„Wir haben schon über 1.700 Bestellungen für den neuen V90“, berichtet Deutschland-Chef Thomas Bauch. „Schließlich sind wir seit langer Zeit nach Schweden der größte Abnehmer für Volvo-Kombis“

Ein Prädikat, das auch für das neue Volvo-Fahrgefühl gilt, das erstmals im SUV-Schwestermodell XC90 erlebt werden konnte. Unter der Haube nur Zweiliter-Vierzylinder-Triebwerke – und das in der Oberkasse. Doch ehrlich, die zwei Zylinder weniger vermisst wohl kaum einer. Der Riese hängt treu am Gas und dreht besonders leichtfüßig hoch, wenn die Sportstellung der Wahltaste in der Mittelkonsole aktiviert ist. Ein kleiner technischer Trick stopft dabei das sogenannte „Turboloch“. Es entsteht gemeinhin, da der Blasebalg beim Gasgeben erst ausreichenden Abgasdruck erzeugen muss. Diese Lücke schließt ein kleiner Zusatzkompressor, der die Zylinder in der in Zehntelsekunden bemessenen Wartezeit mit Luft beamtet. Eine scheinbar simple Lösung. In Testbetrieb aber überzeugend.

Ähnliches gilt für Bremsen, Lenkung und all das andere, was im Auto für Sicherheit und vor allem auch Spaß sorgt. Hinzu kommt, dass natürlich auch der Volvo dem Zug der Zeit folgt und eine enge Vernetzung mit der virtuellen Umwelt bietet. Ob Apple Carplay, Echtzeit-Navigation oder diverse Apps, der V90 kann immer online sein. Theoretisch jedenfalls. Denn zum Beispiel auf Straßen im Taunus setzt die immer noch sehr lückenhafte Netzversorgung durch Telekom, Vodafone und Co. der schönen neuen Technik mangels Zufuhr von Daten enge Grenzen. Wie soll so später einmal das autonome Fahren funktionieren?

Oberklasse-Feeling, wohin man blickt: Sitze, Dekorelemente, Verkleidungen – alles vom Feinsten
Oberklasse-Feeling, wohin man blickt: Sitze, Dekorelemente, Verkleidungen – alles vom Feinsten

Eine Frage, die sich heutigen Kunden des großen Volvo nicht stellt. Er wird sich über sein neues (T)Raum-Schiff freuen oder vielleicht doch noch ein paar Wochen warten: Dann kommt ein Kombi im Offroad-Look namens V90 Cross Country, der mehr Bodenfreiheit hat und mit einigen optische Merkmalen der rustikalen Art glänzt. Er schließt die Lücke zum XC90, dem Bestseller aus der 90er-Familie. Und der ist nun mal ein waschechtes SUV.

(Peter Maahn/SP-X)

Volvo V90 Cross Country – Allrad-Kombi kostet 56.000 Euro

Zu Preisen ab 56.350 Euro ist ab sofort der Volvo V90 Cross Country bestellbar. Ausgeliefert wird der Offroad-Kombi Anfang 2017. In der Basisversion des schwedischen Allraders arbeitet ein 140 kW/190 PS starker 2,0-Liter-Vierzylinderdieselmotor, der an eine Achtgangautomatik gekoppelt ist. Darüber hinaus stehen ein Vierzylinderdiesel mit 173 kW/235 PS sowie zwei aufgeladene Vierzylinderbenziner mit 187 kW/254 PS beziehungsweise 235 kW/320 PS zur Wahl. Allradantrieb ist jeweils serienmäßig an Bord.

Die Schlechtwege-Variante des Businessklassen-Kombis V90 verfügt darüber hinaus immer über eine um sechs Zentimeter höher gesetzte Karosserie und diverse Anbauteile im Geländewagen-Look. Dazu zählen ein Unterfahrschutz an Front und Heck, Beplankungen an den Fahrzeugflanken und eine spezielle Dachreling. Als Dreingabe wartet das Cross-Country-Modell mit einer umfangreichen Serienausstattung auf, zu der unter anderem Zweizonen-Klimaautomatik, ein Notbremsassistent mit Fußgänger- und Radfahrer-Erkennung sowie der sogenannte Pilot Assist II zählen, der bei Fahrten bis Tempo 130 die Lenkung übernimmt. Der Preisaufschlag für das Cross Country-Modell gegenüber einem vergleichbaren Standard-V90 beträgt rund 1.800 Euro. Ohne Allradtechnik und Offroad-Design ist der V90 bereits ab 45.800 Euro zu haben. (Holger Holzer/SP-X)

Neue Volvo-Assistenten – Autos warnen sich gegenseitig vor Glatteis

Volvo-Pkw können ab dem Winter miteinander kommunizieren. Der schwedische Hersteller führt dann zunächst in Schweden und Norwegen die sogenannte Car-to-Car-Kommunikation ein. Die Technik ermöglicht es, zwischen zwei oder mehr dafür geeigneten Fahrzeugen Informationen auszutauschen. Volvos Modelle können sich zunächst gegenseitig vor glatten Straßen oder Hindernissen warnen; als Indiz für letzteres nutzt das System das Einschalten der Warnblinkanlage. Für die Datenübermittlung nutzen die Schweden eine Cloud, so dass keine direkte Verbindung zwischen den Fahrzeugen nötig ist.

Verfügbar sind die „Slippery Road Alert“ und „Hazard Light Alert“ genannten Assistenten in den Business-Class-Modellen V90 und S90 sowie im SUV XC90. In Deutschland wird die Technik zunächst nicht angeboten. Vor allem wohl, weil sie ihre Vorteile hier wegen des geringen Volvo-Marktanteils kaum ausspielen könnte.

Die Car-to-Car-Communication gilt als wichtiger Schritt in Richtung autonomes Fahren. Neben Volvo setzt bereits Mercedes eine vergleichbare Technik ein, andere Autohersteller arbeiten ebenfalls an der Kommunikation ihrer Fahrzeuge untereinander. Langfristiges Ziel ist jedoch, dass alle Autos auf der Straße die gleiche Sprache sprechen. (Holger Holzer/SP-X)

20 Jahre Volvo C70 – Kiste weg, Spieltrieb an

Schwedische Autos der 90er Jahre: Kantig, solide, sicher. Aber auch langweilig, unsportlich und etwas einfallslos. Dieses Klischee mag zwar stimmen, schließlich kommen solche Ansichten nicht von ungefähr. Doch es gibt ein Modell, das überhaupt nicht in diese Sparte passt: Der Volvo C70. Wie dieses eine kleine gallische Dorf widersetzt sich das Coupé bzw. Cabrio dem Scheuklappen-Denken und verknüpft die typisch schwedischen Tugenden mit einer sportlich-eleganten Linienführung. Der hübsche Viersitzer ist so etwas wie der Designer-Anzug unter den solide-grauen Einreihern. Read more

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Volvo V90 Cross Country – Schlechtwege-Kombi mit Lifestyle-Anspruch

Wem Volvos Oberklasse-SUV XC90 zu massig ist, soll bei den Schweden künftig trotzdem wieder fündig werden. Anfang 2017 kommt mit dem V90 Cross Country ein Nachfolger für den Offroad-Kombi XC70 auf den Markt. Neben kernigem Äußeren bietet dieser auch Allradantrieb.

Hinten gibt es einen Unterfahrschutz
Hinten gibt es einen Unterfahrschutz

Die Schlechtwege-Variante des Businessklassen-Kombis V90 verfügt über eine um sechs Zentimeter höher gesetzte Karosserie und diverse Anbauteile im Geländewagen-Look. Dazu zählen ein Unterfahrschutz an Front und Heck, Beplankungen an den Fahrzeugflanken und eine spezielle Dachreling. Als Dreingabe wartet das Cross-Country-Modell mit einer umfangreichen Serienausstattung auf, zu der auch Allradantrieb zählt.

Preise stehen noch nicht fest
Preise stehen noch nicht fest

Das Motorenprogramm umfasst zunächst zwei Diesel und zwei Benziner. Basis-Triebwerk ist ein 2,0-Liter-Selbstzünder mit 140 kW/190 PS, der mit einem Normverbrauch von 5,1 Litern gleichzeitig die genügsamste Wahl ist. Darüber rangiert eine Ausführung mit 173 kW/235 PS. Der aufgeladene Benziner ist ebenfalls zwei Liter groß und leisten in der Turboversion 187 kW/254 PS, mit zusätzlichem Kompressor 235 kW/320 PS. In den beiden Vorgänger-Generationen war bei maximal 224 kW/304 PS Schluss.

Der Innenraum ist schwedisch-edel
Der Innenraum ist schwedisch-edel

In Sachen Nomenklatur führt der V90 Cross Country die neue Benennungslogik von Volvo konsequent fort. Trug der Vorgänger noch die Buchstabenkombination „XC“, ist diese nun den „echten“ SUV-Modellen der Marke vorbehalten. Die Offroad-Ableger von Limousinen oder Kombis heißen nun einheitlich „Cross Country“. Preise für das neue Modell nennen die Schweden noch nicht, den Vorgänger gab es mit vergleichbarem Antrieb zuletzt ab rund 47.000 Euro. (Holger Holzer/SP-X)

Polestar verpasst Volvo S60 und V60 eine Kraftkur – Von wegen brav

Mit Polestar hat der schwedische Hersteller Volvo jetzt seine hauseigene Tuning-Abteilung. Als erste Modelle profitieren Limousine und Kombi der 60er-Baureihe davon. Die „leistungsstärksten Volvo-Serienmodelle aller Zeiten“, wie die Schweden ihre auf 270 kW/367 PS gesteigerten Top-Versionen der 60er-Baureihe selbst anpreisen, sind ab sofort zu Preisen ab 68.000 Euro für den S60 und 69.600 Euro für den V60 im Handel.

Mehr als 50 Modifikationen verwandeln die eher braven Nordlichter in einen Sportwagen für jeden Tag. Dazu gehören etwa ein Öhlins-Sportfahrwerk mit voll einstellbaren Stoßdämpfern, Brembo-Bremsen, auch optische Aufwertungen wie Frontsplitter, Heckspoiler und Diffusor oder auch Sportsitze mit Charcoal-Nubukleder und blaue Ziernähte im Innenraum. Aber im Mittelpunkt steht natürlich die Steigerung des 2,0-Liter- Benzin-Direkteinspritzers T6.

Mit 270 kW/367 PS ist daraus ein regelrechter Muskelprotz geworden, der ein maximales Drehmoment von 470 Nm entwickelt und mit 4,7 Sekunden für den Standardsprint von 0 auf 100 km/h das 60er-Duo zu den schnellsten Serien-Volvos der Geschichte stempelt. Die Höchstgeschwindigkeit wird aber auch hier bei Tempo 250 abgeregelt.

Dass die Polestar-60er beim Kraftstoffverbrauch die Normrunde mit 7,8 (Limousine) und 8,1 Litern (Kombi) je 100 Kilometer absolvieren, mag als akzeptabler Wert in die Statistik eingehen. In der Praxis dürfte es eher schwierig werden, einen einstelligen Wert vor dem Komma zu erreichen, sofern man sich am Steuer nicht ständig als Spaßbremse selbst kasteit. Auf unseren Testrunden im Salzburger Land und über die Großglockner-Hochalpenstraße lagen wir jedenfalls über elf Litern.

Auf dem kurvigen Alpenkurs hinterließ der Volvo S60 Polestar aber keinerlei Zweifel an seinen dynamischen Qualitäten. Das straffe Sportfahrwerk steckt kurze Fahrbahnstöße trocken weg und malträtiert die Insassen nicht über Gebühr. Die Kraftübertragung erfolgt an alle vier Räder (AWD) über eine Achtgang-Automatik, die nochmals schnellere Schaltzeiten ermöglicht. Im Sport-Modus sorgt die neue „Curve-hold“-Funktion dafür, dass der gewählte Gang in Kurven gehalten wird, was das Herausbeschleunigen aus der Biegung optimiert.

Es gibt auch einen Getriebemodus „Sport+“, der mit „seiner extremen sportlichen Charakteristik und einem direkten Ansprechverhalten eine besonders engagierte und aktive Fahrweise“ (O-Ton Volvo) unterstützen soll. Aber um in den Sport+-Modus umzuschalten, muss man – Achtung! – erstens den Wagen zum Stillstand bringen, dann den Automatik-Wahlhebel in die Stellung S bringen, dann den Hebel nach vorn gedrückt halten und dabei gleichzeitig das Schaltpaddel zweimal am Lenkrad bedienen.

1.500 Exemplare (1.000 Limousinen und 500 Kombis) sind maximal per annum vorgesehen – weltweit! Für Deutschland sind rund 10 Prozent, also etwa 150 Fahrzeuge geplant. (Michael Lennartz)

Volvo Trucks und der schnellste Reifen, eine Rekord-Kombination

Weltrekord für Durchschnittsgeschwindigkeit über 500 und 1000 Meter

Nutzfahrzeugreifen von Goodyear setzen neue Maßstäbe: Der LKW „The Iron Knight“ von Volvo Trucks konnte mithilfe speziell entwickelter Pneus des internationalen Reifenherstellers Goodyear zwei neue Geschwindigkeitsrekorde aufstellen. Auf der 1.000-Meter-Distanz erreichte der 4,5 Tonnen schwere Truck eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 169,09 km/h und legte die Strecke aus dem Stand in 21,29 Sekunden zurück. Über 500 Meter beeindruckte der „The Iron Knight“ mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 131,29 km/h und 13,71 Sekunden, ebenfalls mit einem Start aus dem Stand. Der neue Weltrekordler bringt 2.400 PS auf die Straße und erreichte damit auf seinen Rekordfahrten eine Höchstgeschwindigkeit von 276 km/h.

Speziell entwickelte High-Tech-Reifen von Goodyear verhelfen „The Iron Knight“ zu neuen Geschwindigkeitsrekorden über 500 Meter und 1.000 Meter.
Speziell entwickelte High-Tech-Reifen von Goodyear verhelfen „The Iron Knight“ zu neuen Geschwindigkeitsrekorden über 500 Meter und 1.000 Meter.

„Nur ein High-Tech-Produkt kann in diesem extremen Leistungs- und Drehmomentbereich zuverlässig dafür sorgen, dass ein 4,5-Tonnen-LKW bei fast 280 km/h einen optimalen Grip auf der Straße hat“, kommentiert Christian Fischer, Director Marketing Commercial Tires D-A-CH bei Goodyear. Die speziell für „The Iron Knight“ entwickelten LKW-Reifen seien ein Ergebnis der kontinuierlichen Zusammenarbeit und starken Partnerschaft von Goodyear mit dem führenden Nutzfahrzeughersteller Volvo Trucks, so Fischer weiter. „Dass mit unseren Reifen neue Weltrekorde aufgestellt werden, unterstreicht ein weiteres Mal unsere Technologieführerschaft in diesem Bereich. Auch unsere Standardreifen für LKW sind extrem leistungsstark und helfen unseren Kunden dabei, ihre Gesamtbetriebskosten zu senken.“

Die Voderachsreifen des „The Iron Knight“ haben die Größe 315/70R22.5 und basieren auf den LKW-Rennreifen von Goodyear, die alle Fahrzeuge bei der Truck-Racing-Europameisterschaft der FIA (Federation Internationale de l’Automobile) verwenden. Die Hinterreifen des Heckantriebs-LKW und neuen Weltrekordlers haben die Größe 495/45R22.5 und übertragen zuverlässig das extrem hohe Drehmoment, das der Truck bei der Beschleunigung entwickelt. Beide Reifentypen sind auf gängigen Nutzfahrzeugkarkassen von Goodyear gebaut und verfügen über speziell entwickelte Laufflächenmischungen und Profile. Der Schriftzug „The Iron Knight“ schmückt gut sichtbar die Seitenwand der Rekordreifen.

Gefahren wurde der Truck von der Rennlegende Boije Ovebrink auf einer hierfür abgesperrten Teststrecke in Nordschweden. Ovebrink verfügt über mehr als 30 Jahre Rennerfahrung sowohl mit Autos als auch mit Trucks und hat bereits fünf Geschwindigkeitsrekorde gebrochen. Zurzeit werden die jüngsten Weltbestleistungen des Rekordjägers vom internationalen Motorsportverband FIA geprüft.

Der Reifenspezialist Goodyear und Volvo Trucks können auch in Sachen Geschwindigkeitsrekorde auf eine erfolgreiche gemeinsame Geschichte zurückblicken. So fuhr Boije Ovebrink bereits 2012 auf speziell entwickelten Nutzfahrzeugreifen von Goodyear den Truck „The Mean Green“ zum weltschnellsten Hybrid-LKW und stellte zwei neue Weltbestleistungen auf.

Blick hinter die Kulissen gefällig? Bitte schön:

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Volvo S90: Schwedische Business Class

Business Class? Also das Mittel zwischen Economy und First? Das heißt, dass noch Luft nach oben besteht, also auf First-Class-Niveau? Mal langsam: Ich bin den Volvo S90 T6 gefahren und war ziemlich angetan von der schwedischen Limousine. Volvo ist zurück und könnte mit dem S90 – mehr aber noch mit dem V90 – ein echtes Pfund in der oberen Mittelklasse darstellen. So zumindest nannte sich das Segment, als Crossover und verschwimmende Klassen noch nicht an der Tagesordnung waren.

Business Class: Das klingt nach gehobenem Niveau, dezentem Luxus und Komfort. Das passt. Der Volvo S90 kann genau mit diesen drei Tugenden beschrieben werden. Den Rest kann man sich denken. Ende. Fahrbericht erledigt. .. aber Spaß beiseite: Diese drei Attribute treffen zwar sehr auf den Volvo S90 zu, doch dienen sie mehr als Überschriften. Legen wir also los!

Bullige Frontpartie: Der Volvo S90 fällt mit Stattlichkeit auf
Bullige Frontpartie: Der Volvo S90 fällt mit Stattlichkeit auf

Gehobenes Niveau

Sein Äußeres kann man tatsächlich unter dem gehobenen Niveau verzeichnen. Man sieht ihm auf den ersten Blick an, dass sich die Designer hier viel Mühe gegeben haben, das Fahrzeug nicht überschwänglich daherkommen zu lassen. Schwedisches Understatement pur mit einer Prise Fitnessstudio. So wirkt die Front beispielsweise sehr breit und stattlich. Steil steht der aufrechte, selbstbewusste Kühlergrill im Fahrtwind und zeigt nun eine Ausformung nach innen. Das erinnert ein wenig an einen aufgerissenen Hai-Schlund. Und zusammen mit dem Tagfahrlicht im Design von „Thors Hammer“ entsteht ein Überholprestige, das in der Klasse der Business-Limousinen nicht unwichtig ist.

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Auf großem Fuß: 20-Zoll-Leichtmetallfelgen am Volvo S90 T6

Seitlich zeigt sich schließlich das Ausmaß des Volvo S90: Mit 4,96m gibt sich der Volvo S90 sehr gestreckt. Damit ist er nur einen Zentimeter länger als das SUV XC90. Ein Zufall? Nicht ganz. Zwar basieren beide Modell auf derselben Plattform, die auf den Namen SPA hört. Das Kürzel steht für skalierbare Produktarchitektur und meint, dass fast alle Komponenten – also etwa die Länge oder der Radstand – variabel sind. Doch einzig der Abstand zwischen Vorderrad und A-Säule bleibt bei allen gleich und ist fix. Für den S90 bedeutet das, dass er nicht zwingend  die Maße des SUVs annehmen muss. Mit seinem gestreckten Radstand wirkt er außerdem nicht so kompakt wie der XC90, sondern eleganter und gestreckter. Gut nur, dass das Räderwert beim Testwagen 20 Zoll fasste: Alles darunter wirkt in den geradezu riesigen Radkästen fast verloren. Optional sind sogar 21-Zoll-Räder erhältlich.

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Am zerklüfteten Heck der Business-Limousine scheiden sich die Geister

Hinten scheiden sich schließlich die Geister beim Volvo S90. Klar, Deutschland ist Kombi-Land und nicht so stark auf Limousinen ausgerichtet, wie das Ausland. Doch hier verließ die schwedische Zurückhaltung die Pinsel des Design-Teams. Die rückwärtige Ansicht wirkt zerklüftet und überzeichnet. Die Rückleuchten, die wie zwei umgefallene „Us“ wirken, passen noch zum modischen Charakter. Die vielen Sicken und Kanten sind aber etwas zu viel des Guten. Eines vorab: Der Kombi kann das wesentlich besser. Er ist ein wahrer Schönling, der… hier nicht Thema ist.

Dezenter Luxus

Damit lässt ich das Interieur ebenfalls bestens beschreiben. Hier baut sich keine Prunklandschaft auf, die vor Pomp nur so strotz, sondern ein geschmackvoll eingerichtetes Designer-Loft. Allerdings geht ihm die Kälte, die man dann und wann damit verbindet, verloren – sehr angenehm. Nichts wirkt übertrieben, überzeichnet oder effekthaschend, sondern solide, nobel und hochwertig. Sehr passend also, dass alle Materialien, nicht nur so tun als wären sie eines hochwertigen Ursprungs, sondern es auch sind. Holz ist Holz, Aluminium ist Aluminium und Leder ist Leder.

New Volvo S90 & V90 interior
Wellnesstempel: Im Interieur des Volvo S90 fühlt man sich auf Anhieb wohl

Schön auch, dass die Verarbeitung auf einem hohen Niveau liegt. Kein Plappern oder Zirpen, alles sitzt gut eingepasst an Ort und Stelle. Nur die Bedienung erfordert etwas Eingewöhnung. Über den schier riesigen Touchscreen in der Mittelkonsole lässt sich eigentlich alles steuern. Doch die Verschachtelung ist beim Fahren etwas überfordernd. Die Bedienung der Klimaanlage etwa erfolgt auch über den Bildschirm, was etwas mühselig ist – besonders auf Marterstrecken, wenn man auf dem Touchscreen hin und her rutscht und stattdessen die Ansicht der Navigationskarte verschiebt. Doch das Geheimnis liegt in der Herangehensweise. Man muss das gesamte Infotainment verstehen wie ein Smartphone. Damit gehen wir schließlich auch jeden Tag um und beherrschen es nahezu blind. Wer mit dem Knöpfchen-Verstand vergangener Automobil-Modelle an die Sache herangeht, wird scheitern, sich mühen oder ärgern. Also lieber die Wischgesten des Smartphones auf das Fahrzeug übertragen und glücklich werden. Zumal sich so ein schön cleaner Look im Innenraum ergibt.

New Volvo S90 & V90 interior
Komfort wird im Volvo S90 groß geschrieben

Der wird auch durch die Großzügigkeit geschaffen. Vorn sind die Platzverhältnisse über jeden Zweifel erhaben. Man hat Platz sich auszustrecken und selbst Großgewachsene geraten nicht mit dem Dachhimmel in Berührung – aber das erwartet man auch von der Business-Class. Im Flieger kann man sich in der Business-Class schließlich auch etwas ausstrecken. Das ist im Fond des Volvo S90 allerdings etwas eingeschränkt der Fall. Auch hier steht grundsätzlich genügend Raum für die Passagiere bereit. Der Kopf muss auch in Reihe zwei nicht eingezogen werden, obwohl die Dachlinie Coupé-artig abfällt. Auch die Knie können sich entfalten, nur die Füße haben es etwas enger. Besonders, wenn die vorderen Sitze in der untersten Position justiert sind. Aber das macht die deutsche Premium-Konkurrenz auch nicht besser.

Komfort

Kommen wir von Innenraum aber endlich zu den Fahreindrücken. Wie eingangs erwähnt, durfte der Volvo S90 T6 für die Ausfahrt antreten. 320 PS leistet das Aggregat, was schon eine Ansage ist. BMW lieferte ein 550i der Baureihe E60 etwa mit einem 367 PS starken Achtzylinder als Topmotor – neben dem M5 – an. Hier aber spart Volvo beim S90: Die Schweden verkneifen sich sechs oder gar acht Zylinder und vertrauen auf einen aufgeladenen Vierzylinder-Turbo mit 2.0 Litern Hubraum. Umso beeindruckender ist die Leistung, die das Aggregat entwickelt.

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Länge läuft: Mit fast fünf Metern fällt die Limousine stattlich aus

Das gilt aber vorwiegend der Papierform. Die 320 PS werden per Allradantrieb auf alle Viere geleitet, machen aber nicht so viel Eindruck, wie man es die Stammtischwerte vermuten lassen. Für den Standard-Sprint soll die Business-Limousine gerade einmal 5,9 Sekunden brauchen – und das trotz rund zwei Tonnen Gewicht. Ende ist bei politisch korrekten 250 km/h. Doch die Kraftentfaltung ist ziemlich unaufgeregt und spiegelt den Gesamteindruck des Fahrzeugs wider. Der S90 kann jederzeit beherzt nach vorne stürmen, in der Regel will er das aber nicht unbedingt. So macht der Schwede zwar einen schnellen, nicht aber sportlichen Eindruck.

Warum auch? Schließlich gibt es mit dem Audi A6, BMW 5er oder Jaguar XF – um nur einige zu nennen – genug dynamische Vertreter in dieser Klasse. Sogar die neue Mercedes-Benz E-Klasse verlässt ihre angestammte Heimat des überbordenden Komforts und gibt sich der Dynamik hin. Gut, dass der Volvo S90 das nicht als sein Hauptkredo sieht. Mit seiner stoischen Ruhe wirkt er geradezu entschleunigend. Mit ihm möchte man Langstrecken zurücklegen, wie mit sonst kaum einem anderen Fahrzeug dieses Segements.

sdr
T6: Der vorläufige Topmotor. Der T8 soll folgen

Das zeigt sich an verschiedenen Stellen. Das Fahrwerk etwa: Es filtert Bodenwellen so geschickt heraus, dass man fast glauben könnte, die Straßen hätten sich schlagartige verbessert. Unebenheiten und Schlaglöcher kommen kaum merklich durch und belästigen die Insassen nicht. Nur wenn man wirklich darauf achtet – oder darauf achten will – spürt man das Feedback der Feder-Dämpfer-Elemente. Lässt man es dann aber doch mal zügig angehen – etwa auf der Landstraße – zeigt der Allradler einen enorm hohen mechanischen Grip. Übertreibt man es mit seinem sportlichen Vorhaben, greifen die Regelsysteme sehr sachte nach der großen Limousine. Dabei gibt sich die Lenkung schön sämig und zeigt einen gelungenen Mix aus Servounterstützung und Zielgenauigkeit. Nervosität oder überschäumende Präzision sucht man indes vergebens. Deshalb stellt sich auch die Frage, ob man die Fahrmodus-Wahl überhaupt benötigt. Dynamic, Comfort und Eco stehen zur Wahl, beeinflussen die Charakteristik des Schweden aber nicht sehr stark. Aber stört das irgendjemanden?

Nein, sicherlich nicht. Schließlich ist eine Business-Limousine dafür gedacht, lange Etappen möglichst stressfrei mit hohen Reisetempi zu überwinden. Und dafür ist der S90 bestens geeignet. Geschwindigkeiten von rund 180 km/h stellen sich auf der Autobahn fast von allein ein und fallen kaum auf. Dementsprechend ist der Schwede der neue Komfort-König im Business-Segment. Mit Charakter, Hochwertigkeit und Eigenständigkeit. Waren das nicht irgendwann mal stuttgarter Domänen?

Volvo Polestar – Ausgewogenheit als Trumpf

Volvo ist in der Premium-Riege angekommen – und das nicht erst seit es die neuen Modelle der oberen Mittelklasse, den Volvo S90 und Volvo V90 gibt. Sie bilden die Nachfolger der beliebten, aber mittlerweile etwas angestaubten S80 und V70. Doch mit ihren Vierzylinder-Dieseln fehlt ihnen etwas Power und vor allem Prestige zum Establishment. Ob die moderate Leistungssteigerung von Volvo Polestar daran etwas ändert? Read more

Die neue Volvo 40er Familie – Doppelter Ausblick

Volvo startet 2017 mit der neuen Generation seiner Kompaktmodelle. Bereits jetzt zeigen die Schweden mit zwei Studien, wie die neue 40er-Familie aussehen wird. Das Concept 40.1 gibt einen Ausblick auf das im kommenden Jahr startende Kompakt-SUV, kurze Zeit später soll das Concept 40.2 als S40-Limousine auf den Markt kommen. Ob es einen klassischen Kombiableger geben wird, ist eher fraglich. Ein Cabrio gehört definitiv nicht mehr zur Familienplanung.

Bei dem Concept 40.1 handelt es sich um ein SUV, das mit Elementen der Formensprache des großen Bruders XC90 spielt, aber nicht kopiert. Auffällig ist die Lichtsignatur, die wie beim XC90 an Thors Hammer erinnern soll. Die muskulöse Seitenansicht zeugt von Selbstbewusstsein, die Dachlinie erinnert an den Range Rover Evoque. Das Concept 40.2 hingegen lässt erahnen, wohin die Reise bei der Gestaltung des S40 geht. Die Mischung aus Stufen- und Steilheck mit großem Kofferraum spricht vor allem die Limousinenkundschaft in den USA und China an.

Die Kompaktklassemodelle bauen auf einer neu entwickelten Modular-Architektur (CMA) auf, die speziell für kleinere Fahrzeuge konzipiert wurde und eine große Flexibilität beim Fahrzeugbau ermöglicht. Höhe, Breite und Länge der Modelle können sehr unterschiedlich ausfallen. Das zeigt sich bereits bei den vorgestellte Studien. Das Concept 40.1 misst in der Länge 4,39 Meter, 1,93 Meter in der Höhe und 1,64 Meter in der Breite. Sein Limousinenpendant kommt auf 4,51 Meter, 1,47 Meter und 1,86 Meter.

Doch nicht nur bei den Abmessungen ist man flexibel. Die neue Plattform ist für konventionelle Motoren, Plug-in-Hybride und einen rein batterieelektrischen Antrieb ausgelegt. Letzterer – mit einer Reichweite von zirka 350 Kilometer –wird erst nach 2019 auf den Markt kommen; Vorrang hat zunächst ein reines E-Fahrzeug auf SPA-Basis. Bereits zur Markteinführung des XC40 stehen aber die anderen Antriebsvarianten zur Verfügung. Der neue Dreizylinder-Turbo kommt in verschiedenen Leistungsstufen von 77 kW/105 PS bis 140 kW/190 PS zum Einsatz. Dazu sind die bekannten, 2013 vorgestellten Benziner- und Diesel-Vierzylinder verfügbar. Eine leistungsstarke Polestar-Version ist in Planung. Frontantrieb ist Standard, aber Allrad wird optional erhältlich sein. Besonders stolz sind die Schweden auf die Plug-in-Variante, eine Kombination aus einem Dreizylinder (190 PS) und einem E-Motor (60 PS). Sie ist an ein neues Siebengang-DSG gekoppelt und wird rund 50 Kilometer elektrisch fahren können. Der Preis soll auf dem Niveau eines vergleichbaren Diesels liegen. (Elfriede Munsch/SP-X)

Aktuelle Suchanfragen:

Volvo und der Klubb90 – Kleine Tour statt IAA

Volvo geht neue Wege. Das gilt nicht nur für die technische Neuausrichtung in der Oberklasse, sondern auch für die Vermarktung der Premium-Produkte. Begnügten die Schweden sich bei der Einführung des XC90 noch mit einem Sneak Preview für aktuelle Volvo-Besitzer, so werden die S90-Limousine und der dazugehörige Kombi-Ableger V90 gerade in einer Klubb90 genannten Tour mit neuartigem Konzept präsentiert. Und zwar lange vor dem Verkaufsstart Ende Juli (S90) beziehungsweise Ende September (V90).

„Die Resonanz ist großartig“, zieht Marketing-Manager Patrick Wendt nach sechs von zehn Veranstaltungen in deutschen Städten eine überaus zufriedene Zwischenbilanz. „Ohne spezielle Werbemaßnahmen rechnen wir insgesamt mit mehr als 5.000 Gästen bei den zehn Events.“ Neben geladenen Volvo-Kunden konnten sich diesmal auch markenfremde Neugierige über die Volvo-Website anmelden. Bis zu zwei Dritteln der rund 500 abendlichen Besucher hätten dabei angegeben, ein Fahrzeug „einer Premium-Marke aus dem Süden Deutschlands zu fahren“, wie es Wendt formuliert.

Genau das sei schließlich Sinn und Zweck der aufwendigen Aktion. Um mit dem S90 und V90 die geplanten Stückzahlen zu erreichen, müsse Volvo zwingend auf Eroberungstour gehen. Die bisherige Kundschaft zu überzeugen, sei kein Problem. Allerdings wurde ein S80 zuletzt eher in homöopathischen Dosen abgesetzt, und viele Interessenten müsse man noch immer überzeugen, dass die schwedische Marke keine kantigen Kastenwagen mehr baut. „Und da passt dieses Konzept hervorragend“, ist Wendt überzeugt. „Das Geld, das wir einsparen, weil wir nicht mehr auf jeder Automesse antreten, können wir hier viel sinnvoller einsetzen.“ Dass die Schweden auf der vergangenen IAA als einzige große Automarke nicht vertreten waren, dürfte ihnen immerhin geschätzte Kosten in Höhe von mindestens 10 Millionen Euro erspart haben.

Bei Drinks und Schnittchen lässt sich hervorragend über den nächsten Neuwagen nachdenken
Bei Drinks und Schnittchen lässt sich hervorragend über den nächsten Neuwagen nachdenken

Clou der neuartigen Event-Präsentation ist neben einem ersten Probesitzen in den neuen Autos und den vier Erlebnisinseln zu den Themen Design, Plug-in-Hybridantrieb im T8-Modell, Infotainment sowie die Intelli-Safe-Sicherheitssysteme vor allem der erstmalige Einsatz der „Augmented-Reality-Brille“ (erweiterte Realität) in Deutschland. Die 2015 beschlossene Kooperation mit Microsoft, die auch die Entwicklung neuer Automobiltechniken beinhaltet sowie autonome Fahrsysteme und die Nutzung von Daten vernetzter Fahrzeuge voran bringen soll, macht’s möglich.

Diese „HoloLens“ genannte Brille vermischt Animationen mit der Realität. Sie hilft dem Träger, ein Fahrzeug exakt nach den eigenen Vorstellungen zusammenzustel-len und es virtuell in einem „realen Umfeld“ zu betrachten, Farben und Felgen zu vergleichen sowie besondere Eigenschaften, Services und Optionen kennenzuler-nen. Auch wie Assistenzsysteme funktionieren oder wie später einmal vernetzte Fahrzeuge miteinander kommunizieren werden, gewährt der Blick auf den virtuellen Volvo S90. Eine Testfahrt in der digitalen Kunstwelt hinter dem Steuer der Limousine war im Klubb90 allerdings noch nicht möglich. Das hätte auch zeitlich den Rahmen gesprengt und die Geduld der anstehenden Gäste in den Warteschlangen noch mehr strapaziert. (Michael Lennartz)

Autonomes Fahren – Feldversuch in London

Wie Familien mit dem selbstfahrenden Auto im Alltag klar kommen, darin will der schwedische Autohersteller Volvo nun auch in Großbritannien Erfahrung sammeln. In einem Feldversuch werden ab Anfang 2017 Familien in teilautonomen Volvos rund um London auf öffentlichen Straßen unterwegs sein. Ein Jahr später wird der „Drive me London“ genannte Praxistest um bis zu 100 vollautonom fahrende Autos erweitert.

Der Hersteller sammelt Daten der privaten Testpersonen, um seine Fahrzeuge entsprechend besser auf alltägliche Bedingungen anpassen zu können. Auch in der schwedischen Heimat Göteborg gibt es ein „Drive me“-Projekt, bei dem Familien ab 2017 mit teilautonomen Volvos fahren. Geplant ist zudem ein weiterer Feldversuch in einer chinesischen Stadt.

Das autonome Fahren ist für den schwedischen Hersteller Bestandteil auf dem Weg zum selbstgesteckten Ziel „Vision 2020“: Ende des Jahrzehnts soll niemand mehr in einem neuen Volvo ernsthaft verletzt oder getötet werden. Da ein Großteil aller Unfälle auf Fehler oder Ablenkung des Fahrers zurückgeht, erhoffen sich Unfallforscher weltweit eine Verbesserung der Unfallzahlen durch autonome Fahrzeuge. Weil sie gleichmäßiger unterwegs sind, sollen sie sich auch auf den Verkehrsfluss und die CO2-Emissionen positiv auswirken.

Volvo S90 Excellence – Beifahrer, hinfort mit Dir

Wer im Auto hinten rechts sitzen darf, hat es geschafft – erst recht im Chauffeurs-Limousinen-Land China. Auf dem Platz hinter dem Beifahrersitz bieten die entsprechenden Fahrzeuge Platz zum Ausstrecken der Beine oder einen Tisch zum Ablegen des Laptops. Der schwedische Autohersteller Volvo hat den Wohlfühlraum für Besserverdiener konsequent zu Ende gedacht und entrümpelt: Statt Beifahrersitz hat der „Lounge Console“ genannte Innenraum mehr Platz für den Chefsessel.

Das auf der „Auto China“ (bis 4. Mai) präsentierte Konzept basiert auf dem Innenraum des Volvo S90 Excellence, dem Topmodell der neuen Oberklasse-Limousine
Das auf der „Auto China“ (bis 4. Mai) präsentierte Konzept basiert auf dem Innenraum des Volvo S90 Excellence, dem Topmodell der neuen Oberklasse-Limousine

Das auf der „Auto China“ (bis 4. Mai) präsentierte Konzept basiert auf dem Innenraum des Volvo S90 Excellence, dem Topmodell der neuen Oberklasse-Limousine. Durch den Wegfall des Beifahrersitzes hat der Passagier hinten rechts nicht nur einen uneingeschränkten Blick nach vorn und Platz, um die Füße auf einem beheizten Hocker abzulegen. Es lässt sich auch ein großer Bildschirm aufstellen, der – je nach Bedarf – für Mail-Korrespondenz oder Video-Streaming genutzt werden kann. Massagefunktion und ein Kühlschrank zwischen den Sitzen gehören ebenfalls zum Ausstattungsumfang.

In der Top-Ausführung seiner neuen Oberklasse-Limousine schafft Volvo den Beifahrersitz ab. Derzeit noch ein Konzept, könnte der Raumgewinn für den Chefplatz auf der Rückbank aber durchaus bald Realität werden
In der Top-Ausführung seiner neuen Oberklasse-Limousine schafft Volvo den Beifahrersitz ab. Derzeit noch ein Konzept, könnte der Raumgewinn für den Chefplatz auf der Rückbank aber durchaus bald Realität werden

Derzeit ist das Interieur zwar noch ein Konzept, allerdings von der Realität nicht besonders weit entfernt. Gerade mit Hinblick auf den chinesischen Markt, denke man über einen Serieneinsatz ernsthaft nach, heißt es beim schwedischen Hersteller.